Zur biblischen Hermeneutik Von Kornelis Heiko Miskotte Vorbemerkung Die vier Vorträge über «Biblische Hermeneutik» wurden im Oktober und November 1957 … Mehr
Kategorie: Theologie
Walter Kreck über Karl Barth: „Tatsache ist, dass er mit seiner Art, Theologie zu treiben, die Frage nach ihrer strengen Sachgebundenheit und zugleich nach ihrer darin begründeten Freiheit im Gebrauch der Denkformen neu und unüberhörbar gestellt hat. Er wusste um das Bruchstückhafte und Vorläufige aller Theologie und hat wohl viele Schüler, aber nicht eigentlich eine methodisch streng festgelegte Schule hinterlassen. Er wollte diese Schüler nicht auf seine Ergebnisse fixieren, wohl aber ihnen bestimmte Denkanstöße und Griffe vermitteln, die allerdings schwerlich losgelöst von den Sachentscheidungen verstanden und nachvollzogen werden können.“
Karl Barth Von Walter Kreck I Karl Barth wurde am 10. Mai 1886 in Basel geboren und wuchs in Bern … Mehr
Hans Joachim Iwand, Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen. Antwort auf W. Hauers „Deutsche Gottschau“ (1935): „Es würde nicht schwer sein, die Übergänge aufzuweisen, die von der christlichen Theologie unseres und des vorigen Jahrhunderts zu Hauer weisen, und mancher ‚christliche Theologe‘ würde wohl erschrecken, wenn er auf diese seine illegitimen Kinder angesprochen würde. Die Erklärung für diese innere Verwandtschaft, die wohl auch Hauer nicht allzu gern zugeben würde, liegt darin, daß die Quellen der „deutschen Gottschau“ in die Geisteswelt des deutschen Idealismus zurückweisen, in dieselbe Welt, aus der die uns überkommene Theologie gelebt hat. Und das ist das Entscheidende und grundsätzlich Positive, daß durch Hauer in der breiten Öffentlichkeit diese immer wieder versuchte Synthese klipp und klar negiert wird, daß dieser Versuch, den christlichen Glauben aus dem Geist des deutschen Idealismus heraus neu zu beleben, damit am Ende seiner Kunst ist. Denn diese Synthese ist der Verrat am christlichen Glauben, nicht weil es ‚deutscher‘ Idealismus ist, sondern weil es deutscher ‚Idealismus‘ ist und der Glaube an Jesus Christus nichts mit der Idee der Gottheit zu tun hat, sondern mit dem Wort des lebendigen Gottes, nicht mit einem Bild, das sich der Mensch von Gott macht, sondern mit dem, der das Ebenbild Gottes ist.“
Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen. Antwort auf W. Hauers „Deutsche Gottschau“ (1935) [1] Von Hans Joachim Iwand I. … Mehr
Hendrikus Berkhof, Nachruf auf Kornelis Heiko Miskotte (1976): „Die Originalität, die Miskotte auch gegenüber Barth nicht verleugnen konnte, lebte er besonders in seiner Predigt aus. Wer seine Predigten mit denen Barths vergleicht, erkennt eine völlig andere Welt. Miskotte verkündete das Evangelium vor dem Hintergrund des modernen Lebensgefühls – mit einer Tiefe und Subtilität, die Barth fremd war (von ihm jedoch hoch geschätzt wurde). Ich glaube, dass Miskotte als Prediger und als Autor mehrerer Predigtbände mehr Einfluss ausgeübt hat als durch all seine anderen Werke. Wahrscheinlich wird er in der niederländischen Kirchengeschichte vor allem als der größte Prediger dieser Epoche in Erinnerung bleiben.“
IN MEMORIAM PROF. DR. KORNELIS HEIKO MISKOTTE23. September 1894 – 31. August 1976 Es scheint, dass der stetig wachsende Strom … Mehr
Peter Brunner, Die Sprache der Liturgie. Eine theologische Überlegung zu ihrer geistlichen Bedeutung (1968): „Auch die Sprache der Liturgie kann nur solche menschheitliche Menschensprache sein. Alle Worte, die in der Liturgie vorkommen, sind, wie alle Worte, die in der Bibel vorkommen, ursprunghaft Worte dieser einen Menschensprache, die in ihrem Grund und Wesen einen Unterschied zwischen sakral und profan nicht kennt. Jedes Wort der Bibel, auch diejenigen Wörter, die für uns heute das Letzte und Höchste unseres Glaubens aussagen, sind von Hause aus weltliche Wörter. … Gewiß sagen Worte wie Gnade, Versöhnung, Friede in der Schrift, in der Verkündigung der Kirche, darum auch in der Liturgie etwas Neues, was die Welt sich selbst aus sich selbst nie hat sagen können. Aber dieses Neue, Einzigartige kann nur in der einen weltlichen Menschensprache ausgesagt werden.“
Die Sprache der Liturgie. Eine theologische Überlegung zu ihrer geistlichen Bedeutung Von Peter Brunner Sprachprobleme und Verstehensprobleme sind seit dem … Mehr
