Kornelis Heiko Miskotte, Der Antichrist (De Antichrist, 1934): „Der Antichrist ist ein ‚Anti‘, eine Gegenfigur, aber er ist auch ein Christus, ein Messias, ein Heiland, ein Erlöser. Er ist der Gegenkandidat für denselben Sitz, er gibt ähnliche Versprechen und legt ähnliche Glaubensbekenntnisse vor. Er gründet auch ein Reich, in dem er allein weiß und handelt und ist, sodass es keine höhere Instanz gibt, so wie es auch bei Jesus Christus keine höhere Instanz gibt. Wie Jesus sagte: ‚Ich und der Vater sind eins‘, so sagt der Antichrist: ‚Ich und die Natur sind eins‘, ‚ich und die Notwendigkeit‘.“

Der Antichrist (De Antichrist, 1934) Von Kornelis Heiko Miskotte „Kindlein, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt, … Mehr

Martin Luther, Auslegung zu Römer 12,16–21 (1525): „Feurige Kohlen aufs Haupt sammeln meint nach meinem Verstand, dass der Feind mit Wohltaten überschüttet wird, dass er zuletzt entzündet und erhitzt über sich selbst zornig und uns desto holder wird. Denn Kohlen bedeuten die Wohltaten. Darum bedeuten auch die Kohlen im Räuchergefäß die Wohltaten Gottes, die man im Gebet melden soll, dass das Gebet stark rauche und hinaufdringe.“

Auslegung zu Römer 12,16–21 (1525) Von Martin Luther Haltet euch nicht selbst für klug! Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Fleißigt … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Friedenspredigt zu Römer 12,17-21 (1938): „Das Kreuz ist keines Menschen Privatbesitz, sondern es gehört allen Menschen, es gilt allen Menschen. Gott liebt unsere Feinde – das sagt uns das Kreuz, er leidet um sie, er hat Not und Schmerzen um sie, er hat für sie seinen lieben Sohn gegeben. Darauf kommt alles an, dass wir bei jedem Feind dem wir begegnen, sogleich denken: den liebt Gott, für den hat Gott alles gegeben. Darum haltet euch nicht selbst für klug: das hieß für unsere Stellung zu unseren Feinden zuerst: Den­ke daran, dass du auch Gottes Feind warst und dass dir Erbarmung widerfahren ist ohne Ver­dienst und Würdigkeit. Es hieß zweitens: Denke daran, dass Gott auch für deinen Feind ans Kreuz ging und ihn liebt wie dich.“

Predigt zu Römer 12,17-21 Von Dietrich Bonhoeffer [Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch … Mehr

James Luther Mays, Kommentar zu Micha 7,18–20: Gottes Sieg über die Sünde: „‚Er wird sich unser wieder erbarmen.‘ Erbarmen (rḥm) ist die zärtliche Fürsorge, die von einem Stärkeren der Not dessen zuteilwird, der in irgendeiner Weise mit ihm verbunden ist. Die Anthropomorphie gehört zum Bild JHWHs als Vater und Verwandter seines Volkes. Der Wandel vom Zorn zum Erbarmen und der Sieg über ihre Sünde sind die Offenbarung einer Eigenschaft, die Israel gelernt hat, dass sie zur Natur JHWHs selbst gehört: ‚Er hat Gefallen an Gnade (ḥesed)‘. Ḥesed ist das gnädige Verhalten, das das Beste und Meiste aus einer Beziehung macht, die Tat, die eine Beziehung zu ihrer Erfüllung bringt, selbst wenn der Partner schwach oder fehlbar ist. JHWHs ḥesed ist sein Wirken, um seine Erwählung Israels trotz seiner Gebrechlichkeit zu erfüllen – ein Wirken, von dem die Psalmen wiederholt als seiner Befreiung, Rettung und Vergebung sprechen.“

Kommentar zu Micha 7,18–20: Gottes Sieg über die Sünde Von James Luther Mays 18 Wer ist ein Gott wie du,der … Mehr

