Helmut Gollwitzer. „Gekrümmt vor dem Herrn – aufrecht im Klassenkampf“ Von Rolf Rendtorff Links zu stehen schien Ehrensache „Ich bin … Mehr
Kategorie: Protestantismus und Religionismus
Wilhelm Freiherr von Pechmann, Evangelisches Christentum in lutherischer Ausprägung (1926): „’Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat.‘ Wozu? Dass ich ein Werkzeug Seines heiligen Willens sei, unbedingt tauglich, unbedingt willig in freiem, freudigem Gehorsam. Unablenkbar wie die Magnetnadel ihren Pol, so sollte unser Wille den Willen Gottes suchen, nichts anderes. Aber wie weit sind wir davon entfernt! Unser Wille vergisst und seiner selbst nicht mächtig. Wohl ist ein Suchen nach Gott in ihm; aber es ist kraftlos. Von einer unentrinnbaren Gewalt an das eigene Ich gebunden, macht er dies Ich an Gottes Stelle zum beherrschenden Mittel- und Zielpunkt seines Begehrens und trägt damit die zersetzenden Keime des Bösen auf tausend Wegen in unser Dichten und Trachten, in unser Fühlen und Denken, in unser Reden und Tun.“
Wilhelm Freiherr von Pechmann (1859-1948) war von 1919 bis 1922 der erste gewählte Präsident der bayerischen Landessynode und stand zudem … Mehr
Hermann Diem, Sokrates in Dänemark. Über Søren Kierkegaard (1956): „Diese Komplizierung der Anweisung zum ethischen Leben durch das allgemeinmenschliche Phänomen der Schuld, die im Glauben an die Vergebung der Sünden zu überwinden ist, wird nun aber noch einmal von der entgegengesetzten Seite her kompliziert. Hat man den Glauben und damit Sicherheit im Handeln gewonnen, dann kann dieses Handeln wiederum in Frage gestellt werden, und zwar jetzt von oben her, von Gott aus. Kierkegaard entwickelt diese Problematik in »Furcht und Zittern« am Beispiel Abrahams, der durch höheren Befehl von der Verwirklichung des Ethisch-Allgemeinen suspendiert wird, und darüber, dass er das tun muss, mit Gott ins Einverständnis zu kommen.“
Sokrates in Dänemark. Über Søren Kierkegaard Von Hermann Diem Am 15. Februar 1843 erschien in Kommission bei dem Universitätsbuchhändler C. … Mehr
Heino Falcke, Kirche im Sozialismus (1993): „Vom Realismus des Glaubens aus ist der Satz: »Man mußte doch mit der Stasi Kontakt haben«, oder gar: »zusammenarbeiten« nicht möglich. Mit diesem Satz, der eine unausweichliche Notwendigkeit bezeichnet, war man bereits dem Wirklichkeitsverständnis erlegen, das der totalitäre Staat suggerieren wollte. Der Geheimdienst, der die Totalität dieser Herrschaft perfektionieren sollte, erzeugte eben zu diesem Zweck das Bewusstsein: Ohne mich könnt ihr nichts tun und erreichen, ihr müßt mit mir zusammenarbeiten! Nur als Grenzfall, im Einsatz für andere, nicht als Normalität oder Beugung unter eine allgemeine Notwendigkeit, waren Arbeitskontakte mit der Stasi verantwortbar.“
Kirche im Sozialismus Von Heino Falcke Meine Ausführungen erheben nicht den Anspruch zeitgeschichtlicher Wissenschaftlichkeit. Sie verstehen sich vielmehr als der … Mehr
Jonathan Z. Smith über Religion: „Religion ist einzig und allein eine Schöpfung des Gelehrten, der sie studiert. Sie wird für die analytischen Zwecke des Gelehrten durch seine imaginative Vergleichs- und Verallgemeinerungshandlungen geschaffen. Die Religion hat keine unabhängige Existenz außerhalb der Akademie.“
Immer noch provokant ist, was der Religionshistoriker Jonathan Z. Smith 1982 – oft zitiert – im Vorwort zu Imagining Religion: … Mehr
Friedrich Naumann, National-sozialer Katechismus. Erklärung der Grundlinien des National-Sozialen Vereins (1897): „1. Warum nennt ihr euch nationalsozial? Weil wir überzeugt sind, dass das Nationale und das Soziale zusammengehören. 2. Was ist das Nationale? Es ist der Trieb des deutschen Volkes, seinen Einfluss auf der Erdkugel auszudehnen. 3. Was ist das Soziale? Es ist der Trieb der arbeitenden Menge, ihren Einfluss innerhalb des Volkes auszudehnen. 4. Wie hängt beides zusammen? Die Ausdehnung des deutschen Einflusses auf der Erdkugel ist unmöglich ohne Nationalsinn der Masse, und die Ausdehnung des Einflusses dieser Masse im Volke ist unmöglich ohne weitere Entwickelung der deutschen Macht auf dem Weltmarkte.“
