Vorrede zu Prokop Diviš, Längst verlangte Theorie von der meteorologischen Electricité (1765) Von Friedrich Christoph Oetinger Man hat die durch … Mehr
Kategorie: Theologie
Gerhard O. Forde über Rechtfertigung (Justification): „Rechtfertigung stellt den Menschen vor Gott in Frage. Wahre Rechtfertigung tröstet zwar die Bedrängten, aber sie – vielleicht noch mehr – beunruhigt die Selbstzufriedenen. Zweitens entscheidet die Frage der Rechtfertigung die grundlegende theologische Frage nach dem Wesen Gottes. Ein Gott, der die Gottlosen rechtfertigt um seines Namens willen, muss ein lebendiger Gott sein, der in der Gegenwart Neues schafft: nicht nur Sünder rechtfertigt, sondern auch sich selbst – indem er seinen Anspruch, Schöpfer und Erlöser zu sein, einlöst.“
Rechtfertigung (Justification) Von Gerhard O. Forde Rechtfertigung ist ein grundlegender biblischer und dogmatischer Begriff, der das Handeln Gottes beschreibt, durch … Mehr
Ernst Ortlepp, Vaterunser des neunzehnten Jahrhunderts (1845): „Der Frühling, sonst ein sichtbarer Gott, / Wird vor dem Weltenherbst zum Spott, / Und alle Wonnen, die wir sehn, / Sind Rosen, die auf Gräbern stehn. / Der Geist ist wüst, das Herz ist kalt, / Das Lied vom Glauben ist verhallt, / Aus allen Tiefen der Seel’ herauf / Quillt nicht ein Tröpfchen Andacht auf; / Der alten Zeiten Religion / Verachtet der neuen Tage Sohn, / Und grinsend ruf die ganze Erde: / ‚Dein Name nicht geheiligt werde!‘“
Vaterunser des neunzehnten Jahrhunderts (1845) Von Ernst Ortlepp „Allen, die gezweifelt und gerungen,Sei das grause Lied gesungen!“ Vater! – Vater? … Mehr
Gerhard von Rad, Fragen der Schriftauslegung im Alten Testament (1938): „Vom Alten Testament können wir nicht reden, wie über andere Bücher. Erst, wenn wir es gleichsam in die Hand Gottes zurückgelegt haben und es uns neu haben geben lassen, hat unser Fragen die Verheißung einer Klärung. Und dies nicht einmal, sondern immer wieder, so oft wir es aufschlagen, sollen wir es neu von Gott her nehmen. Glauben Sie mir, das ist mehr als eine erbauliche Rede. Wir würden es dann von Anfang an wissen, dass es im Letzten keine theologische Formel gibt, mit der wir das Alte Testament einfangen können; und das ist deshalb so, weil das Alte Testament Gottes Buch und unantastbar frei ist. Immer entzieht es sich unserm Zugriff. Das muss so sein, denn all unserem theologischen Fragen wohnt auch eine Lüsternheit des sich bemächtigen Wollens inne. Wir möchten eine Formel, wir suchen einen Nenner, aber so läßt sich das Alte Testament nicht beherrschen.“
Der Vortrag des 36jährigen Gerhard von Rad, gehalten am 29. Januar 1938 vor den Theologen der Universität Erlangen, findet sich … Mehr
Odo Marquard, Rechtfertigung. Bemerkungen zum Interesse der Philosophie an der Theologie (1980): „Was — angesichts des ‚context of justification‘, der ‚transzendentalen Deduktion‘, der ‚Theodizee‘ und der Tribunalsucht der modernen Revolutionen und Avantgarden — Rechtfertigung heißt, kann kein Philosoph explizieren, ohne darüber auch theologisch zu reden; sonst riskiert er, das Phänomen nur halb zu sehen und unterzubestimmen: Und das sollte er nicht tun. Darum war, was ich einschlägig dargelegt habe, ein Erläuterungsbeispiel für meine Grundthese, die da lautet: Ein Philosoph, der nicht das Theologische versteht und spricht, ist an vielen wichtigen Stellen seines Fachs nicht in der Lage, dessen Probleme unverkürzt zu artikulieren.“
Rechtfertigung. Bemerkungen zum Interesse der Philosophie an der Theologie Von Odo Marquard Sehr verehrter, lieber Herr Link! Sehr verehrter, lieber … Mehr
