Wilhelm Freiherr von Pechmann, Evangelisches Christentum in lutherischer Ausprägung (1926): „’Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat.‘ Wozu? Dass ich ein Werkzeug Seines heiligen Willens sei, unbedingt tauglich, unbedingt willig in freiem, freudigem Gehorsam. Unablenkbar wie die Magnetnadel ihren Pol, so sollte unser Wille den Willen Gottes suchen, nichts anderes. Aber wie weit sind wir davon entfernt! Unser Wille vergisst und seiner selbst nicht mächtig. Wohl ist ein Suchen nach Gott in ihm; aber es ist kraftlos. Von einer unentrinnbaren Gewalt an das eigene Ich gebunden, macht er dies Ich an Gottes Stelle zum beherrschenden Mittel- und Zielpunkt seines Begehrens und trägt damit die zersetzenden Keime des Bösen auf tausend Wegen in unser Dichten und Trachten, in unser Fühlen und Denken, in unser Reden und Tun.“

Wilhelm Freiherr von Pechmann (1859-1948) war von 1919 bis 1922 der erste gewählte Präsident der bayerischen Landessynode und stand zudem…

Karl Steinbauers Weihnachtslied aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen (Dezember 1939): „Freudenbotschaft unsern Ohren! / Laufet! Christus ist geboren! / Dorten liegt im engen Stall, / dem gehört der Welten All. // Reicher Gott, liegst in der Krippen, / Stammeln staunend meine Lippen, / Und mein stolzes Herz sieht klar: / Wir sind Bettler, das ist wahr! // Bin gekommen zu beschenken, / Steh’ nun da mit leeren Händen, / Was ich hab’, das gabst Du mir. / Arm, beschämt knie ich vor Dir!“

Weihnachtslied „Freudenbotschaft unsern Ohren“ Von Karl Steinbauer 1. Freudenbotschaft unsern Ohren!Laufet! Christus ist geboren!Dorten liegt im engen Stall,dem gehört der…

Georg F. Vicedom, Das Geheimnis des Leidens der Kirche (1963): „Gott geht dabei geradezu einen paradoxen Weg. Er macht am Leiden der Gemeinde für die Menschen sichtbar, dass er der Herr ist, dem alle Menschen gehören. Während alle Herrscher der Welt ihre Macht in der harten Gestalt der Gewalt ausüben, während alle Menschen auf ihre Autorität pochen, die ihnen gegeben ist, kommt Gott gerade dadurch zum Ziel, dass er nicht Macht und Gewalt ausübt, sondern sich laufend bekämpfen und von Seiten der Menschen in die ‚Niederlage‘ führen lässt. Er wirkt in der Ohnmacht, im Widerspiel der Macht.“

Das Geheimnis des Leidens der Kirche (1963) Von Georg F. Vicedom INHALT I.      Die Kirche des Leidens                                                         6 II.     Im…

Jan Zahradníček, Opferpriester des Friedens (Der Häftling Gottes): „Wie ein noch lebender Mieter des Grabes / stemmt jeder nach seiner Art / hoch seinen Felsblock. / Jeder nach seiner Art ein Staunen der Engel, ein menschliches Weinen, / in jedem von uns würde man finden / die Zeit des Gerichtes und die Zeit der Kometen, / als sie uns abholen kamen, / wie Metzgergesellen das Vieh auf stinkenden Pritschen / zur Schlachtbank zu fahren.“

OPFERPRIESTER DES FRIEDENS Vielleicht ist das Weltall draußen vergittert.Und wir hier drinnen,wir sind auf freiem Fuß. Befreit vom Jochder Bedürfnisse…

Antrag der Brandenburger Vikarinnen auf Revision der Synodalbeschlüsse 4 und 5 an den altpreußischen Bruderrat vom 9. Juni 1943: „Jedes geistliche Amt, auch das der Schlüsselgewalt und Gemeindeleitung, ist nicht Herr­schaft, sondern Dienst. Darum beruht die Autorität dieses Dienstes nicht auf natürlichen Gegebenheiten der ausübenden Personen, sondern auf der Autorität des im Wort wirken­den Christus. Der aus dem falschen Verständnis der hypotagé gewonnene Öffentlichkeitsbegriff zer­reisst die Gemeinde und ergibt eine Abwertung der Verkündigung der Frau.“

Antrag der Brandenburger Vikarinnen auf Revision der Synodalbeschlüsse 4 und 5 an den altpreußischen Bruderrat vom 9. Juni 1943 Wider…

Friedrich Christoph Oetinger, Ein Glaubensbekenntnis: „Wenn in mir Christus, der andere Adam, wesentlich zum Vorschein kommt und wenn man aus meinem Tun und Lassen seinen Kindersinn verspürt, alsdann feiere ich Weihnachten; Ostern aber, wenn mein Geist durch alles Leiden, so durch Tod und Hölle, triumphierend durchgegangen. Himmelfahrt halte ich, wenn ich mittlerweile Freiheit bekomme, mich zu Gott, meinem Ursprung, aufzuschwingen. Pfingsten halte ich, wenn die Gnade aus der Höhe besonders durch den Heiligen Geist in mein Herz ausgegossen wird.“

Ein Glaubensbekenntnis Von Friedrich Christoph Oetinger Ich war tot, nun aber lebe ich; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt…

Hans Joachim Iwand, Morgenandacht über Lukas 14,25-35 (1935): „Wohl uns, wenn wir bei allem, was wir in der Nachfolge Jesu tun und sagen, das eine nicht vergessen: Jesus Christus steht nicht darum als Herr vor uns, weil wir uns zu ihm bekennen, er lebt und wirkt nicht, weil Menschen ihn als ihren Heiland und Erlöser anerkennen, sondern weil sich Gott selbst zu ihm bekannt hat, als ihn alle ver­rieten, weil eine Stimme von oben ihn als den Herrn der Welt be­zeugt hat, als die Menschen meinten, nun sei es aus mit ihm. Alles, was wir Bekenntnis und Nachfolge nennen, ist nichts anderes als ein demütig-gehorsames Nachsprechen dessen, was Gott über diesen Jesus von Nazareth gesprochen und bezeugt hat: ‚Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.'“

Morgenandacht über Lukas 14,25-35 (1935) Von Hans Joachim Iwand Wir hören das Wort Gottes, das für den heutigen Tag festgelegt…