Walter Kreck über Karl Barth: „Tatsache ist, dass er mit seiner Art, Theologie zu treiben, die Frage nach ihrer strengen Sachgebundenheit und zugleich nach ihrer darin begründeten Freiheit im Gebrauch der Denkformen neu und unüberhörbar gestellt hat. Er wusste um das Bruchstückhafte und Vorläufige aller Theologie und hat wohl viele Schüler, aber nicht eigentlich eine methodisch streng festgelegte Schule hinterlassen. Er wollte diese Schüler nicht auf seine Ergebnisse fixieren, wohl aber ihnen bestimmte Denkanstöße und Griffe vermitteln, die allerdings schwerlich losgelöst von den Sachentscheidungen verstanden und nachvollzogen werden können.“

Karl Barth Von Walter Kreck I Karl Barth wurde am 10. Mai 1886 in Basel geboren und wuchs in Bern … Mehr

Karl Barth, Die Gemeinde für die Welt (1966): „Zuerst und vor allem ist ja Er, Gott, für die Welt da. Und indem die Gemeinde Jesu Christi zuerst und vor allem für Gott da ist, bleibt ihr gar nichts anderes übrig, als in ihrer Weise und an ihrem Ort ihrerseits für die Welt da zu sein, wie könnte und würde sie sonst für Gott da sein? Das Zentrum, um das sie sich ‚exzentrisch‘ bewegt, ist also nicht einfach die Welt als solche, wohl aber die Welt, für die Gott ist. Weil eben Gott nicht in abstracto, nicht beziehungslos, sondern als Gott für die Welt ist, der er ist! Die Gemeinde Jesu Christi ist die menschliche Kreatur, deren Dasein gerade als ihr Dasein für Gott den Sinn und Zweck hat, um Gottes willen, im Dienst und in der Nachfolge seines Daseins Dasein für die Welt, für die Menschen zu sein.“

Die Gemeinde für die Welt Von Karl Barth Die Gemeinde Jesu Christi ist für die Welt da, will sagen: für … Mehr

Karl Barth, Die Frage der Eidesleistung in der deutschen Bekenntniskirche (Memorandum, 1938): „Die Vereidigung gehört im Dritten Reich zu einer Reihe von Maßnahmen, die alle das Ziel haben, sich von Seiten der Staatsleitung in möglichst vollständiger Weise jedes Einzelnen so zu versichern, dass auf ihn gerechnet werden kann. Die Eidesleistung steht auf derselben Linie wie die übrigen Maßnahmen der Durchorganisierung und Uniformierung aller Reichsangehörigen. Alle sollen in eine Linie gebracht werden.“

Die Frage der Eidesleistung in der deutschen Bekenntniskirche (1938) Von Prof. Dr. Karl Barth Wenn ich heute etwas sagen soll … Mehr

Karl Barth, Das Problem der Predigt (Le problème de la prédication, 1938): „Die Predigt ist der Versuch – der Kirche zugeordnet –, durch einen dazu berufenen Menschen dem offenbarten Wort Gottes  zu dienen, indem er den Menschen von heute verkündet, was sie von Gott selbst zu hören haben, und ihnen eigenverantwortlich einen biblischen Text auslegt.“

Das Problem der Predigt (Le problème de la prédication, 1938) Von Karl Barth I. DEFINITION 1. Die PREDIGT ist das … Mehr

Karl Barth über die christliche Gemeinde unter staatlichem und gesellschaftlichem Druck (1955): „Man kann sie dem übrigen Leben gegenüber isolieren, ihre natürlichen Verbindungen zu weiteren Kreisen, besonders etwa zur heranwachsenden Jugend, unterbinden, sie auf ihren «Kult» reduzieren und so in den Winkel drängen wollen, um sie dort umso leichter lächerlich, verächtlich, auch wohl verhasst zu machen. Es mag dann auch der Staat, im Hintergrund und wohl auch im Vordergrund gerade der Staat (vielleicht in Gestalt einer allmächtigen Staatspartei!) sein, der da mittut, der da möglicherweise sogar führt und vermöge seiner öffentlichen und geheimen Organe, aber auch seiner indirekt ausgeübten Macht über Personen und Verhältnisse sehr energisch zu führen weiß.“

