Gutachten, ob man den Juden sämtliche Bücher beschlagnahmen, beseitigen und verbrennen solle (1510) Ratschlag, ob man den Juden alle ire … Mehr
Kategorie: Schriftauslegung
Eckart Otto, Gerechtigkeit im Alten Testament: „Mit dem Begriff Gerechtigkeit wird ein Verhalten bezogen auf eine Gemeinschaft bezeichnet, so dass er als Gemeinschaftsgemäßheit und ‚Gemeinschaftstreue‘ des Handelns zu verstehen ist. Mit der Gemeinschaftstreue wird zunächst der Handlungsmaßstab des Handelns innerhalb einer Familie bezeichnet, der durch keine Normen eingeschränkt ist, sondern ein Prinzip ist, jederzeit so zu handeln, dass das Wohl und Überleben der Familie gesichert wird.“
Gerechtigkeit im Alten Testament Von Eckart Otto Gerechtigkeit (tsaedaeq / tsedâqâ) hat im Hebräischen des AT eine konnektive Grundbedeutung. Der … Mehr
Rudolf Schnackenburg, Ärgernis in der Bibel: „Die Urkirche bleibt sich bewusst, dass man an Jesus als dem Messias Anstoß nehmen kann; treffend verwendet sie dazu das Bild vom ‚Stein des Anstoßes und Felsen des Ärgernisses‘, über dem die Ungläubigen zu Sturz kommen, verbindet damit aber das andere, schon von Jesus gebrachte Bildwort, dass ‚der Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden‘ ist, nämlich für alle, die an ihn glauben. Das heilsgeschichtlich paradoxe Handeln Gottes, an dem die Menschen Ärgernis nehmen können, sieht Paulus im Kreuzesgeschehen gipfeln und entwickelt daraus seine tiefen Gedanken zum ‚Ärgernis des Kreuzes‘. Am ‚Wort vom Kreuz‘ wird alle menschliche Weisheit zuschanden; man kann es nur im Glauben aufnehmen. Diesen Weg der ‚Torheit‘ hat Gott mit Absicht eingeschlagen, da die Welt mit ihrer Weisheit Gott nicht erkannte.“
Ärgernis in der Bibel Von Rudolf Schnackenburg Das biblische Wort, das wir mit Ärgernis übersetzen (mōqesch/skándalon) und das als „Skandal“ … Mehr
Brevard S. Childs, Biblische Theologie und christlicher Kanon: „Vielleicht ist es ein kleiner Schritt hin zur Lösung dieser Problematik, wenn man von der fortdauernden Suche der Kirche nach der christlichen Bibel spricht. Die Kirche ringt mit der Aufgabe, ständig die in der Schrift geoffenbarte Wahrheit Gottes zu erkennen, während sie gleichzeitig mitten in einer vollkommen menschlichen kirchlichen Tradition steht, die das Wort überliefert. Für die Biblische Theologie ist es eine wichtige Aufgabe, an dieser Suche nach der christlichen Bibel teilzunehmen. Das Unternehmen ist keins, das einfach und ein für allemal gelöst werden wird.“
Biblische Theologie und christlicher Kanon Von Brevard S. Childs I. Einführung Das Hauptanliegen meiner Einleitungen in das Alte und in … Mehr
Ernst Fuchs, Logos (1960): „Es gibt keine Liebe ohne ihr Wort. Wollte sich Gott als Liebe offenbaren, so musste er das Wort der Liebe offenbaren. Und wenn sich Gott als Liebe zu erkennen geben wollte, so kam seinem Wort dasjenige Zuvor zu, das Gott selbst zukommt. Und doch wäre dieses Wort nicht das Wort der Liebe, wenn es nicht dort, wo es hochnötig war, hätte erfasst werden können. Die Liebe muss anschaulich werden, wenn sie helfen soll, und sie kann nur anschaulich werden, indem ihr Wort, an das sie sich bindet, Ereignis wird. Eben deshalb muss die Liebe, um ganz Liebe und so frei zu bleiben und zu befreien, Glauben an ihr Wort verlangen, nämlich dafür, dass sie sich dort bezeugt, wo jemand nichts für sich selbst sein wollte.“
Logos Von Ernst Fuchs 1. Religionsgeschichtlich a) Wortbedeutung. Ohne den johanneischen Satz En archê ên ho logos gäbe es trotz … Mehr
