Karl Rahner, Das kleine Lied (1959): „Das neue kleine Lied müßte einem einfallen, wenn man wohlgelaunt und dankbar in die Ferien fährt (wem fällt dabei heute dann ein, vor sich hinzusummen: «Alles meinem Gott zu Ehren»? Nein, so singen wir es nicht mehr, ob­wohl wir – hoffentlich – das Gleiche meinen). In solches Lied hinein müßte die Schwermut des Herzens wie von selbst sich lösend aus-singen können (aber wer singt dafür heute beim Geschirrwaschen: «O Haupt voll Blut und Wunden»?).“

Das kleine Lied Von Karl Rahner Viele Leute hören heutzutage viel Musik. Denn man kann sie heute aus dem Empfangsgerät … Mehr

Karl Rahner, Die Messe und das Fernsehen (1953): „Wird einmal der Fernsehapparat zu dem normalen Mobiliar des Durchschnittsmenschen ge­hören und wird er dann gewohnt sein, allem und jedem zuzu­sehen, was eine wahllos neugierige Kamera zwischen Himmel und Erde erspäht, dann wird es für den Spießbürger des 21. Jahrhunderts eine unerhört aufregende Sache sein, dass es noch Dinge gibt, die man nicht im Lehnstuhl sitzend und eine Sem­mel kauend anschauen kann.“

Soll man Messen im Fernsehen übertragen? Darüber wurde in der katholischen Kirche 1953 intensiv diskutiert. Karl Rahner hatte sich damals … Mehr

Karl Rahner, Warum bin ich ein Christ: „Weil ich Mensch und Christ bin, ist es für mich im letzten doch selbstverständlich, daß ich ein Christ in der Kirche, ein kirchlicher Christ bin. Ich möchte das Denken und die freie Entscheidung nicht «sozialisieren», Verstand und Freiheit bei einem Kollektiv abliefern. Aber ich kann mich nun einmal auch nicht so wichtig nehmen, dass mir meine eigene Überzeugung noch wirklich radikal wichtig wäre, wie es dem Glauben als totaler Lebensentscheidung eigen sein muss, wenn sie von vornherein und nur die meine sein wollte.“

Warum bin ich ein Christ Von Karl Rahner Die Frage: Warum bin ich ein Christ? ist eine radikal andere Frage … Mehr

Karl Rahner, Meditation über das Wort „Gott“ (Grundkurs des Glaubens): „Eigentlich existiert der Mensch nur als Mensch, wo er wenigstens als Frage, wenigstens als verneinende und verneinte Frage „Gott“ sagt. Der absolute, selbst seine Vergangenheit tilgende Tod des Wortes „Gott“ wäre das von niemandem mehr gehörte Signal, daß der Mensch selbst gestorben ist.“

Meditation über das Wort „Gott“ Von Karl Rahner Es gibt dieses Wort Es liegt nahe, mit einer kleinen Überlegung zu … Mehr

Karl Rahner, Zur gegenwärtigen Situation des Christen. Theologische Deutung der Position des Christen in der modernen Welt (1954): „Die These, die ich aufstellen möchte, ist diese: Die christliche Situation der Gegenwart ist, soweit sie wirklich von heute und für morgen gilt, charakterisierbar als Diaspora, welche ein heilsgeschicht­liches Muß bedeutet, aus dem wir für unser christliches Verhal­ten Konsequenzen ziehen dürfen und müssen.“

Karl Rahners Vortrag von 1954 zur Theologie und Mission in der Diaspora als Lebenssituation einer christlichen Minderheit ist auch nach … Mehr