Anfechtung und Gewißheit des Glaubens. Auf der Suche nach der Sache der Kirche (1976) Von Eberhard Jüngel Auf die Frage: … Mehr
Kategorie: Theologie
Paul Ricœur über den Skandal des Bösen (Le scandale du mal): „Gott umsonst lieben, das heißt, vollständig aus dem Kreislauf der Vergeltung heraustreten, dessen die Wehklage noch gefangen bleibt, solange ich mich über die Ungerechtigkeit meines Schicksals beklage. Vielleicht ist das die letzte Antwort auf das ‚Problem‘ des Übels: den Punkt der Entsagung gegenüber dem Verlangen erreichen, gegenüber dem Verlangen selbst, dessen Wunde die Klage erzeugt; Entsagung gegenüber dem Verlangen, für seine Tugenden belohnt zu werden; Entsagung gegenüber dem Verlangen, vom Leiden verschont zu bleiben; Entsagung gegenüber der infantilen Komponente des Unsterblichkeitsverlangens, die den eigenen Tod als einen Aspekt jenes Anteils des Negativen akzeptieren würde.“
Der Skandal des Bösen (Le scandale du mal) Von Paul Ricœur Ich möchte sagen, wie dankbar und bewegt ich mich … Mehr
Jörg Splett über das Person-Sein: „Nicht bloß faktisch ist der Person-Begriff in der biblischen Wirkungsgeschichte erwachsen; er ist prinzipiell mit dem Gedanken freier Schöpfung verknüpft. Das bloße Produkt eines Naturgeschehens mag Wert haben, doch niemals Würde. Und ebenso wäre es um sie getan, wäre die Schöpfung einem Demiurgen von seiner Einsamkeit abgepreßt worden. Freiheit geht einzig aus frei-gebiger Freiheit hervor. Ist also Gott selbst als Freiheit, Personalität und Liebe zu denken, dann kann er dies nicht erst seinem Geschöpf gegenüber werden. Er muß vielmehr an und für sich selbst schon Liebe sein. Und nicht schlicht Selbstliebe, weil Liebe stets ekstatisch ist. (Ich schaue [Selbstand], doch nicht mich, sondern dich [Bezug].)“
Person Von Jörg Splett 1. Wort und Begriff Die Herleitung ist ungeklärt. Sowohl die antike (personare) wie die mittelalterliche Etymologie … Mehr
Ernst Wolf über den Glauben nach der evangelischen Lehre (1965): „Weil Gott die Welt in Christus liebt, stellt der Glaube, der sich in der Liebe erweist, jeden vor die Entscheidung für oder gegen Gott, gegen oder für dessen eigenen Willen, und ruft ihn zum Gehorsam des Dienstes an Gottes guter Schöpfung. Unser Begriff des Glaubens beschreibt also das neue Leben ausschließlich als Antwort auf den Ruf Gottes.“
Glaube Von Ernst Wolf I. Der Glaube in der Theologie der Reformation Der Glaube (von lateinisch fides, griechisch pistis) bezeichnet … Mehr
Ernst Fuchs, Logos (1960): „Es gibt keine Liebe ohne ihr Wort. Wollte sich Gott als Liebe offenbaren, so musste er das Wort der Liebe offenbaren. Und wenn sich Gott als Liebe zu erkennen geben wollte, so kam seinem Wort dasjenige Zuvor zu, das Gott selbst zukommt. Und doch wäre dieses Wort nicht das Wort der Liebe, wenn es nicht dort, wo es hochnötig war, hätte erfasst werden können. Die Liebe muss anschaulich werden, wenn sie helfen soll, und sie kann nur anschaulich werden, indem ihr Wort, an das sie sich bindet, Ereignis wird. Eben deshalb muss die Liebe, um ganz Liebe und so frei zu bleiben und zu befreien, Glauben an ihr Wort verlangen, nämlich dafür, dass sie sich dort bezeugt, wo jemand nichts für sich selbst sein wollte.“
Logos Von Ernst Fuchs 1. Religionsgeschichtlich a) Wortbedeutung. Ohne den johanneischen Satz En archê ên ho logos gäbe es trotz … Mehr
