Kornelis Heiko Miskotte, Menschlichkeit. Besinnung zu 3. Mose 19,34 (Humaniteit, 1935): „Hast du wirklich gehört: ‚Ich bin der HERR, dein Gott‘, dann hast du auch das wahre Gebot der Humanität gehört. Und dann siehst du ringsum die Augen der Fremden sehnsüchtig auf dich gerichtet. Du selbst bist und bleibst ein ‚Fremdling auf Erden‘, darum erkennst du überall deine Brüder im selben Los. Über die Nation, über die Kirche, über unseren lieben Kreis, über unseren persönlichen Lebensstil erhebt sich hoch: das Gebot des erbarmenden Gottes, den Fremden zu lieben.“

Menschlichkeit. Besinnung zu 3. Mose 19,34 (Humaniteit, 1935) Von Kornelis Heiko Miskotte „Der Fremde, der bei euch wohnt, soll euch … Mehr

Walter Eisinger, Predigt über 1.Petrus 2,21b-25: „Ihr kennt das: So ein Schäfer hat ein Auge auf jedes Tier. Und die Tiere scheinen das zu wissen. Sie haben kein großes Interesse an Alleingängen gefährlicher Art. Und wenn sie sich schon einmal verlaufen haben, sieht man, wie wohl sie sich fühlen, wenn die vertraute Umgebung wieder da ist. Wer irrt, soll umkehren, umkehren zum Hirten. Er ist voller Erbarmen. Wir spüren das, wenn ein Kind getauft wird. Er lockt es zu sich, und es ist ganz da, ohne Vorbehalte.“

Predigt über 1.Petrus 2,21b-25 (Miserikordias Domini) Von Walter Eisinger Liebe Gemeinde! Was Christus getan hat, das hat er nicht für … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt über Johannes 20,24- 29 – Thomas, der erste Protestant (1950): „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Selig sind, welche den Spott des imaginären Gottes hin­nehmen, weil sie den Weg des dunklen, des unsichtbaren Glaubens gefun­den haben. Den Weg, den keine Psychologie mehr entdeckt und darum auch zum Glück nicht verraten kann! Den Weg, da der natürliche Mensch sterben muss, damit der geistliche Mensch lebe, den Weg, der nicht mehr als Weg, als Methode, als Erfahrungs- oder Erlebnistheologie faßbar wird. Alles, was Thomas je gefragt oder gesagt hat, ist damit beantwortet. Selig also, wer sich abbauen läßt in seinem Sehen-Wollen, und sich aufbauen läßt in seinem Glauben! Die Erscheinungen des Auferstandenen mußten den Zweifel des Thomas erzeugen!“

Predigt über Johannes 20,24- 29 – Thomas, der erste Protestant Von Hans Joachim Iwand Thomas aber, der Zwölf einer, der … Mehr

Anklageverfügung beim Zentralgericht des Heeres gegen Pfarrer Karl Steinbauer vom 4. September 1944: „Dadurch wird beim Zuhörer der Zweifel geweckt, ob das stolze, gläubige Vertrauen des Deutschen in ‚unseren Hitler‘ berechtigt ist, da auch die Christen unter den Engländern und Russen mit demselben Stolz auf ihre Führer blicken. Zugleich frohlocken alle gemeinsam: ‚Uns ist ein Kind geboren‘, sodass beim Zuhörer Bedenken entstehen, ob der Kampf dieser drei Völker gegeneinander – zumindest der Christen unter ihnen – einen Sinn hat. Dadurch wird die Widerstandskraft des Einzelnen im jetzigen schweren Kampf des deutschen Volkes um seine völkische und politische Existenz geschwächt.“

Abschrift der Anklageverfügung beim Zentralgericht des Heeres gegen Pfarrer Karl Steinbauer vom 4. September 1944 Dass Pfarrer Karl Steinbauer vom … Mehr