Die christliche Gemeinde unter staatlichem und gesellschaftlichem Druck (1955) Von Karl Barth Lebendige Gemeinde wird, selbst wenn ihr äußeres Wachsen … Mehr

Eberhard Busch über Karl Barths Fürbitten: „Hier in der Fürbitte wurde alles vor Gott präsent: die Jugend und die Alten, die Fröhlichen und die Weinenden, die Schwermütigen und die Leichtsinnigen, die Frommen und die Gottlosen, die Gefangenen und »die, die sich für frei halten«.Kurz, jede Fürbitte glich der Arche Noahs, in der vieles und Verschiedenes Raum hatte und in der sich Gegensätzlichstes nebeneinander vertrug.“

Er hat’s nötig Als Prediger war Karl Barth auch die sorgfältige Vorbereitung des Schlußgebets im Gottesdienst jedesmal ein wichtiges Anliegen. … Mehr

Hans Urs von Balthasar über die Theologie Karl Barths: „Weil Barth den Blick von der Glaubenszuständlichkeit ganz und gar weg- und dem Glaubensinhalt zuwendet, darum redet er gut; darum ist bei ihm keine pastorale Erbaulichkeit zu befürchten. Die Sache erbaut sich selber. Aber die Sache ist in sich so hinreißend und den ganzen Mann anfordernd, dass wahre Sachlichkeit hier übereinfallen muss mit einer alles durchdringenden und darum gar nicht eigens auszusprechenden Ergriffenheit. Diese Einheit von Leidenschaft und Sachlichkeit ist der Grund der Schönheit der Barthschen Theologie.“

Über die Theologie Karl Barths Von Hans Urs von Balthasar Barths Theologie ist schön. Nicht bloß in dem äußerlichen Sinn, … Mehr

Karl Barths Brief an Martin Niemöller (1946): „Es ist klar wie die liebe Sonne, dass Du ihnen – und nun eben wirklich nicht nur Hans Meiser, sondern auch Hans Asmussen und wohl auch noch manchem anderen ekklesiastischen Hans bis zutiefst in die BK hinein – unheim­lich und unbequem bist und dass es irgend ei­ne Ecke in ihrer Seele gibt, in welcher sie wohl wünschten, es stünde zu Dachau oder anderwärts ein wunderschönes Gedächtnis­kirchlein, zu welchem sie alle Jahre einmal wallfahren und wo sie dann – Heiliger Mar­tin, bitt für uns arme Sünder! – etliche Horen zu Deinen Ehren singen könnten, statt dass Du in Deinem so bedauerlich ramponierten Auto noch immer im Lande herum fährst und taktlose Dinge sagst, die sie dann mit­ausbaden müssen. Vielleicht, lieber Martin, wären Du und ich auch so geworden, wenn uns der liebe Gott nicht in Gnaden davor be­wahrt hätte, anders als »stellvertretend«, wie Du so schön heißest, auf dem kirchenregimentlichen Schachbrett zum Zug zu kom­men. Wir wollen darüber nicht in Gram versinken, weil es wirklich mehr zum Humor als zur Tragik der Kirchengeschichte gehört, daß es so laufen muss.“

Karl Barth an Martin Niemöller (1946) Bonn, Schloß-Straße 14/1, Brit.Zone 29. Juni 1946 Lieber Martin Niemöller! Ich danke Dir, daß … Mehr

Karl Barth, Auslegung zu Römer 12,17–21 (Kurze Erklärung des Römerbriefes, 1941): „In dieser seiner echten Bedürftigkeit vor Gott wird der Christ dann auch ein lebendiges, ein schlechterdings aufrichtiges Friedensangebot an alle Menschen – der Träger des an sie gerichteten göttlichen Friedensangebotes – sein. Wenn sie es aber nicht annehmen? Und sie werden es ja gewiss trotz allem nicht alle annehmen! Nicht alle? Wie viele, wie wenige werden es annehmen? Soll er nun doch als Partei gegen Partei wider sie vorgehen? Gleiches mit Gleichem vergelten? Mindestens damit, dass er sie nun dennoch fallen lässt, dass er endlich und zuletzt, ein Bild des göttlichen Zornes, doch von ihnen weg und seiner Wege geht?“

Auslegung zu Römer 12,17–21 (Kurze Erklärung des Römerbriefes, 1941) Von Karl Barth Aber nun lebt ja der Christ nicht nur … Mehr