Hendrikus Berkhof, Nachruf auf Kornelis Heiko Miskotte (1976): „Die Originalität, die Miskotte auch gegenüber Barth nicht verleugnen konnte, lebte er besonders in seiner Predigt aus. Wer seine Predigten mit denen Barths vergleicht, erkennt eine völlig andere Welt. Miskotte verkündete das Evangelium vor dem Hintergrund des modernen Lebensgefühls – mit einer Tiefe und Subtilität, die Barth fremd war (von ihm jedoch hoch geschätzt wurde). Ich glaube, dass Miskotte als Prediger und als Autor mehrerer Predigtbände mehr Einfluss ausgeübt hat als durch all seine anderen Werke. Wahrscheinlich wird er in der niederländischen Kirchengeschichte vor allem als der größte Prediger dieser Epoche in Erinnerung bleiben.“

IN MEMORIAM PROF. DR. KORNELIS HEIKO MISKOTTE23. September 1894 – 31. August 1976 Es scheint, dass der stetig wachsende Strom…

Hans Werner Hoffmann, Alttestamentliche Predigttexte zu weiteren Festen und Gedenktagen philologisch erschlossen: „(1) Hört, ihr Inseln/Gestade, auf mich, und merkt auf, ihr Nationen in der Ferne! JHWH hat mich von Mutterleib an berufen, hat vom Leib/Schoß« meiner Mutter« an meinen Namen genannt/kundgetan. (2) [Und] er hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht, im Schatten sei­ner Hand hat er mich versteckt, und er hat mich zu einem scharfen Pfeil ge­macht, in seinem Köcher hat er mich verborgen. (3) [Und] er hat zu mir gesagt: Mein Knecht bist du, Israel, an dir / durch dich werde/will ich mich verherrlichen. (4) Ich aber dachte: Umsonst habe ich mich bemüht, für nichts und vergeblich habe ich meine Kraft aufgebraucht/vertan. Doch das Urteil über mich ist/liegt bei JHWH und mein Lohn bei meinem Gott.“

Mein Hebräischlehrer Prof. Dr. Hans Werner Hoffmann hat nun mit dem Band „Alttestamentliche Predigttexte zu weiteren Festen und Gedenktagen philologisch…

Dietrich Bonhoeffer über den Stierkampf (Barcelona 1928): „Ich hatte schon vorher mal eine Corrida gesehen und kann eigentlich nicht sagen, dass ich von der Sache so abgeschreckt wäre, wie viele Leute meinen, es ihrer mitteleuropäischen Zivilisation schuldig sein zu müssen. Es ist doch eine große Sache wilde ungehemmte Kraft und blinde Wut gegen disziplinierte Courage, Geistesgegenwart und Geschicklichkeit ankämpfen und unterliegen zu sehen. Das Moment der Grausamkeit spielt doch nur eine geringe Rolle, zumal im vergangenen Stierkampf zum ersten Mal die Pferde Bauchschutz hatten, sodass die entsetzlichen Bilder aus meiner ersten Corrida fehlten.“

Über den Stierkampf (Barcelona 1928) Von Dietrich Bonhoeffer Klaus kam am Karsonnabend früh. Ostersonntag vormittag hatte ich zu predigen, am…

Gebet in großer Dürre um einen fruchtbaren Regen (1732): „Du hast auch jetzt eine Zeitlang den Himmel verschlossen, sodass es nicht regnet. Die Erde ist ausgetrocknet, eine große Dürre ist vorhanden, und es steht im Lande allenthalben kläglich, weil du uns Staub und Asche anstelle von Regen gegeben hast. Darum lechzt die Erde, die Äcker liegen traurig und neigen ihre Häupter. Das Getreide steht auf den Hügeln und schnappt nach der Luft. Das Vieh seufzt, die Rinder sehen kläglich, denn sie haben keine Weide, und die Schafe verschmachten.“

Gebet in großer Dürre um einen fruchtbaren Regen (Gebett in grosser Dürre umb einen fruchtbaren Regen) Du mächtiger und gerechter,…

