Kornelis Heiko Miskotte, Menschlichkeit. Besinnung zu 3. Mose 19,34 (Humaniteit, 1935): „Hast du wirklich gehört: ‚Ich bin der HERR, dein Gott‘, dann hast du auch das wahre Gebot der Humanität gehört. Und dann siehst du ringsum die Augen der Fremden sehnsüchtig auf dich gerichtet. Du selbst bist und bleibst ein ‚Fremdling auf Erden‘, darum erkennst du überall deine Brüder im selben Los. Über die Nation, über die Kirche, über unseren lieben Kreis, über unseren persönlichen Lebensstil erhebt sich hoch: das Gebot des erbarmenden Gottes, den Fremden zu lieben.“

Menschlichkeit. Besinnung zu 3. Mose 19,34 (Humaniteit, 1935) Von Kornelis Heiko Miskotte „Der Fremde, der bei euch wohnt, soll euch … Mehr

‚Verschwörungspraktischer‘ Aufruf deutscher Kirchenmänner und Professoren an die evangelischen Christen im Ausland vom September 1914: „Wohl wissen wir, dass Gott durch dies blutige Gericht auch unser Volk zur Buße ruft, und wir freuen uns, dass es seine heilige Stimme hört und sich zu ihm kehrt. Darin aber wissen wir uns mit allen Christen unseres Volkes einig, dass wir die Verantwortung für das furchtbare Verbrechen dieses Krieges und alle seine Folgen für die Entwicklung des Reiches Gottes auf Erden von unserem Volk und seiner Regierung abweisen dürfen und müssen. Aus tiefster Über­zeugung müssen wir sie denen zuschieben, die das Netz der Kriegsverschwö­rung gegen Deutschland seit lange im verborgenen arglistig gesponnen und jetzt über uns geworfen haben, um uns zu ersticken.“

Aufruf deutscher Kirchenmänner und Professoren:An die evangelischen Christen im Ausland 4. September 1914 In dem unvergleichlichen weltgeschichtlichen Zeitabschnitt, in dem … Mehr

Martin Luther über den Glauben in seinem großen Galaterkommentar zu 2,16: „Darum ist der Glaube nicht so eine otiosa qualitas, das ist, so gar ein unnützes, faules, totes Ding, das im Herzen auch eines Todsünders verborgen liege, gleichwie eine leichte, unnütze Spreu, oder wie eine tote Fliege Winterszeit in einer Ritze stecket, bis so lange, dass die Liebe dazukomme und ihn aufwecke und lebendig mache.“

Über den Glauben. Zu Galater 2,16 Von Martin Luther Wir aber setzen anstatt solcher Liebe, davon sie reden, den Glauben: … Mehr

Walter Höchstädter, Der Lemppsche Kreis: „Etliche Tage nach der Zusammen­kunft mit Hermann Diem begaben sich Professor Hengstenberg und mein Va­ter in die Arcisstraße zu Landesbischof Meiser. Sie hatten eine zweistün­dige Aussprache mit ihm. Mein Vater sagte, Bischof Meiser habe sie auf­merksam angehört, habe auch die Denkschrift nach Form und Inhalt weit­gehend gebilligt, aber er weigerte sich, sie zu übernehmen und zu veröf­fentlichen; denn er habe die Verantwortung für eine große Landeskirche mit fast 1500 Pfarrern. Wenn er, so sagte er, etwas in dieser Richtung un­ternehme, dann käme sicher eine große Verfolgung über die Kirche, d. h. über die Menschen, die ihm anvertraut seien. Zudem wäre den Juden da­mit auch nicht geholfen, im Gegenteil: die Maßnahmen der Partei gegen sie würden nur noch rigoroser.“

Der Lemppsche Kreis Von Walter Höchstädter Wenn sich im November die makabren Ereignisse des deutschen „Reichs­pogroms“[1] zum 50. Mal jähren, … Mehr

C.S. Lewis über der Tierschmerz und das ewige Leben (The Problem of Pain): „Auf diese Weise scheint es mir möglich, dass bestimmte Tiere eine Unsterblichkeit haben können, nicht in sich selbst, sondern in der Unsterblichkeit ihrer Herren. Und die Schwierigkeit bezüglich der persönlichen Identität bei einer kaum persönlichen Kreatur verschwindet, wenn die Kreatur so in ihrem richtigen Kontext gehalten wird. Wenn Sie fragen, wo bei einem so auferweckten Tier als Glied des ganzen Leibes des Gehöfts seine persönliche Identität wohnt, antworte ich: »Dort, wo seine Identität schon im irdischen Leben immer wohnte – in seiner Beziehung zum Leib und besonders zum Herrn, der das Haupt dieses Leibes ist.« Mit anderen Worten: Der Mensch wird seinen Hund kennen; der Hund wird seinen Herrn kennen und wird, indem er ihn kennt, er selbst sein. Zu verlangen, dass er sich selbst in irgendeiner anderen Weise kennen sollte, heißt wahrscheinlich, etwas zu verlangen, wofür es keine Bedeutung gibt. Tiere sind nicht so, und sie wollen nicht so sein.“

