Ich hatte Hunger, ich hatte Durst … Von Ernest Hello Die Gestalt des Fremden war in der Menschheit immer von … Mehr
Kategorie: Ethik des Evangeliums
Johann Baptist Metz, Kirche nach Auschwitz (1991): „Fehlt uns dieser jüdische Geist des Erinnerns nicht mitten in Europa? Ist bei uns nicht längst an die Stelle dieses anamnetischen Geistes eine evolutionistisch getönte Historie getreten, die die Vergangenheit des Vergangenen unterstellt und das Vergangene zum ausschließlichen Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung erhebt? Doch jede Vergegenständlichung ist immer auch eine Art des Vergessens – eines Vergessens, in dem nicht nur der Glaube, sondern schließlich auch der Mensch verschwindet.“
Kirche nach Auschwitz Von Johann Baptist Metz „Opfern bietet man keinen Dialog an“, habe ich einmal im Blick auf den … Mehr
Wie die katholische Erweckungsbewegung in Schwaben Friedrich Engels in Sachen Kommunismus beeinflusst hat: „Da Ignaz Lindl als katholischer Priester mit seiner Haushälterin Elisabeth Völk aus Eismannsberg die Ehe einging, wird er 1823 aus dem Zarenreich verweisen und landet schließlich 1824 in (Wuppertal-)Barmen. Es gilt als wahrscheinlich, dass Lindl als Hauslehrer den jungen Friedrich Engels in dessen Kindheit unterrichtete und ihm dabei eine religiös motivierte Gütergemeinschaft nahegebracht hatte. Lindls Grabmal befindet sich auf dem Unterbarmer Friedhof in der Nähe der Grabanlage der Familie Engels.
Wie die katholische Erweckungsbewegung in Schwaben Friedrich Engels in Sachen Kommunismus beeinflusst hat Das sind solche Geschichte, die man auf … Mehr
Horst Ehmke, Der erste Bürger unseres Staates. Nachruf auf Gustav Heinemann (1976): „Die Freiheit des Bürgers, erst recht die Freiheit eines Christenmenschen von Angst war eines seiner Zentralthemen. Angst macht unfrei, macht blind, ist ausbeutbar, macht Mitläufer für Pseudo-‚Realpolitik‘. Diese Freiheit eines Christenmenschen hat Gustav Heinemann in der deutschen Politik personifiziert, gerade in ihrer Bedeutung für einen wachen, von keinen Tabus, Ideologien und Ängsten vernebelten Bürgersinn. Er war ein fröhlicher Christ, auch wenn er ein sehr spröder Mann sein konnte. Die schönen Künste waren ihm, bei allem Interesse, innerlich fremd, und an der Literatur interessierten ihn die Autoren offensichtlich mehr als deren Bücher. Im Grund war Heinemann davon überzeugt, dass man, wenn man nur das Buch der Bücher oft und gründlich genug studiere, sich die Lektüre der Sekundärliteratur weitgehend sparen könne.“
Der erste Bürger unseres Staates. Nachruf auf Gustav Heinemann Von Horst Ehmke Er war ein Bürger und kein Freund des … Mehr
Wenn der Glaube ausgesiebt wird …: „Hierzu ist es gut, sich selbst und auch anderen eigene Glaubenszweifel einzugestehen. Je mehr der Glaube für unser Leben fassen und tragen soll, desto eher wird er auch angezweifelt. Zweifel zeigen, dass es mir mit dem Glauben ernst ist und ich nicht einfach der Vernunft das letzte Wort geben möchte. Werden Zweifel nicht zur Sprache gebracht, legen sie sich als lautlose Hülle auf die Seele und drohen, den Glauben zu ersticken.“
Wenn der Glaube ausgesiebt wird … Im Garten wird immer mal wieder ausgesiebt. Schüttet man den Erdaushub durch ein feinmaschiges … Mehr