Wenn einem theologischen Liberalismus das „eschatologische Bureau“ (Ernst Troeltsch) geschlossen ist, kann dieser seine politische Hoffnung nicht auf die Wirklichkeit … Mehr
Günter Brakelmann über Johann Hinrich Wichern: „Wer sich in das umfangreiche Schrifttum dieses Mannes einarbeitet, wird auch heute noch fasziniert sein von dem Menschen und Christen Johann Hinrich Wichern. Als ‚Genie der Liebe‘ wird er in einer geschichtsbewußten Christenheit seinen Platz behalten. Seine theologisch-politischen Positionen, die weite Teile des Protestantismus des 19. Jahrhunderts in einen aussichtslosen undifferenzierten Kampf gegen die neuzeitlichen Emanzipationsbewegungen geführt haben, beschleunigten den Exodus weiter Teile des liberalen Bürgertums und des sozialdemokratischen Proletariats aus der Kirche. Brücken zu ihnen hat er nicht schlagen können. Größe und Grenze eines Menschen liegen wie so häufig nahe beieinander.“
Johann Hinrich Wichern Von Günter Brakelmann Die Zeiten des Vormärz, der Revolutionsjahre, der Reaktionsphase, des Norddeutschen Bundes und der Anfangsphase … Mehr
Hans Joachim Iwand, Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen. Antwort auf W. Hauers „Deutsche Gottschau“ (1935): „Es würde nicht schwer sein, die Übergänge aufzuweisen, die von der christlichen Theologie unseres und des vorigen Jahrhunderts zu Hauer weisen, und mancher ‚christliche Theologe‘ würde wohl erschrecken, wenn er auf diese seine illegitimen Kinder angesprochen würde. Die Erklärung für diese innere Verwandtschaft, die wohl auch Hauer nicht allzu gern zugeben würde, liegt darin, daß die Quellen der „deutschen Gottschau“ in die Geisteswelt des deutschen Idealismus zurückweisen, in dieselbe Welt, aus der die uns überkommene Theologie gelebt hat. Und das ist das Entscheidende und grundsätzlich Positive, daß durch Hauer in der breiten Öffentlichkeit diese immer wieder versuchte Synthese klipp und klar negiert wird, daß dieser Versuch, den christlichen Glauben aus dem Geist des deutschen Idealismus heraus neu zu beleben, damit am Ende seiner Kunst ist. Denn diese Synthese ist der Verrat am christlichen Glauben, nicht weil es ‚deutscher‘ Idealismus ist, sondern weil es deutscher ‚Idealismus‘ ist und der Glaube an Jesus Christus nichts mit der Idee der Gottheit zu tun hat, sondern mit dem Wort des lebendigen Gottes, nicht mit einem Bild, das sich der Mensch von Gott macht, sondern mit dem, der das Ebenbild Gottes ist.“
Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen. Antwort auf W. Hauers „Deutsche Gottschau“ (1935) [1] Von Hans Joachim Iwand I. … Mehr
Hendrikus Berkhof, Nachruf auf Kornelis Heiko Miskotte (1976): „Die Originalität, die Miskotte auch gegenüber Barth nicht verleugnen konnte, lebte er besonders in seiner Predigt aus. Wer seine Predigten mit denen Barths vergleicht, erkennt eine völlig andere Welt. Miskotte verkündete das Evangelium vor dem Hintergrund des modernen Lebensgefühls – mit einer Tiefe und Subtilität, die Barth fremd war (von ihm jedoch hoch geschätzt wurde). Ich glaube, dass Miskotte als Prediger und als Autor mehrerer Predigtbände mehr Einfluss ausgeübt hat als durch all seine anderen Werke. Wahrscheinlich wird er in der niederländischen Kirchengeschichte vor allem als der größte Prediger dieser Epoche in Erinnerung bleiben.“
IN MEMORIAM PROF. DR. KORNELIS HEIKO MISKOTTE23. September 1894 – 31. August 1976 Es scheint, dass der stetig wachsende Strom … Mehr