Predigtmeditation zu Matthäus 5,20-26 (1955)[1] Von Hans Joachim Iwand Hier haben wir wahrscheinlich das eigentliche Thema der ursprünglichen Bergpredigt.Johannes Weiß … Mehr
Kategorie: Ethik des Evangeliums
Hans Joachim Iwand, Glaubensgerechtigkeit nach Luthers Lehre (1941): „Das ist die Glaubensentscheidung, zu der Luther aufruft. Er hat gefunden, dass das Echtheitszeichen des Glaubens nicht in den Lehren und Dogmen allein liegt, diese können alle noch trügen, sondern die Entscheidung fällt im Ich des Menschen, in der Stellung des Menschen zu seinem eigenen Werk. Die Entscheidung fällt damit, dass zwei Dinge einander ausschließen, radikal, wie Tod und Leben: der Glaube an Christus und das Bemühen, mit guten Werken etwas zu sein vor Gott. Darum hasst Luther das, was er den ‚historischen’“ Glauben nennt, dieses neutrale, leere Wissen um Christus, das den Menschen und sein Leben nicht in die Entscheidung stellt zwischen Gesetzesgerechtigkeit und Glaubensgerechtigkeit, dieses Wissen, das nicht in der Todesstunde des Ich gewonnen und ergriffen ist. Denn der Glaube geht mir entweder so auf, daß ich erkenne: Christus ist das Für-mich-Eintreten Gottes im Gericht, Christus ist Gottes Für-mich! oder ich kenne Christus nur vom Hörensagen.
Hans Joachim Iwand Glaubensgerechtigkeit nach Luthers Lehre [1941] Dritte, unveränderte Auflage[1] Chr. Kaiser Verlag München 1959 D. MARTIN NIEMÖLLERin Dankbarkeit2. … Mehr
Basilius der Große, Predigt zur Zeit der Hungersnot und Dürre (Homilia dicta tempore famis et siccitatis, 368/69): „Wir sehen den Himmel, Brüder, verschlossen, kahl und wolkenlos, der diese heitere Klarheit trüb macht und uns die Reinheit entbehren lässt, die wir zuerst so sehr ersehnten, wenn er, lange von Wolken bedeckt, uns finster und sonnenlos machte. Die Erde aber, völlig ausgetrocknet, ist unerfreulich anzusehen, unfruchtbar und ertragslos für den Ackerbau, in Spalten aufgerissen und den bis in die Tiefe leuchtenden Strahl aufnehmend. Die Quellen aber, reich und immerfließend, haben uns verlassen, und die Ströme großer Flüsse sind versiegt; die kleinsten Kinder durchschreiten sie zu Fuß, und Frauen durchqueren sie mit Lasten; die meisten von uns aber hat auch das Trinkwasser verlassen, und wir sind in Not um unser Leben.“
Predigt zur Zeit der Hungersnot und Dürre (Homilia dicta tempore famis et siccitatis)[1] Von Basilius dem Großen (ca. 330–379) „Der … Mehr
Karl Barth, Die Gemeinde für die Welt (1966): „Zuerst und vor allem ist ja Er, Gott, für die Welt da. Und indem die Gemeinde Jesu Christi zuerst und vor allem für Gott da ist, bleibt ihr gar nichts anderes übrig, als in ihrer Weise und an ihrem Ort ihrerseits für die Welt da zu sein, wie könnte und würde sie sonst für Gott da sein? Das Zentrum, um das sie sich ‚exzentrisch‘ bewegt, ist also nicht einfach die Welt als solche, wohl aber die Welt, für die Gott ist. Weil eben Gott nicht in abstracto, nicht beziehungslos, sondern als Gott für die Welt ist, der er ist! Die Gemeinde Jesu Christi ist die menschliche Kreatur, deren Dasein gerade als ihr Dasein für Gott den Sinn und Zweck hat, um Gottes willen, im Dienst und in der Nachfolge seines Daseins Dasein für die Welt, für die Menschen zu sein.“
Die Gemeinde für die Welt Von Karl Barth Die Gemeinde Jesu Christi ist für die Welt da, will sagen: für … Mehr
Helmut Gollwitzer, Brief an Amtsbruder wegen Ausschluss von ‚Nichtariern‘ von der Buckower Freizeit 1939: „Es dürfte doch ausgeschlossen sein, dass die nicht arischen Glieder der Kirche sozusagen als Opfer dargebracht werden, damit die übrigen Glieder der Kirche in Ruhe Gemeinschaft und Erbauung genießen können. Soll 1. Kor. 12,26 wirklich gelten, so wird niemand sich damit abfinden können, dass es eben polizeiliche Notwendigkeit gewesen sei. Ich möchte wegen des Entschlusses, lieber einige Teilnehmer auszuschließen, als die ganze Freizeit zu opfern, keinen Vorwurf erheben; ich weiß, wie schwer solche Entschlüsse sind, und dass man da einander nichts verschreiben kann. Es scheint mir aber dennoch nicht verständlich, dass dieser Entschluss gefasst wurde. Es hätte auch ein gutes Zeichen sein können, wenn die übrigen Teilnehmer der Freizeit nicht Mitleid, sondern Mitleiden darin gezeigt hätten, dass auch sie auf die Freizeit in der geplanten Form verzichtet hätten.“
