Johann Georg Hamann, Metakritik über den Purismum der Vernunft (1785): „Je länger man nachdenkt; desto tiefer u inniger man verstummt und alle Lust zu reden verliert. „Weh den Tyrannen, wenn sich Gott um sie bekümmern wird! Wozu fragen sie also nach Ihm? Mene, mene, tekel den Sophisten! ihre Scheidemünze wird zu leicht gefunden und ihre Wechselbank zubrochen werden!!“

Metakritik über den Purismum der Vernunft Von Johann Georg Hamann Sunt lacrumae RERUM – o quantum est in REBUS inane! … Mehr

Alexander Tsipko, Russland kann das Ideal des Leidens der Menschen nicht loswerden. Die unbändigen Fantasien der russischen Idee: „Keine einzige europäische Nation hat so etwas wie unseren Messianismus, der im Leiden den Sinn der Existenz seines Volkes sieht. Und meiner Meinung nach gibt es dafür eine Erklärung: Das russische Volk existiert, aber die russische Nation existiert nicht. Daher haben diejenigen, die über den Menschen stehen, kein Mitgefühl für die Schmerzen und Nöte der Menschen.“

Aufschlussreich ist, was der 80-jährigen russische Politikwissenschaftler Alexander Tsipko jüngst in Nesawissimaja Gaseta über die Ideologie der russischen „Armutsseele“ geschrieben … Mehr

Über Freimut und Zuversicht nach Michel Foucault: „Die parrhesia widersetzt sich dikatorischer Verstummung, ideologischer Bevormundung, narzisstischer Selbstgerechtigkeit, populistischer Verdummung, suprematischer Hassrede wie auch fatalistischer Untergangsbeschwörung. Nur dort wo eine eschatologische Zuversicht vorhanden ist, lässt sich auf Dauer freimütig reden.“

Über Parrhesia Parrhesia, auf Deutsch „Freimut“ bzw. „Zuversicht“ ist ein neutestamentlicher Begriff, der für die politische Ethik eine besondere Relevanz … Mehr

Hartmut Ruddies über das Leben und das Werk Hans-Georg Geyers (1929-1999): „Es hat sehr weh getan, den geliebten und verehrten Lehrer, der uns allen weite Horizonte öffnete und uns eine lebendige Theologie gelehrt hat, der uns ein Mittler intellektueller Autonomieanmutung und ein glaubwürdiger Zeuge des Evangeliums gewesen ist, so enden zu sehen.“

Hans-Georg Geyer: Leben und Werk. Ein Porträt in Perspektive* Von Hartmut Ruddies Im Zentrum unseres Zusammentreffens stehen das Leben und … Mehr

Eugen Rosenstock-Huessy über Namen und Gedanken (Der Atem des Geistes): „Der Name ist der Schnitt­punkt von drei Sprechakten. Erstens: Ich rede dich mit ihm an. Zweitens: Ich rede von dir bei deinem Namen. Drittens: Nun aber kommt die wichtigste Zufahrtsstraße zu dem Wegekreuz, das der Name darstellt: Ich selber erkenne mich bei diesem Namen und in diesem Namen.“

Über Namen und Gedanken Von Eugen Rosenstock-Huessy Endlich haben wir das Stockwerk der Sprache betreten, das der Schulgrammatik unverständlich bleibt: … Mehr

Harold Stahmer und Michael Gormann-Thelen über Eugen Rosenstock-Huessy (TRE): „Sich selbst bezeichnete er als einen „unreinen Denker“, um sich von vorherrschenden Normalisierungen, Typisierungen und Polarisierungen bewußt abzusetzen. Die Einheit zugleich individuellen, gegenseitigen und gemeinsamen Sprechens bildet die echten, näm­lich bewährten spirituellen Biographien der Sprecher.“

Eugen Rosenstock-Huessy (1888-1973) Von Harold Stahmer und Michael Gormann-Thelen 1. Leben Eugen Friedrich Moritz Rosenstock wurde am 6. Juli 1888 … Mehr

Erving Goffman über primäre Rahmen (frames) zur Organisation von Alltagserfahrungen (Frame Analysis, 1974): „Wenn der einzelne in unserer westlichen Gesellschaft ein bestimmtes Ereignis erkennt, neigt er dazu – was immer er sonst tut seine Reaktion faktisch von einem oder mehreren Rahmen oder Interpretationsschemata bestimmen zu lassen, und zwar von solchen, die man primäre nennen könnte. … Ein primärer Rahmen wird eben so gesehen, daß er einen sonst sinnlosen Aspekt der Szene zu etwas Sinnvollem macht.“

Primäre Rahmen Von Erwing Goffman I Wenn der einzelne in unserer westlichen Gesellschaft ein be­stimmtes Ereignis erkennt, neigt er dazu … Mehr