Hans Joachim Iwand, Predigtmeditation zu Matthäus 15,21–28: „Der tiefsten Tiefe der Anfechtung entspricht die wunderbarste Kraft des Glaubens. Er ‚fängt Jesus in seinen Worten‘. In dem ‚Ja, Herr, aber doch‘ liegt seine große Kraft, er beugt sich unter Gottes Urteil, aber er zerbricht darunter nicht, sondern hält sich an die Hoffnung und das wider allen Augenschein. Das ist die ‚getroste Verzweiflung‘. Das ist die Not, in der uns der ‚Geist vertritt mit unaussprechlichem Seufzen‘. Die Frau demütigt sich bis in den Staub, sie gibt Gott recht – sagt ja, wo alles natürliche Empfinden des Menschen sich empört – aber sie ergreift zugleich damit das Ja unter dem Nein des Herrn: sie bittet um die Brosamen, die vom Tische fallen. ‚Um dieses Wortes willen‘ wird sie erhört. Der Herr redet sie an: ‚O Weib!‘ Nein, sie ist kein Hund, sie darf vor ihm stehen als der Mensch, der durch die Hölle der Anfechtung gegangen ist. Aber mehr noch, er stellt sie heraus als die wahrhaft Glaubende – und mehr noch: was sie nicht aufhörte zu glauben, was sie nicht losgelassen hat, selbst mitten in der Nacht der Verzweiflung, das liegt auf einmal als Geschenk in ihrem Schoß: ‚Dir geschehe, wie du willst‘. Der Dämon, der ihre Tochter bezaubert hat, ist gewichen. Im Glauben hat sie sie neu geschenkt erhalten.“
Predigtmeditation zu Matthäus 15,21–28 (1954) Von Hans Joachim Iwand Es ist bekannt, daß Luther gerade über dieses Evangelium besonders tief … Mehr
Matthias Viertel über Nächstenliebe: „Jesus selbst ist also nicht Begründer der Nächstenliebe, er greift dieses alttestamentliche Gebot lediglich auf, um es in radikaler Weise von den Nächsten über die Fremden bis zu den Feinden auszuweiten. In seiner Argumentation reiht er dabei das Gebot der Nächstenliebe in den Kontext des Gesetzes, schließt von der Liebe zum Nächsten implizit auf eine Ausgrenzung der Feinde (»Ihr habt gehört: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen«), um dann die Forderung der Nächstenliebe in das Gebot zur Feindesliebe umzuwandeln (»Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde und bittet für die, welche euch verfolgen«). Dadurch, dass Jesus das Gebot der Nächstenliebe unter den Aspekten der Notfallsituation bzw. der Konfliktregelung interpretiert und dabei zu der Forderung der Feindesliebe kommt, wird die Forderung der Nächstenliebe zugleich als ein universaler Anspruch geltend gemacht.“
Nächstenliebe Von Matthias Viertel Das im Alten Testament formulierte Gebot der Nächstenliebe »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« … Mehr
Alfons Deissler, Mensch im Alten Testament: „Da der Mensch ein eminent geschichtliches Wesen ist, gewinnt die Geschichte der Menschheit eine bedeutsame anthropologische Tragweite für die Menschen aller Generationen. Die nach Genesis 3 in die Frühmenschheit eingebrochene Sünde wird zu einer Geschichtsmacht, die nach Genesis 4—11 in der Vorzeit die Taten und die Geschichte der Völkerwelt prägt, freilich so, dass Gottes Gericht und Gottes Gnade immer neu einander ablösen. Gott bleibt dabei seinem bundeswilligen Ja zum Menschen treu und beruft schließlich Abraham und damit Israel in ein gnadenhaft gewährtes Bundesverhältnis, über welchem die universale Verheißung steht: ‚In dir sollen alle Sippen des Erdbodens sich als gesegnet erfahren‘ (Genesis 12,3).“
Mensch im Alten Testament Von Alfons Deissler 1. Die Hauptbezeichnungen für den Menschen sind ’adam und ’enosch. Öfter tritt auch … Mehr
Lesslie Newbigin, Die Bibel. Gottes Geschichte und unsere (1990): „Das ist die wahre Weltgeschichte – nicht im trivialen Sinn, dass wir die faktische Genauigkeit jeder Aussage in der Bibel bestätigen, sondern im ernsthaften Sinn, dass sie uns sagt, worum es wirklich in der menschlichen Geschichte geht. Als Christen betrachten wir die Bibel nicht von außen. Wir leben in ihr. Es ist unsere Geschichte. Indem wir in ihr leben, lernen wir, mit der Geschichte, an der wir teilhaben, zurechtzukommen – weil wir ihren Sinn erkannt haben.“
Die Bibel: Gottes Geschichte und unsere (1990) Von J.E. Lesslie Newbigin Um zu erklären, wer ein Mensch ist, muss man … Mehr