Gustav W. Heinemann über die Pflege der deutschen Sprache (1973): „Berühmt und berüchtigt wegen ihrer Unverständlichkeit ist die Sprache der Soziologen. Den Theologen sollte ins Stammbuch geschrie­ben werden, dass Nächstenliebe auch darin besteht, sich einfach und verständlich auszudrücken. Sich in solche Sprachzucht zu nehmen, ist sicher nicht immer leicht, aber ein Beitrag sowohl zur Demokratie wie auch zur Bewahrung der Schönheit unserer Sprache. Deshalb sollte ein wesentlicher Gesichtspunkt für den Gebrauch jedes Fremdwortes sein, ob es unersetzbar ist, weil es eine wirkliche Lücke ausfüllt. Es wird sich dann herausstellen, dass die Verteidigung von Fremdwörtern oft nur die Verteidigung einer Bequemlichkeit ist, die wir uns nicht erlauben sollten. Verantwortung für die Sprache zu empfinden, ist ein Teil der Verantwortung aller Bürger für unsere Gesellschaft und für unseren Staat.“

Über die Pflege der deutschen Sprache Von Gustav W. Heinemann In seiner Ansprache bei der Einweihung des Deutschen Literatur-Archivs Marbach … Mehr

Walter J. Hollenweger über Emil Brunner 1967: „Die Kirche bildet nach Brunner ihre Pfarrer einseitig, ja falsch aus. Sie macht ihre Botschaft durch fortwährende Entmündigung der Laien unglaubwürdig. Sie treibt mit den kritischen Ergebnissen ihrer Theologie Geheimniskrämerei und hat sich mitschuldig gemacht an den unnötigen Konflikten zwischen Glaube und Vernunft im Leben vieler evangelischer Akademiker.“

Emil Brunner Von Walter J. Hollenweger Emil Brunner, geboren am 23. Dezember 1889 in Winterthur. Zeitweilig Gym­nasiallehrer in England, lehrte … Mehr

J.F. Gerhard Goeters über Günther Dehn: „Nicht ein wirkungsvolles Lebenswerk, vielmehr die bemerkenswerte Klarheit seiner theologischen und kirchlichen Existenz und die erstaunliche Hellsicht gegenüber seiner Zeit, ihren Erbschaften und Bewegungen, haben ihn der kirchlichen Zeitgeschichte bereits zu ei­ner Symbolfigur werden lassen.“

Günther Dehn (1882-1970) Von J.F. Gerhard Goeters Dehn entstammte einer bürgerlichen, nicht sehr kirchlichen Beamtenfamilie. Der nach dem Lebenssinn suchende … Mehr

Karl Barth, Extra nos — pro nobis — in nobis (1962): „Gerade eigenes Leben eines Menschen ist als christliches Leben nur möglich und wirklich in seiner Einheit mit seinem Ursprung in Jesus Christus. Wir reden von seinem Geheimnis, wenn wir sagen, daß es dort, in Ihm, seinen Ursprung hat, daß es von der dort, in Ihm geschehenen göttlichen Wendung herkommt.“

Extra nos — pro nobis — in nobis Von Karl Barth Ein Christ ist ein solcher Mensch, dem es nicht … Mehr

Markus Mattmüller über Leonhard Ragaz: „Was bleibt von Ragaz im Erbgut des reformierten Christentums? Meines Erach­tens vor allem das Zeugnis eines mit Gott gewagten Lebens, das auch vor jähen Wendungen nicht zurückscheute. Ragaz ist ein Beispiel des unverzagten Mutes, sich als Christ im schwierigen Feld des politischen Kampfes zu bewegen und dabei seine Seele nicht zu verlieren.“

Leonhard Ragaz Von Markus Mattmüller Leonhard Ragaz – religiöser Sozialist, Pazifist und Theologe des Reiches Gottes – wurde am 28. … Mehr

Walter Jens, Die christliche Predigt – Manipulation oder Verkündigung? (1976): „Aufstand der Praxis, das heißt: zu zeigen, daß die Predigt, die einmal, als die Kirche der Markt der Nation war, das Ni­veau der deutschen Sprache bestimmte, heute den Versuch wagen muß, in Konkurrenz mit anderen ›Mundhäusern‹, dem Parlament, dem Fernsehen oder dem Rundfunk, jenen für eine überzeugende: also wirkungsintentionale Rede unabdingbaren Rang zurückzugewinnen.“

Die christliche Predigt – Manipulation oder Verkündigung? Von Walter Jens ›Darum wem das Predigtamt aufgelegt wird, dem wird das höchste … Mehr

Heinrich Vogel, Menschwerdung Gottes (EKL): „Das Ereignis der Menschwerdung gründet und west in Gottes Tat, die als solche weder dem histori­schen noch dem spekulativen Denken zugänglich ist. Darum bedarf das Weihnachtswunder der Weih­nachtsbotschaft (die Funktion des Engels!), ohne die es für uns stumm bleibt.“

Menschwerdung Gottes Von Heinrich Vogel Die Menschwerdung Gottes, das Wunder der Weihnacht, ist das nur als die Allmachtstat des ewigen … Mehr