Wilhelm Flor, Kirchenrecht (1937): „Das Recht der Kirche ist von anderer Art als das des Staates. Das staatliche Recht ist dazu bestimmt, das gesamte Staatsleben zu regeln, das Kirchenrecht ist, weil die Ordnung der Kirche bereits grundlegend durch das Bekenntnis bestimmt und daran gebun­den ist, nicht so umfassend. Die Ausgabe des Kirchenrechts ist, die Wortverkündigung und die Verwaltung der Sakramente in Gemäßheit der Heiligen Schrift und der Bekenntnisschriften zu ermöglichen und sicherzu­stellen. Auch die die äußeren Dinge betreffenden Rechtsnormen haben letzten Endes dieses Ziel. Dass äußere und innere Angelegenheiten der Kirche überhaupt nicht völlig voneinander getrennt wer­den können, ist in dem 1933 entbrannten Kirchen­streit besonders deutlich geworden.“

Kirchenrecht (1937) Von Wilhelm Flor Wilhelm Flor (1883-1938) war der maßgebliche Jurist der Bekennenden Kirche im Kirchenkampf. Kirchenrecht ist die…

Stewart W. Herman über die Evangelisch-lutherische Kirchen in Bayern 1945: „Das kirchliche Leben scheint gesünder zu sein als in vielen anderen Teilen des Landes, aber es gibt keine Anzeichen für einen stark evangelischen (evangelical) Trend, der in den kommenden Jahren für das ganze Land führend sein könnte. Bayern bleibt die Hochburg des Konservatismus, der sich radikalen Veränderungen in jeder Richtung widersetzt.“

Stewart Winfield Herman, Jr. (1909-2006), US-amerikanischer lutherischer Pastor im Dienst des Office of Strategic Services (OSS) über seine Gespräche vom…

Johannes Bugenhagens Leichenpredigt zum Begräbnis Martin Luthers (1546): „Ich soll jetzt und will gerne bei dem Begräbnis unseres herzlieben Vaters, D. Martini seligen, eine Predigt halten. Aber was oder wie soll ich reden, so ich vor Weinen nicht wohl ein Wort hervorbringen kann? Und wer soll euch trösten, wenn ich, euer Pfarrherr und Prediger, nicht reden kann? Wohin kann ich mich von euch wenden? Ich werde ohne Zweifel mit meiner Rede mehr Heulen und Trauern hervorrufen. Denn wie sollten wir nicht alle herzlich trauern, da Gott uns diese Betrübnis zugeschickt und den hohen, teuren Mann, den ehrwürdigen D. Martinus Luther, von uns weggenommen hat? Durch ihn hat er uns allen und allen Kirchen Christi in deutschen Landen, auch vielen in fremden Nationen, unaussprechliche Gaben und Gnade erwiesen.“

Eine christliche Predigt bei der Leiche und Begräbnis des ehrwürdigen Herrn D. Martinus Luther am 22. Februar 1546, gehalten von…

Werner Schmauch, Der neue Weg. Predigt über 1. Korinther 13,1-13 (1946): „‚Die Liebe ist langmütig und freundlich.‘ Die Liebe sucht immer nur den anderen zu helfen. Die Liebe sieht nicht mit Neid auf des anderen bessere Lage, erzürnt sich nicht, dass es einem selbst so schlecht geht, während der andere in einer noch ein wenig besseren Situation sich befindet. Die Liebe erhebt sich nicht über den Nächsten in der Meinung, sie müsste auf Rosen gebettet sein, während die Mitmenschen nur dazu bestimmt sind, in Not und Leid zu versinken.“

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges verblieb Werner Schmauch als Pfarrer bzw. Dekan unter schwierigsten Bedingungen bis 1948 im nunmehr…

Über die Hinrichtung von Eitelhans Langenmantel als Wiedertäufer 1528 in Weißenhorn (aus der Chronik von Clemens Sender): „Und als er den Glauben wieder zu sprechen begann, schlug ihm der Henker das Haupt ab. Der Kopf fiel auf die Erde, und der Leib blieb auf dem Schemel sitzen; zugleich fiel der Schemel mit seinem Leib um. Und so hat er sein Ende andächtig und standhaft beschlossen, was viele Leute zum Weinen und tiefen Nachdenken bewegte.“

Über die Hinrichtung von Eitelhans Langenmantel als Wiedertäufer 1528 in Weißenhorn (aus der Chronik von Clemens Sender) An Sankt Georgentag…

Oswald Bayer über die Barmherzigkeit: „Barmherzigkeit ist Sache des ganz nach außen gekehrten Innersten, des Herzens, nicht mit moralischer Entschlossenheit gleichzusetzen, sondern ihr zugrunde liegend. Sie gilt dem Armen und Elenden, nicht dem Reichtum und Glanz; Blick und Wille richten sich nach unten. Sie lässt den sich Zuwendenden nicht bei sich selbst, ist keine in sich selbst geschlossene Gesinnung und sich selbst genügende Haltung. In ihr gerät der Mensch außer sich, um in Liebe und Leidenschaft beim Geringeren zu sein.“

Barmherzigkeit Von Oswald Bayer Die Lehnübersetzung des lateinischen misericordia besagt in der genauen Bedeutung des zusammen­gesetzten Wortes: bei dem Armen…

Hans Ruh über Josef L. Hromádka (1967): „Das gesamte Denken Hromádkas zielt hin auf Bewegung: Dynamik steht gegen Statik, Veränderung gegen Ruhe, Feuer gegen Erstarrung, Revolu­tion gegen Status quo. Solche Bewegung deutet hin auf die besondere Be­wegtheit des Menschen Hromádka. Er gehört zu den Theologen, deren Per­sönlichkeit in den theologischen Aussagen und den ethisch-politischen Ent­scheidungen zu einem sichtbaren Ausdruck gelangt. Hromádkas Biographie gehört hinein in die Beschreibung seines theologischen Denkens, ja er ist einer der Theologen, die man kennen muss, will man ihre Intentionen zu­tiefst verstehen und würdigen.“

Josef L. Hromádka Von Hans Ruh Josef L. Hromádka, geboren am 8. Juni 1889 in Hodslavice (Mähren). 1907—12 Theologiestudium in…