Daniel L. Smith-Christopher, Kommentar zu Micha 7,18-20: „Gott wird Verfehlungen mit Füßen treten und Sünden an die entlegensten vorstellbaren Orte werfen, wie zum Beispiel unter das Meer. Ironischerweise kann der Begriff für ‚mit Füßen treten‘ auch für militärische Eroberung verwendet werden, aber im späteren Gebrauch erscheint er häufiger für die ‚Herabwürdigung‘ von Menschen zur Sklaverei. Darüber hinaus wird gesagt, dass Gott die ‚Missetaten‘ des Volkes ‚wirft‘ oder ’schleudert‘. Derselbe Begriff wird bezeichnenderweise dafür verwendet, dass das Volk aus dem Land ‚hinausgeworfen‘ wird, in den Flüchen des Deuteronomiums, aber Jesaja spricht auch davon, dass Gott ‚alle meine Sünden hinter deinen Rücken geworfen hat‘. Der Verweis auf das Werfen der Sünden in die ‚Tiefen‘ scheint sicherlich eine Anspielung auf die Vernichtung der Streitmacht des Pharao beim Auszug zu sein, da dieselbe Bildsprache in der Tradition der Bußgebete wiederholt wird.“

Kommentar zu Micha 7,18-20 Von Daniel L. Smith-Christopher [18] Die rhetorische Frage „Wer ist wie unser Gott?“ ist in der … Mehr

Martin Luther, Predigt über Matthäus 11,25-30 (1546): „Siehe, so sind die Weisen der Welt verworfen, damit wir lernen, nicht uns selbst weise zu dünken und alle hohen Personen aus den Augen zu tun und überhaupt die Augen zuzutun, allein an Christi Wort uns zu halten und zu ihm zu kommen, wie er uns ja auch aufs Freundlichste lockt, und zu sagen: du bist allein mein lieber Herr und Meister, ich bin dein Schüler. Das und viel mehr wäre von diesem Evangelium weiter zu sagen, aber ich bin zu schwach, wir wollen’s hierbei bleiben lassen.“

Predigt über Matthäus 11,25-30 (1546) Von Martin Luther Luthers letzte Predigt, gehalten am 15. Februar 1546 – drei Tage vor … Mehr

Martin Luther, Predigt über Matthäus 11,25–30 (1527): „Christus lehrt von der Sanftmut, dass sie nicht Böses für Böses gibt. Denn Christi Joch hat die Art an sich, dass die Feinde uns das Unsre nehmen; dadurch werden wir zornig, und wird uns übel zu Mute, wir wollen uns rächen, fluchen, schelten und sind ungeduldig darüber. Christus aber spricht: hierher, lerne von mir, nicht zornig noch rachgierig zu sein, wenn es dir übel geht, dir das Deine genommen wird oder du irgendwie beleidigt wirst; sei nicht zornig noch ungeduldig, sei sanftmütig und gutes Muts, tue wie ich; denn ich lass mich schelten und verachten und bleibe gleichwohl fröhlich; tue du desgleichen, weil du mich im Glauben hast; so wirst du Freude und Friede genug und vollauf haben; es schadet nichts, wenn’s auch dem alten Adam nicht nach seinem Willen geht; denn ich muss seine Vernunft dämpfen und seine Klugheit zur Torheit machen; wen ich liebe, den pflege ich wie mein liebes Kind zu stäupen; ich nehme ihm die Kreaturen weg, damit er recht lerne, dass in den Kreaturen kein Bestand ist und man sich drum auch nicht auf sie verlassen soll.“

Predigt über Matthäus 11,25–30 (1527) Von Martin Luther Zu derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und … Mehr

Julius Schniewind, Der Heilandsruf. Kommentar zu Matthäus 11,25–30 (1936): „Jesu Heilandsruf sagte in den drei Sprüchen, die ihn bilden, das gleiche. Jesus ist der Messias, dessen Geheimnis vom Herrscher Himmels und der Erde nur den Geringen offenbart wird. Er ist der eine Sohn, der allein den Vater kennt und offenbart, und den alle Menschen hinausstoßen. Er ist der Messias, der Gottes Gesetz ins Herz schreibt und den ewigen Frieden Gottes bringt; das geschieht aber so, daß er sich selbst zu den Armen, auf Gott Wartenden stellt. Die höchste Würde Jesu und sein Kreuzeswille sind in allen Sprüchen eins.“

Der Heilandsruf. Kommentar zu Matthäus 11,25–30 Von Julius Schniewind 25 Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise … Mehr

William H. Willimon über Apostelgeschichte 4,32–37: „Die Kirche kümmert sich um die Ihren und schafft so in ihrem gemeinsamen Leben eine Art Vignette, ein Paradigma der Welt, wie Gott sie für alle vorgesehen hat. Die Macht, die am Ostermorgen die Fesseln des Todes brach, an Pfingsten die Sprachbarrieren sprengte und einen Lahmen stärkte, löst nun den eisernen Griff des Privateigentums.“

Kommentar zu Apostelgeschichte 4,32–37 – Die Herausforderung des Besitzes Von William H. Willimon Es überrascht uns nicht, wenn Lukas berichtet, … Mehr