Vater im Himmel,Deinen Sohn hast Du bei Dir aufgenommen,mit Leib und Seele.So findet sich unsere Heimat bei Dir.Richte unsere Sehnsucht…
Schalom Ben Chorin, Kritik des Esther-Buches. Eine theologische Streitschrift (1938): „Aber zurück zum Amtsantritt Mardochais. Was tut er? Verzeiht er grossmütig seinen Feinden und amnestiert begangene Gewalttaten? Nichts dergleichen. Mardochai macht Revolution mit Erlaubnis der Obrigkeit. Das ist die peinlichste Art von Terror, die man sich denken kann: Terror ohne Risiko. Ein Pogrom, der von der Regierung gedeckt wird, ist um nichts besser, wenn er von Juden begangen wird. Das haben uns die Antisemiten des öfteren schon vorgeworfen. Und wir haben nichts anderes tun können als lendenlahm einzuwenden, dass die Sache verjährt sei. Sie ist leider nicht verjährt. Sie wäre verjährt, tausendmal schon, begingen wir nicht jedes Jahr wieder Purim und identifizierten uns damit mit den jüdischen Pogrom-Helden von damals.“
Kritik des Esther-Buches. Eine theologische Streitschrift (1938) Von Schalom Ben Chorin I Ich schlage vor, das Purim-Fest vom jüdischen Kalender…
Christian Gerber, Vom Kirchenschlaf (Unerkannte Sünden der Welt, 1690): „Hingegen ist es gewisslich eine sehr schwere Sünde, wenn junge oder sonst frische und gesunde Leute, die Gottes Wort besonders nötig haben und oft im Christentum sehr schlecht unterrichtet sind, dennoch aus schändlicher Faulheit und Gewohnheit während des Gottesdienstes schlafen und schnarchen – vom Anfang bis zum Ende. Dann gehen sie aus der Kirche, ohne irgendeine Besserung ihres Christentums, und geben sich damit zufrieden, dass sie ’nur‘ in der Kirche gewesen sind. Dabei haben sie weder mit andächtigem Gesang ihre Herzen zu Gott erhoben, noch das gepredigte Wort mit Andacht gehört, sondern die Zeit mit süßem Schlaf zugebracht. Das ist wahrlich eine sehr große Sünde: aus dem Hause Gottes, in dem man beten und lernen soll, ein Schlafhaus zu machen.“
Vom Kirchenschlaf (Unerkannte Sünden der Welt, 1690) Von Christian Gerber § 1 Es ist vor aller Welt offenbar, dass auch…
Friedrich Christoph Oetinger, Über das Leben. Zur Theologie der Elektrizität (1776): „Es gibt also ein doppeltes Leben im Menschen: das empfindende und das verständige. Jenes ist elektrisch; dieses ist weit über die Elektrizität erhaben. Die Grenzen kann man jedoch nicht bestimmen. Das verständige Leben ist in den Wiedergeborenen mit dem Geist Jesu vereinbar. So viel kann man aus elektrischen Proben und aus den Worten Gottes über die Seele schließen.“
Über das Leben (Zoe) Von Friedrich Christoph Oetinger Jakobus sagt, das Leben sei ein Atmis – ein zarter Hauch, ein…
Hans-Georg Gadamer über Friedrich-Christoph Oetingers Schrift Inquisitio in sensum communem et rationem: „Nun versichert der Theologe, dass bei diesem Beginnen die Bibel wesentlich sei: Die gesunden Worte der Heiligen Schrift helfen uns, unseren Worten Zügel anzulegen. Doch ist es ein unabgeschlossener Kampf, denn bis heute schwächen uns fremde, von den Philosophen oder von den plebeji erfundene Ausdrücke — und daher fehlen uns oft die Worte, um das anzuzeigen, was wir fühlen. Oetinger beruft sich hier auf das Vorbild von Sokrates und vor allem von Melanchthon — sie beide verstehen ihre Dialektik als das beharrliche Verfolgen der göttlichen Spuren — und empfiehlt Bengel, der helfen kann, zu der alten gravitas zurückzufinden — in allem ist es der sensus communis, der, göttlichen Ursprungs, die Menschen das gewahren läßt, was ihnen am meisten verwandt ist. So behält der sensus auch bei allem Denken und bei aller Beurteilung von Gedanken die entscheidende Führung — er ist ein durch die Heilige Schrift erleuchteter Sinn.“
Einleitung in Friedrich-Christoph Oetingers Schrift Inquisitio in sensum communem et rationem (1964) Von Hans-Georg Gadamer Innerhalb der Geschichte des Pietismus…
Karl Barth, Antwort auf die Frage „Was sollen wir tun, wenn wir nicht beten können?“: „Lassen Sie mich fragen: Wer kann denn beten? Gibt es einen Menschen, der sagen dürfte: Ich kann beten? Ich fürchte, der Mensch, der das sagen wollte, der könnte in Wahrheit gerade nicht beten. Umgekehrt wäre vielleicht dem, der klagt: Ich kann nicht beten!, zuzurufen: Gerade so bist du ganz nahe daran, in Wahrheit zu beten! Das wirkliche Beten ist ja etwas, was wir nicht machen können, sondern was geschieht, gewiss durch uns geschieht, aber nicht auf Grund einer Fähigkeit, sondern auf Grund dessen, dass Gott uns angenommen hat als seine Kinder. Wenn wir seine Kinder sind, dann schreien wir auch zu ihm.“
Antwort auf die Frage „Was sollen wir tun, wenn wir nicht beten können?“ Von Karl Barth Ich habe hier nicht…
Tagesgebet zum 5. Sonntag nach Ostern (Rogate), 10. Mai 2026
Gott, unser Vater,in die Tiefen von Himmel und Erdehorchst Du hinein.So erhörst Du das Seufzen deiner Schöpfung.Komm uns mit deinem…
Martin Luther über die Lutherrose in seinem Brief an Lazarus Spengler: „Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rose stehen, um anzuzeigen, dass der Glaube Freude, Trost und Friede gibt, und ihn kurzum in eine weiße, fröhliche Rose versetzt. Das geschieht nicht so, wie die Welt Friede und Freude gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein. Denn die weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose stehet in einem himmelfarbenen Felde, weil solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang der himmlischen zukünftigen Freude ist, die jetzt wohl schon drinnen einbegriffen und durch Hoffnung erfasst, aber noch nicht offenbar ist.“
Brief an Lazarus Spengler über die Lutherrose (1530) Von Martin Luther Veste Koburg, 8. Juli 1530 Weil Ihr zu wissen…
Friedrich Christoph Oetinger, Vorrede zu Prokop Diviš, Längst verlangte Theorie von der meteorologischen Electricité (1765): „Ich übergebe dieses Werk allen, die daran interessiert sind, Theologie und Naturwissenschaft miteinander zu verbinden. Herr Divisch hat als Theologe gezeigt, wie sich Aussagen der Heiligen Schrift im Licht der Elektrizität neu deuten lassen. Denn wenn der Heilige Geist uns dazu anleitet, die Werke Gottes zu betrachten, gibt er zwar Hinweise in wenigen Worten, überlässt es uns aber, ihre Bedeutung durch das Studium der Natur selbst zu erschließen.“
Vorrede zu Prokop Diviš, Längst verlangte Theorie von der meteorologischen Electricité (1765) Von Friedrich Christoph Oetinger Man hat die durch…