Geh aus, mein Herz Gottvertrauen: Trotz des großen Leides, das der Dreißigjährige Krieg brachte, konnte Paul Gerhardt Lieder tiefsten Gottvertrauens … Mehr
Kategorie: Literatur und Gedichte
Jörg-Ulrich Fechner über Paul Gerhardt: „Als Gestalt der deutschen protestantischen Kirchengeschichte ist Paulus Gerhardt nicht auf Grund von systematisch entwickelten Lehren des Glaubens und des Dogmas eingebürgert; vielmehr verdankt er diesen stellvertretenden Rang der ununterbrochenen Rezeption seiner volkstümlich gewordenen Kirchenlieddichtung, einer Rezeption zudem, die sich gelegentlich allerdings mit Erscheinungsformen katholischer Heiligenverehrung berührt. Diese geschichtliche Entfaltung der Rezeption in dokumentarischen Zügen einlässlich nachzuzeichnen, ist eine bis heute noch nicht eingelöste Aufgabe.“
Paulus Gerhardt Prismatische Brechungen seines historischen Bildes oder historische Marginalien zu einer Heiligsprechung im Protestantismus Von Jörg-Ulrich Fechner Gibt es … Mehr
Gottfried Bachl, warum ich gern auf der welt bin: „warum ich gern auf der welt bin, / hat mich der engel gefragt. / weil mir das licht / menschengesichter zeigt, / weil es die vögel gibt / meine charmanten hausgenossen. / ich staune / über jeden atemzug, der mir gelingt. / ich bin, mein gott, / sehr zum bleiben aufgelegt.“
warum ich gern auf der welt bin warum ich gern auf der welt bin,hat mich der engel gefragt.weil mir das … Mehr
Jan Twardowski, Es ist Trug, dass die Wonne: „Es ist Trug, dass die Wonne / diese stärkste und erste / herrscht wie ein Herr // Der Verborgene wird sichtbar / stellt ein Kreuz allgewaltig / zwischen mir auf und dir“
Es ist Trug, dass die Wonne Wieviel Buchen gefallenwieviel Stare entflohenwinters verband uns Schnee Die optimistische Heidedie als letzte erblühtewar … Mehr
Ernst Ortlepp, Vaterunser des neunzehnten Jahrhunderts (1845): „Der Frühling, sonst ein sichtbarer Gott, / Wird vor dem Weltenherbst zum Spott, / Und alle Wonnen, die wir sehn, / Sind Rosen, die auf Gräbern stehn. / Der Geist ist wüst, das Herz ist kalt, / Das Lied vom Glauben ist verhallt, / Aus allen Tiefen der Seel’ herauf / Quillt nicht ein Tröpfchen Andacht auf; / Der alten Zeiten Religion / Verachtet der neuen Tage Sohn, / Und grinsend ruf die ganze Erde: / ‚Dein Name nicht geheiligt werde!‘“
Vaterunser des neunzehnten Jahrhunderts (1845) Von Ernst Ortlepp „Allen, die gezweifelt und gerungen,Sei das grause Lied gesungen!“ Vater! – Vater? … Mehr
Karl Adolf Gross, Komm wieder, liebe Bibel (geschrieben 1943 im KZ Dachau): „Ach, sieh auf uns herunter, / Hilf, Gott, tu deine Wunder, / Zerreiss die Wolkenwand! / Ja, fahre selbst hernieder, / Zeig dich den deinen wieder, / Beweise deine starke Hand! // Du lenkst der Fürsten Herzen, / Lässt nimmer mit dir scherzen / Bei deinem hohen Fluch! / Entwinde ihren Fäusten, / Den gierigen und dreisten, / Den Raub, dein teures Bibelbuch! // So wollen wir dir danken / Mit Treue ohne Wanken / Im Dienst ohn‘ Ziel und Zeit. / O komm, du liebe Bibel / Der Gottesweisheit Fibel, / Du Strahl aus lichter Ewigkeit!“
Komm wieder, liebe Bibel Von Karl Adolf Gross Komm wieder, liebe BibelDer Gottesweisheit Fibel,Strahl aus der Ewigkeit!O kommt, ihr heil’gen … Mehr
Jan Twardowski, Wenn wir selbst Dich ersonnen hätten … : „Wenn wir Dich ersonnen hätten, / müsstest Du mit uns rechnen und Dich in acht nehmen, / dürftest nicht bange machen, wenn die Freude in Sünde umschlägt, / müsstest, wie’s Christkind, reihum unsere Wünsche erfüllen, / wärest nicht in Bethlehem geboren, sondern in einer Universitätsstadt, / und da wärest Du vollends ein unmöglicher Gott.“
Wenn wir selbst Dich ersonnen hätten … Wenn wir selbst Dich ersonnen hätten,wärst Du nachsichtiger und geschmeidiger,wärest ohne Bart und … Mehr
Jan Twardowski, Regen: „Regen, der du gefallen bist im Evangelium / sowohl auf Gute wie auf Böse / der du getrommelt hast aufs Haus am Fels – / du bist kein Thema für die Exegeten / weil Regen eben weiter nichts als Regen ist“
Regen Regen, der du gefallen bist im Evangeliumsowohl auf Gute wie auf Böseder du getrommelt hast aufs Haus am Fels … Mehr
Elisabeth Langgässer, Ostersonntag: „Purpur, dem Purpur / des Lammes enttaucht, / Duft, aus den Düften / der Salbung gehaucht, // Schall, mit dem Schalle / der Auffahrt vermischt. / Riesig geöffnet / verschlingen das Nicht“
Ostersonntag Von Elisabeth Langgässer Die Erde bebte und ward stille, als zum Gerichte Gott sich hob. [Offertorium] Mächtig erschüttertvon ehernem … Mehr