Günther Dehns Predigt über Psalm 42,1-6 von 1952: „Der Mensch schreit nach ganz anderen Dingen. Er schreit nach Macht, nach Glanz und Glück, nach der Fülle und dem Reich­tum des irdischen Lebens. Er schreit seine Not heraus, wenn er sich um diese Güter betrogen sieht. Er schreit als Flüchtling, als Ob­dachloser, als Gefangener, als hoffnungslos Erkrankter, als treulos Verlassener. Vielleicht wird auch der Name Gottes dabei genannt, aber dann nur im Ton der Anklage.“

Predigt über Psalm 42,1-6 Von Günther Dehn „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu…

Eduard Thurneysens Predigt über Matthäus 8,5-13 von 1935: „»Viele werden kommen von Osten und von Westen«, gerade von dort her, wo man es nicht denken würde, aus Quartieren und Häusern, wo vielleicht heute noch kein Mensch zur Kirche geht, aus Straßen und Städten, wo man bis jetzt immer nur gedacht hat, da wohnt die Gottlosigkeit, da wird nicht gebetet, sondern geflucht. Viele, viele werden kommen von dort! Das ist die Verheißung, und wir müssen also, nein wir dürfen Geduld haben mit der Welt, die nicht glaubt.“

Predigt über Matthäus 8,5-13 Von Eduard Thurneysen »Da aber Jesus einging zu Kapernaum trat ein Hauptmann zu ihm, der bat…

Andrew Carnegies „Evangelium des Reichtums (The Gospel of Wealth)“ von 1889: „Die Reichen sollten für eine unschätzbare Gnade dankbar sein, die ihnen zuteil wurde. Sie sind nämlich in der Lage, ihr Leben lang Geld in Projekte zu investieren, die ihren Mitmenschen zugute kommen, was wiederum ihrem eigenen Leben zur Ehre gereicht. Orientieren wir uns an Christi Leben und Lehre, dann muss unsere Sorge vor allem dem Wohl unserer Mitmenschen gelten, was wir auch entsprechend den Gegebenheiten unserer Zeit in die Tat umsetzen sollten.“

Das Evangelium des Reichtums (The Gospel of Wealth) Von Andrew Carnegie Der Aufsatz The Gospel of Wealth, 1889 von dem…

Walter Jens, Martin Luther. Prediger, Poet und Publizist (1983): „In der Welt der Bibel, deren Wüste er mit der Heide zwischen Wittenberg und Leipzig verglich, war er, wortwörtlich zu Hause: Da lebten liebe Bekannte, deren Geschick er ausmalte und auf sich selber bezog. Als wäre er ein naher Verwandter, schlüpf­te Luther in Petrus’ Wams, schaute mit Noah aus der Luke heraus, stimmte in Josephs Klagelied ein und machte aus dem Beraubten des Samaritergleichnisses eine Elendsgestalt, die exemplarisch auf das Los der Kreatur in Zeiten von Gewalt und Krieg verweist.“

Martin Luther. Prediger, Poet und Publizist Von Walter Jens »Ich kenne einen Menschen, der versichert hat, er habe die Strafen…

Markus Mattmüller über Leonhard Ragaz: „Was bleibt von Ragaz im Erbgut des reformierten Christentums? Meines Erach­tens vor allem das Zeugnis eines mit Gott gewagten Lebens, das auch vor jähen Wendungen nicht zurückscheute. Ragaz ist ein Beispiel des unverzagten Mutes, sich als Christ im schwierigen Feld des politischen Kampfes zu bewegen und dabei seine Seele nicht zu verlieren.“

Leonhard Ragaz Von Markus Mattmüller Leonhard Ragaz – religiöser Sozialist, Pazifist und Theologe des Reiches Gottes – wurde am 28.…

Martin Luthers Auslegung über Galater 5,1 in Sachen Freiheit: „Dann gibt es auch die Freiheit des Fleisches, die allenthalben in der Welt herrscht. Da gibt es keinen Gehorsam gegen Gott und die Gesetze, sondern man tut, was man will. Dieser Freiheit folgt heute das Volk, dazu die fanatischen Geister, die frei sein wollen in ihren Meinungen und Handlungen, um das, wovon sie träumen, es sei recht, ungestraft lehren und ausführen zu können.“

Über die Freiheit (Auslegung zu Galater 5,1) Von Martin Luther Paulus wendet gegen das Ende des Briefes hin eine heftige…

Ernst Wolf, Die politische Ethik des Christen (1962): „Die kirchliche Mitverantwortung für Staat und Gesellschaft vollzieht sich nicht durch Einmi­schung in die Kompetenzen des außerkirchlichen Bereichs des Rechtslebens etwa, sondern sie voll­zieht sich von dem Grund der Kirche, vom Wort Gottes her. Die Kirche versucht es auch nicht, so­weit sie wirklich Kirche ist, mit sogenannten christlichen Konzeptionen, Ideologien, Program­men, etwa einem christlichen Naturrecht, das sie als ihr verfügbare Wahrheiten oder Richtigkeiten entwirft.“

Die politische Ethik des Christen Von Ernst Wolf Verehrte Zuhörer, liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen! Als Thema haben Sie formuliert: „Die…