Über das Antlitz (Ethique et infini, 1981) Emmanuel Lévinas im Gespräch mit Philippe Nemo In Totalité et Infini sprechen Sie … Mehr
Kategorie: Ethik des Evangeliums
Karl Barth, Rückblick. Albert Schädelin zum 70. Geburtstag (1949): „Als der Erste Weltkrieg zu Ende ging, waren viele von uns zur Überzeugung gekommen, daß das Neue, das sich offenbar anmeldete, sehr einfach darin bestehen müsse, dass wir noch einmal «mit dem Anfang anfangen», d.h. aufgeschlossener und sachlicher als zuvor die Bibel selbst in unserem Denken und in unserer Verkündigung maßgeblich zu Worte kommen lassen müßten. Wir lernten aber verstehen, dass alle individuelle und soziale Hoffnung genau so viel Kraft hat, als sie mit dem Glauben an Jesus Christus identisch ist. Wir wurden in diesem Sinn radikaler und eben darum nun doch auch verständnisvoller für mehr als ein Element der kirchlichen Überlieferung, das wir bis dahin – teils aus der Befangenheit unserer früheren theologischen Schule, teils wegen unse-res sozialistischen Eifers – ein wenig unbesehen zum alten Eisen gerechnet und geworfen hatten.“
Rückblick. Albert Schädelin zum 70. Geburtstag Von Karl Barth Lieber Freund! So bist du also im Begriff, das biblische Normalalter … Mehr
Wilfried Joest, Elternrecht in evangelisch-theologischer Sicht (1958): „Während Ehe und Familie als Institution in dem, was ihnen aufgegeben ist, an diese eigentliche Gemeinschaft erinnern, wird der Staat nicht in demselben Sinne eine solche Erinnerung an die persönliche Liebesgemeinschaft sein können. Auf keinen Fall hat er den Auftrag und die Möglichkeit, Herzen zu wandeln und die Menschen zur Erfüllung wahrer, mitmenschlicher Bruderschaft zu erlösen, denn sie kann und darf nicht durch Gesetzgebung geschaffen werden wollen.“
Elternrecht in evangelisch-theologischer Sicht (1958) Von Wilfried Joest Die heutige Diskussion über das Elternrecht bezieht sich auf das Verhältnis des … Mehr
Rudolf Schnackenburg, Ärgernis in der Bibel: „Die Urkirche bleibt sich bewusst, dass man an Jesus als dem Messias Anstoß nehmen kann; treffend verwendet sie dazu das Bild vom ‚Stein des Anstoßes und Felsen des Ärgernisses‘, über dem die Ungläubigen zu Sturz kommen, verbindet damit aber das andere, schon von Jesus gebrachte Bildwort, dass ‚der Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden‘ ist, nämlich für alle, die an ihn glauben. Das heilsgeschichtlich paradoxe Handeln Gottes, an dem die Menschen Ärgernis nehmen können, sieht Paulus im Kreuzesgeschehen gipfeln und entwickelt daraus seine tiefen Gedanken zum ‚Ärgernis des Kreuzes‘. Am ‚Wort vom Kreuz‘ wird alle menschliche Weisheit zuschanden; man kann es nur im Glauben aufnehmen. Diesen Weg der ‚Torheit‘ hat Gott mit Absicht eingeschlagen, da die Welt mit ihrer Weisheit Gott nicht erkannte.“
Ärgernis in der Bibel Von Rudolf Schnackenburg Das biblische Wort, das wir mit Ärgernis übersetzen (mōqesch/skándalon) und das als „Skandal“ … Mehr
Wolfgang Trillhaas über Treue: „Treue wurzelt in der Gesinnung, ja sie ist das Beharren in der Gesinnung überhaupt, die Beharrungskraft der Person. Ihr Wesen wurzelt in der Zeitlichkeit menschlichen Seins insofern, als die Treue das gegenwärtige Verhalten am Gedächtnis vorausgegangener Stellungnahmen und Zusagen orientiert und wiederum in die Zukunft greifend sich selbst vorweg in Zusage und Versprechen bindet. Man versichert sich in der Tiefe einer Beständigkeit, die den inneren Kern unserer sittlichen Entscheidungen gegen Zufalle und Beeinflussungen abschirmt. So kommt durch die Treue die Person selbst zustande, und alle Treue ist im Grunde Treue gegen sich selbst. Wenn auch Treue zunächst als Bindung an einen anderen Menschen erscheint, so ist doch darin die Treue gegen sich selbst der eigentliche Kern und dem äußeren Festhalten von Bindungen übergeordnet.“
Treue Von Wolfgang Trillhaas Treue (fides, fiducia) ist die Tugend der Beständigkeit im sittlichen Verhalten. Sie begründet die Zuverlässigkeit eines … Mehr
