Peter Dabrock, Nachruf auf Hans Günter Ulrich: „Hans Günter Ulrich wollte immer wissen, wie andere denken. Auch und gerade die Jüngeren. Er wollte nicht nur selbst sagen, was Sache ist. Er wollte verstehen, was in anderen vorgeht, welche Fragen sie bewegen, wo ihre Denkwege verlaufen, wo es hakt, wo etwas drängt. Und weil er das wirklich wollte, konnte er zuhören wie nur wenige. Nicht taktisch. Nicht gönnerhaft. Nicht als pädagogische Geste. Sondern mit echter Aufmerksamkeit, nicht resonant, sondern responsiv.“

Nachruf auf Hans Günter Ulrich Von Peter Dabrock Liebe Karin,liebe Frau Ulrich,liebe Frau Ulrich-Riedhammer,liebe Familie Ulrich, liebe Trauergemeinde, es war … Mehr

Johannes Rehm, Mit Anstand wirtschaften (Katholikentag 2026, Würzburg): „‚Mit Anstand wirtschaften‘ setzt für mich als Christenmenschen voraus, dass ich Gott den Schöpfer als den Herrn meines Lebens verehre und seine Hausordnung respektiere in Dankbarkeit für die Gaben, die er mir für mein Wirtschaften zur Verfügung stellt. Die Mitmenschen, mit denen ich zusammenarbeite und für die ich wirtschafte, respektiere ich als Geschöpfe Gottes. Das drückt sich ganz konkret in einem versöhnlichen Umgang auch mit anstrengenden Zeitgenossen aus, insbesondere dann, wenn es schwierig wird.“

Mit Anstand wirtschaften Von Johannes Rehm Wirtschaften gehört zum menschlichen Leben dazu. Solange wir leben, solange wirtschaften wir. Die sogenannte … Mehr

Karl Barth über den Protestantismus der Gegenwart (1932): „Die heutige Jugend ist in religiöser Hinsicht so entschlossen und fröhlich heidnisch, aber auch so reif zur Erkenntnis Gottes in Christus, wie dies vermutlich von der Jugend, aber schließlich in anderer Form, auch vom Alter aller Zeiten zu sagen gewesen ist und zu sagen sein wird. – Man darf sie bitten, sich sowohl in ihrer ‚Heutigkeit‘ wie in ihrer ‚Jugendlichkeit‘ nicht allzu wichtig zu nehmen.“

Protestantismus der Gegenwart Von Michael M. Hoffmann (Fragen) und Karl Barth (Antworten) I. Fragen 1. Womit erklären Sie die ungeheure … Mehr

Hans Joachim Iwand, Kirche und Gesellschaft (1952): „Beide, Kirche und Gesellschaft, sind von Gott her aufeinander bezogen, sie ste­hen offen füreinander und müssen füreinander offenstehen, ‚bis dass Er kommt‘. Das ist die evangelische Regel für das Verhältnis der beiden Größen zueinander. Weder fällt die Kirche je zusammen mit Gottes Reich – das hieße, dass sie selbst aufhörte, offenzustehen für eine Reformation von draußen her. Noch fällt Gottes Reich je zusammen mit der Gesellschaft oder irgendeiner nur denkbaren Reform derselben. Sonst würde Gottes Reich greifbar werden mit ‚äußeren Gebärden‘, und an die Stelle des einen Jesus von Nazareth würden neue Christusgestalten und falsche Propheten treten, die die Massen verführen und in den Abgrund reißen.

Kirche und Gesellschaft Von Hans Joachim Iwand I. Das Thema: „Kirche und Gesellschaft“ ist seit hundert Jahren in der Theologie … Mehr

Heiner Bielefeldt über Religions- und Weltanschauungsfreiheit (2016): „Bezogen auf die Religions- oder Weltanschauungsfreiheit bedeutet dies, dass der Staat einen offenen Raum schaffen muss, in dem sich religiöse oder weltanschauliche Vielfalt frei, sicher und ohne Diskriminierung entfalten kann. Gerade für Länder, in denen bestimmte Religionen und staatliche Institutionen eng miteinander verflochten sind – insbesondere Länder mit einer offiziellen oder Staatsreligion – stellt dies eine besondere Herausforderung dar. Es scheint schwer vorstellbar, dass ein Konzept von Staatsreligion in der Praxis nicht nachteilige Auswirkungen auf religiöse Minderheiten hat.“

Religions- und Weltanschauungsfreiheit (2016) Von Heiner Bielefeldt, Erlangen Der menschenrechtliche Ansatz zum Umgang mit religiöser Vielfalt Die Gewährleistung des Rechts … Mehr

