Über das Antlitz (Ethique et infini, 1981) Emmanuel Lévinas im Gespräch mit Philippe Nemo In Totalité et Infini sprechen Sie … Mehr
Kategorie: Philosophie
Hermann Diem, Sokrates in Dänemark. Über Søren Kierkegaard (1956): „Diese Komplizierung der Anweisung zum ethischen Leben durch das allgemeinmenschliche Phänomen der Schuld, die im Glauben an die Vergebung der Sünden zu überwinden ist, wird nun aber noch einmal von der entgegengesetzten Seite her kompliziert. Hat man den Glauben und damit Sicherheit im Handeln gewonnen, dann kann dieses Handeln wiederum in Frage gestellt werden, und zwar jetzt von oben her, von Gott aus. Kierkegaard entwickelt diese Problematik in »Furcht und Zittern« am Beispiel Abrahams, der durch höheren Befehl von der Verwirklichung des Ethisch-Allgemeinen suspendiert wird, und darüber, dass er das tun muss, mit Gott ins Einverständnis zu kommen.“
Sokrates in Dänemark. Über Søren Kierkegaard Von Hermann Diem Am 15. Februar 1843 erschien in Kommission bei dem Universitätsbuchhändler C. … Mehr
Franz Rosenzweig: „Sprache ist doch mehr als Blut.“
Viktor Klemperer hatte seinem LTI. Notizbuch eines Philologen (Aufbau Verlag, Berlin 1947) einen Spruch von Franz Rosenzeig vorangestellt: „Sprache ist … Mehr
Viktor Klemperer, Die Sprache bringt es an den Tag (LTI. Notizbuch eines Philologen): „Was jemand willentlich verbergen will, sei es nur vor andern, sei es vor sich selber, auch was er unbewusst in sich trägt: die Sprache bringt es an den Tag. Das ist wohl auch der Sinn der Sentenz: le style c’est l’homme; die Aussagen eines Menschen mögen verlogen sein – im Stil seiner Sprache liegt sein Wesen hüllenlos offen.“
Die Sprache bringt es an den Tag Von Viktor Klemperer Das Dritte Reich spricht mit einer schrecklichen Einheitlichkeit aus all … Mehr
Hans Georg Gadamer, Die Vielfalt der Sprachen und das Verstehen der Welt (1990): „Angesichts der alles gleichmachenden Informatik, mit der sich künftig wahrscheinlich in noch ganz anderem Maße Verfügbarkeiten in unserem gesellschaftlichen Leben breitmachen werden, muss um so mehr die Sprache in ihren eigensten Möglichkeiten gepflegt werden. Dazu gehört, das treffende Wort zu finden, und auch, das vielsagende Schweigen zu lernen. Das Ganze heißt im Gespräch sein. Das wahre Gegenteil ist die Routine des Streitgesprächs, wenn man auf irgendeine These einzig mit der Frage reagiert: »Ist da aber nicht ein logischer Widerspruch?« In Debattiernationen, zu denen wir Deutschen nicht gerade durch Talent berufen sind, ist das oft eine bloße Technik. Wir müssen das Gespräch in seiner inneren Wahrheitsmöglichkeit dagegen verteidigen, vor allem natürlich gegen die Unterwerfung unter die Regeln einer bloßen Scheinlogik, die man als Sophistik kennt.“
Die Vielfalt der Sprachen und das Verstehen der Welt (1990) Von Hans Georg Gadamer Es ist ein Thema von höchster … Mehr
Paul Ricœur über den Skandal des Bösen (Le scandale du mal): „Gott umsonst lieben, das heißt, vollständig aus dem Kreislauf der Vergeltung heraustreten, dessen die Wehklage noch gefangen bleibt, solange ich mich über die Ungerechtigkeit meines Schicksals beklage. Vielleicht ist das die letzte Antwort auf das ‚Problem‘ des Übels: den Punkt der Entsagung gegenüber dem Verlangen erreichen, gegenüber dem Verlangen selbst, dessen Wunde die Klage erzeugt; Entsagung gegenüber dem Verlangen, für seine Tugenden belohnt zu werden; Entsagung gegenüber dem Verlangen, vom Leiden verschont zu bleiben; Entsagung gegenüber der infantilen Komponente des Unsterblichkeitsverlangens, die den eigenen Tod als einen Aspekt jenes Anteils des Negativen akzeptieren würde.“
