Religiöse Energetik nach der Reformation Das ist für mich eine große Frage: Was geschah eigentlich mit der religiösen Energetik der…
Hans Georg Gadamer, Die Vielfalt der Sprachen und das Verstehen der Welt (1990): „Angesichts der alles gleichmachenden Informatik, mit der sich künftig wahrscheinlich in noch ganz anderem Maße Verfügbarkeiten in unserem gesellschaftlichen Leben breitmachen werden, muss um so mehr die Sprache in ihren eigensten Möglichkeiten gepflegt werden. Dazu gehört, das treffende Wort zu finden, und auch, das vielsagende Schweigen zu lernen. Das Ganze heißt im Gespräch sein. Das wahre Gegenteil ist die Routine des Streitgesprächs, wenn man auf irgendeine These einzig mit der Frage reagiert: »Ist da aber nicht ein logischer Widerspruch?« In Debattiernationen, zu denen wir Deutschen nicht gerade durch Talent berufen sind, ist das oft eine bloße Technik. Wir müssen das Gespräch in seiner inneren Wahrheitsmöglichkeit dagegen verteidigen, vor allem natürlich gegen die Unterwerfung unter die Regeln einer bloßen Scheinlogik, die man als Sophistik kennt.“
Die Vielfalt der Sprachen und das Verstehen der Welt (1990) Von Hans Georg Gadamer Es ist ein Thema von höchster…
Christine Lavant, Herr rüste mich mit aller Demut aus: „Nur einmal noch lass mich ganz innewerden / dass du der Herr bist und der Quell des Lebens / dass alle Brunnen die wir trinken müssen / bei dir beginnen und zu dir vergehen.“
Herr rüste mich mit aller Demut aus Herr rüste mich mit aller Demut ausbevor der Engel der Verkündigungmir den Befehl…
Johann Christoph Blumhardt, Vom Beten: „Es gibt Wünsche, bei denen wir ein eigentliches Wunder erbitten wollen, zu dem wir weniger Berechtigung haben, weil der uns gegebene Heilige Geist nicht mehr derselbe ist wie vormals, und namentlich die Wunderkräfte nicht mehr in sich schließt. Sonst gibt es wirklich viel anderes, da wir einfach nur bitten dürfen, nach dem Wort: »Bittet, so wird euch gegeben«, namentlich wenn es das Brot und die Bedingungen des Lebens, so auch die Gesundheit, angeht; wie oft erhört da der Herr! Wenn aber zum Bitten auch noch ein Suchen, oder gar ein Anklopfen kommen sollte, da wird es begreiflicher, wie viel Ernst das auf Seiten des Beters, der ihn selten hat, erfordert. Aber in allem kann auch die Anweisung wichtig und erfolgreich werden, sich an die Fürbitte anderer zu halten, da es ist, als wenn Gott den Beter nicht immer direkt, sondern nur indirekt erhören wollte, ihm zu zeigen, daß derselbe für seine Person auf nichts pochen könne.“
Vom Beten Von Johann Christoph Blumhardt Das Gebet Phil 4,6. In allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen…
Tagesgebet zum 19. Sonntag nach Trinitatis, 11. Oktober 2026
HERR Gott,himmlischer Vater,in Deiner Hand liegt unser Heil.In unseren Händen findet sich Vergeblichkeit.Nimm uns in Deine Barmherzigkeit hinein,wie in den…
Eberhard Jüngel, Anfechtung und Gewißheit des Glaubens. Auf der Suche nach der Sache der Kirche: „Die Frage nach Anfechtung und Gewissheit des Glaubens wird so zur Frage nach der rechten Verwirklichung christlicher Gemeinschaft. Denn wenn auch das angefochtene Ich sich seine Anfechtungen nicht abnehmen lassen kann, so wird doch die christliche Gemeinde ihrerseits Solidarität mit den angefochtenen Menschen üben müssen. Nicht das Ende der Gemeinschaft der Glaubenden, sondern deren Bewährungszeit ist gekommen, wenn Glaubende von Anfechtung heimgesucht werden.“
