Die Kirche als zivilgesellschaftliche Assoziation. Überlegungen aus aktuellem Anlass Von Albrecht Grözinger Zurzeit häufen sich die Vorwürfe an die Kirchen,…
Nationalistischer Aufruf des Evangelischen Oberkirchenrates vom November 1918: „Am Totensonntag werden Ungezählte in bittrem Weh, dass ihre Toten nun umsonst gefallen sein könnten, sich in den Kirchen sammeln. Wir wollen ihnen den vollen Trost des ewigen Lebens bringen und ihnen den Glauben stärken, dass die heiligen Opfer mitwirken zur Auferstehung unseres Volkes. Wir gehen der sonst so lichten und nun so dunklen Advents- und Weihnachtszeit entgegen. Viele in unserm Volk werden in der großen Gefahr sein, alle Hoffnungen fürs Vaterland zu begraben. Hoffnungslosigkeit ist der Tod. Wir wollen den Trost ergreifen, dass der Herr, der durch Tod zum Leben gegangen ist, immer im Kommen ist. Sein Weg ist auch in dunklen Wassern dieser Zeit. Jede Epoche der Weltgeschichte soll auch eine Epoche in der Geschichte seines Reiches sein. Er lebt und herrscht, er wird siegen. Er lässt seine Sache nicht im Stich! Das Reich muss uns doch bleiben!“
Aufruf des Evangelischen Oberkirchenrates: „Wir haben den Weltkrieg verloren“ In Sachen „christlicher Nationalismus“ finden sich auch in der deutschen protestantischen…
Drei Schriften von Eitelhans Langenmantel über das Abendmahl des Herrn: „Zum fünften, wollen sie dir das nicht nachgeben, so lege ihnen das vor, dass Christus auch den Kelch genommen hat und gesprochen: Dieser Kelch ist ein neues Testament in meinem Blut. So wollen wir auch keine Auslegung darüber machen lassen. So frag man sie, worin denn das Blut sei, so der Kelch im Blut ist. Zum sechsten frag man sie, ob einer Christum empfangen könne, er glaube an ihn. So sprechen sie nein. So glaubt das Brot nicht, so kann es auch den Leib Christi nicht empfangen. Denn der Glaube kommt aus dem Gehör, so kann das Brot nicht hören, kann es nicht hören, so kann es auch nicht glauben. Deshalb kann es denn den Leib Christi nicht empfangen.“
Drei Schriften von Eitelhans Langenmantel über das Abendmahl des Herrn [gekürzt]. Eitelhans Langenmantel, aus dem bekannten Augsburger Patriziergeschlecht der Langenmantel,…
Dietrich Bonhoeffer, Friedenspredigt zu Römer 12,17-21 (1938): „Das Kreuz ist keines Menschen Privatbesitz, sondern es gehört allen Menschen, es gilt allen Menschen. Gott liebt unsere Feinde – das sagt uns das Kreuz, er leidet um sie, er hat Not und Schmerzen um sie, er hat für sie seinen lieben Sohn gegeben. Darauf kommt alles an, dass wir bei jedem Feind dem wir begegnen, sogleich denken: den liebt Gott, für den hat Gott alles gegeben. Darum haltet euch nicht selbst für klug: das hieß für unsere Stellung zu unseren Feinden zuerst: Denke daran, dass du auch Gottes Feind warst und dass dir Erbarmung widerfahren ist ohne Verdienst und Würdigkeit. Es hieß zweitens: Denke daran, dass Gott auch für deinen Feind ans Kreuz ging und ihn liebt wie dich.“
Predigt zu Römer 12,17-21 Von Dietrich Bonhoeffer [Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch…
Karl Barth, Auslegung zu Römer 12,17–21 (Kurze Erklärung des Römerbriefes, 1941): „In dieser seiner echten Bedürftigkeit vor Gott wird der Christ dann auch ein lebendiges, ein schlechterdings aufrichtiges Friedensangebot an alle Menschen – der Träger des an sie gerichteten göttlichen Friedensangebotes – sein. Wenn sie es aber nicht annehmen? Und sie werden es ja gewiss trotz allem nicht alle annehmen! Nicht alle? Wie viele, wie wenige werden es annehmen? Soll er nun doch als Partei gegen Partei wider sie vorgehen? Gleiches mit Gleichem vergelten? Mindestens damit, dass er sie nun dennoch fallen lässt, dass er endlich und zuletzt, ein Bild des göttlichen Zornes, doch von ihnen weg und seiner Wege geht?“
Auslegung zu Römer 12,17–21 (Kurze Erklärung des Römerbriefes, 1941) Von Karl Barth Aber nun lebt ja der Christ nicht nur…
Wolfgang Huber über Heinz Eduard Tödt (1918-1991): „Dass Heinz Eduard Tödt zu einem Lehrer des Friedens und der Menschenrechte wurde, wurzelt in der Geschichte seines Lebens. Seine Erinnerungen an Krieg und Willkürherrschaft liest man nur dann in seinem Sinn, wenn man die eigenen Kräfte für die Bändigung der Gewalt und den Schutz der menschlichen Würde einsetzt.“
Ein Lehrer des Friedens. Der Theologe Heinz Eduard Tödt war in besonderer Weise Zeuge des 20. Jahrhunderts Von Wolfgang Huber…
Tagesgebet zum 4. Sonntag nach Trinitatis, 28. Juni 2026
Himmlischer Vater,Du unser Gott,Deine Liebe wärmt in der Seelenkälte,Deine Barmherzigkeit löst Sündenstarre.So bitten wir Dich:Dein Geist öffne unseren Blickund unser…
Heinz Eduard Tödt über Menschenrechte (1983): „Ein anderes Interpretationsmodell achtet im theologischen Umgang mit der Menschenrechtsbewegung sowohl auf Differenzen wie auf Analogien zur christlichen Botschaft. Die Ambivalenzen in den Sachmomenten Freiheit, Gleichheit und Teilhabe, ihre Spannungen untereinander, fordern die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Deutung und der Verwirklichung, die sich nicht schon »evident« aus dem humanen Ethos heraus ergibt. Hier ist der Rückgriff auf Perspektiven und Intentionen des Glaubens, die Kriterien für solche Entscheidungen hergeben, nötig. So wird der Christ statt eines selbstbezogenen ein kommunikatives, auf den Dienst am anderen gerichtetes Freiheitsverständnis wählen und statt bloß formaler Gleichheitsforderungen eine solche, die gerade auf die Armen, Verfolgten, Gewaltlosen Rücksicht nimmt.“
Menschenrechte/Grundrechte Von Heinz Eduard Tödt 1. Wortbedeutung. »Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist…
Vom Niederwerfen zum Anbeten. Wie Luther mit seiner Bibelübersetzung ein Missverständnis zum religiösen Gemeingut machte: „Im Zentrum steht das hebräische Verb hischtachawāh, das die griechische Septuaginta-Bibel mit proskynéō wiedergibt. Gemeint ist eine ehrerbietige Niederwerfung vor einem Höhergestellten als wortlose Ausdrucksgebärde. Luthers ‚Anbeten‘ folgt hingegen der Vulgata, die hier das Verb adorare (wörtlich ‚anreden‘) verwendet. Damit verschiebt sich die Bedeutung: ‚Anbeten‘ beziehungsweise adorare bezeichnet primär eine sprachlich artikulierte Beziehung zu Gott, in der Lob oder Bitte mit Worten zum Ausdruck gebracht werden.“
Vom Niederwerfen zum Anbeten. Wie Luther mit seiner Bibelübersetzung ein Missverständnis zum religiösen Gemeingut machte Das ist wieder ein Beispiel…