Daniel L. Smith-Christopher, Kommentar zu Micha 7,18-20: „Gott wird Verfehlungen mit Füßen treten und Sünden an die entlegensten vorstellbaren Orte werfen, wie zum Beispiel unter das Meer. Ironischerweise kann der Begriff für ‚mit Füßen treten‘ auch für militärische Eroberung verwendet werden, aber im späteren Gebrauch erscheint er häufiger für die ‚Herabwürdigung‘ von Menschen zur Sklaverei. Darüber hinaus wird gesagt, dass Gott die ‚Missetaten‘ des Volkes ‚wirft‘ oder ’schleudert‘. Derselbe Begriff wird bezeichnenderweise dafür verwendet, dass das Volk aus dem Land ‚hinausgeworfen‘ wird, in den Flüchen des Deuteronomiums, aber Jesaja spricht auch davon, dass Gott ‚alle meine Sünden hinter deinen Rücken geworfen hat‘. Der Verweis auf das Werfen der Sünden in die ‚Tiefen‘ scheint sicherlich eine Anspielung auf die Vernichtung der Streitmacht des Pharao beim Auszug zu sein, da dieselbe Bildsprache in der Tradition der Bußgebete wiederholt wird.“

Kommentar zu Micha 7,18-20 Von Daniel L. Smith-Christopher [18] Die rhetorische Frage „Wer ist wie unser Gott?“ ist in der…

Karl Barth, Der Einzelne in dieser Zeit (1957): „Wer ist er denn, dieser Einzelne, wenn er sich als solcher einmal recht statt schlecht verstehen wollte? Wirklich der arme Einsame, der Angst haben muss, zu kurz zu kommen, wenn er sein Leben nicht für sich haben und führen kann, der darum auf das Recht seines Eigensinns und Eigenwillens pochen, der darum zur Privatperson und damit zum Räuber und damit zum Totengräber seiner Freiheit werden muss? Es ist klar, wie die liebe Sonne: Er ist in der ihm gegebenen Besonderheit, Einzigartigkeit und Einmaligkeit, in der er dieser und dieser Mensch ist und die niemand ihm nehmen kann, einer unter anderen, die in der ihnen gegebenen Besonderheit, Einzigartigkeit und Einmaligkeit wie er selbst einzelne sind. Er ist es also gerade nicht ohne sie. Und er ist es nicht weniger, aber auch nicht mehr als sie. Sie gehören ihm nicht, er kann über sie nicht verfügen, wie er auch nicht ihnen gehört, wie sie auch über ihn nicht verfügen können. Er ist schlicht ihr Nächster, ihr Nachbar und sie sind die seinigen. Er ist mit ihnen und sie sind mit ihm. Er und sie sind gerade als einzelne Menschen Mitmenschen.“

Der Einzelne in dieser Zeit (1957) Von Karl Barth Vermute ich recht, wenn ich annehme, daß Sie bei dem Thema…

Ellen F. Davis und Richard B. Hays, Jenseits der Kritik: Die Kunst, die Bibel neu zu lesen (2004): „Die Schrift erzählt wahrhaftig die Geschichte von Gottes schöpferischem, richtendem und rettendem Handeln. Gott ist der Hauptakteur der biblischen Erzählung. Der dreieinige Gott, den Christen verehren, ist der Gott Israels, der sein Volk aus der Sklaverei führte, ihm die Tora gab und Jesus von den Toten auferweckte. Derselbe Gott wirkt auch heute in der Welt. Er ist keine Projektion menschlicher Religiosität. Wer die biblische Geschichte reduziert – als Symbol der menschlichen Psyche oder als Machtinstrument –, verfehlt ihre zentrale Botschaft. Die Schrift offenbart Gottes Wort, das Dinge ins Dasein ruft, unsere Vorurteile richtet und unvorstellbare Gnade schenkt.“

Jenseits der Kritik: Die Kunst, die Bibel neu zu lesen Von Ellen F. Davis und Richard B. Hays (1948-2025) Eine…

Leonhard Ragaz in Sachen religiös-sozialistische Fremdenfeindlichkeit 1917: „Von allen Seiten brandet die Flut fremden Volkstums heran und überschwemmt fast unmerklich Stück für Stück unseres Landes. Im Osten sind es die Tiroler und Italiener, im Süden die Italiener allein, im Westen die Franzosen, im größten Teil der Schweiz aber und ein wenig überall die Deutschen. In unseren Städten bilden die Fremden da und dort zwei Fünftel bis fast die Hälfte der Einwohner. Diese Fremden haben wenig Lust, Schweizerbürger zu werden. So kommt man denn und rechnet uns kaltblütig vor, dass, wenn es so weitergeht, in fünfzig Jahren mehr Fremde in unserem Lande wohnen werden als Schweizerbürger. Während des Krieges sind ganze Heere von uns weggezogen zu den Fahnen der verschiedenen Völker. Das sind unerhörte Zustände. Kein Volk der Erde kennt etwas Ähnliches. Auf dieser Linie rückt uns das Finis Helvetiae zum Greifen nahe.“

