Karl Barths Antwortbrief an Béla Vasady vom November 1938: „An diese andere Grenze habe ich in diesem Sommer und Herbst unablässig denken müssen: die Grenze zwischen einem Bereich, in welchem es allerdings auch keine auch nur von ferne vollkommene Ordnung der menschlichen Dinge gibt, aber immerhin mehr oder weniger aufrichtige Versuche dazu, immerhin noch Recht und Freiheit, immerhin noch einen Raum auch für die Kirche – und einem anderen Bereich, in welchem ein antichristli­cher Mythus seinen totalitären Anspruch auf den ganzen Menschen und auf jedes Lebens­gebiet erhebt und damit das Unrecht und die Unfreiheit zum Prinzip, die Kirche innerlich unmöglich macht. An dieser Grenze wird das politische Problem von selbst zum theologischen. An dieser Grenze war in diesem Jahr nicht nur die Tschechoslowakei und auch nicht nur die europäische Humanität, sondern auch die christliche Kirche angegriffen.“

Antwortbrief Karl Barths an Bela Vasady (1938) Basel, St. Albanring 186, 9. November 1938 Herrn Professor Vasady BélaDebrecenUngarn Lieber Herr…

Karl Barth, Du weißt, wer wir sind (Gebet): „Nun aber stehen wir alle vor dir: in aller Ungleichheit darin gleich: dass wir alle vor dir und auch untereinander im Unrecht sind – dass wir alle einmal sterben müssen – dass wir alle ohne deine Gnade verloren wären – aber auch darin, dass deine Gnade uns allen verheißen und zugewendet ist in deinem lieben Sohn, unserem Herrn Jesus Christus.“

Du weißt, wer wir sind Herr, unser Gott!Du weißt, wer wir sind:Menschen mit gutem und Menschen mit schlechtem Gewissen –zufriedene…

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth beim Nationalen Gebetsfrühstück am 5. Februar 2026 als Zeugnis eines christlichen Nationalismus: „In dieser Evangeliumslesung hören wir Christus sagen: ‚Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach.‘ Christus wurde eindeutig nicht einfach gesandt, um ein Diplomat zu sein. Er war ein Störenfried. Seine Mission war es, Wahrheit von Lügen zu trennen – die Dinge der Welt von den Dingen Gottes, Licht von Finsternis, Gut von Böse. Und wie Christus, auf irdische Weise, sind unsere tapferen Krieger nicht berufen, der Welt nachzugeben. Sie müssen ihr entgegentreten. Wir wissen, dass wir einen physischen Kampf führen, aber letztendlich – verwurzelt, wie der Präsident sagte – kämpfen wir auf einem geistlichen Schlachtfeld. Wir sind nicht nur Krieger, bewaffnet mit dem Arsenal der Freiheit; wir sind letztendlich bewaffnet mit dem Arsenal des Glaubens – und das von Anfang an.“

Zum Nachlesen: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth beim Nationalen Gebetsfrühstück am 5. Februar 2026 in Washington [Musik und Gesang]„Er hält meine Hand.Er…

Béla Vasady im Brief an Karl Barth zur ‚Sudetenkrise‘ 1938: „Nach all dem, was geschehen ist, ist es unvermeidlich, dass man in Deutschland und wohl auch anderswo Ihre Zeilen mit dem Gefühl liest: siehe, Karl Barth, der Theologe, hat die Tschechen zum Kriege gehetzt in einer Sache, deren unblutige Erledigung den Politikern gelungen ist. Hitler und seine Regierung haben erklärt, dass sie keine Tschechen zu Deutschland zwingen wollen. Hitler hat nur die deutschbewohnten Gebiete beansprucht. Von einem Freiheitskampf der Tschechen gegen die Deutschen zu sprechen, entbehrt also jeder wahren Grundlage.“

Karl Barths Brief an Josef Hromádka vom September 1938 während der sogenannten Sudetenkrise enthielt die Worte „Jeder tschechische Soldat, der…

Martin Luther, Zur Suche nach der Wahrheit und zum Trost der ängstlichen Gewissen (Pro veritate inquirenda et timoratis conscientiis consolandis, 1518): „Es ist also gewiss, dass die Sünden vergeben sind, wenn du glaubst, dass sie vergeben sind, denn die Verheißung Christi, des Retters, ist gewiss. Wer durch den Schlüssel gelöst wurde, sollte eher sterben und alle Geschöpfe verleugnen, als an seiner Lossprechung zweifeln. Wer daran zweifelt, dass seine Lossprechung Gott gefällt, zweifelt zugleich daran, dass Christus wahrhaftig war, als er sprach: „Was du lösen wirst …“ Wer die Vergebung auf Reue gründet, baut sie auf Sand, das heißt auf das Werk des Menschen, nicht auf den Glauben an Gott.“

Zur Suche nach der Wahrheit und zum Trost der ängstlichen Gewissen (Pro veritate inquirenda et timoratis conscientiis consolandis, 1518) Von…

Zur Ethik der Integrität in Anlehnung an Dietrich Bonhoeffer: „Integrität ist wesentlich relational. Sie zeigt sich im Vermögen, Rechenschaft zu geben – nicht zur Selbstrechtfertigung, sondern um das eigene Leben erzählbar, kritisierbar und verantwortbar zu machen. Dazu gehören die Anerkennung von Verletzlichkeit und Schuld ebenso wie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und um Vergebung zu bitten. Integrität bewahrt davor, sich hinter Rollen, Identitäten oder moralischen Selbstzuschreibungen zu verbergen. Eine Identität muss geschützt werden – Integrität nicht.“

Zur Ethik der Integrität in Anlehnung an Dietrich Bonhoeffer „Der ist integer.“ – „Ihr kannst du vertrauen.“ Solche Sätze fallen…

Christoph Blumhardts Morgenandacht zu Psalm 32,8 (1899): „Viele glauben es nicht, dass wir Kinder Gottes sind, und reißen es den anderen aus dem Herzen, und da gibt es viele Leute, die sind immerfort verzagt und meinen, sie gehören gar nicht dazu. So laufen sie herum, wie wenn sie gottlos wären und im Grund genommen gehören sie ja zu Gott und sind längst von Gott angenommen; sie meinen, sie müssen Wunder was tun, um zu Gott zu kommen, während Gott längst bei ihnen ist.“

Morgenandacht zu Psalm 32,8 Von Christoph Blumhardt Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst.…

Wilhelm Vischer, Gehört das Alte Testament heute noch in die Bibel des deutschen Christen? (1932): „Wenn wir das Alte Testament ablehnen, können wir das Neue Testament auch nicht mehr als Heilige Schrift behalten. Wenn wir es trotzdem noch behalten, dann hat es durch die Loslösung vom Alten Testament einen anderen Sinn bekommen. Das Hauptwort des Neuen Testaments, nämlich ‚Jesus Christus‘, sagt dann nicht mehr das Gleiche wie vorher; wir haben dann eigentlich gar kein Recht mehr, ‚Jesus Christus‘ zu sagen. Denn was heißt ‚Jesus Christus‘? Das ist die griechische Übersetzung des hebräischen Wortes Messias und bezeichnet den Gesalbten, den von Gott selbst gesalbten priesterlichen König des Gottesvolkes, wie er in den Schriften des Alten Bundes verheißen ist.“

Gehört das Alte Testament heute noch in die Bibel des deutschen Christen? Von lic. Wilhelm Vischer, Bethel. In seiner Vorrede…