Brief an Amtsbruder wegen Ausschluss von ‚Nichtariern‘ von der Buckower Freizeit 1939 Von Helmut Gollwitzer Pastor Gollwitzer, Berlin-Dahlem, den 22. … Mehr
Lothar Kreyssig, Schreiben an Reichsjustizminister Franz Gürtner wider die nationalsozialistische „Euthanasie“-Aktion T4 (2. Fassung): „Die Meinung, Menschenleben beenden zu dürfen, weil die beschränkte Vernunft es nicht oder nicht mehr als sinnvoll begreift, ist daher Anmaßung und Empörung gegen Gott. Auch der Ungläubige sollte aber ehrfürchtig sehen, wie Gott nicht nur solches entsetzlich entstellte und hinfällige Leben entstehen lässt, sondern wie er noch mehr Menschen die unbegreifliche Fähigkeit gegeben hat, solches Leben zu lieben und zu betreuen, wie denn überhaupt Liebe als Gleichnis von der Liebe Gottes des Vaters dann am stärksten ist, wenn sie nicht nach Sinn oder Unwert fragt.“
Schreiben des Vormundschaftsrichters Dr. Lothar Kreyssig wider die nationalsozialistische „Euthanasie“-Aktion T4 an Reichsjustizminister Franz Gürtner (2. Fassung) Brandenburg, den 10. … Mehr
Johannes Hamel, Predigt über Lukas 18,9-14a (1956): „Es wird nicht erzählt, was die frommen Hörer dieser Geschichte im Augenblick gedacht und wie sie im Augenblick gehandelt haben. Um so wichtiger ist die Frage, wie wir Jesu Erzählung aufnehmen und was wir auf sie hin tun? Es wäre schrecklich für uns, wenn wir weiterhin die bösen und gottlosen Menschen als hoffnungslose Fälle ansähen, als von Gott Gerichtete und Verurteilte, so wie jener Fromme unserer Geschichte es tat und wohl tun musste, weil er Jesus nicht begegnet war, der die Gottlosen zur Umkehr ruft. An einer Christenheit, die die dunklen Gestalten um sich herum – und es gibt wahrhaftig sehr, sehr dunkle Gestalten! – für hoffnungslose Fälle ansieht, geht der Gott schweigend vorüber, der das Schreien der zerbrochenen Herzen erhört. Gott kennt seine Leute im Haufen der Zöllner von damals und im Haufen der Atheisten, Gleichgültigen und Unmenschlichen von heute. Jesus Christus tut unter ihnen sein Werk, so überraschend, so unausdenkbar und überwältigend, dass wir uns nur davor fürchten müssen, Ihm bei seinem Retterwerk im Wege zu stehen!“
Predigt über Lukas 18,9-14a (1956) Von Johannes Hamel Liebe Brüder und Schwestern! Jesus erzählt eine Geschichte: Zwei Menschen gehen zum … Mehr
Wer du bist: „Du bist derjenige, für den der dreieinige Gott einen Lebensweg vorgesehen hat, der dich mit Engeln, Heiligen und sonderbaren Menschen vor seinen himmlischen Thron bringt. Senfkornklein ist dein Glaube – wer kann ihn denn sehen? Aber wenn er Jesus Christus gehört, versetzt er Bäume und Berge.“
Wer du bist Du bist nicht das, was du für dich bist;du bist nicht der, der du gerne sein möchtest;du … Mehr
Gerhard von Rad, Erwägungen zum Prediger Salomo (1941): „So ist Kohelet dem unenträtselbaren Geheimnis der Dinge und Geschehnisse deckungslos ausgeliefert. Es fehlt ihm das Wort Gottes, eine direkte Anrede von Gott her; den Weg zu Hiob 42,1—5 ist er nicht geführt worden. Eine merkwürdige Inkonsequenz liegt allerdings darin, dass Kohelet von seiner radikalen Skepsis aus doch nicht den letzten Schritt zum Nihilismus, zum völligen Bankrott des Glaubens getan hat. Darin haben ihn, wie wir sahen, einige Reste des alten Gemeindeglaubens bewahrt; er wird trotz all seines Kampfes gegen die weisheitliche Tradition doch gerade von ihr noch über dem Abgrund gehalten.“
Erwägungen zum Prediger Salomo. Im Anschluß an den Kommentar von Kurt Galling Von Gerhard von Rad Handbuch zum Alten Testament … Mehr