Warum Pfarrvikar Karl Steinbauer bereits im September 1932 aus der NSDAP ausgetreten war: „‚Sixt D’ dort net des klaa Dämpfla aufsteig’n?‘ (So wie etwa im Winter von einem warmen Misthaufen Dampf aufsteigt), ‚Joo des sich i‘. ‚Noo schau n er etz gnau hie.‘ „Etzertla sich’ i in Hoos’n aa.‘ Damit setzte sich der Schreinermeister Andreas Stoll, weiland aktiv gedient beim königlich bayerischen Leibregiment, wieder gewichtig in Marsch. Da habe ich ihn erstaunt gefragt: ‚Stollers Reser, worum Schießt E’r (ihr) no etz den Hoos’n net?‘ Er blieb wieder steh’n und sagte bedachtsam: ‚Waßt D’ Bu(b), wos a richti’er Jeecher is’, der schießt ka Wild, wenn’s in sei’m Bett licht.‘ – Damit setzte sich der ‚Stollers Reser‘, dieses schwergewichtige, bullenhafte – so empfindsame, feinfühlige – Mannsbild abermals in Marsch. Mich hat das Wort: ‚Weißt Du, Bub, was ein richtiger Jäger ist, der schießt kein Wild, wenn es in seinem Bett liegt‘ unvergeßlich tief in mein Bubenherz getroffen.“

Warum Pfarrvikar Karl Steinbauer bereits im September 1932 aus der NSDAP ausgetreten war Das ist sie, die NSDAP-Mitgliedskarte von Pfarrer…

Hans Joachim Iwand, Predigt über Johannes 20,24- 29 – Thomas, der erste Protestant (1950): „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Selig sind, welche den Spott des imaginären Gottes hin­nehmen, weil sie den Weg des dunklen, des unsichtbaren Glaubens gefun­den haben. Den Weg, den keine Psychologie mehr entdeckt und darum auch zum Glück nicht verraten kann! Den Weg, da der natürliche Mensch sterben muss, damit der geistliche Mensch lebe, den Weg, der nicht mehr als Weg, als Methode, als Erfahrungs- oder Erlebnistheologie faßbar wird. Alles, was Thomas je gefragt oder gesagt hat, ist damit beantwortet. Selig also, wer sich abbauen läßt in seinem Sehen-Wollen, und sich aufbauen läßt in seinem Glauben! Die Erscheinungen des Auferstandenen mußten den Zweifel des Thomas erzeugen!“

Predigt über Johannes 20,24- 29 – Thomas, der erste Protestant Von Hans Joachim Iwand Thomas aber, der Zwölf einer, der…

Karl Barth, Vom Nutzen der Historie. Zu Römer 4,17b-25 (Der Römerbrief, 1922): „Wir haben letztlich gar nicht die Möglichkeit, eine andere Art von Historie als die der Genesis, eine bloß analytische Historie zu treiben und besser wäre es, daran von vornherein zu denken. Wir sind nun einmal in das Selbstgespräch des Gleichzeitigen in Vergangenheit und Gegenwart verwickelt. Die Genesis sagt uns nun einmal von Abraham das, was uns angeht, auch wenn unser Bewußtsein davon sehr schwach ist und was wir werden hören müssen, auch wenn unsere Betrachtungsweise einer solchen Gestalt eine sehr andere ist als die der Genesis. Denn ‚wir glauben an den, der den Herrn Jesus von den Toten erweckte‘. Wir stehen schon in der Problematik, die uns die Genesis als die Problematik des Lebens Abrahams zeigt: auf der Grenze zwischen Tod und Leben, zwischen dem tiefen Gefallensein des Menschen, das die Verneinung Gottes bedeutet, und der Gerechtigkeit Gottes, die die Verneinung des Menschen bedeutet. Wir stehen mit dem Abraham der Genesis, der noch viel ‚unhistorischer‘ ist als die Analytiker sich träumen lassen, vor der Unmöglichkeit der Erkenntnis, vor der Unmöglichkeit der Auferstehung, vor der Unmöglichkeit der in Gott begründeten und von Gott zu erwartenden Einheit von Diesseits und Jenseits.“

