Dietrich Bonhoeffer über die Bibel in einem Brief vom 8. April 1936 an seinen Schwager Rüdiger Schleicher: „Ich glaube, dass die Bibel allein die Antwort auf alle unsere Fragen ist und dass wir nur anhaltend und etwas demütig zu fragen brauchen, um die Antwort von ihr zu bekommen. Die Bibel kann man nicht einfach lesen wie andere Bücher. Man muss bereit sein, sie wirklich zu fragen. Nur so erschließt sie sich. Nur wenn wir letzte Antwort von ihr erwarten, gibt sie sich uns.“

Über die Bibel Von Dietrich Bonhoeffer Wir haben ja schon manches Mal in Fehde miteinander gelegen, und es ist bis…

Eberhard Jüngel, Ostern – Das Geheimnis des Gekreuzigten. Gedanken zum zentralen Inhalt der christlichen Botschaft (1971): „Es gehört zur Eigenart des Geheimnisses von Tod und Auferstehung Jesu, dass es alle Menschen angeht. Was zwi­schen Gott und Jesus geschah, war keine Privatgeschichte, sondern das ist Gottes öffentliche Geschichte mit der Menschheit, Weltgeschichte. Auf das Leben aller Menschen ist Gott zurückgekommen, als er auf Jesu Tod zurückkam. Das neue Verhältnis von Tod und Leben, das die Selbstiden­tifikation Gottes mit dem toten Jesus begründet hat, ist ein göttliches Angebot an die ganze Welt, deren Sein durch Tod und Auferstehung Jesu unwiderruflich bestimmt wird. Zum Zeichen dieser Bestimmung existiert die christliche Kirche.“

Ostern – Das Geheimnis des Gekreuzigten. Gedanken zum zentralen Inhalt der christlichen Botschaft (1971) Von Eberhard Jüngel I Von einem…

Simon Musaeus, Nützlicher Bericht und heilsamer Rat aus Gottes Wort wider den Melancholischen Teufel (1569): „Niemand glaubt es, außer derjenige, der es selbst erfahren hat – wie schwer es ist, sich gegen die Melancholie zu wehren, besonders wenn man sie bereits tief in sich wurzeln ließ. Wohin wir auch gehen oder stehen, sie schleicht uns nach, klebt an uns wie Pech und mischt sich sogar mitten in unsere Tätigkeiten ein. Kurz gesagt, sie will sich wie eine verkommene Teufelsbraut an uns klammern. Sie zieht uns von den Menschen weg, in die Einsamkeit, sodass wir uns verkriechen, finster dreinblicken, den Kopf in die Hände stützen, die Hände ringen und Tag und Nacht seufzen – als ob Himmel und Erde nichts als lauter Teufel, Fallen und Messer wären, die auf uns zielen, und nirgendwo Trost, Heil oder Rettung zu finden sei.“

Aufschlussreich ist es, wie sich der Theologe Simon Musaeus (1521-1576) als Betroffener mit der Depression/Melancholie in seinem Trakat Nützlicher Bericht/…

Ernst Fuchs, Freiheit im Neuen Testament (1958): „Dann wollen wir genau das, was Gott von Jesus her tut. So geht es dieser Freiheit nur noch um das, was zwischen Gott und dem Menschen heilsam in der Welt geschieht. Jesus wird selbst ihr Vorbild. Denn sie ist ja Freiheit zum Glauben, dass Gott vollendet, was er in Jesus angefangen hat; dass er die Geschichte der Sünde, des Todes und des Gesetzes in der Geschichte des Heils, des Lebens, der Liebe an uns zu Ende bringt. Aus dieser Freiheit zum Glauben erwächst dann von selbst die Freiheit von den Werken zu den Werken.“

Freiheit im Neuen Testament Von Ernst Fuchs 1. Voraussetzungen Im griech. Sprachgebiet ist Freiheit als Heil des Menschen gedacht worden,…

Hans Günther Ulrich, Sinn und Geschmack für Gottes Willen. Zum theologischen Verständnis des Urteilens: „Damit sind wir in der biblischen Ethik. Was so als Weltwirklichkeit erscheint, ist die Welt, in der so Gottes Wille präsent wird, die Welt, die Gott mit sich versöhnt hat. Diese Welt erscheint in diesem Ereignis der Versöhnung Gottes, dem die weitere Wahrnehmung folgt. Es geht um keine moralische Orientierung, die ohne Urteil auskommt. Die Welt nach Gottes Willen in dieser »Weltzeit« zu finden ist die – ästhetische, wahrnehmende und verstehende – Aufgabe des Urteilens. Sie folgt der mit Gottes Wirken gegebenen Geschichte. Sie folgt dieser und keiner anderen »Geschichte« und – ohnehin – ist das was »Geschichte« heißen könnte, kein Ganzes. Das Urteil kann nur Fragmente fassen.“

Sinn und Geschmack für Gottes Willen. Zum theologischen Verständnis des Urteilens Von Hans Günther Ulrich Das Thema, so gefasst, hat…