Denkschrift – Betrifft: Planmäßige Verlegung der Insassen von Heil- und Pflegeanstalten Von Paul Gerhard Braune Der Lobetaler Anstaltsleiter, Pastor Paul … Mehr
Kategorie: Kirchengeschichte
Friedrich Christoph Oetinger, Predigt auf das Fest der Heiligen Dreieinigkeit zu Johannes 14,23: „Kein Wunder ist demnach, dass die Prinzessin Antonia sich so sehr ergötzt hat an dieser Lehre der Hebräer, dass sie sie auf einer großen Tafel in die Kirche in Bad Teinach gestiftet und ihr Herz nach dem Tod dahin begraben ließ. Diese Tafel enthält kurzgefasst die Vereinigung des Alten und Neuen Testaments in Christus, in welchem alle zehn Abglänze Gottes in ein Zentrum eines Gartens zusammenlaufen und von da aus sich in die Glieder seines Leibes mit großer Verschiedenheit der Gaben verteilen, sodass nach 1. Korinther 12, Vers 8-11 dem einen gegeben ist »die Rede der Weisheit« durch den Geist, dem andern »die Rede der Erkenntnis« nach demselben Geist, einem andern der Glaube, die Standhaftigkeit des Geistes, und wieder andern andere Kräfte in dem Geist. Die selige Prinzessin will kurz so viel sagen: Christus sei das Zentrum der Lehre von der Dreieinigkeit. Jesus ist Christus, das begreife die ganze Dreieinigkeit – nämlich den Salbenden, den Gesalbten und die Salbe selbst.“
Predigt auf das Fest der Heiligen Dreieinigkeit zu Johannes 14,23 Von Friedrich Christoph Oetinger Text: Johannes 14, Vers 23: Wir … Mehr
Jörg-Ulrich Fechner über Paul Gerhardt: „Als Gestalt der deutschen protestantischen Kirchengeschichte ist Paulus Gerhardt nicht auf Grund von systematisch entwickelten Lehren des Glaubens und des Dogmas eingebürgert; vielmehr verdankt er diesen stellvertretenden Rang der ununterbrochenen Rezeption seiner volkstümlich gewordenen Kirchenlieddichtung, einer Rezeption zudem, die sich gelegentlich allerdings mit Erscheinungsformen katholischer Heiligenverehrung berührt. Diese geschichtliche Entfaltung der Rezeption in dokumentarischen Zügen einlässlich nachzuzeichnen, ist eine bis heute noch nicht eingelöste Aufgabe.“
Paulus Gerhardt Prismatische Brechungen seines historischen Bildes oder historische Marginalien zu einer Heiligsprechung im Protestantismus Von Jörg-Ulrich Fechner Gibt es … Mehr
Johann Christoph Blumhardt über die Hoffnung des Heiligen Geistes: „Es hat mir auch in den besten Erbauungsbüchern, die ich las, und immerhin hochschätzte, etwas gefehlt von dem, was ich in der Schrift fand. Namentlich die Wirklichkeit nach den Worten konnte ich bei unseren Christen nur gar wenig finden, wenn auch die Worte an die Schriftworte angelehnt waren. Schon in meiner Kindheit daher hatte ich eine Sehnsucht nach dem geheimnisvollen Etwas, das ich nur in der Schrift fand, und sonst nirgends, und worin ich mir die eigentliche Gotteskraft verborgen dachte. Es war mir das etwas Anderes, als die Lehre oder die Glaubensartikel, die ich nach der Schrift als richtig, der Form und dem Gedanken nach, erkennen musste. Den Heiland haben, in mir fühlen, den Geist haben und in mir zeugen hören, wie das sei, das hätte ich so gerne bei mir gefunden.“
Die Hoffnung des Heiligen Geistes (1877) Von Johann Christoph Blumhardt Frage. „In Ihren Blättern sprechen Sie öfters mit freudiger Gewissheit … Mehr
David Chytraeus, Über die rechte Anleitung zum Lesen der Geschichten (De lectione historiarum recte instituenda, 1565): „So wie Gott dieses ganze überaus schöne Welttheater, den Himmel, die Lichter, die Sterne, die Elemente, die Pflanzen, die Lebewesen und unsere eigenen Seelen und Leiber erschaffen hat, und will, dass wir sie anschauen und die in sie eingeprägten Spuren der göttlichen Güte und Weisheit betrachten, so hat er auch die fortlaufende Reihe der Dinge, die in diesem Welttheater von Gott und den Menschen, seinen Bewohnern, der Beachtung und Erinnerung wert sind, vom Anfang an bis zu unserem Zeitalter getan und geschehen sind, in der Weltgeschichte bewahrt. In dieser können wir wie auf einem gemalten Bild oder wie auf eine hohe Warte gestellt mit unseren Augen deutlich sehen und betrachten, was auch immer im Erdkreis von der ersten Schöpfung an bis jetzt Denkwürdiges geschehen ist.“