Karl Barth, Vom Nutzen der Historie. Zu Römer 4,17b-25 (Der Römerbrief, 1922): „Wir haben letztlich gar nicht die Möglichkeit, eine andere Art von Historie als die der Genesis, eine bloß analytische Historie zu treiben und besser wäre es, daran von vornherein zu denken. Wir sind nun einmal in das Selbstgespräch des Gleichzeitigen in Vergangenheit und Gegenwart verwickelt. Die Genesis sagt uns nun einmal von Abraham das, was uns angeht, auch wenn unser Bewußtsein davon sehr schwach ist und was wir werden hören müssen, auch wenn unsere Betrachtungsweise einer solchen Gestalt eine sehr andere ist als die der Genesis. Denn ‚wir glauben an den, der den Herrn Jesus von den Toten erweckte‘. Wir stehen schon in der Problematik, die uns die Genesis als die Problematik des Lebens Abrahams zeigt: auf der Grenze zwischen Tod und Leben, zwischen dem tiefen Gefallensein des Menschen, das die Verneinung Gottes bedeutet, und der Gerechtigkeit Gottes, die die Verneinung des Menschen bedeutet. Wir stehen mit dem Abraham der Genesis, der noch viel ‚unhistorischer‘ ist als die Analytiker sich träumen lassen, vor der Unmöglichkeit der Erkenntnis, vor der Unmöglichkeit der Auferstehung, vor der Unmöglichkeit der in Gott begründeten und von Gott zu erwartenden Einheit von Diesseits und Jenseits.“
Vom Nutzen der Historie. Zu Römer 4,17b-25 (Der Römerbrief, 1922) Von Karl Barth V 17b Abraham ist unser aller Vater … Mehr
Siegfried Kettling über die Auferstehung der Toten: „Auferstehung sagen, heißt den Horizont unserer Welt grundsätzlich überschreiten ins »Eschaton« (»Letzte«) hinein. Hier kann man nicht gegenständlich beschreiben, sondern nur das uns Verheißene hinweisend »bedeuten«. Das geschieht im Neuen Testament in der Sprache des Gleichnisses: Die griechischen Wörter nehmen den allmorgendlichen Vorgang des »Aufweckens« bzw. »Aufstehens« als Bild. Unsere deutschen Wörter »Auf-er-weckung« und »Auf-er-stehung« sind schon theologische Fachsprache. Dabei ist grundlegend das Wort, das Gott die Aktivität beilegt: Wir können nur »auferstehen«, weil Gott »auferweckt«.“
Auferstehung der Toten Von Siegfried Kettling 1. Zur Sprache Auferstehung sagen, heißt den Horizont unserer Welt grundsätzlich überschreiten ins »Eschaton« … Mehr
Jürgen Moltmann, Der Gott, auf den ich hoffe. Warum ich Christ bin (1979): „Um Christi willen bin ich Christ. In ihm fand ich meine Verlassenheit und Gott, und Gott in meiner Verlassenheit. In ihm fand ich die Kraft einer Hoffnung, mit der ich glaube, leben und sterben zu können. Ob ich aber in diesem Sinne »Christ« bin, das weiß ich trotz der Argumente und der Geschichte nicht. Das Urteil steht weder anderen noch mir zu. Es liegt in der Hand dessen, dem ich mich anvertraue.“
Der Gott, auf den ich hoffe. Warum ich Christ bin Von Jürgen Moltmann Seltsam sieht mich diese Frage an. Wer … Mehr
Eberhard Jüngel, Das dunkle Wort vom „Tode Gottes“ (1968): „Das verstandene Wort »Gott ist tot« gehört also beiden: dem glaubenden Christen und dem Atheisten. Und beide täten gut daran, sich dessen zu erinnern, dass sie, wenn auch in sehr verschiedener Absicht, dasselbe sagen. Aber wenn zwei dasselbe sagen, so ist es noch nicht dasselbe oder – wie es in diesem Fall wohl heißen muß – so ist es nicht mehr dasselbe. Denn der ungläubige Atheist redet vom Tode Gottes am Kreuz Jesu Christi vorbei, während der glaubende Christ davon redet, weil Jesus Christus gestorben ist. Immerhin ist der neuzeitliche Atheismus, der am Kreuz Jesu Christi vorbei davon redet, dass Gott tot ist, ohne den dem christlichen Glauben ursprünglich nachgesagten Atheismus geschichtlich überhaupt nicht zu verstehen.“
Das dunkle Wort vom „Tode Gottes“ (1968) Von Eberhard Jüngel I Eine Redeweise geht um in der ehemals christlichen Welt. … Mehr