Vom Nutzen der Historie. Zu Römer 4,17b-25 (Der Römerbrief, 1922) Von Karl Barth V 17b Abraham ist unser aller Vater…

George Bell, The Church’s Function in War-Time (November 1939): „The Church stands for the Cross, the gospel of redemption. It cannot, therefore, speak of any earthly war as a ‘crusade,’ for the one thing for which it is impossible to fight with earthly weapons is the Cross. Its supreme concern is not the victory of the national cause. It is a hard thing to say, but it is vital. Its supreme concern is the doing of the Will of God, whoever wins, and the declaring of the Mercy of God to all men and nations. The ministers, especially the leaders of the Church, have a great responsibility for making this plain. It is not only that the Church, if its clergy preach the gospel, offers a counter-balancing force of undoubted authority to the waves of national emotion, and so helps to preserve spiritual integrity. That is important. But what is still more important is the fact that the Church is the trustee of the gospel of redemption; and unless the gospel is preached, the Church is not the Church.“

The Church’s Function in War-Time[1] By George Bell, Bishop of Chichester What is the Church to do and say in…

Siegfried Kettling über die Auferstehung der Toten: „Auferstehung sagen, heißt den Horizont unserer Welt grundsätzlich überschreiten ins »Eschaton« (»Letzte«) hinein. Hier kann man nicht gegenständlich beschreiben, sondern nur das uns Verheißene hinweisend »bedeuten«. Das geschieht im Neuen Testament in der Sprache des Gleichnisses: Die griechischen Wörter nehmen den allmorgendlichen Vorgang des »Aufweckens« bzw. »Aufstehens« als Bild. Unsere deutschen Wörter »Auf-er-weckung« und »Auf-er-stehung« sind schon theologische Fachsprache. Dabei ist grundlegend das Wort, das Gott die Aktivität beilegt: Wir können nur »auferstehen«, weil Gott »auferweckt«.“

Auferstehung der Toten Von Siegfried Kettling 1. Zur Sprache Auferstehung sagen, heißt den Horizont unserer Welt grundsätzlich überschreiten ins »Eschaton«…

Abschiede entlassen Verluste: „Auch wenn sie schmerzlich ausgesprochen werden, machen sie Beteiligte frei, auch in der je eigenen Trauer. Sie entbinden einen, an Entschwundenem vergeblich festhalten zu wollen und ermöglichen damit Neues in den Blick zu nehmen und anzugreifen. Wer für einen Verlust keinen Abschied findet, bleibt als Verlierer zurück. Oder anders gesagt: Ohne Abschied bleibt uns nur der Verlust.“

Abschiede entlassen Verluste Mit Verlusten zurechtzukommen heißt sich zu verabschieden wissen. Ein Abschied ist eine bewusst ausgesprochene Trennung, in die…

Anklageverfügung beim Zentralgericht des Heeres gegen Pfarrer Karl Steinbauer vom 4. September 1944: „Dadurch wird beim Zuhörer der Zweifel geweckt, ob das stolze, gläubige Vertrauen des Deutschen in ‚unseren Hitler‘ berechtigt ist, da auch die Christen unter den Engländern und Russen mit demselben Stolz auf ihre Führer blicken. Zugleich frohlocken alle gemeinsam: ‚Uns ist ein Kind geboren‘, sodass beim Zuhörer Bedenken entstehen, ob der Kampf dieser drei Völker gegeneinander – zumindest der Christen unter ihnen – einen Sinn hat. Dadurch wird die Widerstandskraft des Einzelnen im jetzigen schweren Kampf des deutschen Volkes um seine völkische und politische Existenz geschwächt.“

Abschrift der Anklageverfügung beim Zentralgericht des Heeres gegen Pfarrer Karl Steinbauer vom 4. September 1944 Dass Pfarrer Karl Steinbauer vom…