Rudolf Bultmann, Wie spricht Gott durch die Bibel zu uns? (How Does God Speak to Us through the Bibel, 1934): „Das Wort Gottes wird niemals zu unserem Eigentum. Ob wir es wirklich recht gehört haben, zeigt sich daran, ob wir bereit sind, es immer wieder neu zu hören, es in jeder Entscheidung unseres Lebens zu erfragen; ob wir bereit sind, es im Augenblick der Entscheidung eingreifen zu lassen; ob wir zulassen, dass es uns von unserem Nichts überzeugt, zugleich aber auch von Gottes Barmherzigkeit, die uns von allem Hochmut befreit – ‚Was hast du aber, das du nicht empfangen hast?‘ –, aber ebenso von aller Mutlosigkeit – ‚als die nichts haben und doch alles besitzen‘. Die Bereitschaft, das ganze Leben dem Wort Gottes zu unterstellen, Gottes Wort immer wieder zu hören, das heißt: es in jedem Augenblick neu zu vernehmen, ist zugleich die Bereitschaft zur Liebe. Wenn Gottes Wort uns von uns selbst befreit und uns durch seine Liebe zu neuen Menschen macht, dann macht es uns auch frei, andere zu lieben. Wir bleiben nur dann in ihm, wenn seine Worte in uns bleiben, wenn wir seine Gebote halten. Und sein Gebot ist die Liebe.“
Wie spricht Gott durch die Bibel zu uns? (How Does God Speak to Us through the Bibel, 1934) Von Rudolf … Mehr
Rudolf Bultmann, Ein Rückblick auf die Diskussion um die Entmythologisierung (1960): „Es ist unglaublich, wie viele Menschen sich ein Urteil über meine Arbeit anmaßen, die nie ein Wort von mir gelesen haben. Ich konnte unmöglich auf alle Zuschriften antworten. In manchen Fällen habe ich es getan, und zwar besonders dann, wenn der Angriff auf meine Person besonders heftig war, wenn mir z. B. geweissagt wurde, dass ich so schrecklich enden werde wie Voltaire oder Nietzsche. Ich habe dann gefragt, worauf sich das Urteil des Schreibers gründe, und was er von meinen Schriften gelesen habe. Die Antwort lautete regelmäßig, ohne Ausnahme: nichts gelesen von meinen Schriften! Aber aus einem Sonntags- oder Gemeindeblatt erfahren, dass ich ein Irrlehrer sei. Ich halte es für unverantwortlich, dass Sonntags- und Gemeindeblätter das Thema – sollte wohl sagen: das Schlagwort – der Entmythologisierung vor Laien bringen, ein Thema, von dem sie nichts verstehen oder das sie notwendig missverstehen, weil das Verstehen theologische Bildung voraussetzt.“
Ein Rückblick auf die Diskussion um die Entmythologisierung (1960) Von Rudolf Bultmann Die Post, die in den letzten Jahren täglich … Mehr
Hans-Georg Gadamer, Gedenkworte für Rudolf Bultmann (1976): „Einen nicht geringen Teil seiner wissenschaftlichen Produktion hat er auf den freien Rückseiten von bezahlten Rechnungen, beantworteten Briefen, ja, auf dem aufgeklappten Innern von Briefumschlägen zu Papier gebracht. Zu seinen Freizeitliebhabereien gehörte, neben konsequent durchgehaltenen täglichen Lektürestunden, die vor allem die klassische Literatur, aber auch moderne Literatur pflegten, das imaginäre Reisen, irgendwohin in die ferne Welt, mit genauer Wahl der Züge, die er nehmen würde, der Hotels, in denen er wohnen würde, und natürlich vor allem mit genauester historischer und kunstgeschichtlicher Vorbereitung für alle Sehenswürdigkeiten, die er antreffen würde: ein einzigartiges Gemisch von Phantasie und Pedanterie, diesen Feengaben des geborenen Gelehrten.“
Gedenkworte für Rudolf Bultmann (20. 8. 1884 – 30. 7. 1976) Von Hans-Georg Gadamer Als der Orden im Jahre 1969 … Mehr
Rudolf Bultmann, Das christologische Bekenntnis des Ökumenischen Rates: „Christus ist all das, was von ihm ausgesagt wird, sofern er das eschatologische Ereignis ist. Dieses aber nicht so, daß es als ein Weltgeschehen konstatierbar wäre, aber auch nicht ein Geschehen in supranaturalen Höhen, was ja faktisch auch nur ein Weltgeschehen wäre. Jesus Christus ist als eschatologisches Ereignis nicht objektiv feststellbar, so daß man daraufhin an ihn glauben könnte. Vielmehr ist er es ja, genauer gesagt: wird er es ja in der Begegnung, wenn das Wort, das ihn verkündigt, Glauben findet – ja, selbst wenn es nicht Glauben findet; denn wer nicht glaubt, der ist schon gerichtet (Joh. 3,18). Ebenso wie die ἐκκλησία, die Kirche, die eschatologische Gemeinde, nur als Ereignis je wirklich ἐκκλησία ist, so ist auch Christi Herr-Sein, seine Gottheit, immer nur je Ereignis. Eben das ist der Sinn dessen, daß er das eschatologische Ereignis ist, das nie zu einem Ereignis der Vergangenheit objektiviert werden kann, auch nicht zu einem Ereignis in einer metaphysischen Sphäre, das vielmehr jeder Objektivation widerstreitet.“
Das christologische Bekenntnis des Ökumenischen Rates[1] Von Rudolf Bultmann I. Über das christologische Bekenntnis des ökumenischen Rates der Kirchen in … Mehr