Heinz Eduard Tödt über Menschenrechte (1983): „Ein anderes Interpretationsmodell achtet im theologischen Umgang mit der Menschenrechtsbewegung sowohl auf Differenzen wie auf Analogien zur christlichen Botschaft. Die Ambivalenzen in den Sachmomenten Freiheit, Gleichheit und Teilhabe, ihre Spannungen untereinander, fordern die Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten der Deutung und der Verwirklichung, die sich nicht schon »evident« aus dem humanen Ethos heraus ergibt. Hier ist der Rückgriff auf Perspektiven und Intentionen des Glaubens, die Kriterien für solche Entscheidungen hergeben, nötig. So wird der Christ statt eines selbstbezogenen ein kommunikatives, auf den Dienst am anderen gerichtetes Freiheitsverständnis wählen und statt bloß formaler Gleichheitsforderungen eine solche, die gerade auf die Armen, Verfolgten, Gewaltlosen Rücksicht nimmt.“

Menschenrechte/Grundrechte Von Heinz Eduard Tödt 1. Wortbedeutung. »Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist…

Vom Niederwerfen zum Anbeten. Wie Luther mit seiner Bibelübersetzung ein Missverständnis zum religiösen Gemeingut machte: „Im Zentrum steht das hebräische Verb hischtachawāh, das die griechische Septuaginta-Bibel mit proskynéō wiedergibt. Gemeint ist eine ehrerbietige Niederwerfung vor einem Höhergestellten als wortlose Ausdrucksgebärde. Luthers ‚Anbeten‘ folgt hingegen der Vulgata, die hier das Verb adorare (wörtlich ‚anreden‘) verwendet. Damit verschiebt sich die Bedeutung: ‚Anbeten‘ beziehungsweise adorare bezeichnet primär eine sprachlich artikulierte Beziehung zu Gott, in der Lob oder Bitte mit Worten zum Ausdruck gebracht werden.“

Vom Niederwerfen zum Anbeten. Wie Luther mit seiner Bibelübersetzung ein Missverständnis zum religiösen Gemeingut machte Das ist wieder ein Beispiel…

Johannes Evangelista Goßner über die eigene Christus-Bekehrung als Kaplan in Neuburg an der Kammel. Tagebuchaufzeichnungen vom November 1797: „Nach und nach fühlte ich den HErrn so in mir und ließ ihn machen und wirken in mir und hielt mich zurück. – Es kam mir immer dies in Sinn und Mund: zurück Teufel, stirb Adam in mir. Es lebe JEsus! Ja, fiat! Das geschah und war auch heut den ganzen Tag hindurch all mein Gebet, dass ich es immer wiederholte, pereat Adam, vivat Jesus! und dabei gab ich mich allezeit ihm so hin, und er wirkte in mir, stillte die Unruhe und Affekte, wenn sie aufsteigen wollten. Ich fühlte den HErrn noch nie so wie heut, nie so anhaltend, oft und lange, nur selten unterbrochen, und so lebhaft und freudig. – Der HErr sei gelobt und beweise seine Kraft immer mehr an mir armen Sündenklumpen.“

Über die eigene Christus-Bekehrung als Kaplan in Neuburg an der Kammel. Tagebuchaufzeichnungen vom November 1797 Von Johannes Evangelista Goßner Den…

Das Märchen vom lieben Gott. Brief von Heinrich Vogeler an Kaiser Wilhelm II. vom 20. Januar 1918: „Da sahen sie plötzlich, wie der totgeglaubte Mann vom Potsdamer Platz mitten unter ihnen stand und stumm auf seine zehn Gebote wies. Aber niemand wollte die ärmliche Erscheinung kennen. Da gab er sich zu erkennen und war fast seines Triumphes froh, denn er glaubte ja an die Menschheit. Der Kaiser und die Feldherrn führten seinen Namen in ihren Telegrammen, die Krieger trugen ihn auf dem Bauche, die Feldprediger hatten die schwersten Verbrechen der Menschheit durch seinen Namen geheiligt.“

