Eberhard Jüngel über das Salz und die Kirche: „Die Christengemeinde ist das Salz der Erde, indem sie durch ihre Existenz der politischen Welt bezeugt, was diese in Wahrheit ist: nämlich mit Gott versöhnt, und was sie in Wirklichkeit sein könnte: nämlich in und mit sich selbst versöhnte Welt, gerade so aber politische Welt. Der christliche Glaube ist in dem doppelten Sinne Salz der Erde, dass er dieser vehement die Treue hält, dass er für ihre Erhaltung sorgt und dass er dabei eben die irdische Eigenart der Erde, die weltliche Eigenart der Welt und also auch die politische Eigenart des politischen Lebens zur Geltung bringt.“

Über das Salz und die Kirche Von Eberhard Jüngel Salz ist nun freilich kein Lebensmittel, das man um seiner selbst…

Erica Küppers, Brief an Karl Barth vom 21. Dezember 1934: „Schon lange, lange wollte ich Dir schreiben und fand doch keine ruhige Minute. Ich danke Dir zuerst von Herzen für das Weihnachtsbuch, mit dem ich inzwischen schon viele Menschen erfreut habe, und dann für den Durchschlag Deines Briefes an den Rektor! Wie bin ich froh, dass Deine Weigerung diese Erklärungen der maßgebenden kirchlichen Stellen zur Folge hatte. Wir alle, die wir den Vorbehalt in den Eid hineingelegt hatten, mussten doch immer etwas beunruhigt sein, ob man das so stillschweigend dürfe. Aber ohne Dein Verhalten wäre es gar nicht zu dieser öffentlichen Klärung gekommen. Wie viele werden Dir dafür dankbar sein! Und vor allen Dingen bin ich froh, dass man Dir doch nun nichts anhaben kann. Durch Gerty und Emmi hörte ich, dass gestern (an meinem Geburtstag!) die Hauptverhandlung sein sollte. Hoffentlich höre ich bald, wie es ausgegangen ist! Wenn ich mir auch nicht vorstellen kann, wie sie Deine Entlassung jetzt motivieren wollten, zittert man doch noch, ehe man den Ausgang ganz sicher weiß. Wir können Dich hier nicht entbehren, Karl!“

Brief an Karl Barth Von Erica Küppers Magdeburg, Sandtorstr. 6, d. 21. XII. 34 Lieber Karl! Schon lange, lange wollte…

Hans G. Ulrich über christliche Ethik und die Aufgaben theologischer Ethik (1986): „Mit der dogmatischen Aussage vom zuvorkommenden Handeln Gottes ist auch der Begriff der Freiheit gedacht worden. Freiheit wird in der reformatorischen Theologie als Freiheit von solchen Werken begriffen, durch die sich der Mensch seiner Lebensgrundlage zu vergewissern sucht und dabei Gott, seinen Nächsten und die ihm zugehörige Welt aus dem Blick verliert. Freiheit ist daher auch an die Erkenntnis der Not des Nächsten gebunden und damit überhaupt an Erkenntnis. Umgekehrt gilt, dass der Mensch zu solchem vernünftigen Erkennen befreit werden muss.“

Christliche Ethik Von Hans G. Ulrich I. Zur Geschichte der christlichen Ethik 1. Zur Forschungslage Die Geschichte der christlichen Kirche…

Der neue US-Senator Adam Hamilton über das Erlösungswerk Christi: „So gesehen ist das Kreuz ein göttliches Drama, eine fleischgewordene Predigt, Gottes Wort an die Menschheit – ein Wort, das die Kraft hat, uns zur Umkehr zu führen, zum Bewusstsein der Kostbarkeit von Gottes Gnade, zur Annahme, dass unsere Sünden wahrhaftig vergeben sind, und zur Erkenntnis der Tiefe von Gottes Liebe. Christus gibt sich hin, um für unsere Sünde zu sühnen, nicht als eine Art juridische Transaktion, sondern als Akt selbstloser Liebe, indem er sich für uns darbringt, damit wir durch seine selbstlose Liebe gerettet werden.“

Das ist die Nachricht der Midterm Elections – ein Methodistenpastor, Adam Hamilton, hat das Rennen in Kansas gemacht und zieht…

Jürgen Moltmann, Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wo sind die Toten?: „Ich glaube, dass Gott das Werk, das er mit einem Menschenleben angefangen hat, auch vollenden wird. Wenn Gott Gott ist, kann ihn auch der gewaltsame Tod nicht daran hindern. Darum glaube ich, dass die Geschichte Gottes mit unserem Leben nach unserem Tod weitergehen wird, bis jene Vollendung erreicht ist, in der eine Seele Ruhe findet.“

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wo sind die Toten? Von Jürgen Moltmann I. Ist mit dem Tod alles…

Klaus Scholder, Die Kirchen im Dritten Reich (1971): „Man wird bei der Frage von Anpassung und Widerstand der Kirchen folgendes bedenken müssen: Beide Kirchen haben — das zeigen vor allem die Reaktionen der Partei — allein durch das Faktum ihrer Existenz und die Fortdauer ihrer Verkündigung im Dritten Reich eine kritische Funktion ausgeübt, deren Gewicht ihnen selber weithin unbekannt geblieben ist. Die Tatsache, dass ihre Gleichschaltung mißlang, stellte den Nationalsozialismus an einem Punkt in Frage, an dem er sonst von keiner Gruppe und keiner Institution mehr angegriffen schien: am Totalitätsanspruch seiner weltanschaulichen Herrschaft. Hier bedeutete jede einfache Sonntagspredigt — und gerade sie — einen Widerspruch, den nicht nur die Partei, sondern auch das Volk durchaus und in wachsendem Maße empfand.“

Die Kirchen im Dritten Reich (1971) Von Klaus Scholder I. Die Vorgeschichte Die unmittelbare Auseinandersetzung der beiden christlichen Kirchen in…

Karl Barth, Self-presentation (1962): „I may have become hard of hearing, but the new song to be sung to the Lord in accordance with these conditions has not yet reached my ears. And so, in all modesty, I must not yet consider myself outdated and superseded. But be that as may: Dominus providebit. It only remains me to wish systematic theology (whatever my contribution may be) that in the near and distant future it may remain or become again the modest but free, critical but cheerful science that it has become dear to me through all peripeties and temptations and that it has been worth the effort.“

Self-presentation (1962) By Karl Barth In the fall of 1964, it will be 60 years since I turned to the…