Hans Urs von Balthasar, Karl Barth zum 80. Geburtstag (1966): „Was Barth sagen wollte, und was er immer klarer und klassischer gesagt hat, ist, dass Gottes Wort in Jesus Christus der Herr des Menschen und der Welt ist, dass dieses Wort den alten Menschen zu Tode bringt, um mit seiner göttlichen Macht den neuen aus dem Grab erstehen zu lassen, dass des Menschen Heil ausschließlich – jenseits seiner selbst – in diesem heilenden Wort liegt, das der Mensch durch die Gnade des Glaubens ergreifen darf, dass das Wort Gottes, wie die Schrift und ihre Verkündigung es uns vorstellt, machtvoll genug ist, sich für den Menschen selber auszulegen und verständlich zu machen, es also den Maßstab seiner Wahrheit in sich selbst trägt und nicht darauf angewiesen ist, wenn es vom Menschen verstanden werden will, an den Maßstäben des Menschen gemessen zu werden. Indem das Wort Mensch wurde, hat es die Übersetzung des Göttlichen in weltliche Sprache selbst übernommen, es ist diese Übersetzung und als solche das zweischneidige Schwert, das den Menschen richtet und heilt.“

Karl Barth zum 80. Geburtstag Von Hans Urs von Balthasar Es muss für Karl Barth keine reine Freude sein, von … Mehr

Eberhard Jüngel, Theologische Existenz. Erinnerung an Karl Barth (1986): „Dass Gott »selbst nicht fertig, sondern in freiester lebendiger Bewegung« Gott ist, ermutigt den Theologen dazu, statt mit der ihm aufgetragenen und anvertrauten Rede von Gott je fertig werden zu wollen, immer wieder mit dem Anfang anzufangen. »Theologische Arbeit unterscheidet sich von anderer dadurch – sie könnte aber auch für alle geistige Arbeit darin exemplarisch sein – dass, wer sie tun will, nie mit freiem Rücken von schon erledigten Fragen, von schon erarbeiteten Resultaten, von schon gesicherten Ergebnissen herkommen, dass er heute keineswegs auf gestern schon von ihm gelegten Fundamenten weiterbauen, heute keineswegs von den Zinsen eines gestern angesammelten Kapitals leben kann, sondern darauf angewiesen ist, jeden Tag, ja zu jeder Stunde neu mit dem Anfang anzufangen … Fortfahren heißt in der theologischen Wissenschaft immer: noch einmal mit dem Anfang anfangen.«“

Theologische Existenz. Erinnerung an Karl Barth (1986) Von Eberhard Jüngel Nennt Ihr ihn groß? Er war es durch die Grenze. … Mehr

Karl Barths Bericht über seine Deutschlandreise, 19. August bis 4. September 1945 an die Organisation I der amerikanischen Armee in Deutschland: „Man ist empört (Frankfurt und Marburg: hier der evang. Theologiepro­fessor Bultmann) über die Gewohnheit der amerikanischen Soldaten, übrig­gebliebene wertvolle Lebensmittel vor den Augen der Bevölkerung mit Ben­zin zu übergießen und zu verbrennen. In Marburg sei dasselbe mit einem gan­zen Lager eroberter deutscher Militärmäntel geschehen.“

Karl Barth: Bericht über eine Deutschlandreise, 19. August bis 4. September [1945], erstattet an die Organisation I der amerikanischen Armee … Mehr

Walter Kreck über Karl Barth: „Tatsache ist, dass er mit seiner Art, Theologie zu treiben, die Frage nach ihrer strengen Sachgebundenheit und zugleich nach ihrer darin begründeten Freiheit im Gebrauch der Denkformen neu und unüberhörbar gestellt hat. Er wusste um das Bruchstückhafte und Vorläufige aller Theologie und hat wohl viele Schüler, aber nicht eigentlich eine methodisch streng festgelegte Schule hinterlassen. Er wollte diese Schüler nicht auf seine Ergebnisse fixieren, wohl aber ihnen bestimmte Denkanstöße und Griffe vermitteln, die allerdings schwerlich losgelöst von den Sachentscheidungen verstanden und nachvollzogen werden können.“

Karl Barth Von Walter Kreck I Karl Barth wurde am 10. Mai 1886 in Basel geboren und wuchs in Bern … Mehr

