Ernest Hello, Ich hatte Hunger, ich hatte Durst …: „Immer wieder hört man in der alten Welt eine Stimme, die von Norden oder von Süden kommt, vom Osten oder vom Westen, und die die Gastfreundschaft empfiehlt. Das ist nicht nur ein sittlicher Rat, es handelt sich hier um etwas ganz Besonderes; die Gastfreundschaft wird nicht nur einfachhin wie eine Tugend empfohlen, sondern wie ein Geheimnis. Man könnte sagen, dass Gott die Welt durch diese so schrecklichen Worte richten wird, die durch ihre Einfachheit noch tausendfach schrecklicher sind.“

Ich hatte Hunger, ich hatte Durst … Von Ernest Hello Die Gestalt des Fremden war in der Menschheit immer von…

Eberhard Busch über Karl Barths Fürbitten: „Hier in der Fürbitte wurde alles vor Gott präsent: die Jugend und die Alten, die Fröhlichen und die Weinenden, die Schwermütigen und die Leichtsinnigen, die Frommen und die Gottlosen, die Gefangenen und »die, die sich für frei halten«.Kurz, jede Fürbitte glich der Arche Noahs, in der vieles und Verschiedenes Raum hatte und in der sich Gegensätzlichstes nebeneinander vertrug.“

Er hat’s nötig Als Prediger war Karl Barth auch die sorgfältige Vorbereitung des Schlußgebets im Gottesdienst jedesmal ein wichtiges Anliegen.…

Johann Baptist Metz, Kirche nach Auschwitz (1991): „Fehlt uns dieser jüdische Geist des Erinnerns nicht mitten in Europa? Ist bei uns nicht längst an die Stelle dieses anamnetischen Geistes eine evolutioni­stisch getönte Historie getreten, die die Vergangenheit des Vergangenen un­terstellt und das Vergangene zum ausschließlichen Gegenstand wissenschaftli­cher Betrachtung erhebt? Doch jede Vergegenständlichung ist immer auch eine Art des Vergessens – eines Vergessens, in dem nicht nur der Glaube, son­dern schließlich auch der Mensch verschwindet.“

Kirche nach Auschwitz Von Johann Baptist Metz „Opfern bietet man keinen Dialog an“, habe ich einmal im Blick auf den…

Johann Georg Hamann, Das letzte Blatt (1788): „Der umgestürzte Heuchler, der antike Sophist, der ‚Philologe der Halbwörter‘, ein Philosoph nur dem Buchstaben π und ψ nach, Kreuzträger und Galgenvogel, Metakritiker voller guter Hoffnungen, ein Stein zwischen zwei Pfosten, der bisweilen die Rolle des Schleifsteins übernimmt, selbst jedoch außerstande zu schneiden.“

Das letzte Blatt (1788) Von Johann Georg Hamann Si quelque sages de ce monde sont parvenus par tems etuder de…

Ulrich Goßner über seine Vernehmung im bischöflichen Ordinariat in Augsburg betreff seiner Christus-Predigten in Pfaffenhofen an der Roth (1831): „Herr Dekan W. in St. brachte vor: Der Name Jesus werde so oft genannt in den Predigten, dass er zum Ekel werde. Ich antwortete: ‚Wenn das öftere Nennen dieses Namens Ekel erregt, so hat niemand mehr Ekel erregt, als der Apostel Paulus, in dessen Briefen dem Leser dieser Name überall entgegenkommt; z. B. im 1. Kor. 1 in den ersten zehn Versen zehnmal. Das ist gewiss ekelhaft! Eine solche Rede steht einem Heiden und Juden wohl an — aber einem Christen — einem Geistlichen — Dekan —!!! Ich frage auf diese Beschuldigung hin — ob ein solcher Mann unser Richter sein könne? Das ist ja entsetzlich!‘“

Ulrich Goßner über sein Vernehmung im bischöflichen Ordinariat in Augsburg (1831) Ulrich Goßner (1806-1834), gebürtig aus Seifertshofen bei Ebershausen und…

Drythelms Jenseitsvision (Beda Venerabilis’ Historia Ecclesiastica gentis Anglorum): „Die Feuerbälle stiegen unaufhörlich auf und nieder, und ich sah, dass die Spitzen der Flammen voller Menschenseelen waren, die wie Funken mit dem Rauch emporstiegen, mal hoch hinaufgeworfen wurden, mal mit dem Rückstoß der Flammen wieder in die Tiefe fielen. Ein unaussprechlicher Gestank stieg mit den Dampfwolken auf und erfüllte den ganzen Ort der Finsternis. Als ich dort länger voller Angst stand – unsicher, was ich tun oder wohin ich mich wenden sollte –, hörte ich plötzlich hinter mir das Geräusch eines ungeheuren, klagenden Weinens und gleichzeitig ein spöttisches Gelächter, wie von einem gemeinen Pöbel, der über besiegte Feinde triumphiert. Als der Klang lauter wurde und zu mir vordrang, sah ich eine Menge böser Geister, die fünf Menschenseelen voller Heulen und Jammer in ihrer Mitte zogen, selbst dabei lachend und sich freuend. Ich erkannte darunter einen Tonsurierten wie einen Kleriker, einen Laien und eine Frau. Die bösen Geister zogen sie hinab in die Mitte des brennenden Abgrunds.“

Drythelms Jenseitsvision nach Beda Venerabilis’ Historia Ecclesiastica gentis Anglorum In der Vision des Drythelm, des späteren Mönchs von Melrose, werden…

Florian Mayr, Gundremmingen und die Lindlianer: „Ignaz Lindls Gottesdienste besuchten sehr viele religiös interessierte Menschen, darunter auch zahlreiche Protestanten. Diese wollten vor allem seine inhaltsreichen Predigten hören. In diesen Kreisen gewinnt Pfarrer Lindl schnell treue Anhänger, zu denen auch der Kaufmann Christian Friedrich Werner aus Giengen/Brenz gehört. Er war schon jahrelang Leiter der ‚Stunden‘ in seiner Heimatgemeinde. Der wohlhabende und angesehene Kaufmann bleibt ein treuer Freund und Mitarbeiter Lindls, ist ihm bei der Auswanderung ein unentbehrlicher Helfer, opfert dem Werk Lindls seine ganze Kraft und zuletzt auch sein Vermögen. Lindl wurde oft als Festprediger eingeladen. So predigte er am Neujahresfest 1819 nachmittags in Aislingen 2 1/2 Stunden, um 12 Uhr war die Kirche schon überfüllt. Einige Tage später am Dreikönigsfest, sprach Lindl in Gundelfingen vor etwa 6000 Zuhörern, darunter wieder sehr vielen Lutheranern aus dem benachbarten Württemberg.“

Gundremmingen und die Lindlianer Von Florian Mayr Gundremmingen wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch den katholischen Pfarrer Ignaz Lindl…

Hugh Lawrence Bond über Jonathan Edwards (1703-1758): „Die stärk­ste und dauerhafteste Wirkung jedoch erreichte Edwards durch seine anderweitigen Tätig­keiten. Seine machtvolle Predigt, sein Aufruf zur Erweckung und seine eindrucksvolle Beto­nung der persönlichen religiösen Erfahrung verschafften der Bewegung des Great Awa­kening Eingang in Neuengland und trugen dazu bei, dass Erweckung und religiöser Indivi­dualismus zu bleibenden Zügen amerikanischer Christlichkeit wurden.“

Jonathan Edwards (1703-1758) Von Hugh Lawrence Bond 1. Leben J. Edwards, Theologe, Philosoph, Erweckungsprediger und Religionspsychologe, wurde am 5. Oktober…