Kindergebet in Anschluss an Jesu Lobpreis (Matthäus 11,25-26): „Du lässt dich auf Kindersprache und Kinderbilder ein, schaust staunenden Kindern liebevoll in deren Augen. Kinderlieder sind Dir ein Wohlgesang. So loben und preisen wir Dich als Kinder, die Dir nicht entwachsen sind. Dir sei Ehre und Dank, alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit.“

Vater, Herr des Himmels und der Erde,Deinen Ratschluss, deine gute Nachrichthast Du nicht Theologen zukommen lassen.Was mit komplizierten Sätzen Dir…

Paul Gerhard Braune, Denkschrift Betrifft: Planwirtschaftliche Verlegung von Insassen der Heil- und Pflegeanstalte (1940): „Auch eine andere ernste Frage taucht auf. Wie weit will man mit der Vernichtung des sogenannten lebensunwerten Lebens gehen? Das bisherige Massenverfahren hat bewiesen, dass man viele Leute erfasst hat, die weithin klar und zurechnungsfähig sind. In einem mir besonders gut bekannten Fall sollten sechs Mädchen mitverlegt werden, die dicht vor ihrer Entlassung aus der Anstalt standen, um in Arbeitsstellen als Hausgehilfinnen vermittelt zu werden. Will man nur die völlig Hoffnungslosen, etwa die Idioten und Blöden treffen? Das Merkblatt führt, wie schon oben gesagt, auch die Alterserkrankungen auf. Die neueste Verordnung der gleichen Behörden fordert die Erfassung der Kinder mit schweren angeborenen Leiden und Mißbildungen jeder Art, ihre Sammlung und Erfassung in besonderen Anstalten. Welche ernsten Befürchtungen müssen da aufsteigen. Wird man vor den Tuberkulosen haltmachen? Bei den Sicherungsverwahrten sind scheinbar die Maßnahmen der Euthanasie schon begonnen. Werden auch andere Anormale und Asoziale erfasst? Wo liegt die Grenze? Wer ist anormal, asozial, wer ist hoffnungslos krank? Wer ist gemeinschaftsunfähig? Wie wird es den Soldaten gehen, die sich im Kampf für das Vaterland unheilbare Leiden zuziehen? Solche Fragen sind schon in ihrem Kreise aufgetaucht. Hier steigen ernsteste Fragen und Sorgen auf. Es ist ein gefährliches Unterfangen, die Unverletzlichkeit der Person ohne jeden Rechtsgrundsatz preiszugeben. Jedem Rechtsbre­cher wird der gesetzliche Schutz gewährt, soll man gerade die Hilflosen ohne Schutz lassen? Wird es nicht die Ethik des ganzen Volkes gefährden, wenn das Menschenleben so wenig gilt?“

Denkschrift – Betrifft: Planmäßige Verlegung der Insassen von Heil- und Pflegeanstalten Von Paul Gerhard Braune Der Lobetaler Anstaltsleiter, Pastor Paul…

Martin Luther, Predigt über Matthäus 11,25–30 (1527): „Christus lehrt von der Sanftmut, dass sie nicht Böses für Böses gibt. Denn Christi Joch hat die Art an sich, dass die Feinde uns das Unsre nehmen; dadurch werden wir zornig, und wird uns übel zu Mute, wir wollen uns rächen, fluchen, schelten und sind ungeduldig darüber. Christus aber spricht: hierher, lerne von mir, nicht zornig noch rachgierig zu sein, wenn es dir übel geht, dir das Deine genommen wird oder du irgendwie beleidigt wirst; sei nicht zornig noch ungeduldig, sei sanftmütig und gutes Muts, tue wie ich; denn ich lass mich schelten und verachten und bleibe gleichwohl fröhlich; tue du desgleichen, weil du mich im Glauben hast; so wirst du Freude und Friede genug und vollauf haben; es schadet nichts, wenn’s auch dem alten Adam nicht nach seinem Willen geht; denn ich muss seine Vernunft dämpfen und seine Klugheit zur Torheit machen; wen ich liebe, den pflege ich wie mein liebes Kind zu stäupen; ich nehme ihm die Kreaturen weg, damit er recht lerne, dass in den Kreaturen kein Bestand ist und man sich drum auch nicht auf sie verlassen soll.“

Predigt über Matthäus 11,25–30 (1527) Von Martin Luther Zu derselbigen Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater und…

