Zum Thema Todesstrafe Von Ernst Wolf Anläßlich der 108. Sitzung der Großen Strafrechtskommission, die am 17. Oktober 1958 zur Beratung … Mehr
Kategorie: Ethik des Evangeliums
Eberhard Jüngel, Aus Freude an Gott. Warum ich Christ bin (1979): „Ich weiß nicht, was Sinn ist. Die Frage nach dem Sein von Sinn hat mir noch niemand beantworten können. Deshalb misstraue ich dem Verlangen nach Sinn. Wer Sinn will, will mehr als das, was da ist und da sein kann. Doch was ist eine Rose mehr als eine Rose? »Sie blühet, weil sie blühet.« Und die Liebe! Wer, wenn er liebte, würde ernsthaft noch nach dem Sinn von Liebe fragen? Wahrscheinlich stellt sich die Frage nach dem Sinn überhaupt nur dort, wo etwas fehlt. Das Verlangen nach Sinn zeigt an, dass das Leben verletzt ist. Und wie! Unverletztes Leben wäre sinnlos glücklich. Sinn hat für mich immer den fatalen Beigeschmack von Vertröstung mit ihren im Grunde trostlosen Anleihen bei einer Zukunft, die der Gegenwart nur eben dies voraus hat, dass sie noch nicht ist und eben deshalb viel verspricht, ohne falsifiziert werden zu können. Noch nicht. Aber dann? Trost ist besser als Sinn und Vertröstung. Trost bleibt der schmerzlichen Gegenwart treu.“
Aus Freude an Gott. Warum ich Christ bin Von Eberhard Jüngel 1. Frage auf FrageWarum ich Christ bin? Weil ich … Mehr
Volker Drehsen über die Wanderung: „Ein zentrales Sinnmotiv der Wanderung bilden Abschied und Verlust, in denen sich vor allem das Ungenügen an der Ausgangssituation als Ursprung allen menschlichen Prozessdenkens und -empfindens ausdrückt: Wanderung wird zum Sinnbild sowohl menschlicher Verdammung als auch menschlicher Befreiung. Als Irrfahrt (Odyssee) betont sie den frevel- und schuldhaften Abfall von einem paradiesisch geordneten Urzustand, den Verlust behüteter Existenz überhaupt, die Leiden der Trauer um das Verlorene.“
Wanderung Von Volker Drehsen Der Begriff Wanderung bezeichnet im weitesten Sinn die individuelle oder kollektive Bewegung im geograph. oder regionalen, … Mehr
Gotthold Müller über Nachfolge: „Nachfolge ist somit nichts anderes als die sich auch im ethischen Bereich auswirkende Tatsache, dass Menschen ‚im Leben und im Sterben‘ im Wirkungsfeld der Heilsgabe des Kreuzes und Ostergeschehens stehen und von dorther ihr Leben ’normieren‘ lassen. Das kann im Einzelfalle ebenso unbekümmerte Freude an der Welt und ihren Gaben einschließen wie auch bewußten (Konsum-)Verzicht, sich in sogenannten ‚weltlichen‘ Berufen ebenso verwirklichen wie in Orden oder Kommunitäten.“
Nachfolge Von Gotthold Müller 1. Nachfolge gehört in den meisten („zumindest“ theistischen) Religionen zu den Leitbegriffen religiöser Sprache und Praxis. … Mehr
Ernst Wolf, Schöpferische Nachfolge (1960): „Vom Evangelium her geschieht das neue Handeln in der Nachfolge auf Grund der im Glauben geschenkten Freiheit der Selbstverleugnung. Diese Freiheit der Selbstverleugnung ist der Ausdruck für die Spannung, in der der Christenmensch sich zur Welt der Selbstbehauptung befindet. Denn solange der Mensch sich selbst und seine Wünsche will, gehört er auch der Welt der Selbstbehauptung an. Durch den Glauben ist er davon befreit. Aus der Verleugnung seiner selbst hat er die neue Freiheit gewonnen: vom Evangelium her im Auftrag Gottes, gleichsam in Verlängerung des Handelns Jesu Christi selbst, aber nie von ihm gelöst, neu mit der Welt als der Schöpfung Gottes umzugehen.“
Schöpferische Nachfolge (1960) Dabo itaque me quendam Christum proximo meo … (Luther)[1] Von Ernst Wolf Heinz-Dietrich Wendland hat im Rahmen … Mehr