Der Skandal des Bösen (Le scandale du mal) Von Paul Ricœur Ich möchte sagen, wie dankbar und bewegt ich mich … Mehr
Jörg Splett über das Person-Sein: „Nicht bloß faktisch ist der Person-Begriff in der biblischen Wirkungsgeschichte erwachsen; er ist prinzipiell mit dem Gedanken freier Schöpfung verknüpft. Das bloße Produkt eines Naturgeschehens mag Wert haben, doch niemals Würde. Und ebenso wäre es um sie getan, wäre die Schöpfung einem Demiurgen von seiner Einsamkeit abgepreßt worden. Freiheit geht einzig aus frei-gebiger Freiheit hervor. Ist also Gott selbst als Freiheit, Personalität und Liebe zu denken, dann kann er dies nicht erst seinem Geschöpf gegenüber werden. Er muß vielmehr an und für sich selbst schon Liebe sein. Und nicht schlicht Selbstliebe, weil Liebe stets ekstatisch ist. (Ich schaue [Selbstand], doch nicht mich, sondern dich [Bezug].)“
Person Von Jörg Splett 1. Wort und Begriff Die Herleitung ist ungeklärt. Sowohl die antike (personare) wie die mittelalterliche Etymologie … Mehr
Maximilian Forschner über die Verantwortung: „Verantwortlich ist jemand zunächst für den Zustand der Dinge, den er durch sein Tun herbeiführen wollte und tatsächlich bewirkt, ferner für jene Dinge und Sachverhalte, die er als Mittel zur Realisierung seines Ziels benützt, schließlich auch für jene Folgen seines Tuns, die er voraussieht, nicht eigentlich wünscht, aber als Nebenwirkungen in Kauf nimmt. Zentrale moralische oder rechtliche Rechtfertigungsprobleme betreffen hier einmal Bedingungen der Erlaubnis, bestimmte Dinge lediglich als Mittel zu benützen und bestimmte Folgen als Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen, zum anderen die Festlegung der Grenzen des Verantwortungsbereichs, soweit sie durch Möglichkeiten und Grenzen jeweils verfügbarer Voraussicht von Handlungsfolgen bedingt ist.“
Verantwortung Von Maximilian Forschner 1. Der Sinn von Verantwortung Von Verantwortung sprechen wir in unterschiedlichen Hinsichten und Bedeutungen: (1) Wenn … Mehr
Martin Buber, Israel und die Völker (1933): „Ich sagte: es gibt Israel. Ich sagte auch: Israel ist nicht mit dem Judentum identisch. Das heißt, es gibt im Judentum einen Zerfall, der durch den Abfall von Israel und seinem Amt entsteht. Dieser Zerfall ist nicht bloß für Israel eine schwere Bedrohung, sondern er hat auch seine Bedenklichkeit für die Völkerwelt. Wenn in einem Volk oder Staat jemand etwas sagt oder treibt, wovon man fühlt oder weiß, dass es dem Innersten des eigenen Volks widerspricht oder widerstrebt, dann scheint es mir dem Sinn der Situation zu widersprechen, dass man sagt: den muss man mundtot machen, sondern es scheint mir, dass es dem Sinn der Aufgabe entspricht, dem Mann sein Publikum zu nehmen, d.h. das Volk so zu führen, dass es ihn nicht anhört.“
Israel und die Völker (1933)[1] Von Martin Buber Die Einladung Martin Bubers zur sechsten und zugleich letzten Arbeitswoche des Köngener … Mehr