Aufruf deutscher Kirchenmänner und Professoren:An die evangelischen Christen im Ausland 4. September 1914 In dem unvergleichlichen weltgeschichtlichen Zeitabschnitt, in dem … Mehr
Kategorie: Politische Ethik
Walter Höchstädter, Der Lemppsche Kreis: „Etliche Tage nach der Zusammenkunft mit Hermann Diem begaben sich Professor Hengstenberg und mein Vater in die Arcisstraße zu Landesbischof Meiser. Sie hatten eine zweistündige Aussprache mit ihm. Mein Vater sagte, Bischof Meiser habe sie aufmerksam angehört, habe auch die Denkschrift nach Form und Inhalt weitgehend gebilligt, aber er weigerte sich, sie zu übernehmen und zu veröffentlichen; denn er habe die Verantwortung für eine große Landeskirche mit fast 1500 Pfarrern. Wenn er, so sagte er, etwas in dieser Richtung unternehme, dann käme sicher eine große Verfolgung über die Kirche, d. h. über die Menschen, die ihm anvertraut seien. Zudem wäre den Juden damit auch nicht geholfen, im Gegenteil: die Maßnahmen der Partei gegen sie würden nur noch rigoroser.“
Der Lemppsche Kreis Von Walter Höchstädter Wenn sich im November die makabren Ereignisse des deutschen „Reichspogroms“[1] zum 50. Mal jähren, … Mehr
Hellmut Traub about the Antichrist in the Bible (1954): „He is the Adversary par excellence. All sin, perdition, and wickedness find their concentration in him, and they find their expression in his denial that Jesus is the Christ and God the Father (2 Thessalonians 2:2; 1 John 2:22). Thereby he becomes the deceiver, by pointing people to themselves for their salvation, through self-help or self-redemption. Coercion and power, whose form can be total state control and economic boycott (Revelation 13), fabricated religion (Matthew 24:15; Revelation 13:4, 12), uniformization of people (13:16) and opinion (17:14), military and war (19:19; 17:14), are his means.“
As if Hellmut Traub had written about the Antichrist in the Bible for today: Antichrist in the Bible (1954) By … Mehr
Karl Steinbauer, Die Predigt vor dem Kriegsgericht (1944): „Aus solcher Kriegsnot und diesem Sterbensjammer heraus wäre es, meine ich, doch angebracht, wenn wir als Christen das Klagen des Friedefürsten über Jerusalem ernsthaft zu Herzen nähmen und bedächten, was zu unserem Frieden diene. Damit nicht auch über uns das Urteil kommt: ‚Nun aber ist’s vor deinen Augen verborgen‘, sondern daß er an uns sein eigentliches Amt ausrichten könnte, unsere Füße zu richten auf den Weg des Friedens, wie es so fein in der lobpreisenden Weissagung des greisen Zacharias verkündigt ist. ‚Er hat uns erlöst aus der Hand unserer Feinde, daß wir ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist‘. Und darum haben nicht wir mit Vorwürfen und Fragen ihm entgegenzutreten, sondern tun gut daran, uns von ihm fragen zu lassen: Was hast du getan für den Frieden? Was hast du gekämpft und gearbeitet für den Frieden?“
Die Predigt vor dem Kriegsgericht Von Karl Steinbauer Es ist ein Zeichen der Erniedrigung und Herablassung Gottes zu uns Menschen, … Mehr
Warum Pfarrvikar Karl Steinbauer bereits im September 1932 aus der NSDAP ausgetreten war: „‚Sixt D’ dort net des klaa Dämpfla aufsteig’n?‘ (So wie etwa im Winter von einem warmen Misthaufen Dampf aufsteigt), ‚Joo des sich i‘. ‚Noo schau n er etz gnau hie.‘ „Etzertla sich’ i in Hoos’n aa.‘ Damit setzte sich der Schreinermeister Andreas Stoll, weiland aktiv gedient beim königlich bayerischen Leibregiment, wieder gewichtig in Marsch. Da habe ich ihn erstaunt gefragt: ‚Stollers Reser, worum Schießt E’r (ihr) no etz den Hoos’n net?‘ Er blieb wieder steh’n und sagte bedachtsam: ‚Waßt D’ Bu(b), wos a richti’er Jeecher is’, der schießt ka Wild, wenn’s in sei’m Bett licht.‘ – Damit setzte sich der ‚Stollers Reser‘, dieses schwergewichtige, bullenhafte – so empfindsame, feinfühlige – Mannsbild abermals in Marsch. Mich hat das Wort: ‚Weißt Du, Bub, was ein richtiger Jäger ist, der schießt kein Wild, wenn es in seinem Bett liegt‘ unvergeßlich tief in mein Bubenherz getroffen.“
Warum Pfarrvikar Karl Steinbauer bereits im September 1932 aus der NSDAP ausgetreten war Das ist sie, die NSDAP-Mitgliedskarte von Pfarrer … Mehr