Anfechtung und Gewißheit des Glaubens. Auf der Suche nach der Sache der Kirche (1976) Von Eberhard Jüngel Auf die Frage:…
Christian Dietrich, Predigt zu Galater 5,1 zum Tag der Deutschen Einheit: „Vielleicht gehen wir deshalb heute Abend in das neue Jahr der Deutschen Einheit auch etwas trotzig. Vielleicht tragen wir nicht die Tora durch die Straßen, wie unsere jüdischen Schwestern und Brüder zu Simchat Tora. Sie tun es, ohne zu wissen, wie lange ihnen die Straßen noch offen sind. Ja, wir gehen in das neue Jahr der Deutschen Einheit hoffnungstrotzig – mit einer Haltung, vielleicht so ähnlich wie unsere polnischen Nachbarn: Noch ist Deutschland nicht verloren! Oder in unserer christlichen Perspektive: Noch ist diese Welt nicht verloren. Denn unsere Freiheit hängt nicht daran, dass wir alles unter Kontrolle haben. Sie hängt an Christus.“
Predigt zu Galater 5,1 zum Tag der Deutschen Einheit,gehalten am 2. Oktober 2026 in der Vesper in der Michaeliskirche in…
Paul Ricœur über den Skandal des Bösen (Le scandale du mal): „Gott umsonst lieben, das heißt, vollständig aus dem Kreislauf der Vergeltung heraustreten, dessen die Wehklage noch gefangen bleibt, solange ich mich über die Ungerechtigkeit meines Schicksals beklage. Vielleicht ist das die letzte Antwort auf das ‚Problem‘ des Übels: den Punkt der Entsagung gegenüber dem Verlangen erreichen, gegenüber dem Verlangen selbst, dessen Wunde die Klage erzeugt; Entsagung gegenüber dem Verlangen, für seine Tugenden belohnt zu werden; Entsagung gegenüber dem Verlangen, vom Leiden verschont zu bleiben; Entsagung gegenüber der infantilen Komponente des Unsterblichkeitsverlangens, die den eigenen Tod als einen Aspekt jenes Anteils des Negativen akzeptieren würde.“
Der Skandal des Bösen (Le scandale du mal) Von Paul Ricœur Ich möchte sagen, wie dankbar und bewegt ich mich…
Helmut Gollwitzer, Freiwerden von der Vergangenheit. Predigt über Psalm 25,1–11 (1963): „‚Um deines Namens willen, Herr, vergib meine Schuld, die groß ist.‘ Das sind die letzten Worte des Abschnittes aus diesem Psalm. Was ist das für ein Name? Was besagt er? Jede Zeile dieses Gebetes spricht es aus. Das Letzte über und um uns ist einer, der den Namen trägt: Gnade und Treue. Der heißt der, auf den man trauen kann, der auf den rechten Weg führt, der vergeben kann. Wir sind hier als Menschen, die der letzten Wirklichkeit immer wieder ganz andere Namen geben. Das Blinde, das alle unsere Hoffnungen durchkreuzt, das Namenlose, auf das niemand sich verlassen kann. Das Ungnädige, das Untreue, das Dunkle, das uns verschlingt, das Nichts, der Tod. Diese Namen haben ihren Grund in den bösen Erfahrungen, durch die jeder von uns geht. Diese Namen werden jetzt durchgestrichen, und mit ihnen wird durchgestrichen, was ihnen in unserem Herzen entspricht und antwortet: die Angst, das Misstrauen, das gottlose Sorgen für uns selbst und nur für uns selbst in der Meinung, dass sonst niemand für uns sorgt.“
Freiwerden von der Vergangenheit. Predigt über Psalm 25,1–11 (1963) Von Helmut Gollwitzer Wir denken nach über Psalm 25, Vers 1…