Adrian Schenker, „Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat.“ Zum Oster-Psalm 118: „So erweist sich Psalm 118 als ein ungewöhnlich bedeutungsvolles Lied der Heiligen Schrift, zuerst in seinem biblischen Kontext als Dank- und Bekenntnislied im Psalter, dann als jüdischer Pessach-Psalm, der die Rettung des Volkes aus der ägyptischen Unterdrückung dankend bekennt, und schließlich als prophetisches Wort über den getöteten und auferstandenen Christus Jesus in den Feiern der christlichen Kirche.“

„Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat.“ Zum Oster-Psalm 118 Von Adrian Schenker O.P. 1. Jüdische und christliche…

Huub Oosterhuis, Das Zelt der Zusammenkunft (De tent van samenkomst, 1969): „Ein Universum wird umgestülpt und erschüttert: die Sternbilder, die Leuchtspuren, nach denen sich die umherirrende Menschheit wie nach einem siche­ren Kompass richtet, verlieren ihren Halt. Es ist eine Unheilsvision. Aber inmitten dieser zerrütteten Ord­nung erscheint als neuer Orientierungspunkt der Menschensohn, wie ein Morgenstern, bei dessen Aufleuchten alle vertrauten Sterne und Sicherheiten verblassen. Unser Schicksal, unsere Zukunft steht nicht länger in den Sternen geschrieben, sondern im Menschensohn, in seinem ‚verklärten Leib‘. Wir lesen, was wir zu erwarten haben und wer uns er­wartet. Im Licht der Vision der Hoffnung, die uns als Evangelium überliefert wurde, gibt es im ganzen Kosmos keine andere Wahrheit, nach der wir uns richten können, als die Menschlichkeit und die menschliche Gestalt Jesu von Nazareth. Wir haben keinen anderen zu erwarten.“

Das Zelt der Zusammenkunft (De tent van samenkomst) Von Huub Oosterhuis Alles, oder nahezu alles, was Menschen an Freud und…

Karl Barth, Der große Dispens. Predigt zu Philipper 4,5-6 (1957): „Also doch nur Beten? Ja, nur beten! Hast du es etwa schon versucht, nicht aus Gewohnheit, sondern weil der Herr nahe ist und weil du es als sein Bruder, als seine Schwester, als Gottes Kind wagen darfst und wagen sollst, bittend und flehend im Gebet Alles vor Gott zu bringen. Wer das versucht und getan hat, der weiss, dass solches Beten, nur Beten, auch stille rüstige, stetige Arbeit einschliesst. Der hat keine Sorge, dass Beten zu wenig sein könnte, der tut vielmehr gerade, indem er betet, auch in seinem Leben, Denken, Reden und Tun die seinem Beten entsprechenden Schritte: kleine, anspruchslose, unscheinbare, aber bestimmte Schritte u. zw. in aller Bedrängnis muntere, ja lustige Schritte, mit denen er wohl auch, ganz ohne es zu wollen, ohne es voraus zu sehen und zu wollen, ein wenig Licht für Andere in dieser dunklen Welt sein und verbreiten darf.“

Der große Dispens. Predigt zu Philipper 4,5-6 (1957) Von Karl Barth Phil. 4,5-6: „Der Herr ist nahe. Sorget euch um…

Johann Christoph Blumhardt über die Hoffnung des Heiligen Geistes: „Es hat mir auch in den besten Erbauungsbüchern, die ich las, und immerhin hochschätzte, etwas gefehlt von dem, was ich in der Schrift fand. Namentlich die Wirklichkeit nach den Worten konnte ich bei unseren Christen nur gar wenig finden, wenn auch die Worte an die Schriftworte angelehnt waren. Schon in meiner Kindheit daher hatte ich eine Sehnsucht nach dem geheimnisvollen Etwas, das ich nur in der Schrift fand, und sonst nirgends, und worin ich mir die eigentliche Gotteskraft verborgen dachte. Es war mir das etwas Anderes, als die Lehre oder die Glaubensartikel, die ich nach der Schrift als richtig, der Form und dem Gedanken nach, erkennen musste. Den Heiland haben, in mir fühlen, den Geist haben und in mir zeugen hören, wie das sei, das hätte ich so gerne bei mir gefunden.“

Die Hoffnung des Heiligen Geistes (1877) Von Johann Christoph Blumhardt Frage. „In Ihren Blättern sprechen Sie öfters mit freudiger Gewissheit…

David Chytraeus, Über die rechte Anleitung zum Lesen der Geschichten (De lectione historiarum recte instituenda, 1565): „So wie Gott dieses ganze überaus schöne Welttheater, den Himmel, die Lichter, die Sterne, die Elemente, die Pflanzen, die Lebewesen und unsere eigenen Seelen und Leiber erschaffen hat, und will, dass wir sie anschauen und die in sie eingeprägten Spuren der göttlichen Güte und Weisheit betrachten, so hat er auch die fortlaufende Reihe der Dinge, die in diesem Welttheater von Gott und den Menschen, seinen Bewohnern, der Beachtung und Erinnerung wert sind, vom Anfang an bis zu unserem Zeitalter getan und geschehen sind, in der Weltgeschichte bewahrt. In dieser können wir wie auf einem gemalten Bild oder wie auf eine hohe Warte gestellt mit unseren Augen deutlich sehen und betrachten, was auch immer im Erdkreis von der ersten Schöpfung an bis jetzt Denkwürdiges geschehen ist.“

Über die rechte Anleitung zum Lesen der Geschichten (De lectione historiarum recte instituenda, 1565) Von David Chytraeus So wie Gott…

Mit Verlusten in der Kirche zurechtkommen. Zehn Thesen zur christlichen Ethik des Abschiednehmens entfaltet (Kirchliche Abschiedsprozesse bewusst gestalten): „Um Verluste verabschieden zu können, dürfen sie nicht als alles bestimmende Unwirklichkeit gelten. Sie sind daher in einem perspektivischen Rahmen zu sehen – es ist eben nicht alles verloren. Fehlt eine solche Rahmung, entfalten Verluste eine unwiderstehliche Sogwirkung, als würde alles Liebgewonnene entschwinden. Soll es keinen fatalistischen Abschied geben, darf ein religionssoziologischer Deutungsrahmen, bei dem die Diffusion religiöser Selbstbezüglichkeit im Zentrum steht, nicht das letzte Wort haben. Dazu ist das Hinübergehen in eine andere Gattung (metábasis eis állo génos) angesagt, die als kohärente Erzählung nicht zu Fehlschlüssen führt.“

Mit Verlusten in der Kirche zurechtkommen. Zehn Thesen zur christlichen Ethik des Abschiednehmens entfaltet 1. In der Gesellschaft sind der…