Karl Barth über die Dummheit (1938): „Die Dummheit ist genial darin, alles zur Unzeit zu denken, zu sagen und zu tun, keine Möglichkeit eines Missverständnisses vorübergehen zu lassen, gerade das Notwendige, das Geforderte, das Heilsame regelmäßig zu unterlassen, das Überflüssige, Verbotene, Verderbliche aber mit sicherem Instinkte regelmäßig zu wählen, zu denken, zu sagen und zu tun. Dummheit ist lebensgefährlich, gemeingefährlich, staatsgefährlich, kirchengefährlich – und am meisten da, wo man sie nicht erkennt und gewähren lässt oder bloß mit Missachtung ihr begegnen zu können meint. Sie ist darum so gefährlich, weil sie sich ja niemals als Dummheit fühlen, erkennen und bekennen, geschweige denn als solche auftreten, sich vielmehr immer für Weisheit halten und entsprechend kostümieren wird: mit der größten Sicherheit, Behändigkeit und Ausdauer Gründe auf Gründe türmend, immer schon im Voraus im Recht und immer nachträglich Alles besser gewusst habend, immer gewaltig bestärkt durch sich selbst und so unermüdlich zu immer neuen Untaten aufbrechend. Sie ist weiter darum so gefährlich, weil sie auf den ersten Blick immer so harmlos, gutmütig und friedfertig zu sein scheint; hinter ihrer Biederkeit und Sanftmut verbergen sich aber wie die Krallen des Katzengeschlechtes in dessen weichen Pfoten höchste Bösartigkeit, zänkische Aggressivität, rücksichtslose Gewalttätigkeit, die ihre Opfer anfällt und zerreißt, wie keine offenkundig satanische Bosheit es vermag.“

Über die Dummheit[1] Von Karl Barth Es muss also – wenn wir jetzt Alles überblicken – damit gerechnet und es … Mehr

Karl Barth zum Problem des Krieges (Kirchliche Dogmatik III/4, 1951): „Wo ein Staat seiner normalen Aufgabe nicht recht nachgeht, da wird er sich früher oder später getrieben sehen, sich die abnormale Aufgabe des Krieges zu stellen und dann auch andere Staaten mit dieser abnormalen Aufgabe zu belasten. Wo die Staatsmacht den inneren Bedürfnissen des Landes nicht gewachsen ist, da wird sie für die dadurch erweckte Unruhe ein Ventil nach außen suchen und im Krieg zu finden meinen.“

Zum Problem des Krieges (KD III/4, § 55) Von Karl Barth Wir kommen in Abschluß unserer Erwägungen zum sechsten Gebot … Mehr

Hartmut Ruddies über das Leben und das Werk Hans-Georg Geyers (1929-1999): „Es hat sehr weh getan, den geliebten und verehrten Lehrer, der uns allen weite Horizonte öffnete und uns eine lebendige Theologie gelehrt hat, der uns ein Mittler intellektueller Autonomieanmutung und ein glaubwürdiger Zeuge des Evangeliums gewesen ist, so enden zu sehen.“

Hans-Georg Geyer: Leben und Werk. Ein Porträt in Perspektive* Von Hartmut Ruddies Im Zentrum unseres Zusammentreffens stehen das Leben und … Mehr

Martin Buber, Die Erwählung Israels (1938): „Ein Volk muss den Völkern die Gott gehorsame Eintracht vorleben. Aus einer bloßen Nation, aus biologisch-geschichtlicher Einheit eines goj muss es zu einer Gemeinschaft, zu einem wahren ʽam werden, des­sen Mitglieder nicht bloß durch Abstammung und Schicksal mit­einander zusammenhängen, sondern auch durch gerechte und lie­bende gegenseitige Lebensteilnahme einander verbunden sind.“

Die Erwählung Israels. Eine Befragung der Bibel Von Martin Buber 1 In den Weissagungen des Amos, des Mannes, der Samaria … Mehr

Heinrich Vogel, Ich glaube an den heiligen Geist. 144 Thesen (1969): „53. Der heilige Geist beweist uns sich selbst, indem er an uns wirkt, uns als Gottes Eigentum versiegelt und uns auf den Kopf zusagt: „Menschen, ihr gehört Gott!“ / 54. Der heilige Geist ist das heiligende Feuer, verbrennendes und reinigendes, durchglühendes und belebendes, leuchtendes, ent­zündendes und erleuchtendes Feuer. / 55. Sein Gleichnis sind nicht Nebel und Wolke, sondern der Morgenstrahl der Sonne und der zündende Blitz.“

Als Heinrich Vogel für den November 1969 seine Vorlesungen zum Heiligen Geist am Gossner Theological College in Ranchi (Jharkand) plante, … Mehr

Heinrich Vogel, Acht Artikel evangelischer Lehre (Kreuz und Hakenkreuz) von 1933: „Weil wir denn Christen werden nicht durch die Geburt, durch Rasse oder Blut, sondern durch den Heiligen Geist, die Taufe und das Wort Gottes, verwerfen wir die Forderung, dass nur arische Christen Glieder der Deutschen Evangelischen Kirche sein dürften.“

Bemerkenswert sind Heinrich Vogels „Acht Artikel evangelischer Lehre“ von 1933, die dieser zunächst unter dem Titel „Kreuz und Hakenkreuz“ in … Mehr

Wie geschichtliche Tatsachen in der Gegenwart ankommen: „Im Unterschied zu materiellen Gegenständen, die wiederholt betrachtet werden können, sind Handlungen nicht von Dauer. Mit ihrem Vollzug sind sie irreversibel vergangen. Damit nun vergangene Tatsachen für die Gegenwart wirklich sind, müssen folgende fünf Schritte getan worden sein.“

Wie geschichtliche Tatsachen in der Gegenwart ankommen Wir vernehmen Aussagen bezüglich der Vergangenheit, das etwas an einen bestimmten Ort zu … Mehr