Thomas von Aquin über den gerechten Krieg in seiner Summa theologica: „Drittens wird gefordert, dass die Absicht der Kämpfenden richtig sei, dass sie nämlich entweder das Gute fördern oder das Böse meiden wollen. Daher sagt Augustinus: ‚Bei den wahren Verehrern Gottes sind auch jene Kriege friedlich, die nicht aus Begierde oder Grausamkeit, sondern aus Friedensstreben geführt werden, um die Bösen zu zähmen und die Guten zu fördern.‘ Es kann aber vorkommen, dass selbst wenn die rechtmäßige Autorität des Kriegsankündigers und eine gerechte Ursache vorliegen, der Krieg dennoch wegen schlechter Absicht unerlaubt wird. Denn Augustinus sagt: ‚Die Begierde zu schaden, die Grausamkeit zu rächen, der unversöhnliche und unversöhnbare Sinn, die Wildheit des Aufbegehrens, die Herrschsucht und Ähnliches – das sind die Dinge, die im Krieg mit Recht getadelt werden.'“

Über den Krieg (De bello) Von Thomas von Aquin Anschließend ist über den Krieg zu handeln. Im Zusammenhang damit werden … Mehr

Michael Gaismairs Landesordnung für Tirol (1526): „Damit gute Ordnung im ganzen Land in allen Dingen herrsche, sollen vier Hauptleute und darüber ein oberster Hauptmann über das gesamte Land eingesetzt werden. Diese sollen im Kriegsfall und in allen Angelegenheiten ständig für die Bedürfnisse und die Fürsorge des Landes sorgen: mit der Vorbereitung des Landes, der Befestigungen, der Pässe, Wege, Brücken, Wasserleitungen, Landstraßen und allem, was im Land notwendig ist, und dem Land in allen Dingen treu dienen. Doch sollen sie alle Mängel zuerst der Regierung anzeigen und nach deren Rat handeln.“

Michael Gaismairs Landesordnung für Tirol (1526) Michael Gaismair (1490-1532), ein ehemaliger Beamter des Prinzbischofs von Brixen, entwarf 1526 die Tiroler … Mehr

‚Verschwörungspraktischer‘ Aufruf deutscher Kirchenmänner und Professoren an die evangelischen Christen im Ausland vom September 1914: „Wohl wissen wir, dass Gott durch dies blutige Gericht auch unser Volk zur Buße ruft, und wir freuen uns, dass es seine heilige Stimme hört und sich zu ihm kehrt. Darin aber wissen wir uns mit allen Christen unseres Volkes einig, dass wir die Verantwortung für das furchtbare Verbrechen dieses Krieges und alle seine Folgen für die Entwicklung des Reiches Gottes auf Erden von unserem Volk und seiner Regierung abweisen dürfen und müssen. Aus tiefster Über­zeugung müssen wir sie denen zuschieben, die das Netz der Kriegsverschwö­rung gegen Deutschland seit lange im verborgenen arglistig gesponnen und jetzt über uns geworfen haben, um uns zu ersticken.“

Aufruf deutscher Kirchenmänner und Professoren:An die evangelischen Christen im Ausland 4. September 1914 In dem unvergleichlichen weltgeschichtlichen Zeitabschnitt, in dem … Mehr

Walter Höchstädter, Der Lemppsche Kreis: „Etliche Tage nach der Zusammen­kunft mit Hermann Diem begaben sich Professor Hengstenberg und mein Va­ter in die Arcisstraße zu Landesbischof Meiser. Sie hatten eine zweistün­dige Aussprache mit ihm. Mein Vater sagte, Bischof Meiser habe sie auf­merksam angehört, habe auch die Denkschrift nach Form und Inhalt weit­gehend gebilligt, aber er weigerte sich, sie zu übernehmen und zu veröf­fentlichen; denn er habe die Verantwortung für eine große Landeskirche mit fast 1500 Pfarrern. Wenn er, so sagte er, etwas in dieser Richtung un­ternehme, dann käme sicher eine große Verfolgung über die Kirche, d. h. über die Menschen, die ihm anvertraut seien. Zudem wäre den Juden da­mit auch nicht geholfen, im Gegenteil: die Maßnahmen der Partei gegen sie würden nur noch rigoroser.“

Der Lemppsche Kreis Von Walter Höchstädter Wenn sich im November die makabren Ereignisse des deutschen „Reichs­pogroms“[1] zum 50. Mal jähren, … Mehr