Über das Laienapostolat in einem Brief an Joseph Hours Assekrem, den 3. Mai 1912 Mein Herr, Ich erhalte Ihren Brief,…
[Hans Hergot,] Von der neuen Wandlung eines Christlichen Lebens (1526/27) – Sozialutopie im Anschluss an den Bauernkrieg: „Durch diese Verleihung wird der Adel der Geburt und auch der Verstand, wie er jetzt ist, durch weise und fromme Männer aus dem gemeinen Volk ersetzt, die den Verstand regieren werden. Diese Männer wird man aus allen Ständen nehmen, wo man sie finden kann. Durch diese Verleihung werden die Dörfer und Städte von aller Beschwerung befreit. Auch wird es dadurch zu einem Hirten und einer Herde auf diesem Erdboden kommen. Und dieser Hirte wird aufrichtig beten: „’Ich glaube an den Heiligen Geist.’“
Im Frühjahr 1527 ließ der Leipziger Stadtrat zwei Studenten verhaften, weil sie Abschriften einer Flugschrift verkauft hatten. Es wurde ermittelt,…
Hans Joachim Iwand, Predigtmeditation zu Matthäus 15,21–28: „Der tiefsten Tiefe der Anfechtung entspricht die wunderbarste Kraft des Glaubens. Er ‚fängt Jesus in seinen Worten‘. In dem ‚Ja, Herr, aber doch‘ liegt seine große Kraft, er beugt sich unter Gottes Urteil, aber er zerbricht darunter nicht, sondern hält sich an die Hoffnung und das wider allen Augenschein. Das ist die ‚getroste Verzweiflung‘. Das ist die Not, in der uns der ‚Geist vertritt mit unaussprechlichem Seufzen‘. Die Frau demütigt sich bis in den Staub, sie gibt Gott recht – sagt ja, wo alles natürliche Empfinden des Menschen sich empört – aber sie ergreift zugleich damit das Ja unter dem Nein des Herrn: sie bittet um die Brosamen, die vom Tische fallen. ‚Um dieses Wortes willen‘ wird sie erhört. Der Herr redet sie an: ‚O Weib!‘ Nein, sie ist kein Hund, sie darf vor ihm stehen als der Mensch, der durch die Hölle der Anfechtung gegangen ist. Aber mehr noch, er stellt sie heraus als die wahrhaft Glaubende – und mehr noch: was sie nicht aufhörte zu glauben, was sie nicht losgelassen hat, selbst mitten in der Nacht der Verzweiflung, das liegt auf einmal als Geschenk in ihrem Schoß: ‚Dir geschehe, wie du willst‘. Der Dämon, der ihre Tochter bezaubert hat, ist gewichen. Im Glauben hat sie sie neu geschenkt erhalten.“
Predigtmeditation zu Matthäus 15,21–28 (1954) Von Hans Joachim Iwand Es ist bekannt, daß Luther gerade über dieses Evangelium besonders tief…
Johann Peter Hebel über die Juden (1809): „Ich könnte hier noch einiges anreihen, wenn es mein Interesse wäre, die blöden Seiten aufzudecken, womit sich dieses Volk zu seinem Ahnherrn bekennt, der den Bruder um Erstgeburt und Erbteil zu beschleichen und den Schwiegervater in Mesopotamia zum armen Manne auszuschälen weiß und nach seiner Heimkunft die unheilbare Feigheit des schlechten Gewissens auf ewige Zeiten dokumentiert. Achtung für eine anderweitige Heiligkeit dieses Volkes decke darüber den Mantel der Schonung. Lieber will ich sein Sachwalter sein und jetzt eine schöne und beneidenswerte Seite desselben ausheben. Der Jude weicht dem Ackerbau und jedem Beruf, der anhaltend und mühsam beschäftigt, aus und nährt sich, sei es auch kümmerlich, von allerlei Handel, treibt Gaukelei, legt Rattengift oder kultiviert irgendeinen Nebenzweig einer nützlichen Kunst im kleinen, z. B. die Operation der Hühneraugen. Man sagt daher, sie seien Tagediebe, und das ist einseitig und ungerecht. Man sollte sagen: Sie sind Morgenländer.“
Die Juden. Sendschreiben an den Sekretär der Theologischen Gesellschaft zu Lörrach (die wenig bekannt ist), 1809 Von Johann Peter Hebel…
