In einem Seelsorgegespräch aus Anlass eines Trauerfalls ist mir ein neues Sprichwort entfallen: Umarme deine Kinder nicht mit deiner eigenen…
Wiedertäufermandat des Reichstags von Speyer 1529: „Wir ordnen an, dass alle Wiedertäufer, sowohl Männer als auch Frauen, im verständigen Alter mit dem Tode bestraft werden sollen – durch Feuer, Schwert oder eine andere angemessene Strafe, abhängig von den Umständen der jeweiligen Person. Dies soll geschehen, ohne dass zuvor eine Untersuchung durch kirchliche Gerichte stattfindet. Die Hauptprediger, Anführer und Aufrührer dieser Sekte, sowie diejenigen, die zum zweiten Mal abfallen, sollen ebenfalls ohne Gnade bestraft werden.“
Kaiserliches Wiedertäufermandat des Reichstags von Speyer 1529 Wir, Karl der Fünfte, von Gottes Gnaden erwählter römischer Kaiser, entbieten allen und…
Hans-Georg Gadamer, Wer bin ich und wer bist Du? Zu einem Gedicht von Paul Celan: „Wer ist dieses Du? Es klingt fast, als wisse da einer, wieviel er dem Ich aufladen kann, wieviel das hoffende Herz des Menschen erträgt, ohne daß es die Hoffnung sinken läßt. Ein unbestimmtes Du, das vielleicht in dem Du des Nächsten, vielleicht in dem Du des Fernsten seine Konkretion findet, oder gar in dem Du, das ich mir selbst bin, wenn ich meiner eigenen Zuversichtlichkeit die Grenzen des Wirklichen fühlbar mache. In jedem Fall ist das Zusammenspiel von Ich und Du, das den Fang verheißt, das, was in diesen Versen eigentlich präsent ist und dem Ich seine Wirklichkeit verleiht.“
Wer bin ich und wer bist Du? Zu einem Gedicht von Paul Celan Von Hans-Georg Gadamer In den späteren Gedichtbänden…
Christine Lavant, Frühlingsoffenbarung: „So sehr ist überall die Seele eingezogen / wie eine Offenbarung, wie ein Kern! / Die toten Dinge werden gänzlich überwogen / von neuem Leben, werden einbezogen / ins große Anfangswort aus Gott dem Herrn!“
Frühlingsoffenbarung Das Blau des Himmels ist unfasslich neu –es wölbt sich höher als an andern Tagenund die Kastanien, die schon…
Karl Barth über Niklaus von Flüe als Heiliger (1944): „Das Spiel des in Rom vollzogenen Heiligsprechungsprozesses ist ein übles Spiel mit dem Gedanken, dass dem Menschen über die Heiligkeit der heiligen Taufe hinaus nun doch noch etwas Höheres und Besseres zugesprochen werden könnte. Dieses Höhere kann nur ein Geringeres, dieses Bessere kann nur ein Schlechteres sein. Darum können wir an diesem Spiel nicht teilnehmen.“
Ein Heiliger. Über Niklaus von Flüe Von Karl Barth Unsere katholischen Mitschweizer und die übrige katholische Welt sehen einer Handlung…
Max Horkheimers Notiz über das Vergessen: „Wenn einer ganz tief unten ist, einer Ewigkeit von Qual, die ihm andere Menschen bereiten, ausgesetzt, so hegt er wie ein erlösendes Wunschbild den Gedanken, dass einer komme, der im Licht steht und ihm Wahrheit und Gerechtigkeit widerfahren läßt. Es braucht für ihn nicht einmal zu seinen Lebzeiten zu geschehen und auch nicht zu Lebzeiten derer, die ihn zu Tode foltern, aber einmal, irgendwann einmal, soll doch alles zurechtgerückt werden.“
Über das Vergessen (1966/69) Von Max Horkheimer Wenn einer ganz tief unten ist, einer Ewigkeit von Qual, die ihm andere…
Tagesgebet zum 5. Sonntag in der Passionszeit (Judika), 22. März 2026
Allmächtiger, ewiger Gott,Deine Gerechtigkeit lässt kein Unrecht gelten.So hat Dein Sohn das Todesurteil auf sich genommenund am Kreuz die Sünde…
Narben lassen Heilung sichtbar bleiben
In einem Seelsorgegespräch mit einer Achtjährigen, die demnächst bei uns getauft wird, ist mir ein neues Sprichwort entfallen: Narben lassen…
Kornelis Heiko Miskotte, Vorzeichen der Freude (Wenn die Götter schweigen): „Es sind die Propheten, die, mehr als die Weisen, mittragen an dem Leid der seufzenden Kreatur. Sie sind es, die von der Zukunft wissen, welche, obwohl sie sich in ihren Vorzeichen im Heute präsent setzt, dennoch das Heute unendlich überbietet. Wenn die Prophetie davon spricht, wird ihre Sprache fremdartig wie ein spielerisches Moment in allem Ernst, einsam wie ein Tun, das sich durch keine Erfahrung, auch keine Glaubenserfahrung, rechtfertigen läßt, dann wird auch sie – Kunst.“
Vorzeichen der Freude Von Kornelis Heiko Miskotte „… Und siehe, es war sehr gut“. Das kann niemand nachsprechen. Die Mächte…