Hans-Werner Surkau über das Erbauen in der Bibel: „Durch 1. Korinther 14 ist allem ‚erbaulich Reden‘ im heutigen Sinne des Wortes das Lebensrecht in der Gemeinde Jesu Christi endgültig abgeschnitten. Ein wirklich erbauendes Reden kann also nur darin bestehen, dass Christus und sein Tun bezeugt wird.“
Erbauen in der Bibel Von Hans-Werner Surkau An dem Wort kann die bezeichnende Entwicklung abgelesen werden, die unsere Sprache seit … Mehr
Günter Brakelmann über Johann Hinrich Wichern: „Wer sich in das umfangreiche Schrifttum dieses Mannes einarbeitet, wird auch heute noch fasziniert sein von dem Menschen und Christen Johann Hinrich Wichern. Als ‚Genie der Liebe‘ wird er in einer geschichtsbewußten Christenheit seinen Platz behalten. Seine theologisch-politischen Positionen, die weite Teile des Protestantismus des 19. Jahrhunderts in einen aussichtslosen undifferenzierten Kampf gegen die neuzeitlichen Emanzipationsbewegungen geführt haben, beschleunigten den Exodus weiter Teile des liberalen Bürgertums und des sozialdemokratischen Proletariats aus der Kirche. Brücken zu ihnen hat er nicht schlagen können. Größe und Grenze eines Menschen liegen wie so häufig nahe beieinander.“
Johann Hinrich Wichern Von Günter Brakelmann Die Zeiten des Vormärz, der Revolutionsjahre, der Reaktionsphase, des Norddeutschen Bundes und der Anfangsphase … Mehr
Hans Joachim Iwand, Predigtmeditation zu Matthäus 5,20-26 (1955): „Jesus sieht uns – die Kirchenmänner und Theologen – in unserer Frömmigkeit und Lehrgerechtigkeit, befleckt mit dem Blute dieser an ihrem Gewissen Verletzten. Wer so diesen Text liest, der kann wirklich nur noch erschrecken, denn ‚da ist keiner, der das Rechte täte, auch nicht einer‘ (Röm. 3,12). Wir leben miteinander, aber wir leben nicht wahrhaft miteinander. Der Mensch ist des Menschen größter Feind geworden. Darum reicht aus diesem innersten Bezirk der neuen Gottesgerechtigkeit der Bogen hinein in die aktuelle Problematik. Wer Jesu Worte wirklich vernimmt, kann am ‚kalten‘ Kriege nicht mehr teilnehmen, sondern er muss teilnehmen mit heißem Herzen und allem Tun, das dem Schutz des Lebens, der Freiheit der Bildung und der offenen Türe zum Evangelium von Gottes freier Gnade dienlich ist.“
Predigtmeditation zu Matthäus 5,20-26 (1955)[1] Von Hans Joachim Iwand Hier haben wir wahrscheinlich das eigentliche Thema der ursprünglichen Bergpredigt.Johannes Weiß … Mehr
Hans Joachim Iwand, Glaubensgerechtigkeit nach Luthers Lehre (1941): „Das ist die Glaubensentscheidung, zu der Luther aufruft. Er hat gefunden, dass das Echtheitszeichen des Glaubens nicht in den Lehren und Dogmen allein liegt, diese können alle noch trügen, sondern die Entscheidung fällt im Ich des Menschen, in der Stellung des Menschen zu seinem eigenen Werk. Die Entscheidung fällt damit, dass zwei Dinge einander ausschließen, radikal, wie Tod und Leben: der Glaube an Christus und das Bemühen, mit guten Werken etwas zu sein vor Gott. Darum hasst Luther das, was er den ‚historischen’“ Glauben nennt, dieses neutrale, leere Wissen um Christus, das den Menschen und sein Leben nicht in die Entscheidung stellt zwischen Gesetzesgerechtigkeit und Glaubensgerechtigkeit, dieses Wissen, das nicht in der Todesstunde des Ich gewonnen und ergriffen ist. Denn der Glaube geht mir entweder so auf, daß ich erkenne: Christus ist das Für-mich-Eintreten Gottes im Gericht, Christus ist Gottes Für-mich! oder ich kenne Christus nur vom Hörensagen.
Hans Joachim Iwand Glaubensgerechtigkeit nach Luthers Lehre [1941] Dritte, unveränderte Auflage[1] Chr. Kaiser Verlag München 1959 D. MARTIN NIEMÖLLERin Dankbarkeit2. … Mehr