Dietrich Bonhoeffer, Friedenspredigt zu Römer 12,17-21 (1938): „Das Kreuz ist keines Menschen Privatbesitz, sondern es gehört allen Menschen, es gilt allen Menschen. Gott liebt unsere Feinde – das sagt uns das Kreuz, er leidet um sie, er hat Not und Schmerzen um sie, er hat für sie seinen lieben Sohn gegeben. Darauf kommt alles an, dass wir bei jedem Feind dem wir begegnen, sogleich denken: den liebt Gott, für den hat Gott alles gegeben. Darum haltet euch nicht selbst für klug: das hieß für unsere Stellung zu unseren Feinden zuerst: Den­ke daran, dass du auch Gottes Feind warst und dass dir Erbarmung widerfahren ist ohne Ver­dienst und Würdigkeit. Es hieß zweitens: Denke daran, dass Gott auch für deinen Feind ans Kreuz ging und ihn liebt wie dich.“

Predigt zu Römer 12,17-21 Von Dietrich Bonhoeffer [Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch…

Karl Barth, Auslegung zu Römer 12,17–21 (Kurze Erklärung des Römerbriefes, 1941): „In dieser seiner echten Bedürftigkeit vor Gott wird der Christ dann auch ein lebendiges, ein schlechterdings aufrichtiges Friedensangebot an alle Menschen – der Träger des an sie gerichteten göttlichen Friedensangebotes – sein. Wenn sie es aber nicht annehmen? Und sie werden es ja gewiss trotz allem nicht alle annehmen! Nicht alle? Wie viele, wie wenige werden es annehmen? Soll er nun doch als Partei gegen Partei wider sie vorgehen? Gleiches mit Gleichem vergelten? Mindestens damit, dass er sie nun dennoch fallen lässt, dass er endlich und zuletzt, ein Bild des göttlichen Zornes, doch von ihnen weg und seiner Wege geht?“

Auslegung zu Römer 12,17–21 (Kurze Erklärung des Römerbriefes, 1941) Von Karl Barth Aber nun lebt ja der Christ nicht nur…

Wolfgang Huber über Heinz Eduard Tödt (1918-1991): „Dass Heinz Eduard Tödt zu einem Lehrer des Friedens und der Menschenrechte wurde, wurzelt in der Geschichte seines Lebens. Seine Erinnerungen an Krieg und Willkürherrschaft liest man nur dann in seinem Sinn, wenn man die eigenen Kräfte für die Bändigung der Gewalt und den Schutz der menschlichen Würde einsetzt.“

Ein Lehrer des Friedens. Der Theologe Heinz Eduard Tödt war in besonderer Weise Zeuge des 20. Jahrhunderts Von Wolfgang Huber…

Heinz Eduard Tödt über Menschenrechte (1983): „Ein anderes Interpretationsmodell achtet im theologischen Umgang mit der Menschenrechtsbewegung sowohl auf Differenzen wie auf Analogien zur christlichen Botschaft. Die Ambivalenzen in den Sachmomenten Freiheit, Gleichheit und Teilhabe, ihre Spannungen untereinander, fordern die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Deutung und der Verwirklichung, die sich nicht schon »evident« aus dem humanen Ethos heraus ergibt. Hier ist der Rückgriff auf Perspektiven und Intentionen des Glaubens, die Kriterien für solche Entscheidungen hergeben, nötig. So wird der Christ statt eines selbstbezogenen ein kommunikatives, auf den Dienst am anderen gerichtetes Freiheitsverständnis wählen und statt bloß formaler Gleichheitsforderungen eine solche, die gerade auf die Armen, Verfolgten, Gewaltlosen Rücksicht nimmt.“

Menschenrechte/Grundrechte Von Heinz Eduard Tödt 1. Wortbedeutung. »Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist…

Vom Niederwerfen zum Anbeten. Wie Luther mit seiner Bibelübersetzung ein Missverständnis zum religiösen Gemeingut machte: „Im Zentrum steht das hebräische Verb hischtachawāh, das die griechische Septuaginta-Bibel mit proskynéō wiedergibt. Gemeint ist eine ehrerbietige Niederwerfung vor einem Höhergestellten als wortlose Ausdrucksgebärde. Luthers ‚Anbeten‘ folgt hingegen der Vulgata, die hier das Verb adorare (wörtlich ‚anreden‘) verwendet. Damit verschiebt sich die Bedeutung: ‚Anbeten‘ beziehungsweise adorare bezeichnet primär eine sprachlich artikulierte Beziehung zu Gott, in der Lob oder Bitte mit Worten zum Ausdruck gebracht werden.“

Vom Niederwerfen zum Anbeten. Wie Luther mit seiner Bibelübersetzung ein Missverständnis zum religiösen Gemeingut machte Das ist wieder ein Beispiel…

Johannes Evangelista Goßner über die eigene Christus-Bekehrung als Kaplan in Neuburg an der Kammel. Tagebuchaufzeichnungen vom November 1797: „Nach und nach fühlte ich den HErrn so in mir und ließ ihn machen und wirken in mir und hielt mich zurück. – Es kam mir immer dies in Sinn und Mund: zurück Teufel, stirb Adam in mir. Es lebe JEsus! Ja, fiat! Das geschah und war auch heut den ganzen Tag hindurch all mein Gebet, dass ich es immer wiederholte, pereat Adam, vivat Jesus! und dabei gab ich mich allezeit ihm so hin, und er wirkte in mir, stillte die Unruhe und Affekte, wenn sie aufsteigen wollten. Ich fühlte den HErrn noch nie so wie heut, nie so anhaltend, oft und lange, nur selten unterbrochen, und so lebhaft und freudig. – Der HErr sei gelobt und beweise seine Kraft immer mehr an mir armen Sündenklumpen.“

Über die eigene Christus-Bekehrung als Kaplan in Neuburg an der Kammel. Tagebuchaufzeichnungen vom November 1797 Von Johannes Evangelista Goßner Den…

Das Märchen vom lieben Gott. Brief von Heinrich Vogeler an Kaiser Wilhelm II. vom 20. Januar 1918: „Da sahen sie plötzlich, wie der totgeglaubte Mann vom Potsdamer Platz mitten unter ihnen stand und stumm auf seine zehn Gebote wies. Aber niemand wollte die ärmliche Erscheinung kennen. Da gab er sich zu erkennen und war fast seines Triumphes froh, denn er glaubte ja an die Menschheit. Der Kaiser und die Feldherrn führten seinen Namen in ihren Telegrammen, die Krieger trugen ihn auf dem Bauche, die Feldprediger hatten die schwersten Verbrechen der Menschheit durch seinen Namen geheiligt.“

Märchen vom lieben Gott. Brief an Kaiser Wilhelm II. vom 20. Januar 1918 Von Heinrich Vogeler Ich beete dass diese…