Über die rechte Anleitung zum Lesen der Geschichten (De lectione historiarum recte instituenda, 1565) Von David Chytraeus So wie Gott … Mehr
Furseus’ Feuervision nach Beda Venerabilis: „Als sie dem großen Feuer näher kamen, spaltete der Engel die Flamme, wie zuvor. Doch als der Mann Gottes durch das nun offene Tor der Flammen ging, schleuderten unreine Geister einen der Menschen, die in den Feuern gequält wurden, auf ihn, berührten seine Schulter und Wange und verbrannten ihn. Furseus erkannte den Mann – er erinnerte sich, dass er dessen Gewand beim Tod desselben angenommen hatte. Der heilige Engel griff sogleich ein, packte den Verdammten und warf ihn ins Feuer zurück. Da sagte der böse Feind: ‚Weist nicht zurück, wen ihr vorher aufgenommen habt. Denn wie ihr dessen Güter angenommen habt, so müsst ihr auch an seinen Strafen teilhaben.‘ Der Engel aber widersprach: ‚Nicht aus Habgier hat er sie angenommen, sondern um seine Seele zu retten.‘ Da verlosch das Feuer. Der Engel wandte sich zu Furseus und sagte: ‚Was du selbst entzündet hast, hat in dir gebrannt. Hättest du nicht das Geld dieses in seinen Sünden gestorbenen Mannes angenommen, so hättest du auch nicht an seiner Strafe teilgehabt.‘ Dann sprach er vieles über das rechte Verhalten gegenüber jenen, die in letzter Reue sterben, in heilsamer Rede.“
Furseus’ Feuervision nach Beda Venerabilis Die Feuervision des Furseus († um 650) ist ein Schlüsseltext der europäischen Jenseitsvorstellungen. Sie beeinflusste … Mehr
Christian Gerber, Vom Kirchenschlaf (Unerkannte Sünden der Welt, 1690): „Hingegen ist es gewisslich eine sehr schwere Sünde, wenn junge oder sonst frische und gesunde Leute, die Gottes Wort besonders nötig haben und oft im Christentum sehr schlecht unterrichtet sind, dennoch aus schändlicher Faulheit und Gewohnheit während des Gottesdienstes schlafen und schnarchen – vom Anfang bis zum Ende. Dann gehen sie aus der Kirche, ohne irgendeine Besserung ihres Christentums, und geben sich damit zufrieden, dass sie ’nur‘ in der Kirche gewesen sind. Dabei haben sie weder mit andächtigem Gesang ihre Herzen zu Gott erhoben, noch das gepredigte Wort mit Andacht gehört, sondern die Zeit mit süßem Schlaf zugebracht. Das ist wahrlich eine sehr große Sünde: aus dem Hause Gottes, in dem man beten und lernen soll, ein Schlafhaus zu machen.“
Vom Kirchenschlaf (Unerkannte Sünden der Welt, 1690) Von Christian Gerber § 1 Es ist vor aller Welt offenbar, dass auch … Mehr
Friedrich Christoph Oetinger, Über das Leben. Zur Theologie der Elektrizität (1776): „Es gibt also ein doppeltes Leben im Menschen: das empfindende und das verständige. Jenes ist elektrisch; dieses ist weit über die Elektrizität erhaben. Die Grenzen kann man jedoch nicht bestimmen. Das verständige Leben ist in den Wiedergeborenen mit dem Geist Jesu vereinbar. So viel kann man aus elektrischen Proben und aus den Worten Gottes über die Seele schließen.“
Über das Leben (Zoe) Von Friedrich Christoph Oetinger Jakobus sagt, das Leben sei ein Atmis – ein zarter Hauch, ein … Mehr
Hans-Georg Gadamer über Friedrich-Christoph Oetingers Schrift Inquisitio in sensum communem et rationem: „Nun versichert der Theologe, dass bei diesem Beginnen die Bibel wesentlich sei: Die gesunden Worte der Heiligen Schrift helfen uns, unseren Worten Zügel anzulegen. Doch ist es ein unabgeschlossener Kampf, denn bis heute schwächen uns fremde, von den Philosophen oder von den plebeji erfundene Ausdrücke — und daher fehlen uns oft die Worte, um das anzuzeigen, was wir fühlen. Oetinger beruft sich hier auf das Vorbild von Sokrates und vor allem von Melanchthon — sie beide verstehen ihre Dialektik als das beharrliche Verfolgen der göttlichen Spuren — und empfiehlt Bengel, der helfen kann, zu der alten gravitas zurückzufinden — in allem ist es der sensus communis, der, göttlichen Ursprungs, die Menschen das gewahren läßt, was ihnen am meisten verwandt ist. So behält der sensus auch bei allem Denken und bei aller Beurteilung von Gedanken die entscheidende Führung — er ist ein durch die Heilige Schrift erleuchteter Sinn.“
Einleitung in Friedrich-Christoph Oetingers Schrift Inquisitio in sensum communem et rationem (1964) Von Hans-Georg Gadamer Innerhalb der Geschichte des Pietismus … Mehr