Matthias Viertel über Nächstenliebe: „Jesus selbst ist also nicht Begründer der Nächstenliebe, er greift dieses alttestamentliche Gebot lediglich auf, um es in radikaler Weise von den Nächsten über die Fremden bis zu den Feinden auszuweiten. In seiner Argumentation reiht er dabei das Gebot der Nächstenliebe in den Kontext des Gesetzes, schließt von der Liebe zum Nächsten implizit auf eine Ausgrenzung der Feinde (»Ihr habt gehört: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen«), um dann die Forderung der Nächstenliebe in das Gebot zur Feindesliebe umzuwandeln (»Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde und bittet für die, welche euch verfolgen«). Dadurch, dass Jesus das Gebot der Nächstenliebe unter den Aspekten der Notfallsituation bzw. der Konfliktregelung interpretiert und dabei zu der Forderung der Feindesliebe kommt, wird die Forderung der Nächstenliebe zugleich als ein universaler Anspruch geltend gemacht.“
Nächstenliebe Von Matthias Viertel Das im Alten Testament formulierte Gebot der Nächstenliebe »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«…
Alfons Deissler, Mensch im Alten Testament: „Da der Mensch ein eminent geschichtliches Wesen ist, gewinnt die Geschichte der Menschheit eine bedeutsame anthropologische Tragweite für die Menschen aller Generationen. Die nach Genesis 3 in die Frühmenschheit eingebrochene Sünde wird zu einer Geschichtsmacht, die nach Genesis 4—11 in der Vorzeit die Taten und die Geschichte der Völkerwelt prägt, freilich so, dass Gottes Gericht und Gottes Gnade immer neu einander ablösen. Gott bleibt dabei seinem bundeswilligen Ja zum Menschen treu und beruft schließlich Abraham und damit Israel in ein gnadenhaft gewährtes Bundesverhältnis, über welchem die universale Verheißung steht: ‚In dir sollen alle Sippen des Erdbodens sich als gesegnet erfahren‘ (Genesis 12,3).“
Mensch im Alten Testament Von Alfons Deissler 1. Die Hauptbezeichnungen für den Menschen sind ’adam und ’enosch. Öfter tritt auch…
Tagesgebet zum 17. Sonntag nach Trinitatis, 27. September 2026
HERR,Du unser Gott,was Dein Sohn gewirkt und verheißen hat,braucht Glauben, den wir nicht in uns finden.So stehen wir vor Dir…
Jonathan Z. Smith über Religion: „Religion ist einzig und allein eine Schöpfung des Gelehrten, der sie studiert. Sie wird für die analytischen Zwecke des Gelehrten durch seine imaginative Vergleichs- und Verallgemeinerungshandlungen geschaffen. Die Religion hat keine unabhängige Existenz außerhalb der Akademie.“
Immer noch provokant ist, was der Religionshistoriker Jonathan Z. Smith 1982 – oft zitiert – im Vorwort zu Imagining Religion:…
Hans Küng, Wie heute Gott denken? Aus der theologischen Werkstatt: „»Transpersonalität« des Absoluten besagt jüdisch-christlich-islamischen Zeugnissen zufolge, dass Gott kein Neutrum ist, kein anonymes Es, sondern Geist in schöpferischer Freiheit: das Ineinanderfallen aller Gegensätze, die Uridentität von Gerechtigkeit und Liebe und so ein Gegenüber, das alle zwischenmenschliche Personalität umgreifend begründet. Das meint die Bibel: Ein echtes Gegenüber, das keine transzendente Krücke für den unsicheren Menschen ist, das den Menschen nicht ständig kontrolliert und gängelt, sondern das auf befreiende Weise menschenfreundlich, ja unbedingt verlässlich ist. Gott zugleich Ursprung, Halt und Ziel des Menschen.“
Wie heute Gott denken? Aus der theologischen Werkstatt Von Hans Küng Die Auseinandersetzung mit der Literatur macht dem Theologen erneut…