Gebet in der Osternacht

Gott, unser Vater,in dieser Nachthast Du Deinen Sohn aus dem Grab auferweckt.Dein Geist erwecke unszu neuem Leben in Christus Jesus,der…

Wilhelm Röpke, Soziologie des Totalitarismus (1947): „Da der moderne Totalitarismus keinerlei Rechtsanspruch besitzt, muss er seine ganze Regierungskunst darauf verwenden, irgendeinen Ersatz für diesen Rechtsanspruch und für die fehlende Macht über Herzen und Gemüter der Regierten zu finden. Daher die Notwendigkeit, die Meinung zu uniformieren und dem Volke den Willen des Staates aufzuzwingen. Daher der nervöse Eifer zu gefallen, das unaufhörliche Verlangen nach sensationellem Erfolge und das ängstliche Schielen nach den Massen, um festzustellen, ob sie auch einverstanden sind. Die Vertreter eines solchen Systems entbehren eben der inneren Gelassenheit, die die selbstverständliche Apanage einer legitimen Regierung ist, und sind darum doppelt empfänglich für Beifall und überempfindlich gegen Kritik. Sie leiden an Minderwertigkeitskomplexen, die sie unter bombastischem Auftreten zu verstecken suchen. Ein typisches Charakteristikum all dieser Gewaltsysteme ist ferner die Schwäche, den illegitimen, ephemeren Charakter ihrer Macht durch pompöse Monumente zu verdecken, die mit ihrer in eine grandiose Zukunft weisenden Architektur über die gähnende Leere in der Gegenwart hinwegtäuschen sollen. Daraus erklärt sich auch die Angst dieser Regime vor der Ruhe des alltäglichen Gleichmaßes; die Unsicherheit ihrer Struktur duldet keine Ruhe, sie müssen dauernd mit neuen ‚Coups‘, neuen Stimulantien aufwarten, um zu verhindern, dass die absichtlich in einen Dauerzustand der Erregung versetzte Bevölkerung sich abkühlt und die Dinge mit den nüchternen Augen der Vernunft ansieht.“

Soziologie des Totalitarismus (1947) Von Wilhelm Röpke Ich fürchte, viele werden mir Ungerechtigkeit vorwerfen, wenn ich behaupte, daß Bismarcks Genie…

Martin Luther, Predigt über das Testament Christi (Sermo de testamento Christi, 1520): „Wenn ein Erblasser seinem Erben sagen würde: ‚Warum verlangst du das Erbe, das du nicht verdient hast?‘, würde der Erbe nicht antworten: ‚Was macht das schon? Selbst wenn ich es nicht verdient habe, steht es mir dennoch zu – allein weil dieser gute Mann es mir aus seiner Freigebigkeit vermacht hat?‘ Würde man ihm das Erbe verweigern? So müssen auch wir unser Erbe antreten – nicht weil wir es verdient haben, sondern weil Christus es uns aus reiner Güte hinterlassen hat, selbst denen, die es nicht verdient haben. Diese Wohltat und diese Großzügigkeit Christi zurückzuweisen, ist nicht erlaubt. Wer die ihm freigiebig gewährte Gabe nicht annimmt, handelt ungerecht gegenüber Christus.“

Predigt über das Testament Christi (Sermo de testamento Christi, 1520) Von Martin Luther D. Martinus verbrachte dieses Osterfest fast vollständig…

Hans Joachim Iwand, Erlösung zum Diesseits (1950): „Der Mensch ist draußen, er ist jenseits alles dessen geraten, was ursprünglich für ihn als das Paradies bereitet war mit dem Baum des Lebens in der Mitte. Er kennt die Welt nur noch als Todeswelt, er kennt sie in der Mächtigkeit der Auflehnung und Empörung gegen Gott, das ist seine Welt, das ist das Energiezentrum, welches diese seine Welt bewegt und in Bewegung hält – nicht Gott, sondern er, der Mensch: homo non potest velle, Deum Deum esse. Haben wir recht gehört: Homo – nicht bestia. Der Mensch, nicht das Tier, ist die Problematik, an die wir rühren, wenn wir von der Erlösung zum Diesseits sprechen.“

Erlösung zum Diesseits (1950) Von Hans Joachim Iwand Sie haben mich gebeten, zu Ihnen über ein Thema zu sprechen, das…

Christine Lavant, Ölbergstunde: „Und als das Blut von deiner Stirne rann, / geschah Verwandlung ihnen, die es tranken. / Dann sah dein Gott, erschüttert, sah dein Schwanken / und wie dein Menschentum sich jäh besann: / Lass diesen Kelch an mir vorübergehen! / Er sah die Schmerzen wie Verwaiste stehen / und rief den Engel, seinen allergrößten! / Er kam – gefolgt von allen Unerlösten!“

Ölbergstunde Da gingst du fremd und warst der Abgewandtevon den Geliebten, die am Rande schliefen,und von den Vögeln, die erschrocken…

Eberhard Jüngel, Bibelarbeit zu 1.Korinther 11,17-34 (1999): „Freiheit aber – das ist nach einer treffenden philosophischen Definition das Vermögen, etwas anzufangen. Die christliche Freiheit ist im eminenten Sinne das uns von Gott geschenkte Vermögen, mit uns und mit der Welt und mit Gott etwas anzufangen: etwas Neues, etwas Besseres als das hoffnungslos Veraltete. Christen sind Anfänger im ursprünglichsten Sinne des Wortes, nämlich Anfänger zum Besseren.“

Bibelarbeit zu 1.Korinther 11,17-34 Von Prof. Dr. Eberhard Jüngel D.D., Tübingen Liebe Kirchentagsgemeinde! Lassen Sie uns diesen Tag beginnen mit…

Dietrich Ritschl über Person und Personalität: „Wird die ‚punktuelle‘ Definition des Menschen als Person sozusagen in seine Komponenten und Schichten aufgelöst, so entsteht das konkrete Bild der menschlichen Persönlichkeit. Die Personalität eines Menschen wird erst beschreibbar, wenn das Zusam­menspiel von Vernunft und Affekten, Trieben und Bedürfnissen, Wollen und Bindungen, Erinnerungen, Äng­sten und Hoffnungen usw. wirklich wahrgenommen wird. Aber auch hier wird man wieder zwischen einem sta­tuierten Ideal und einer echten Be­schreibung unterscheiden müssen.“

Person/Personalität Von Dietrich Ritschl Entwicklung des Begriffs Person kann am ehesten in Zuordnung zu den verwandten Begriffen der Per­sönlichkeit, der…