Johann Christoph Blumhardt, Vom Beten: „Es gibt Wünsche, bei denen wir ein eigentliches Wunder erbitten wollen, zu dem wir weniger Berechtigung haben, weil der uns gegebene Heilige Geist nicht mehr derselbe ist wie vormals, und namentlich die Wunderkräfte nicht mehr in sich schließt. Sonst gibt es wirklich viel anderes, da wir einfach nur bitten dürfen, nach dem Wort: »Bittet, so wird euch gegeben«, namentlich wenn es das Brot und die Bedingungen des Lebens, so auch die Gesundheit, angeht; wie oft erhört da der Herr! Wenn aber zum Bitten auch noch ein Suchen, oder gar ein Anklopfen kommen sollte, da wird es begreiflicher, wie viel Ernst das auf Seiten des Beters, der ihn selten hat, erfordert. Aber in allem kann auch die Anweisung wichtig und erfolgreich werden, sich an die Fürbitte anderer zu halten, da es ist, als wenn Gott den Beter nicht immer direkt, sondern nur indirekt erhören wollte, ihm zu zeigen, daß derselbe für seine Person auf nichts pochen könne.“
Vom Beten Von Johann Christoph Blumhardt Das Gebet Phil 4,6. In allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen … Mehr
Eberhard Jüngel, Anfechtung und Gewißheit des Glaubens. Auf der Suche nach der Sache der Kirche: „Die Frage nach Anfechtung und Gewissheit des Glaubens wird so zur Frage nach der rechten Verwirklichung christlicher Gemeinschaft. Denn wenn auch das angefochtene Ich sich seine Anfechtungen nicht abnehmen lassen kann, so wird doch die christliche Gemeinde ihrerseits Solidarität mit den angefochtenen Menschen üben müssen. Nicht das Ende der Gemeinschaft der Glaubenden, sondern deren Bewährungszeit ist gekommen, wenn Glaubende von Anfechtung heimgesucht werden.“
Anfechtung und Gewißheit des Glaubens. Auf der Suche nach der Sache der Kirche (1976) Von Eberhard Jüngel Auf die Frage: … Mehr
Christian Dietrich, Predigt zu Galater 5,1 zum Tag der Deutschen Einheit: „Vielleicht gehen wir deshalb heute Abend in das neue Jahr der Deutschen Einheit auch etwas trotzig. Vielleicht tragen wir nicht die Tora durch die Straßen, wie unsere jüdischen Schwestern und Brüder zu Simchat Tora. Sie tun es, ohne zu wissen, wie lange ihnen die Straßen noch offen sind. Ja, wir gehen in das neue Jahr der Deutschen Einheit hoffnungstrotzig – mit einer Haltung, vielleicht so ähnlich wie unsere polnischen Nachbarn: Noch ist Deutschland nicht verloren! Oder in unserer christlichen Perspektive: Noch ist diese Welt nicht verloren. Denn unsere Freiheit hängt nicht daran, dass wir alles unter Kontrolle haben. Sie hängt an Christus.“
Predigt zu Galater 5,1 zum Tag der Deutschen Einheit,gehalten am 2. Oktober 2026 in der Vesper in der Michaeliskirche in … Mehr
Helmut Gollwitzer, Freiwerden von der Vergangenheit. Predigt über Psalm 25,1–11 (1963): „‚Um deines Namens willen, Herr, vergib meine Schuld, die groß ist.‘ Das sind die letzten Worte des Abschnittes aus diesem Psalm. Was ist das für ein Name? Was besagt er? Jede Zeile dieses Gebetes spricht es aus. Das Letzte über und um uns ist einer, der den Namen trägt: Gnade und Treue. Der heißt der, auf den man trauen kann, der auf den rechten Weg führt, der vergeben kann. Wir sind hier als Menschen, die der letzten Wirklichkeit immer wieder ganz andere Namen geben. Das Blinde, das alle unsere Hoffnungen durchkreuzt, das Namenlose, auf das niemand sich verlassen kann. Das Ungnädige, das Untreue, das Dunkle, das uns verschlingt, das Nichts, der Tod. Diese Namen haben ihren Grund in den bösen Erfahrungen, durch die jeder von uns geht. Diese Namen werden jetzt durchgestrichen, und mit ihnen wird durchgestrichen, was ihnen in unserem Herzen entspricht und antwortet: die Angst, das Misstrauen, das gottlose Sorgen für uns selbst und nur für uns selbst in der Meinung, dass sonst niemand für uns sorgt.“
Freiwerden von der Vergangenheit. Predigt über Psalm 25,1–11 (1963) Von Helmut Gollwitzer Wir denken nach über Psalm 25, Vers 1 … Mehr