Erving Goffman über primäre Rahmen (frames) zur Organisation von Alltagserfahrungen (Frame Analysis, 1974): „Wenn der einzelne in unserer westlichen Gesellschaft ein bestimmtes Ereignis erkennt, neigt er dazu – was immer er sonst tut seine Reaktion faktisch von einem oder mehreren Rahmen oder Interpretationsschemata bestimmen zu lassen, und zwar von solchen, die man primäre nennen könnte. … Ein primärer Rahmen wird eben so gesehen, daß er einen sonst sinnlosen Aspekt der Szene zu etwas Sinnvollem macht.“

Primäre Rahmen Von Erwing Goffman I Wenn der einzelne in unserer westlichen Gesellschaft ein be­stimmtes Ereignis erkennt, neigt er dazu … Mehr

Martin Buber, Geleitwort zu „Die chassidischen Bücher“ (1928): „Die Ganzheit seines Weltlebens Gott zuwenden und es dann in all seinen Augenblicken bis auf den letzten sich auftun und abfolgen las­sen, das ist Wirken des Menschen an der Erlösung. Wir leben in einer unerlösten Welt. Aber aus jedem willkürlos weltverbundnen Menschenleben fällt in sie ein Samen der Erlösung, und die Ernte ist Gottes.“

Geleitwort zu „Die chassidischen Bücher“ Von Martin Buber Franz Rosenzweig gewidmet Ehe ich dieses Buch in die Weh gehen lasse, … Mehr

Trutz Rendtorff, Zum ethischen Sinn evangelischer Theologie. Ein Diskussionsbeitrag (1982): „Leben als Handeln heißt, in die kommunikative Grundstruktur des Lebens eintreten, die der Sache nach genau das ist, was den Inhalt des Glaubens bildet, dass nämlich unser Leben, das wir zu führen haben, immer das Leben ist, das wir empfangen und das uns deswegen zu einer Stellungnahme fordert, die uns über eigene Ziele und Lebensregeln hinaus in Anspruch nimmt für die Bewe­gung dieses Lebens, das sich mitteilt, gibt und insofern im Geben von Leben verwirklicht.“

Zum ethischen Sinn evangelischer Theologie. Ein Diskussionsbeitrag[1] Von Trutz Rendtorff I. Die kritische Funktion der Ethik für die evangelische Theologie … Mehr

Hans Julius Schneider, Ethisches Argumentieren: „Dass etwas für eine Person als Mensch gut ist, heißt, dass es auch für mich, wäre ich in der entsprechenden Lage, gut wäre; denn das Menschsein teile ich mit ihr. Was dies wiederum heißt, wie der Ausdruck ‹Menschsein› inhaltlich zu füllen ist, und was es lebenspraktisch für uns bedeutet, dass wir es miteinander gemeinsam haben, läßt sich in einem gewissen Grad mit Hilfe der Sprache explizieren.“

Ethisches Argumentieren Von Hans Julius Schneider 1. Der Bereich des Ethischen und das Argumentieren 1.1. Ethisches und moralisches Argumentieren Sehen … Mehr

Jörn Rüsen über das historische Erzählen: „Die Typen des traditionalen, exemplarischen, kritischen und genetischen Erzählens können als Entwicklungsphasen des Geschichtsbewußtseins verstanden werden, die sich in komplexen, im einzelnen noch zu erforschenden Prozessen einer kontinuierlichen Verarbeitung historischer Erfahrungen in identitätsbildende Deutungsmuster des zeitlichen Wandels von Mensch und Welt sukzessive herausbilden.“

Historisches Erzählen Von Jörn Rüsen Begriffliche Unterscheidungen „Historisches Erzählen“ ist zunächst einmal die alltägliche sprachliche Form, in der Geschich­te artikuliert … Mehr

Martin Buber über Jesu Spruch vom Zinsgroschen in „Geltung und Grenze des politischen Prinzips“ (1953): „Wie immer dem sei, dem Realgesinnten kommt es zu, in der Partei die Macht des Fiktiven zu bekämpfen, ohne die Tatkraft der Partei zu lähmen. Ein dorniges Geschäft; aber nicht ohne dieses kann man Gott in der Partei dienen, kann ihm im Bereich der politischen Ordnung das geben, was sein, was Gottes ist.“

Geltung und Grenze des politischen Prinzips Von Martin Buber Dieser Vortrag ist im Juni 1953 anläßlich der Verleihung des hansischen … Mehr