Johann Peter Hebel über die Juden (1809): „Ich könnte hier noch einiges anreihen, wenn es mein Interesse wäre, die blöden Seiten aufzudecken, womit sich dieses Volk zu seinem Ahnherrn bekennt, der den Bruder um Erstgeburt und Erbteil zu beschleichen und den Schwiegervater in Mesopotamia zum armen Manne auszuschälen weiß und nach seiner Heimkunft die unheilbare Feigheit des schlechten Gewissens auf ewige Zeiten dokumentiert. Achtung für eine anderweitige Heiligkeit dieses Volkes decke darüber den Mantel der Schonung. Lieber will ich sein Sachwalter sein und jetzt eine schöne und beneidenswerte Seite desselben ausheben. Der Jude weicht dem Ackerbau und jedem Beruf, der anhaltend und mühsam beschäftigt, aus und nährt sich, sei es auch kümmerlich, von allerlei Handel, treibt Gaukelei, legt Rattengift oder kultiviert irgendeinen Nebenzweig einer nützlichen Kunst im kleinen, z. B. die Operation der Hühneraugen. Man sagt daher, sie seien Tagediebe, und das ist einseitig und ungerecht. Man sollte sagen: Sie sind Morgenländer.“

Die Juden. Sendschreiben an den Sekretär der Theologischen Gesellschaft zu Lörrach (die wenig bekannt ist), 1809 Von Johann Peter Hebel…

Matthias Viertel über Nächstenliebe: „Jesus selbst ist also nicht Begründer der Nächstenliebe, er greift dieses alttestamentliche Gebot lediglich auf, um es in radikaler Weise von den Nächsten über die Fremden bis zu den Feinden auszuweiten. In seiner Argumentation reiht er dabei das Gebot der Nächstenliebe in den Kontext des Gesetzes, schließt von der Liebe zum Nächsten implizit auf eine Ausgrenzung der Feinde (»Ihr habt gehört: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen«), um dann die Forderung der Nächstenliebe in das Gebot zur Feindesliebe umzu­wandeln (»Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde und bittet für die, welche euch verfolgen«). Dadurch, dass Jesus das Gebot der Nächstenliebe unter den Aspekten der Notfallsituation bzw. der Konfliktregelung interpretiert und dabei zu der Forderung der Feindesliebe kommt, wird die Forderung der Nächstenliebe zugleich als ein universaler Anspruch geltend gemacht.“

Nächstenliebe Von Matthias Viertel Das im Alten Testament formulierte Gebot der Nächstenliebe »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«…

Alfons Deissler, Mensch im Alten Testament: „Da der Mensch ein eminent geschichtliches Wesen ist, gewinnt die Geschichte der Mensch­heit eine bedeutsame anthropologische Trag­weite für die Menschen aller Generationen. Die nach Genesis 3 in die Frühmenschheit ein­gebrochene Sünde wird zu einer Geschichts­macht, die nach Genesis 4—11 in der Vorzeit die Taten und die Geschichte der Völkerwelt prägt, freilich so, dass Gottes Gericht und Gottes Gnade immer neu einander ablösen. Gott bleibt dabei seinem bundeswilligen Ja zum Men­schen treu und beruft schließlich Abraham und damit Israel in ein gnadenhaft gewährtes Bundesverhältnis, über welchem die universale Verheißung steht: ‚In dir sollen alle Sippen des Erdbodens sich als gesegnet erfahren‘ (Genesis 12,3).“

Mensch im Alten Testament Von Alfons Deissler 1. Die Hauptbezeichnungen für den Menschen sind ’adam und ’enosch. Öfter tritt auch…

