Wie spricht Gott durch die Bibel zu uns? (How Does God Speak to Us through the Bibel, 1934) Von Rudolf … Mehr
Kategorie: Theologie
Rudolf Bultmann, Ein Rückblick auf die Diskussion um die Entmythologisierung (1960): „Es ist unglaublich, wie viele Menschen sich ein Urteil über meine Arbeit anmaßen, die nie ein Wort von mir gelesen haben. Ich konnte unmöglich auf alle Zuschriften antworten. In manchen Fällen habe ich es getan, und zwar besonders dann, wenn der Angriff auf meine Person besonders heftig war, wenn mir z. B. geweissagt wurde, dass ich so schrecklich enden werde wie Voltaire oder Nietzsche. Ich habe dann gefragt, worauf sich das Urteil des Schreibers gründe, und was er von meinen Schriften gelesen habe. Die Antwort lautete regelmäßig, ohne Ausnahme: nichts gelesen von meinen Schriften! Aber aus einem Sonntags- oder Gemeindeblatt erfahren, dass ich ein Irrlehrer sei. Ich halte es für unverantwortlich, dass Sonntags- und Gemeindeblätter das Thema – sollte wohl sagen: das Schlagwort – der Entmythologisierung vor Laien bringen, ein Thema, von dem sie nichts verstehen oder das sie notwendig missverstehen, weil das Verstehen theologische Bildung voraussetzt.“
Ein Rückblick auf die Diskussion um die Entmythologisierung (1960) Von Rudolf Bultmann Die Post, die in den letzten Jahren täglich … Mehr
Hans-Georg Gadamer, Gedenkworte für Rudolf Bultmann (1976): „Einen nicht geringen Teil seiner wissenschaftlichen Produktion hat er auf den freien Rückseiten von bezahlten Rechnungen, beantworteten Briefen, ja, auf dem aufgeklappten Innern von Briefumschlägen zu Papier gebracht. Zu seinen Freizeitliebhabereien gehörte, neben konsequent durchgehaltenen täglichen Lektürestunden, die vor allem die klassische Literatur, aber auch moderne Literatur pflegten, das imaginäre Reisen, irgendwohin in die ferne Welt, mit genauer Wahl der Züge, die er nehmen würde, der Hotels, in denen er wohnen würde, und natürlich vor allem mit genauester historischer und kunstgeschichtlicher Vorbereitung für alle Sehenswürdigkeiten, die er antreffen würde: ein einzigartiges Gemisch von Phantasie und Pedanterie, diesen Feengaben des geborenen Gelehrten.“
Gedenkworte für Rudolf Bultmann (20. 8. 1884 – 30. 7. 1976) Von Hans-Georg Gadamer Als der Orden im Jahre 1969 … Mehr
Rudolf Bultmann, Das christologische Bekenntnis des Ökumenischen Rates: „Christus ist all das, was von ihm ausgesagt wird, sofern er das eschatologische Ereignis ist. Dieses aber nicht so, daß es als ein Weltgeschehen konstatierbar wäre, aber auch nicht ein Geschehen in supranaturalen Höhen, was ja faktisch auch nur ein Weltgeschehen wäre. Jesus Christus ist als eschatologisches Ereignis nicht objektiv feststellbar, so daß man daraufhin an ihn glauben könnte. Vielmehr ist er es ja, genauer gesagt: wird er es ja in der Begegnung, wenn das Wort, das ihn verkündigt, Glauben findet – ja, selbst wenn es nicht Glauben findet; denn wer nicht glaubt, der ist schon gerichtet (Joh. 3,18). Ebenso wie die ἐκκλησία, die Kirche, die eschatologische Gemeinde, nur als Ereignis je wirklich ἐκκλησία ist, so ist auch Christi Herr-Sein, seine Gottheit, immer nur je Ereignis. Eben das ist der Sinn dessen, daß er das eschatologische Ereignis ist, das nie zu einem Ereignis der Vergangenheit objektiviert werden kann, auch nicht zu einem Ereignis in einer metaphysischen Sphäre, das vielmehr jeder Objektivation widerstreitet.“
Das christologische Bekenntnis des Ökumenischen Rates[1] Von Rudolf Bultmann I. Über das christologische Bekenntnis des ökumenischen Rates der Kirchen in … Mehr