Hans Joachim Iwand, Gedanken zum Ostermontag: „Der Unterschied zwischen dieser Todeswelt und der kommenden Welt der Auferstehung zum unvergängli­chen Leben kann nicht aufgelöst, darf nicht als neben­sächlich behandelt werden. Die Spannung zwischen Glauben und Schauen, Hoffen und Sehen, Hören und Empfangen muß bleiben, solange wir hier leben, wir müs­sen vieles an uns vorüberziehen lassen, was sich als das Neue und Verheißene, als etwas von Gott Kommendes und Erlösendes ausgibt.“

Gedanken zum Ostermontag Von Hans Joachim Iwand Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslich­keit und dies Sterbliche anziehen wird … Mehr

Karl Barth, Jesus Christus ist auferstanden (Ostern 1947): „Wenn in einer Versammlung eines unserer Interessenverbände auf einmal jemand aufstehen, das Wort verlangen und in aller Ruhe, aber jedermann sofort verständlich nur das sagen würde: «Jesus Christus ist auferstanden»! Wenn in einer Pfarrer-Konferenz – vielleicht in der Woche nach Ostern, wenn sie alle begreiflicherweise etwas müde und etwas zum Unglauben geneigt sind – jemand durchs offene Fenster von außen dieses Wort hereinriefe! Oder wenn es jetzt eben vor mir selbst so aufstünde, wie es lautet und gemeint ist, so dass ich es zur Kenntnis nehmen und mich von jetzt an daran zu halten hätte, dass es so ist, wie dieses Wort sagt! Wenn …“

Jesus Christus ist auferstanden (Ostern 1947) Von Karl Barth Man schämt sich tief, wenn man sich vor Augen hält, wie … Mehr

Eberhard Jüngel, Ostern – Das Geheimnis des Gekreuzigten. Gedanken zum zentralen Inhalt der christlichen Botschaft (1971): „Es gehört zur Eigenart des Geheimnisses von Tod und Auferstehung Jesu, dass es alle Menschen angeht. Was zwi­schen Gott und Jesus geschah, war keine Privatgeschichte, sondern das ist Gottes öffentliche Geschichte mit der Menschheit, Weltgeschichte. Auf das Leben aller Menschen ist Gott zurückgekommen, als er auf Jesu Tod zurückkam. Das neue Verhältnis von Tod und Leben, das die Selbstiden­tifikation Gottes mit dem toten Jesus begründet hat, ist ein göttliches Angebot an die ganze Welt, deren Sein durch Tod und Auferstehung Jesu unwiderruflich bestimmt wird. Zum Zeichen dieser Bestimmung existiert die christliche Kirche.“

Ostern – Das Geheimnis des Gekreuzigten. Gedanken zum zentralen Inhalt der christlichen Botschaft (1971) Von Eberhard Jüngel I Von einem … Mehr

Von der Illusion eines erfüllten Lebens. Eine Bußpredigt: „Mit der Rede von der Erfüllung soll dem Leben in seiner Zeitlichkeit ein positiv verbleibender Sinn verliehen werden, wobei jedoch der bevorstehende Tod außer Acht gelassen wird. Im Tod ist ein Mensch sich selbst nicht länger sein Lebensgefäß. Ein Toter kann all die Erlebnisse nicht länger fassen und damit für sich behalten.“

Von der Illusion eines erfüllten Lebens. Eine Bußpredigt Von Erfüllung wird allenthalben geredet, seien es persönliche Lebensträume oder Wünsche, die … Mehr

Dietrich Bonhoeffers Auslegung von Lukas 9,57-62 in seinem Buch „Nachfolge“: „Nachfolgen heißt bestimmte Schritte tun. Bereits der erste Schritt, der auf den Ruf hin erfolgt, trennt den Nachfolgenden von seiner bisherigen Existenz. So schafft sich der Ruf in die Nachfolge sofort eine neue Situation. In der alten Situation bleiben und nachfolgen schließt sich aus.“

Auslegung von Lukas 9,57-62 (Nachfolge, 1937) Von Dietrich Bonhoeffer „Und sie gingen in einen anderen Markt. Es begab sich aber, … Mehr