George Bell, The Church’s Function in War-Time (November 1939): „The Church stands for the Cross, the gospel of redemption. It cannot, therefore, speak of any earthly war as a ‘crusade,’ for the one thing for which it is impossible to fight with earthly weapons is the Cross. Its supreme concern is not the victory of the national cause. It is a hard thing to say, but it is vital. Its supreme concern is the doing of the Will of God, whoever wins, and the declaring of the Mercy of God to all men and nations. The ministers, especially the leaders of the Church, have a great responsibility for making this plain. It is not only that the Church, if its clergy preach the gospel, offers a counter-balancing force of undoubted authority to the waves of national emotion, and so helps to preserve spiritual integrity. That is important. But what is still more important is the fact that the Church is the trustee of the gospel of redemption; and unless the gospel is preached, the Church is not the Church.“
The Church’s Function in War-Time[1] By George Bell, Bishop of Chichester What is the Church to do and say in … Mehr
Anklageverfügung beim Zentralgericht des Heeres gegen Pfarrer Karl Steinbauer vom 4. September 1944: „Dadurch wird beim Zuhörer der Zweifel geweckt, ob das stolze, gläubige Vertrauen des Deutschen in ‚unseren Hitler‘ berechtigt ist, da auch die Christen unter den Engländern und Russen mit demselben Stolz auf ihre Führer blicken. Zugleich frohlocken alle gemeinsam: ‚Uns ist ein Kind geboren‘, sodass beim Zuhörer Bedenken entstehen, ob der Kampf dieser drei Völker gegeneinander – zumindest der Christen unter ihnen – einen Sinn hat. Dadurch wird die Widerstandskraft des Einzelnen im jetzigen schweren Kampf des deutschen Volkes um seine völkische und politische Existenz geschwächt.“
Abschrift der Anklageverfügung beim Zentralgericht des Heeres gegen Pfarrer Karl Steinbauer vom 4. September 1944 Dass Pfarrer Karl Steinbauer vom … Mehr
Wilhelm Röpke, Soziologie des Totalitarismus (1947): „Da der moderne Totalitarismus keinerlei Rechtsanspruch besitzt, muss er seine ganze Regierungskunst darauf verwenden, irgendeinen Ersatz für diesen Rechtsanspruch und für die fehlende Macht über Herzen und Gemüter der Regierten zu finden. Daher die Notwendigkeit, die Meinung zu uniformieren und dem Volke den Willen des Staates aufzuzwingen. Daher der nervöse Eifer zu gefallen, das unaufhörliche Verlangen nach sensationellem Erfolge und das ängstliche Schielen nach den Massen, um festzustellen, ob sie auch einverstanden sind. Die Vertreter eines solchen Systems entbehren eben der inneren Gelassenheit, die die selbstverständliche Apanage einer legitimen Regierung ist, und sind darum doppelt empfänglich für Beifall und überempfindlich gegen Kritik. Sie leiden an Minderwertigkeitskomplexen, die sie unter bombastischem Auftreten zu verstecken suchen. Ein typisches Charakteristikum all dieser Gewaltsysteme ist ferner die Schwäche, den illegitimen, ephemeren Charakter ihrer Macht durch pompöse Monumente zu verdecken, die mit ihrer in eine grandiose Zukunft weisenden Architektur über die gähnende Leere in der Gegenwart hinwegtäuschen sollen. Daraus erklärt sich auch die Angst dieser Regime vor der Ruhe des alltäglichen Gleichmaßes; die Unsicherheit ihrer Struktur duldet keine Ruhe, sie müssen dauernd mit neuen ‚Coups‘, neuen Stimulantien aufwarten, um zu verhindern, dass die absichtlich in einen Dauerzustand der Erregung versetzte Bevölkerung sich abkühlt und die Dinge mit den nüchternen Augen der Vernunft ansieht.“
Soziologie des Totalitarismus (1947) Von Wilhelm Röpke Ich fürchte, viele werden mir Ungerechtigkeit vorwerfen, wenn ich behaupte, daß Bismarcks Genie … Mehr
Predigt von Papst Leo XIV. an Palmsonntag auf dem Petersplatz in Rom: „Brüder, Schwestern, das ist unser Gott: Jesus, der König des Friedens. Ein Gott, der den Krieg ablehnt, den niemand dazu benutzen kann, um Krieg zu rechtfertigen, der das Gebet derer, die Krieg führen, nicht erhört und es mit den Worten zurückweist: »Wenn ihr auch noch so viel betet, ich höre es nicht. Eure Hände sind voller Blut« (Jesaja 1,15).“
Auch wenn am Ende der Predigt eine Anrufung Mariens steht, gilt die Friedenspredigt Papst Leos XIV. gerade Protestanten, wenn diese … Mehr