Peter Brunner, Die Sprache der Liturgie. Eine theologische Überlegung zu ihrer geistlichen Bedeutung (1968): „Auch die Sprache der Liturgie kann nur solche menschheitliche Men­schensprache sein. Alle Worte, die in der Liturgie vorkommen, sind, wie alle Worte, die in der Bibel vorkommen, ursprunghaft Worte dieser einen Menschensprache, die in ihrem Grund und Wesen einen Unterschied zwischen sakral und profan nicht kennt. Jedes Wort der Bibel, auch die­jenigen Wörter, die für uns heute das Letzte und Höchste unseres Glau­bens aussagen, sind von Hause aus weltliche Wörter. … Gewiß sagen Worte wie Gnade, Versöh­nung, Friede in der Schrift, in der Verkündigung der Kirche, darum auch in der Liturgie etwas Neues, was die Welt sich selbst aus sich selbst nie hat sagen können. Aber dieses Neue, Einzigartige kann nur in der einen weltlichen Menschensprache ausgesagt werden.“

Die Sprache der Liturgie. Eine theologische Überlegung zu ihrer geistlichen Bedeutung Von Peter Brunner Sprachprobleme und Verstehensprobleme sind seit dem…

Hans Joachim Iwand, Glaubensgerechtigkeit nach Luthers Lehre (1941): „Das ist die Glaubensentscheidung, zu der Luther aufruft. Er hat gefunden, dass das Echtheitszeichen des Glaubens nicht in den Lehren und Dogmen allein liegt, diese können alle noch trügen, sondern die Entscheidung fällt im Ich des Menschen, in der Stellung des Menschen zu seinem eigenen Werk. Die Entscheidung fällt damit, dass zwei Dinge einander ausschließen, radikal, wie Tod und Leben: der Glaube an Christus und das Bemühen, mit guten Werken etwas zu sein vor Gott. Darum hasst Luther das, was er den ‚historischen’“ Glauben nennt, dieses neutrale, leere Wissen um Christus, das den Menschen und sein Leben nicht in die Entscheidung stellt zwischen Gesetzesgerechtigkeit und Glaubensgerechtigkeit, dieses Wissen, das nicht in der Todesstunde des Ich gewonnen und ergriffen ist. Denn der Glaube geht mir entweder so auf, daß ich erkenne: Christus ist das Für-mich-Eintreten Gottes im Gericht, Christus ist Gottes Für-mich! oder ich kenne Christus nur vom Hörensagen.

Hans Joachim Iwand Glaubensgerechtigkeit nach Luthers Lehre [1941] Dritte, unveränderte Auflage[1] Chr. Kaiser Verlag München 1959 D. MARTIN NIEMÖLLERin Dankbarkeit2.…

Basilius der Große, Predigt zur Zeit der Hungersnot und Dürre (Homilia dicta tempore famis et siccitatis, 368/69): „Wir sehen den Himmel, Brüder, verschlossen, kahl und wolkenlos, der diese heitere Klarheit trüb macht und uns die Reinheit entbehren lässt, die wir zuerst so sehr ersehnten, wenn er, lange von Wolken bedeckt, uns finster und sonnenlos machte. Die Erde aber, völlig ausgetrocknet, ist unerfreulich anzusehen, unfruchtbar und ertragslos für den Ackerbau, in Spalten aufgerissen und den bis in die Tiefe leuchtenden Strahl aufnehmend. Die Quellen aber, reich und immerfließend, haben uns verlassen, und die Ströme großer Flüsse sind versiegt; die kleinsten Kinder durchschreiten sie zu Fuß, und Frauen durchqueren sie mit Lasten; die meisten von uns aber hat auch das Trinkwasser verlassen, und wir sind in Not um unser Leben.“

Predigt zur Zeit der Hungersnot und Dürre (Homilia dicta tempore famis et siccitatis)[1] Von Basilius dem Großen (ca. 330–379) „Der…

Karl Barth, Die Gemeinde für die Welt (1966): „Zuerst und vor allem ist ja Er, Gott, für die Welt da. Und indem die Gemeinde Jesu Christi zuerst und vor allem für Gott da ist, bleibt ihr gar nichts anderes übrig, als in ihrer Weise und an ihrem Ort ihrerseits für die Welt da zu sein, wie könnte und würde sie sonst für Gott da sein? Das Zentrum, um das sie sich ‚exzentrisch‘ bewegt, ist also nicht einfach die Welt als solche, wohl aber die Welt, für die Gott ist. Weil eben Gott nicht in abstracto, nicht beziehungslos, sondern als Gott für die Welt ist, der er ist! Die Gemeinde Jesu Christi ist die menschliche Kreatur, deren Dasein gerade als ihr Dasein für Gott den Sinn und Zweck hat, um Gottes willen, im Dienst und in der Nachfolge seines Daseins Dasein für die Welt, für die Menschen zu sein.“

Die Gemeinde für die Welt Von Karl Barth Die Gemeinde Jesu Christi ist für die Welt da, will sagen: für…