Über der Tierschmerz (The Problem of Pain) Von C.S. Lewis Und was Adam für ein lebendiges Wesen benannte, das sei … Mehr

Warum Pfarrvikar Karl Steinbauer bereits im September 1932 aus der NSDAP ausgetreten war: „‚Sixt D’ dort net des klaa Dämpfla aufsteig’n?‘ (So wie etwa im Winter von einem warmen Misthaufen Dampf aufsteigt), ‚Joo des sich i‘. ‚Noo schau n er etz gnau hie.‘ „Etzertla sich’ i in Hoos’n aa.‘ Damit setzte sich der Schreinermeister Andreas Stoll, weiland aktiv gedient beim königlich bayerischen Leibregiment, wieder gewichtig in Marsch. Da habe ich ihn erstaunt gefragt: ‚Stollers Reser, worum Schießt E’r (ihr) no etz den Hoos’n net?‘ Er blieb wieder steh’n und sagte bedachtsam: ‚Waßt D’ Bu(b), wos a richti’er Jeecher is’, der schießt ka Wild, wenn’s in sei’m Bett licht.‘ – Damit setzte sich der ‚Stollers Reser‘, dieses schwergewichtige, bullenhafte – so empfindsame, feinfühlige – Mannsbild abermals in Marsch. Mich hat das Wort: ‚Weißt Du, Bub, was ein richtiger Jäger ist, der schießt kein Wild, wenn es in seinem Bett liegt‘ unvergeßlich tief in mein Bubenherz getroffen.“

Warum Pfarrvikar Karl Steinbauer bereits im September 1932 aus der NSDAP ausgetreten war Das ist sie, die NSDAP-Mitgliedskarte von Pfarrer … Mehr

George Bell, The Church’s Function in War-Time (November 1939): „The Church stands for the Cross, the gospel of redemption. It cannot, therefore, speak of any earthly war as a ‘crusade,’ for the one thing for which it is impossible to fight with earthly weapons is the Cross. Its supreme concern is not the victory of the national cause. It is a hard thing to say, but it is vital. Its supreme concern is the doing of the Will of God, whoever wins, and the declaring of the Mercy of God to all men and nations. The ministers, especially the leaders of the Church, have a great responsibility for making this plain. It is not only that the Church, if its clergy preach the gospel, offers a counter-balancing force of undoubted authority to the waves of national emotion, and so helps to preserve spiritual integrity. That is important. But what is still more important is the fact that the Church is the trustee of the gospel of redemption; and unless the gospel is preached, the Church is not the Church.“

The Church’s Function in War-Time[1] By George Bell, Bishop of Chichester What is the Church to do and say in … Mehr

Abschiede entlassen Verluste: „Auch wenn sie schmerzlich ausgesprochen werden, machen sie Beteiligte frei, auch in der je eigenen Trauer. Sie entbinden einen, an Entschwundenem vergeblich festhalten zu wollen und ermöglichen damit Neues in den Blick zu nehmen und anzugreifen. Wer für einen Verlust keinen Abschied findet, bleibt als Verlierer zurück. Oder anders gesagt: Ohne Abschied bleibt uns nur der Verlust.“

Abschiede entlassen Verluste Mit Verlusten zurechtzukommen heißt sich zu verabschieden wissen. Ein Abschied ist eine bewusst ausgesprochene Trennung, in die … Mehr

Hans G. Ulrich, Aktuelle Probleme am Anfang des Lebens. Wortmeldung eines evangelischen Theologen (2011): „Ethisches Urteilen ist vom Glauben und der Hoffnung, wie sie im Wort Gottes beschlossen sind, nicht zu trennen, weil das Urteilen ohne die Bindung an den Glauben und die Hoffnung ohne ein gegebenes Woraufhin und so auch ohne bestimmten Inhalt wäre. Urteilen erfolgt in Unterscheidungen, in denen die Wirklichkeit erscheint, die von dem bestimmt ist, was im Glauben und in der Hoffnung von Gott präsent wird. Entsprechend ist auch vom ‚Menschen‘ urteilend in Unterscheidungen zu reden. Evangelische Ethik hat daher nicht direkt von der menschlichen ‚Natur‘ gesprochen, sondern davon, wie innerhalb des Redens von Gottes Wirken vom Menschen und von dem, was zu ihm gehört und was sein Leben trägt, zu reden ist.“

Aktuelle Probleme am Anfang des Lebens. Wortmeldung eines evangelischen Theologen Von Hans G. Ulrich Disposition der Verständigungspraxis Evangelische Christen haben … Mehr