Karl Barth, Self-presentation (1962): „I may have become hard of hearing, but the new song to be sung to the Lord in accordance with these conditions has not yet reached my ears. And so, in all modesty, I must not yet consider myself outdated and superseded. But be that as may: Dominus providebit. It only remains me to wish systematic theology (whatever my contribution may be) that in the near and distant future it may remain or become again the modest but free, critical but cheerful science that it has become dear to me through all peripeties and temptations and that it has been worth the effort.“

Self-presentation (1962) By Karl Barth In the fall of 1964, it will be 60 years since I turned to the…

Ulrich Simon über eine Theologie nach Auschwitz (A Theology of Auschwitz, 1967): „Die radikale Natur der modernen Erfahrung verzweifelt beinahe an einer verbalen Definition der Gottheit. In Auschwitz stößt die gänzliche Andersheit Gottes, verborgen und unermesslich, nicht länger mit der Offenbarung des Einen zusammen, der nahe, liebend und in den Bedrängnissen des Menschen bedrängt ist. Die Wissenschaft vom Kreuz gibt der unendlichen qualitativen Unterscheidung zwischen Gott und Mensch eine neue Schärfe, indem sie den Schöpfer des Universums als das Lamm des Opfers akklamiert.“

Über eine Theologie nach Auschwitz (A Theology of Auschwitz, 1967) Von Ulrich Simon Ulrich Simon (1913–1997) war deutsch- bzw. jüdischstämmiger…

Alex Stock, Rettung der Namen. Postcommunio (Poetische Dogmatik, 1995): „Der Name scheint das zu sein, in dem ein Mensch sich über seine begrenzte physische Existenz hinaushebt, eine durch den Verfall von Hab und Gut, Leib und Leben nicht tangierbare Existenzsicherung. Aber der Name ist kein Ontologicum, das so oder so ohnehin bleibt, ob jene anderen Dinge auch vergehen; er ist etwas, um das man Sorge tragen muss, das also selbst bedroht ist. Was dem Namen droht, ist, dass er ausgelöscht wird und verschwindet. Die eigentliche Vernichtung, die die Erzähler und Beter im Alten Testament für sich befürchten und den Feinden an den Hals wünschen, ist die definitive Tilgung des Namens.“

Rettung der Namen. Postcommunio Von Alex Stock „Trag Sorge für den Namen“, mahnt der Weisheitslehrer Jesus Sirach zu Beginn des…

Martin Luthers vierte Disputation über die Rechtfertigung (Disputatio de iustificatione) von 1536: „Man muss daher mit Paulus schlicht sagen: „Wir sind nichts“ – wie wir ja auch aus dem Nichts gemacht sind. Wer aber auf den äußeren Schein seiner Werke sieht oder nicht Nichts sein will, der wird niemals das Ausmaß dieses göttlichen Werkes verstehen. Viel weniger noch als jemand die Herrlichkeit der Sonne erkennen kann, der im Licht der Sonne den Glanz eines morschen Holzstücks rühmt.“

Martin Luthers vierte Disputation über die Rechtfertigung (Disputatio de iustificatione) von 1536 Der zu rechtfertigende Mensch ist ein sündiger Mensch,…

Matthias Flacius Illyricus, Über den Erkenntnisgrund der Heiligen Schrift (Clavis scripturae sacrae, 1567): „Es ist in der Tat zweifelhaft, warum Gott die Schrift gleichsam Satz für Satz und so dicht gedrängt in bestimmte Teile eingeteilt überliefert hat, wie auch das kaiserliche Recht geschrieben ist. Geschah es deshalb, weil beide aus einzelnen Fällen oder aus deren Behandlung entstanden sind? Denn wirklich sind beide (wie man zu sagen pflegt) aus den schlechtesten Sitten des Menschengeschlechts und des Teufels, oder gewiss auf Anlass derselben, entstanden. Oder darum, weil sie so besser den einzelnen Aufgaben dienlich sind? Denn die Schrift ist zu einem großen Teil aus einzelnen Eingebungen, Ansprachen und Briefen zusammengestellt, die zur Beseitigung und Berichtigung der Übel aus der Schuld und Strafe der Menschen von Gott gegeben sind. Und diese Sache oder Methode ermangelt freilich nicht sehr schwerwiegender Gründe, aber das bringt doch zugleich eine gewisse Dunkelheit für die Unerfahreneren mit sich.“

Über den Erkenntnisgrund der Heiligen Schrift (Clavis scripturae sacrae, Tractatus I, 1567) Von Matthias Flacius Illyricus DIE URSACHEN DER SCHWIERIGKEIT…

Gerhard Jacobi, Predigt zu Apostelgeschichte 10,42–43 (1935): „Ob wir nicht als Bekennende Kirche schon zu lange geschwiegen haben, wo wir hätten reden sollen? Um uns eine Flut von Worten, Reden, Schriften, die gegen Gott gerichtet sind, Gott beleidigen, Gottes Ehre antasten. Durch Schweigen der Kirche werden Tausende und Millionen Menschen in den Abfall von Gott geführt. Je mehr wir schweigen, desto größer der Abfall und desto mehr Schuld bei uns. Eine Kirche, die nur innerhalb ihrer vier Wände Christus verherrlicht, ist nicht Zeugin.“

Predigt zu Apostelgeschichte 10,42–43 (1935) Von Pfarrer Gerhard Jacobi, Berlin, Präses der Bekenntnissynode Berlin-Brandenburg „Jesus Christus hat uns geboten, zu…

Rolf Rendtorff über Helmut Gollwitzer. „Gekrümmt vor dem Herrn – aufrecht im Klassenkampf“: „In Berlin wird nun der ‚politische Theologe‘ Helmut Gollwitzer in das viel­fältige Geschehen der sechziger und siebziger Jahre hineingezogen – genauer: er stellt sich ihm, er nimmt die ihm darin begegnenden Herausforderungen an; Berlin und die FU prägen ihn und seine Theologie (gewiß nicht ausschließlich, da­zu ist er viel zu sehr Theologe), und er prägt sie an seinem Teile mit. Daß dieser Teil oft nicht gering war, zeigt sich beispielhaft darin, daß er es war, der im Juni 1967 die Gedenkrede vor der Überführung des Sarges von Benno Ohnesorg nach Westdeutschland hielt. ‚Keiner hatte wie er eine solche breite Anerken­nung, und an diesem Christen und Radikaldemokraten kam niemand vorbei‘, schrieb Rudi Dutschke später dazu.“

Helmut Gollwitzer. „Gekrümmt vor dem Herrn – aufrecht im Klassenkampf“ Von Rolf Rendtorff Links zu stehen schien Ehrensache „Ich bin…