Hans Küng, Wie heute Gott denken? Aus der theologischen Werkstatt: „»Transpersonalität« des Absoluten besagt jüdisch-christlich-islamischen Zeugnissen zufolge, dass Gott kein Neutrum ist, kein anonymes Es, sondern Geist in schöpferischer Freiheit: das Ineinanderfallen aller Gegensätze, die Uridentität von Gerechtigkeit und Liebe und so ein Gegenüber, das alle zwischenmenschliche Personalität umgreifend begründet. Das meint die Bibel: Ein echtes Gegenüber, das keine transzendente Krücke für den unsicheren Menschen ist, das den Menschen nicht ständig kontrolliert und gängelt, sondern das auf befreiende Weise menschenfreundlich, ja unbedingt verlässlich ist. Gott zugleich Ursprung, Halt und Ziel des Menschen.“

Wie heute Gott denken? Aus der theologischen Werkstatt Von Hans Küng Die Auseinandersetzung mit der Literatur macht dem Theo­logen erneut…

Ernst Wolf, Zum Thema Todesstrafe (1960): „Die Christenheit wird, wenn der Staat die Todesstrafe als Mittel rechtmäßigen Straf­vollzugs übt, zwar nicht ’schwärmerisch‘ gegen ihn revoltieren unter gesetzlicher Berufung auf das 5. Gebot, aber sie wird ihm die Begründung der kriminalpolitischen Notwendigkeit aufbür­den und unablässig für den Verzicht auf die Todesstrafe, beziehungsweise für ihre Nicht­anwendung einzutreten haben. Sie wird auf keinen Fall die Todesstrafe religiös legitimieren und theologisch sanktionieren dürfen. Denn die Versöhnung der Gerechtigkeit durch den Akt metaphysischer Sühne ist der große Vorbehalt Gottes in Christus gegen seinen treulosen und doch geliebten Menschen für ihn. Und Gott allein ist der Herr über Leben und Tod.“

Zum Thema Todesstrafe Von Ernst Wolf Anläßlich der 108. Sitzung der Großen Straf­rechtskommission, die am 17. Oktober 1958 zur Beratung…

Adolf Sommerauer, Voll Zuversicht beten: „Es ist schamlos, ein Kind ein Gebet aufsa­gen zu lassen, um sich oder anderen Leuten zu zeigen, wie weit seine Intelligenz oder seine Liebenswürdigkeit gedie­hen ist. Die Scham, in die sich unser Gebet verhüllt, ist keine Zimperlichkeit, sondern echte Scham. Von Jesus wis­sen wir, dass er oft in die Einsamkeit ging, um Gott anzure­den. Als er am Ölberg vor dem bitteren Kelch zitterte, musste immer noch die Weite eines Steinwurfs zwischen ihm und den Jüngern sein, obgleich er deren Nähe brauchte. Über das Gebet zu sprechen ist also ein gefährli­ches Unternehmen.“

Voll Zuversicht beten Von Adolf Sommerauer Einem betenden Menschen darf man nicht ins Angesicht schauen. Das ist schlimmer, als wenn…

Hans Urs von Balthasar, Karl Barth zum 80. Geburtstag (1966): „Was Barth sagen wollte, und was er immer klarer und klassischer gesagt hat, ist, dass Gottes Wort in Jesus Christus der Herr des Menschen und der Welt ist, dass dieses Wort den alten Menschen zu Tode bringt, um mit seiner göttlichen Macht den neuen aus dem Grab erstehen zu lassen, dass des Menschen Heil ausschließlich – jenseits seiner selbst – in diesem heilenden Wort liegt, das der Mensch durch die Gnade des Glaubens ergreifen darf, dass das Wort Gottes, wie die Schrift und ihre Verkündigung es uns vorstellt, machtvoll genug ist, sich für den Menschen selber auszulegen und verständlich zu machen, es also den Maßstab seiner Wahrheit in sich selbst trägt und nicht darauf angewiesen ist, wenn es vom Menschen verstanden werden will, an den Maßstäben des Menschen gemessen zu werden. Indem das Wort Mensch wurde, hat es die Übersetzung des Göttlichen in weltliche Sprache selbst übernommen, es ist diese Übersetzung und als solche das zweischneidige Schwert, das den Menschen richtet und heilt.“

Karl Barth zum 80. Geburtstag Von Hans Urs von Balthasar Es muss für Karl Barth keine reine Freude sein, von…