Hans Joachim Iwand, Glaubensgerechtigkeit nach Luthers Lehre (1941): „Das ist die Glaubensentscheidung, zu der Luther aufruft. Er hat gefunden, dass das Echtheitszeichen des Glaubens nicht in den Lehren und Dogmen allein liegt, diese können alle noch trügen, sondern die Entscheidung fällt im Ich des Menschen, in der Stellung des Menschen zu seinem eigenen Werk. Die Entscheidung fällt damit, dass zwei Dinge einander ausschließen, radikal, wie Tod und Leben: der Glaube an Christus und das Bemühen, mit guten Werken etwas zu sein vor Gott. Darum hasst Luther das, was er den ‚historischen’“ Glauben nennt, dieses neutrale, leere Wissen um Christus, das den Menschen und sein Leben nicht in die Entscheidung stellt zwischen Gesetzesgerechtigkeit und Glaubensgerechtigkeit, dieses Wissen, das nicht in der Todesstunde des Ich gewonnen und ergriffen ist. Denn der Glaube geht mir entweder so auf, daß ich erkenne: Christus ist das Für-mich-Eintreten Gottes im Gericht, Christus ist Gottes Für-mich! oder ich kenne Christus nur vom Hörensagen.

Hans Joachim Iwand Glaubensgerechtigkeit nach Luthers Lehre [1941] Dritte, unveränderte Auflage[1] Chr. Kaiser Verlag München 1959 D. MARTIN NIEMÖLLERin Dankbarkeit2. … Mehr

Martin Luther, Auslegung zu Römer 12,16–21 (1525): „Feurige Kohlen aufs Haupt sammeln meint nach meinem Verstand, dass der Feind mit Wohltaten überschüttet wird, dass er zuletzt entzündet und erhitzt über sich selbst zornig und uns desto holder wird. Denn Kohlen bedeuten die Wohltaten. Darum bedeuten auch die Kohlen im Räuchergefäß die Wohltaten Gottes, die man im Gebet melden soll, dass das Gebet stark rauche und hinaufdringe.“

Auslegung zu Römer 12,16–21 (1525) Von Martin Luther Haltet euch nicht selbst für klug! Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Fleißigt … Mehr

Vom Niederwerfen zum Anbeten. Wie Luther mit seiner Bibelübersetzung ein Missverständnis zum religiösen Gemeingut machte: „Im Zentrum steht das hebräische Verb hischtachawāh, das die griechische Septuaginta-Bibel mit proskynéō wiedergibt. Gemeint ist eine ehrerbietige Niederwerfung vor einem Höhergestellten als wortlose Ausdrucksgebärde. Luthers ‚Anbeten‘ folgt hingegen der Vulgata, die hier das Verb adorare (wörtlich ‚anreden‘) verwendet. Damit verschiebt sich die Bedeutung: ‚Anbeten‘ beziehungsweise adorare bezeichnet primär eine sprachlich artikulierte Beziehung zu Gott, in der Lob oder Bitte mit Worten zum Ausdruck gebracht werden.“

Vom Niederwerfen zum Anbeten. Wie Luther mit seiner Bibelübersetzung ein Missverständnis zum religiösen Gemeingut machte Das ist wieder ein Beispiel … Mehr

Martin Luther, Predigt über Matthäus 11,25-30 (1546): „Siehe, so sind die Weisen der Welt verworfen, damit wir lernen, nicht uns selbst weise zu dünken und alle hohen Personen aus den Augen zu tun und überhaupt die Augen zuzutun, allein an Christi Wort uns zu halten und zu ihm zu kommen, wie er uns ja auch aufs Freundlichste lockt, und zu sagen: du bist allein mein lieber Herr und Meister, ich bin dein Schüler. Das und viel mehr wäre von diesem Evangelium weiter zu sagen, aber ich bin zu schwach, wir wollen’s hierbei bleiben lassen.“

Predigt über Matthäus 11,25-30 (1546) Von Martin Luther Luthers letzte Predigt, gehalten am 15. Februar 1546 – drei Tage vor … Mehr

Martin Luther, Predigt über Matthäus 11,25–30 (1527): „Christus lehrt von der Sanftmut, dass sie nicht Böses für Böses gibt. Denn Christi Joch hat die Art an sich, dass die Feinde uns das Unsre nehmen; dadurch werden wir zornig, und wird uns übel zu Mute, wir wollen uns rächen, fluchen, schelten und sind ungeduldig darüber. Christus aber spricht: hierher, lerne von mir, nicht zornig noch rachgierig zu sein, wenn es dir übel geht, dir das Deine genommen wird oder du irgendwie beleidigt wirst; sei nicht zornig noch ungeduldig, sei sanftmütig und gutes Muts, tue wie ich; denn ich lass mich schelten und verachten und bleibe gleichwohl fröhlich; tue du desgleichen, weil du mich im Glauben hast; so wirst du Freude und Friede genug und vollauf haben; es schadet nichts, wenn’s auch dem alten Adam nicht nach seinem Willen geht; denn ich muss seine Vernunft dämpfen und seine Klugheit zur Torheit machen; wen ich liebe, den pflege ich wie mein liebes Kind zu stäupen; ich nehme ihm die Kreaturen weg, damit er recht lerne, dass in den Kreaturen kein Bestand ist und man sich drum auch nicht auf sie verlassen soll.“

Predigt über Matthäus 11,25–30 (1527) Von Martin Luther Zu derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und … Mehr

Martin Luther über die zu beherzigende Sanftmut in seiner Auslegung zum 5. Gebot im Großen Katechismus: „Wir sollen also jene in ihrer Feindschaft toben und zürnen lassen; mögen sie tun, was sie können! So lerne ein Mensch, den Zorn zu stillen und ein geduldiges, sanftmütiges Herz in der Brust zu tragen – besonders denen gegenüber, die ihm Ursache zum Zornigwerden geben, d. h. gegenüber den Feinden.“

Über die zu beherzigende Sanftmut (Auslegung zum 5. Gebot im Großen Katechismus, 1529) Von Martin Luther So läuft nun dieses … Mehr

Girolamo Savonarola, Auslegung des Psalms 51 – Miserere (1498) mit Martin Luthers Vorwort: „Gib mir zurück, was du mir um meiner Sünden willen entzogst, gib mir zurück, was ich aus meiner Schuld verlor, gib mir alles zurück um der Verdienste jenes willen, der immer zu deiner Rechten steht und für mich bittet, auf dass ich durch ihn inne werde, du seiest mir wieder gut.“

Auslegung des Psalms 51 – Miserere Von Girolamo Savonarola Savonarola genoß in seinem Kerker, nachdem die peinlichen Verhöre durch den … Mehr

Martin Luther über die Lutherrose in seinem Brief an Lazarus Spengler: „Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rose stehen, um anzuzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt, und ihn kurzum in eine weiße, fröhliche Rose versetzt. Das geschieht nicht so, wie die Welt Friede und Freude gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein. Denn die weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose stehet in einem himmelfarbenen Felde, weil solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang der himmlischen zukünftigen Freude ist, die jetzt wohl schon drinnen einbegriffen und durch Hoffnung erfasst, aber noch nicht offenbar ist.“

Brief an Lazarus Spengler über die Lutherrose (1530) Von Martin Luther Veste Koburg, 8. Juli 1530 Weil Ihr zu wissen … Mehr