Auch das kann zu einem (national-)religiösen Sozialismus gehören – Fremdenfeindlichkeit, so Leonhard Ragaz in seiner Programmschrift „Die neue Schweiz“ 1917:…

Martin Luther, Predigt über Matthäus 11,25-30 (1546): „Siehe, so sind die Weisen der Welt verworfen, damit wir lernen, nicht uns selbst weise zu dünken und alle hohen Personen aus den Augen zu tun und überhaupt die Augen zuzutun, allein an Christi Wort uns zu halten und zu ihm zu kommen, wie er uns ja auch aufs Freundlichste lockt, und zu sagen: du bist allein mein lieber Herr und Meister, ich bin dein Schüler. Das und viel mehr wäre von diesem Evangelium weiter zu sagen, aber ich bin zu schwach, wir wollen’s hierbei bleiben lassen.“

Predigt über Matthäus 11,25-30 (1546) Von Martin Luther Luthers letzte Predigt, gehalten am 15. Februar 1546 – drei Tage vor…

John Donne über die Probleme des Gebets: „Es muss mein eigenes Gebet sein, und kein Gebet ist so wahrhaft oder so rechtmäßig mein eigenes wie das, welches die Kirche mir überliefert und empfohlen hat. Wenn wir also wollen, dass ER herabkommt, unsere Schlachten kämpft oder unsere Leiden lindert, dann sollen wir zuerst zu ihm aufsteigen — in demütigem und innigem Gebet. Dass er das Evangelium dort bewahre, wo es ist, es zurückbringe, wo es verloren ging, und es hintrage, wo es noch nie gehört wurde; Nächstenliebe bedeutet, alles für alle zu tun — und der Ärmste unter uns kann dies für jeden tun.“

Über die Probleme des Gebets Von John Donne Aber wenn wir mit religiösem Ernst die vielfältigen Schwächen selbst der stärksten…

Johannes Evangelista Goßner, An die Sänger dieser Lieder (Sammlung auserlesener Lieder von der erlösenden Liebe, 1822): „Da aber Gott ein Geist ist und alle, die ihn anbeten, ihn im Geiste und in der Wahrheit anbeten müssen, so soll unser Gesang kein bloßes Lippenwerk, sondern ein geistiges, herzerhebendes, lebendiges Hinnahen zu Gott und Christus sein, wobei der Geist mehr als die Kehle, das Herz mehr als die Stimme zu tun hat. Darum sagt Paulus: ‚Singet dem Herrn in euren Herzen.‘ Erhebet vielmehr das Herz als die Stimme. Der Herr sieht das Herz an und hört die Stimme doch, wenn sie auch nicht so laut tönt. Ferne sei von euch bei dem heiligen Gesange das Geschrei, ferne jene eitle Eitelkeit der Kunstsänger auf der Schaubühne, die sich hören lassen, ihre Stimme und Kunst bewundern – und bezahlen lassen. O Lieber! Nicht dich, nicht dich – die Wahrheit, das Wort, das du besingst, sollst zuerst du selbst hören und fühlen, und über diesem Gefühl dich und deine Stimme vergessen. Und dann sollen auch andere vielmehr deine Andacht und den Eindruck von der besungenen Wahrheit dir abfühlen, als von deiner Stimme unterhalten werden.“

An die Sänger dieser Lieder. Vorrede zur zweiten Auflage der Sammlung auserlesener Lieder von der erlösenden Liebe Von Johannes Evangelista…

Kindergebet in Anschluss an Jesu Lobpreis (Matthäus 11,25-26): „Du lässt dich auf Kindersprache und Kinderbilder ein, schaust staunenden Kindern liebevoll in deren Augen. Kinderlieder sind Dir ein Wohlgesang. So loben und preisen wir Dich als Kinder, die Dir nicht entwachsen sind. Dir sei Ehre und Dank, alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit.“

Vater, Herr des Himmels und der Erde,Deinen Ratschluss, deine gute Nachrichthast Du nicht Theologen zukommen lassen.Was mit komplizierten Sätzen Dir…