Martin Luther/Philipp Melanchthon, Aufzeichnung über das Abendmahl (beim Marburger Religionsgespräch, 3. Oktober 1529?): „Dagegen halten wir, dass Christi Leib nicht müsse allein lokaliter, räumlich, nach Breite und Länge an einem Ort sein, sondern halten, dass der Leib Christi auch auf andere Weise zugleich an mehreren Orten sein möge, und halten, dass Leib und Blut Christi wahrhaftig und substanziell gegenwärtig seien an jenen anderen Orten und Leibern, wo er sich verpflichtet hat zu sein, nämlich mit Brot und Wein im Sakrament. Und es ist nicht wahr, dass der Leib Christi nicht anderswo sein könne denn lokaliter, räumlich, nach Breite und Länge.“
Martin Luther/Philipp Melanchthon, Aufzeichnung über das Abendmahl (beim Marburger Religionsgespräch, 3. Oktober 1529?) Des Gegenteils Fundament und gründliche Meinung ist … Mehr
Hans Küng, Wie heute Gott denken? Aus der theologischen Werkstatt: „»Transpersonalität« des Absoluten besagt jüdisch-christlich-islamischen Zeugnissen zufolge, dass Gott kein Neutrum ist, kein anonymes Es, sondern Geist in schöpferischer Freiheit: das Ineinanderfallen aller Gegensätze, die Uridentität von Gerechtigkeit und Liebe und so ein Gegenüber, das alle zwischenmenschliche Personalität umgreifend begründet. Das meint die Bibel: Ein echtes Gegenüber, das keine transzendente Krücke für den unsicheren Menschen ist, das den Menschen nicht ständig kontrolliert und gängelt, sondern das auf befreiende Weise menschenfreundlich, ja unbedingt verlässlich ist. Gott zugleich Ursprung, Halt und Ziel des Menschen.“
Wie heute Gott denken? Aus der theologischen Werkstatt Von Hans Küng Die Auseinandersetzung mit der Literatur macht dem Theologen erneut … Mehr
Hans Urs von Balthasar, Karl Barth zum 80. Geburtstag (1966): „Was Barth sagen wollte, und was er immer klarer und klassischer gesagt hat, ist, dass Gottes Wort in Jesus Christus der Herr des Menschen und der Welt ist, dass dieses Wort den alten Menschen zu Tode bringt, um mit seiner göttlichen Macht den neuen aus dem Grab erstehen zu lassen, dass des Menschen Heil ausschließlich – jenseits seiner selbst – in diesem heilenden Wort liegt, das der Mensch durch die Gnade des Glaubens ergreifen darf, dass das Wort Gottes, wie die Schrift und ihre Verkündigung es uns vorstellt, machtvoll genug ist, sich für den Menschen selber auszulegen und verständlich zu machen, es also den Maßstab seiner Wahrheit in sich selbst trägt und nicht darauf angewiesen ist, wenn es vom Menschen verstanden werden will, an den Maßstäben des Menschen gemessen zu werden. Indem das Wort Mensch wurde, hat es die Übersetzung des Göttlichen in weltliche Sprache selbst übernommen, es ist diese Übersetzung und als solche das zweischneidige Schwert, das den Menschen richtet und heilt.“
Karl Barth zum 80. Geburtstag Von Hans Urs von Balthasar Es muss für Karl Barth keine reine Freude sein, von … Mehr
Eberhard Jüngel, Theologische Existenz. Erinnerung an Karl Barth (1986): „Dass Gott »selbst nicht fertig, sondern in freiester lebendiger Bewegung« Gott ist, ermutigt den Theologen dazu, statt mit der ihm aufgetragenen und anvertrauten Rede von Gott je fertig werden zu wollen, immer wieder mit dem Anfang anzufangen. »Theologische Arbeit unterscheidet sich von anderer dadurch – sie könnte aber auch für alle geistige Arbeit darin exemplarisch sein – dass, wer sie tun will, nie mit freiem Rücken von schon erledigten Fragen, von schon erarbeiteten Resultaten, von schon gesicherten Ergebnissen herkommen, dass er heute keineswegs auf gestern schon von ihm gelegten Fundamenten weiterbauen, heute keineswegs von den Zinsen eines gestern angesammelten Kapitals leben kann, sondern darauf angewiesen ist, jeden Tag, ja zu jeder Stunde neu mit dem Anfang anzufangen … Fortfahren heißt in der theologischen Wissenschaft immer: noch einmal mit dem Anfang anfangen.«“
Theologische Existenz. Erinnerung an Karl Barth (1986) Von Eberhard Jüngel Nennt Ihr ihn groß? Er war es durch die Grenze. … Mehr