Julius Schniewind, Der Heilandsruf. Kommentar zu Matthäus 11,25–30 (1936): „Jesu Heilandsruf sagte in den drei Sprüchen, die ihn bilden, das gleiche. Jesus ist der Messias, dessen Geheimnis vom Herrscher Himmels und der Erde nur den Geringen offenbart wird. Er ist der eine Sohn, der allein den Vater kennt und offenbart, und den alle Menschen hinausstoßen. Er ist der Messias, der Gottes Gesetz ins Herz schreibt und den ewigen Frieden Gottes bringt; das geschieht aber so, daß er sich selbst zu den Armen, auf Gott Wartenden stellt. Die höchste Würde Jesu und sein Kreuzeswille sind in allen Sprüchen eins.“

Der Heilandsruf. Kommentar zu Matthäus 11,25–30 Von Julius Schniewind 25 Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise…

Jürgen Moltmann über die Theologie des Kreuzes (theologia crucis, 1983): „Die Bedeutung des Kreuzes darf jedoch nicht auf die Soteriologie beschränkt werden, wenn dabei das Wesen Gottes vom Tod Jesu unberührt bleibt. Von Gott im Tod Jesu zu denken, muss daher auch zu einer Umkehr führen, nämlich dazu, den Tod Jesu im Wesen Gottes zu denken: Das Kreuz Jesu Christi steht im Zentrum der göttlichen Trinität als eine Kluft zwischen Gott und Gott. Der Sohn gibt sich hin und erduldet das Sterben in der Verlassenheit durch Gott am Kreuz; der Vater verlässt den Sohn, gibt ihn dahin und leidet den Tod des Sohnes im Schmerz der Liebe.“

Theologie des Kreuzes Von Jürgen Moltmann 1. Die Theologie des Kreuzes (theologia crucis) ist die Kurzformel des wahren Glaubens, die…

Balthasar Mentzer, Vom Kreuz der Frommen (Katholisches Handbüchlein, 1619): „Wiewohl der Teufel und die gottlose Welt sich dünken lassen und sich dessen wohl berühmen, dass sie den Frommen alles Leid antun, so sehen doch die Gottseligen auf Gott den Herrn selbst, ohne dessen Verhängnis ihnen niemand schaden kann, und nehmen es für eine väterliche Züchtigung an, wenn sie mit Kreuz heimgesucht werden, und wissen, dass es ihnen zur Besserung dient.“

Vom Kreuz der Frommen (Katholisches Handbüchlein, 1619) Von Balthasar Mentzer 204. Ich spüre so viel, dass ein Christ sich wohl…

Sibylle Lewitscharoff über Paul Gerhardts Lied ‚Geh aus, mein Herz‘: „Eine beseelte Glaubenserfahrung kommt hier zum Ausdruck, die die gesamte Schöpfung feiert, in der sich ein Wanderer leichten Schrittes in der Zuversicht auf Gottes Gnade und Hut nach Herzenslust ergehen kann. Wobei es hier nicht um den rein irdischen Genuss von schönem Wetter geht – die funkelnde Glanzwelt der Natur ist nur ein schwacher Abglanz der einst im Paradies auf den erlösten Menschen wartenden Schönheit. Im Paradies wird alles schön sein. Das Auge schaut Schönes, die Sprache ist anmutig und herzerhebend, in Gottes Kosmos waltet die Ethik, ohne dass tagein tagaus um deren Bestand gerungen werden müsste. Hierzulande manifestiert sich die holde himmlische Schönheit nur in Momenten, in welchen sie einen Abglanz auf unsere Erde wirft.“

Geh aus, mein Herz Gottvertrauen: Trotz des großen Leides, das der Dreißigjährige Krieg brachte, konnte Paul Gerhardt Lieder tiefsten Gottvertrauens…

William H. Willimon über Apostelgeschichte 4,32–37: „Die Kirche kümmert sich um die Ihren und schafft so in ihrem gemeinsamen Leben eine Art Vignette, ein Paradigma der Welt, wie Gott sie für alle vorgesehen hat. Die Macht, die am Ostermorgen die Fesseln des Todes brach, an Pfingsten die Sprachbarrieren sprengte und einen Lahmen stärkte, löst nun den eisernen Griff des Privateigentums.“

Kommentar zu Apostelgeschichte 4,32–37 – Die Herausforderung des Besitzes Von William H. Willimon Es überrascht uns nicht, wenn Lukas berichtet,…