Karl Barth, Die Gemeinde für die Welt (1966): „Zuerst und vor allem ist ja Er, Gott, für die Welt da. Und indem die Gemeinde Jesu Christi zuerst und vor allem für Gott da ist, bleibt ihr gar nichts anderes übrig, als in ihrer Weise und an ihrem Ort ihrerseits für die Welt da zu sein, wie könnte und würde sie sonst für Gott da sein? Das Zentrum, um das sie sich ‚exzentrisch‘ bewegt, ist also nicht einfach die Welt als solche, wohl aber die Welt, für die Gott ist. Weil eben Gott nicht in abstracto, nicht beziehungslos, sondern als Gott für die Welt ist, der er ist! Die Gemeinde Jesu Christi ist die menschliche Kreatur, deren Dasein gerade als ihr Dasein für Gott den Sinn und Zweck hat, um Gottes willen, im Dienst und in der Nachfolge seines Daseins Dasein für die Welt, für die Menschen zu sein.“

Die Gemeinde für die Welt Von Karl Barth Die Gemeinde Jesu Christi ist für die Welt da, will sagen: für … Mehr

Karl Barth, Die Frage der Eidesleistung in der deutschen Bekenntniskirche (Memorandum, 1938): „Die Vereidigung gehört im Dritten Reich zu einer Reihe von Maßnahmen, die alle das Ziel haben, sich von Seiten der Staatsleitung in möglichst vollständiger Weise jedes Einzelnen so zu versichern, dass auf ihn gerechnet werden kann. Die Eidesleistung steht auf derselben Linie wie die übrigen Maßnahmen der Durchorganisierung und Uniformierung aller Reichsangehörigen. Alle sollen in eine Linie gebracht werden.“

Die Frage der Eidesleistung in der deutschen Bekenntniskirche (1938) Von Prof. Dr. Karl Barth Wenn ich heute etwas sagen soll … Mehr

Karl Barth, Das Problem der Predigt (Le problème de la prédication, 1938): „Die Predigt ist der Versuch – der Kirche zugeordnet –, durch einen dazu berufenen Menschen dem offenbarten Wort Gottes  zu dienen, indem er den Menschen von heute verkündet, was sie von Gott selbst zu hören haben, und ihnen eigenverantwortlich einen biblischen Text auslegt.“

Das Problem der Predigt (Le problème de la prédication, 1938) Von Karl Barth I. DEFINITION 1. Die PREDIGT ist das … Mehr

Karl Barth über die christliche Gemeinde unter staatlichem und gesellschaftlichem Druck (1955): „Man kann sie dem übrigen Leben gegenüber isolieren, ihre natürlichen Verbindungen zu weiteren Kreisen, besonders etwa zur heranwachsenden Jugend, unterbinden, sie auf ihren «Kult» reduzieren und so in den Winkel drängen wollen, um sie dort umso leichter lächerlich, verächtlich, auch wohl verhasst zu machen. Es mag dann auch der Staat, im Hintergrund und wohl auch im Vordergrund gerade der Staat (vielleicht in Gestalt einer allmächtigen Staatspartei!) sein, der da mittut, der da möglicherweise sogar führt und vermöge seiner öffentlichen und geheimen Organe, aber auch seiner indirekt ausgeübten Macht über Personen und Verhältnisse sehr energisch zu führen weiß.“

Die christliche Gemeinde unter staatlichem und gesellschaftlichem Druck (1955) Von Karl Barth Lebendige Gemeinde wird, selbst wenn ihr äußeres Wachsen … Mehr

Eberhard Busch über Karl Barths Fürbitten: „Hier in der Fürbitte wurde alles vor Gott präsent: die Jugend und die Alten, die Fröhlichen und die Weinenden, die Schwermütigen und die Leichtsinnigen, die Frommen und die Gottlosen, die Gefangenen und »die, die sich für frei halten«.Kurz, jede Fürbitte glich der Arche Noahs, in der vieles und Verschiedenes Raum hatte und in der sich Gegensätzlichstes nebeneinander vertrug.“

Er hat’s nötig Als Prediger war Karl Barth auch die sorgfältige Vorbereitung des Schlußgebets im Gottesdienst jedesmal ein wichtiges Anliegen. … Mehr