Martin Niemöller, Der Weg ins Freie (1946): „Ich habe einmal eine Predigt vor langen, langen Jahren gehört. Die Predigt war nicht gut. Aber die Einleitung ist mir nie wieder aus dem Gedächtnis gekommen. Da stand der junge Hilfsprediger auf der Kanzel in Münster in Westfalen und sagte zu Anfang: »Mein Talar hat zweiundzwanzig Knöpfe. Ich habe sie eben in der Sakristei noch einmal gezählt. Wenn ich anfange, meinen Talar zuzuknöpfen, und ich knöpfe den zweiten Knopf ins erste Loch und alle anderen ganz gewissenhaft und schön weiter bis zum Knopf zweiundzwanzig, der kriegt dann kein Loch mehr. Dann hilft mir das ganze fleißige Knöpfen nichts. Ich muss alles wieder aufmachen und muss den richtigen Anfang machen.« Das ist unsere Situation heute, dass wir den richtigen Anfang finden, und dieser richtige Anfang liegt da, wo wir uns wieder rufen lassen zu persönlicher Verantwortung, dass der Mensch an unserer Seite wieder das Sprachrohr wird, durch das die Frage Gottes: »Adam, wo bist du?« an uns herangetragen wird. Sage keiner, das mögen die andern tun, sondern hier muss nun jeder sich entscheiden und entschließen.“
Der Weg ins Freie (1946) Von Martin Niemöller Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Thema, über das ich am … Mehr
Kornelis Heiko Miskotte, Der Antichrist (De Antichrist, 1934): „Der Antichrist ist ein ‚Anti‘, eine Gegenfigur, aber er ist auch ein Christus, ein Messias, ein Heiland, ein Erlöser. Er ist der Gegenkandidat für denselben Sitz, er gibt ähnliche Versprechen und legt ähnliche Glaubensbekenntnisse vor. Er gründet auch ein Reich, in dem er allein weiß und handelt und ist, sodass es keine höhere Instanz gibt, so wie es auch bei Jesus Christus keine höhere Instanz gibt. Wie Jesus sagte: ‚Ich und der Vater sind eins‘, so sagt der Antichrist: ‚Ich und die Natur sind eins‘, ‚ich und die Notwendigkeit‘.“
Der Antichrist (De Antichrist, 1934) Von Kornelis Heiko Miskotte „Kindlein, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt, … Mehr
Johannes Evangelista Goßner, Votum über das stille Gebet bei der Eröffnung der Sitzungen des Komitees der Preußischen Haupt-Bibelgesellschaft in Berlin (1834): „Eine Bibelgesellschaft, die nicht mit Gebet, mit lautem feierlichen Bekenntnis ihrer Abhängigkeit von Gott und Gottes Segen anfängt, die sich dessen schämt, die keinen Sinn, kein Herz, keine Freudigkeit dafür hat, ist mir nicht eine ecclesia sancta et devota, sondern eine synagoga profanorum et plebejorum, sine numine et sine lumine (ohne Licht und Leben) – ist mir eine Gesellschaft von Fackelträgern oder Laternenanzündern, die selbst blind sind oder sich die Augen geflissentlich verbinden, dass sie das Licht nicht sehen, das sie anderen vorhalten oder anzünden – ist mir eine Gesellschaft von Ölhändlern, die den Salat ohne Öl essen, Weinhändlern, die Wasser trinken, Fuhrleuten, die den Wagen nicht schmieren usw.“
Votum über das stille Gebet bei der Eröffnung der Sitzungen des Komitees der Preußischen Haupt-Bibelgesellschaft in Berlin (1834) Von Johannes … Mehr
Karl Barths Brief an Martin Niemöller (1946): „Es ist klar wie die liebe Sonne, dass Du ihnen – und nun eben wirklich nicht nur Hans Meiser, sondern auch Hans Asmussen und wohl auch noch manchem anderen ekklesiastischen Hans bis zutiefst in die BK hinein – unheimlich und unbequem bist und dass es irgend eine Ecke in ihrer Seele gibt, in welcher sie wohl wünschten, es stünde zu Dachau oder anderwärts ein wunderschönes Gedächtniskirchlein, zu welchem sie alle Jahre einmal wallfahren und wo sie dann – Heiliger Martin, bitt für uns arme Sünder! – etliche Horen zu Deinen Ehren singen könnten, statt dass Du in Deinem so bedauerlich ramponierten Auto noch immer im Lande herum fährst und taktlose Dinge sagst, die sie dann mitausbaden müssen. Vielleicht, lieber Martin, wären Du und ich auch so geworden, wenn uns der liebe Gott nicht in Gnaden davor bewahrt hätte, anders als »stellvertretend«, wie Du so schön heißest, auf dem kirchenregimentlichen Schachbrett zum Zug zu kommen. Wir wollen darüber nicht in Gram versinken, weil es wirklich mehr zum Humor als zur Tragik der Kirchengeschichte gehört, daß es so laufen muss.“
Karl Barth an Martin Niemöller (1946) Bonn, Schloß-Straße 14/1, Brit.Zone 29. Juni 1946 Lieber Martin Niemöller! Ich danke Dir, daß … Mehr