Rudolf Bultmann, Formen menschlicher Gemeinschaft: „Für den christlichen Glauben steht es fest, dass der Mensch sein Selbst nur von Gott empfangen kann, und dass er es nur dann empfängt, wenn seine Entweltlichung, und das heißt zuletzt: seine Selbsthingabe, eine radikale ist. Es steht ihm fest, dass derjenige, der sein Leben – und das heißt: sein Selbst – erhalten will, es verlieren wird, und nur der, der es preisgibt, es erhalten wird. Aber es steht ihm ebenso fest, dass diese radikale Preisgabe des Selbst dem Menschen gar nicht eher möglich ist, ehe ihm die göttliche Liebe selber schenkend begegnet, ehe sie sich ihm offenbart. Denn nichts anderes ist die Offenbarung Gottes als die dem Menschen begegnende Liebe, die ihn, ihn von sich selbst erlösend, zu sich selbst befreit. Nichts anderes als das in Jesus Christus gesprochene Wort Gottes, das den Menschen anredet und ihn, indem es ihn gegenüber Gott zum Du macht, zum Selbst werden lässt.“
Formen menschlicher Gemeinschaft Von Rudolf Bultmann Das Interesse, das die folgende Besinnung leitet, ist nicht das soziologische, sondern das anthropologische, … Mehr
Johann Georg Hamann, Das letzte Blatt (1788): „Der umgestürzte Heuchler, der antike Sophist, der ‚Philologe der Halbwörter‘, ein Philosoph nur dem Buchstaben π und ψ nach, Kreuzträger und Galgenvogel, Metakritiker voller guter Hoffnungen, ein Stein zwischen zwei Pfosten, der bisweilen die Rolle des Schleifsteins übernimmt, selbst jedoch außerstande zu schneiden.“
Das letzte Blatt (1788) Von Johann Georg Hamann Si quelque sages de ce monde sont parvenus par tems etuder de … Mehr
Hugh Lawrence Bond über Jonathan Edwards (1703-1758): „Die stärkste und dauerhafteste Wirkung jedoch erreichte Edwards durch seine anderweitigen Tätigkeiten. Seine machtvolle Predigt, sein Aufruf zur Erweckung und seine eindrucksvolle Betonung der persönlichen religiösen Erfahrung verschafften der Bewegung des Great Awakening Eingang in Neuengland und trugen dazu bei, dass Erweckung und religiöser Individualismus zu bleibenden Zügen amerikanischer Christlichkeit wurden.“
Jonathan Edwards (1703-1758) Von Hugh Lawrence Bond 1. Leben J. Edwards, Theologe, Philosoph, Erweckungsprediger und Religionspsychologe, wurde am 5. Oktober … Mehr
Hans Urs von Balthasar über die Theologie Karl Barths: „Weil Barth den Blick von der Glaubenszuständlichkeit ganz und gar weg- und dem Glaubensinhalt zuwendet, darum redet er gut; darum ist bei ihm keine pastorale Erbaulichkeit zu befürchten. Die Sache erbaut sich selber. Aber die Sache ist in sich so hinreißend und den ganzen Mann anfordernd, dass wahre Sachlichkeit hier übereinfallen muss mit einer alles durchdringenden und darum gar nicht eigens auszusprechenden Ergriffenheit. Diese Einheit von Leidenschaft und Sachlichkeit ist der Grund der Schönheit der Barthschen Theologie.“
Über die Theologie Karl Barths Von Hans Urs von Balthasar Barths Theologie ist schön. Nicht bloß in dem äußerlichen Sinn, … Mehr
Albrecht Grözinger, Rudolf Bultmann – eine persönliche Annäherung aus Anlass seines 50. Todestages am 30. Juli 2026: „Ich möchte meine kleine erinnernde Annäherung an Rudolf Bultmann mit einer kleinen Anekdote beschließen. Ich hatte das große Glück, Rudolf Bultmann persönlich kennenzulernen und zu erleben. Er war zu Besuch bei Manfred Mezger in Mainz. Und Mezger lud einige von uns Studierenden zu einem abendlichen Treffen mit Bultmann in seine Wohnung in Mainz-Gonsenheim ein. Anwesend waren auch alle unsere bewunderten theologischen Lehrer und die eine Lehrerin: Manfred Mezger, Herbert Braun, Gert Otto, Willy Schottroff und Luise Schottroff. Wir Kleinen sagten eigentlich nichts, sondern saßen nur mit gespitzten Ohren da, während die Erwachsenen redeten. Der Abend wurde länger, und die Diskussionen heftiger. Und Manfred Mezger war dafür bekannt, dass je engagierter er diskutierte, umso lauter seine Stimme wurde. Plötzlich unterbrach ihn Rudolf Bultmann mit seiner leisen, aber klaren vom Oldenburger Dialekt getragenen Stimme: ‚Aber das Schreien, das wollten wir doch den Deutschen Christen überlassen, nicht wahr, Herr Mezger.'“
Rudolf Bultmann – eine persönliche Annäherung aus Anlass seines 50. Todestages am 30. Juli 2026 Von Albrecht Grözinger Elternhaus Rudolf … Mehr