Menschlichkeit. Besinnung zu 3. Mose 19,34 (Humaniteit, 1935) Von Kornelis Heiko Miskotte „Der Fremde, der bei euch wohnt, soll euch…
‚Verschwörungspraktischer‘ Aufruf deutscher Kirchenmänner und Professoren an die evangelischen Christen im Ausland vom September 1914: „Wohl wissen wir, dass Gott durch dies blutige Gericht auch unser Volk zur Buße ruft, und wir freuen uns, dass es seine heilige Stimme hört und sich zu ihm kehrt. Darin aber wissen wir uns mit allen Christen unseres Volkes einig, dass wir die Verantwortung für das furchtbare Verbrechen dieses Krieges und alle seine Folgen für die Entwicklung des Reiches Gottes auf Erden von unserem Volk und seiner Regierung abweisen dürfen und müssen. Aus tiefster Überzeugung müssen wir sie denen zuschieben, die das Netz der Kriegsverschwörung gegen Deutschland seit lange im verborgenen arglistig gesponnen und jetzt über uns geworfen haben, um uns zu ersticken.“
Aufruf deutscher Kirchenmänner und Professoren:An die evangelischen Christen im Ausland 4. September 1914 In dem unvergleichlichen weltgeschichtlichen Zeitabschnitt, in dem…
Gerhard von Rad, Fragen der Schriftauslegung im Alten Testament (1938): „Vom Alten Testament können wir nicht reden, wie über andere Bücher. Erst, wenn wir es gleichsam in die Hand Gottes zurückgelegt haben und es uns neu haben geben lassen, hat unser Fragen die Verheißung einer Klärung. Und dies nicht einmal, sondern immer wieder, so oft wir es aufschlagen, sollen wir es neu von Gott her nehmen. Glauben Sie mir, das ist mehr als eine erbauliche Rede. Wir würden es dann von Anfang an wissen, dass es im Letzten keine theologische Formel gibt, mit der wir das Alte Testament einfangen können; und das ist deshalb so, weil das Alte Testament Gottes Buch und unantastbar frei ist. Immer entzieht es sich unserm Zugriff. Das muss so sein, denn all unserem theologischen Fragen wohnt auch eine Lüsternheit des sich bemächtigen Wollens inne. Wir möchten eine Formel, wir suchen einen Nenner, aber so läßt sich das Alte Testament nicht beherrschen.“
Der Vortrag des 36jährigen Gerhard von Rad, gehalten am 29. Januar 1938 vor den Theologen der Universität Erlangen, findet sich…
Martin Luther über den Glauben in seinem großen Galaterkommentar zu 2,16: „Darum ist der Glaube nicht so eine otiosa qualitas, das ist, so gar ein unnützes, faules, totes Ding, das im Herzen auch eines Todsünders verborgen liege, gleichwie eine leichte, unnütze Spreu, oder wie eine tote Fliege Winterszeit in einer Ritze stecket, bis so lange, dass die Liebe dazukomme und ihn aufwecke und lebendig mache.“
Über den Glauben. Zu Galater 2,16 Von Martin Luther Wir aber setzen anstatt solcher Liebe, davon sie reden, den Glauben:…
Reinhard Koselleck über den Fortschritt: „‘Fortschritt’ ist eine Relationsbestimmung, die räumlich hier und dort, zeitlich jetzt und dann und früher aufeinander bezieht. Dem räumlichen Weg entspricht immer eine Zeitfolge. Als allgemeine Relationskategorie ist ‘Fortschritt’ so neutral wie elastisch, um alle geschichtlichen Bewegungen benennen zu können, die sich raum-zeitlich vollziehen.“
Über den Fortschritt Von Reinhard Koselleck Ausdrücke, die auf die Geschichte bezogen werden, stammen meist aus den verwaltenden Erfahrungsbereichen der…
Odo Marquard, Rechtfertigung. Bemerkungen zum Interesse der Philosophie an der Theologie (1980): „Was — angesichts des ‚context of justification‘, der ‚transzendentalen Deduktion‘, der ‚Theodizee‘ und der Tribunalsucht der modernen Revolutionen und Avantgarden — Rechtfertigung heißt, kann kein Philosoph explizieren, ohne darüber auch theologisch zu reden; sonst riskiert er, das Phänomen nur halb zu sehen und unterzubestimmen: Und das sollte er nicht tun. Darum war, was ich einschlägig dargelegt habe, ein Erläuterungsbeispiel für meine Grundthese, die da lautet: Ein Philosoph, der nicht das Theologische versteht und spricht, ist an vielen wichtigen Stellen seines Fachs nicht in der Lage, dessen Probleme unverkürzt zu artikulieren.“
Rechtfertigung. Bemerkungen zum Interesse der Philosophie an der Theologie Von Odo Marquard Sehr verehrter, lieber Herr Link! Sehr verehrter, lieber…
Walter Höchstädter, Der Lemppsche Kreis: „Etliche Tage nach der Zusammenkunft mit Hermann Diem begaben sich Professor Hengstenberg und mein Vater in die Arcisstraße zu Landesbischof Meiser. Sie hatten eine zweistündige Aussprache mit ihm. Mein Vater sagte, Bischof Meiser habe sie aufmerksam angehört, habe auch die Denkschrift nach Form und Inhalt weitgehend gebilligt, aber er weigerte sich, sie zu übernehmen und zu veröffentlichen; denn er habe die Verantwortung für eine große Landeskirche mit fast 1500 Pfarrern. Wenn er, so sagte er, etwas in dieser Richtung unternehme, dann käme sicher eine große Verfolgung über die Kirche, d. h. über die Menschen, die ihm anvertraut seien. Zudem wäre den Juden damit auch nicht geholfen, im Gegenteil: die Maßnahmen der Partei gegen sie würden nur noch rigoroser.“
Der Lemppsche Kreis Von Walter Höchstädter Wenn sich im November die makabren Ereignisse des deutschen „Reichspogroms“[1] zum 50. Mal jähren,…
Tagesgebet zum 3. Sonntag nach Ostern (Jubilate), 26. April 2026
Du Gott,himmlischer Vater,Deine Schöpfung singt Dir ihr Loblied –die Vögel des Himmels,die Tiere auf den Feldern und in den Wäldern.Bäume,…
Walter Eisinger, Predigt über 1.Petrus 2,21b-25: „Ihr kennt das: So ein Schäfer hat ein Auge auf jedes Tier. Und die Tiere scheinen das zu wissen. Sie haben kein großes Interesse an Alleingängen gefährlicher Art. Und wenn sie sich schon einmal verlaufen haben, sieht man, wie wohl sie sich fühlen, wenn die vertraute Umgebung wieder da ist. Wer irrt, soll umkehren, umkehren zum Hirten. Er ist voller Erbarmen. Wir spüren das, wenn ein Kind getauft wird. Er lockt es zu sich, und es ist ganz da, ohne Vorbehalte.“
Predigt über 1.Petrus 2,21b-25 (Miserikordias Domini) Von Walter Eisinger Liebe Gemeinde! Was Christus getan hat, das hat er nicht für…