Märchen vom lieben Gott. Brief an Kaiser Wilhelm II. vom 20. Januar 1918 Von Heinrich Vogeler Ich beete dass diese…

Fußball und die Energie des Glaubens: „Für viele Spieler sind religiöse Gesten auf den Fußballplätzen dieser Welt Ausdruck einer tiefen inneren Überzeugung. Das Gebet vor dem Spiel garantiert keinen Sieg, und der Glaube schützt nicht vor Niederlagen. Aber er kann helfen, mit den Belastungen und Herausforderungen eines unsicheren Fußballer-Lebens umzugehen. In diesem Sinne vermag der öffentlich gezeigte Christusglaube mancher Fußballspieler auch uns Zuschauer inspirieren: Eigene Lebensglück erwächst nicht nur aus körperlicher Leistungsfähigkeit oder sportlichem Erfolg, sondern auch aus dem Christusvertrauen, selbst getragen zu sein – in den Höhen des Sieges ebenso wie in den Tiefen der Niederlage.“

Fußball und die Energie des Glaubens Die Fußball-Weltmeisterschaft hat schon jetzt ein Thema hervorgebracht, das weit über Taktik, Spielergebnisse und…

James Luther Mays, Kommentar zu Micha 7,18–20: Gottes Sieg über die Sünde: „‚Er wird sich unser wieder erbarmen.‘ Erbarmen (rḥm) ist die zärtliche Fürsorge, die von einem Stärkeren der Not dessen zuteilwird, der in irgendeiner Weise mit ihm verbunden ist. Die Anthropomorphie gehört zum Bild JHWHs als Vater und Verwandter seines Volkes. Der Wandel vom Zorn zum Erbarmen und der Sieg über ihre Sünde sind die Offenbarung einer Eigenschaft, die Israel gelernt hat, dass sie zur Natur JHWHs selbst gehört: ‚Er hat Gefallen an Gnade (ḥesed)‘. Ḥesed ist das gnädige Verhalten, das das Beste und Meiste aus einer Beziehung macht, die Tat, die eine Beziehung zu ihrer Erfüllung bringt, selbst wenn der Partner schwach oder fehlbar ist. JHWHs ḥesed ist sein Wirken, um seine Erwählung Israels trotz seiner Gebrechlichkeit zu erfüllen – ein Wirken, von dem die Psalmen wiederholt als seiner Befreiung, Rettung und Vergebung sprechen.“

Kommentar zu Micha 7,18–20: Gottes Sieg über die Sünde Von James Luther Mays 18 Wer ist ein Gott wie du,der…

Daniel L. Smith-Christopher, Kommentar zu Micha 7,18-20: „Gott wird Verfehlungen mit Füßen treten und Sünden an die entlegensten vorstellbaren Orte werfen, wie zum Beispiel unter das Meer. Ironischerweise kann der Begriff für ‚mit Füßen treten‘ auch für militärische Eroberung verwendet werden, aber im späteren Gebrauch erscheint er häufiger für die ‚Herabwürdigung‘ von Menschen zur Sklaverei. Darüber hinaus wird gesagt, dass Gott die ‚Missetaten‘ des Volkes ‚wirft‘ oder ’schleudert‘. Derselbe Begriff wird bezeichnenderweise dafür verwendet, dass das Volk aus dem Land ‚hinausgeworfen‘ wird, in den Flüchen des Deuteronomiums, aber Jesaja spricht auch davon, dass Gott ‚alle meine Sünden hinter deinen Rücken geworfen hat‘. Der Verweis auf das Werfen der Sünden in die ‚Tiefen‘ scheint sicherlich eine Anspielung auf die Vernichtung der Streitmacht des Pharao beim Auszug zu sein, da dieselbe Bildsprache in der Tradition der Bußgebete wiederholt wird.“

Kommentar zu Micha 7,18-20 Von Daniel L. Smith-Christopher [18] Die rhetorische Frage „Wer ist wie unser Gott?“ ist in der…