„Straßen ehren nur ausnahmsweise die Engel der Geschichte, häufiger dokumentieren sie die politischen Obsessionen und Irrtümer vorangegangener Geschlechter.“ (Götz Aly…
Karl Barths Bericht über seine Deutschlandreise, 19. August bis 4. September 1945 an die Organisation I der amerikanischen Armee in Deutschland: „Man ist empört (Frankfurt und Marburg: hier der evang. Theologieprofessor Bultmann) über die Gewohnheit der amerikanischen Soldaten, übriggebliebene wertvolle Lebensmittel vor den Augen der Bevölkerung mit Benzin zu übergießen und zu verbrennen. In Marburg sei dasselbe mit einem ganzen Lager eroberter deutscher Militärmäntel geschehen.“
Karl Barth: Bericht über eine Deutschlandreise, 19. August bis 4. September [1945], erstattet an die Organisation I der amerikanischen Armee…
Gotthold Müller über Nachfolge: „Nachfolge ist somit nichts anderes als die sich auch im ethischen Bereich auswirkende Tatsache, dass Menschen ‚im Leben und im Sterben‘ im Wirkungsfeld der Heilsgabe des Kreuzes und Ostergeschehens stehen und von dorther ihr Leben ’normieren‘ lassen. Das kann im Einzelfalle ebenso unbekümmerte Freude an der Welt und ihren Gaben einschließen wie auch bewußten (Konsum-)Verzicht, sich in sogenannten ‚weltlichen‘ Berufen ebenso verwirklichen wie in Orden oder Kommunitäten.“
Nachfolge Von Gotthold Müller 1. Nachfolge gehört in den meisten („zumindest“ theistischen) Religionen zu den Leitbegriffen religiöser Sprache und Praxis.…
Tagesgebet zum 15. Sonntag nach Trinitatis, 13. September 2026
Himmlischer Vater,in Deiner wunderbaren Schöpfunghast Du alles Gute für unser Leben bereitet.Dein Geist stärke unseren Glauben,damit wir uns nicht in…
Ernst Wolf, Schöpferische Nachfolge (1960): „Vom Evangelium her geschieht das neue Handeln in der Nachfolge auf Grund der im Glauben geschenkten Freiheit der Selbstverleugnung. Diese Freiheit der Selbstverleugnung ist der Ausdruck für die Spannung, in der der Christenmensch sich zur Welt der Selbstbehauptung befindet. Denn solange der Mensch sich selbst und seine Wünsche will, gehört er auch der Welt der Selbstbehauptung an. Durch den Glauben ist er davon befreit. Aus der Verleugnung seiner selbst hat er die neue Freiheit gewonnen: vom Evangelium her im Auftrag Gottes, gleichsam in Verlängerung des Handelns Jesu Christi selbst, aber nie von ihm gelöst, neu mit der Welt als der Schöpfung Gottes umzugehen.“
Schöpferische Nachfolge (1960) Dabo itaque me quendam Christum proximo meo … (Luther)[1] Von Ernst Wolf Heinz-Dietrich Wendland hat im Rahmen…
Hans-Werner Surkau über das Erbauen in der Bibel: „Durch 1. Korinther 14 ist allem ‚erbaulich Reden‘ im heutigen Sinne des Wortes das Lebensrecht in der Gemeinde Jesu Christi endgültig abgeschnitten. Ein wirklich erbauendes Reden kann also nur darin bestehen, dass Christus und sein Tun bezeugt wird.“
Erbauen in der Bibel Von Hans-Werner Surkau An dem Wort kann die bezeichnende Entwicklung abgelesen werden, die unsere Sprache seit…
Nachruf auf Ingo Baldermannn (1929-2026) von Rolf Wischnath: „Er war ein Theologe der Bibel, kein exegetischer Insider mit Spezialwissen, sondern ein Lehrer, der nach der Seele von Kindern sah, dabei immer wieder den lehrreichen Charakter der Bibel für den Religionsunterricht aufspürte und ihren seelsorgerlichen Sinn für alle wahrnahm. Vor zehn Jahren im hohen Alter bezeichnete er die Heilige Schrift als ‚Buch meiner Sehnsucht‘, als ‚Wegbegleitung in dunklen und in hellen Tagen.‘ ‚Als ein Buch des Lernens‘ schrieb er, ‚hat mich die Bibel durch viele Jahre begleitet. Es war ein verheißungsvolles Lernen mit immer neuen Entdeckungen, vor allem mit Kindern. Nun aber ist es, als entdeckte ich erst jetzt, im Alter, wo wirklich ihr Herz schlägt.'“
INGO BALDERMANN IST TOT – UNSER LEHRER UND BRUDER Von Rolf Wischnath Ingo Baldermanns Theologiestudium begann im April 1945 mit…
Friedrich Naumann, National-sozialer Katechismus. Erklärung der Grundlinien des National-Sozialen Vereins (1897): „1. Warum nennt ihr euch nationalsozial? Weil wir überzeugt sind, dass das Nationale und das Soziale zusammengehören. 2. Was ist das Nationale? Es ist der Trieb des deutschen Volkes, seinen Einfluss auf der Erdkugel auszudehnen. 3. Was ist das Soziale? Es ist der Trieb der arbeitenden Menge, ihren Einfluss innerhalb des Volkes auszudehnen. 4. Wie hängt beides zusammen? Die Ausdehnung des deutschen Einflusses auf der Erdkugel ist unmöglich ohne Nationalsinn der Masse, und die Ausdehnung des Einflusses dieser Masse im Volke ist unmöglich ohne weitere Entwickelung der deutschen Macht auf dem Weltmarkte.“
Wenn einem theologischen Liberalismus das „eschatologische Bureau“ (Ernst Troeltsch) geschlossen ist, kann dieser seine politische Hoffnung nicht auf die Wirklichkeit…
Günter Brakelmann über Johann Hinrich Wichern: „Wer sich in das umfangreiche Schrifttum dieses Mannes einarbeitet, wird auch heute noch fasziniert sein von dem Menschen und Christen Johann Hinrich Wichern. Als ‚Genie der Liebe‘ wird er in einer geschichtsbewußten Christenheit seinen Platz behalten. Seine theologisch-politischen Positionen, die weite Teile des Protestantismus des 19. Jahrhunderts in einen aussichtslosen undifferenzierten Kampf gegen die neuzeitlichen Emanzipationsbewegungen geführt haben, beschleunigten den Exodus weiter Teile des liberalen Bürgertums und des sozialdemokratischen Proletariats aus der Kirche. Brücken zu ihnen hat er nicht schlagen können. Größe und Grenze eines Menschen liegen wie so häufig nahe beieinander.“
Johann Hinrich Wichern Von Günter Brakelmann Die Zeiten des Vormärz, der Revolutionsjahre, der Reaktionsphase, des Norddeutschen Bundes und der Anfangsphase…