Charles de Foucauld über das Laienapostolat in einem Brief an Joseph Hours vom 3. Mai 1912: „Die Laien müssen Apostel sein gegenüber allen, die sie erreichen können: zunächst ihren Nächsten und ihren Freunden, aber nicht nur ihnen; die Nächstenliebe hat nichts Enges, sie umfasst alle, die das Herz Jesu umfasst. Durch welche Mittel? Durch die besten, wenn man diejenigen bedenkt, an die sie sich wenden: mit allen, mit denen sie ohne Ausnahme in Beziehung stehen, durch Güte, Zärtlichkeit, brüderliche Zuneigung, das Beispiel der Tugend, durch Demut und Sanftmut, die stets anziehend und so christlich sind; mit gewissen Menschen, ohne ihnen jemals ein Wort über Gott oder die Religion zu sagen, geduldig wie Gott geduldig ist, gut wie Gott gut ist, liebend, ein zärtlicher Bruder seiend und betend; mit anderen, indem sie von Gott in dem Maße sprechen, wie diese es ertragen können; sobald sie beim Gedanken angekommen sind, die Wahrheit durch das Studium der Religion zu suchen, indem sie sie mit einem sehr gut gewählten Priester in Verbindung bringen, der ihnen Gutes tun kann… Vor allem: in jedem Menschen einen Bruder sehen.“

Über das Laienapostolat in einem Brief an Joseph Hours Assekrem, den 3. Mai 1912 Mein Herr, Ich erhalte Ihren Brief, … Mehr

Friedrich Christoph Oetinger, Predigt auf das Fest der Heiligen Dreieinigkeit zu Johannes 14,23: „Kein Wunder ist demnach, dass die Prinzessin Antonia sich so sehr ergötzt hat an dieser Lehre der Hebräer, dass sie sie auf einer großen Tafel in die Kirche in Bad Teinach gestiftet und ihr Herz nach dem Tod dahin begraben ließ. Diese Tafel enthält kurzgefasst die Vereinigung des Alten und Neuen Testaments in Christus, in welchem alle zehn Abglänze Gottes in ein Zentrum eines Gartens zusammenlaufen und von da aus sich in die Glieder seines Leibes mit großer Verschiedenheit der Gaben verteilen, sodass nach 1. Korinther 12, Vers 8-11 dem einen gegeben ist »die Rede der Weisheit« durch den Geist, dem andern »die Rede der Erkenntnis« nach demselben Geist, einem andern der Glaube, die Standhaftigkeit des Geistes, und wieder andern andere Kräfte in dem Geist. Die selige Prinzessin will kurz so viel sagen: Christus sei das Zentrum der Lehre von der Dreieinigkeit. Jesus ist Christus, das begreife die ganze Dreieinigkeit – nämlich den Salbenden, den Gesalbten und die Salbe selbst.“

Predigt auf das Fest der Heiligen Dreieinigkeit zu Johannes 14,23 Von Friedrich Christoph Oetinger Text: Johannes 14, Vers 23: Wir … Mehr

Waltraud Herbstrith über Therese von Lisieux: „Ähnlich bahnbrechend sind ihre Gedanken zur Mariologie. Maria ist die schlichte, biblisch vertrauende Glau­benszeugin, nicht so sehr die ‚Him­melskönigin‘. Die Erfahrung der Abwesenheit Gottes, die der von ihr sehr geschätzte Johannes vom Kreuz im Bild der Nacht beschreibt, sieht sie im Symbol der hochragenden Mauer, die das ganze Firmament verstellt. Gott ist nicht nur abwesend, sondern scheint im ‚Nichts‘ zu versinken. Es ist die Bewusstseinslage des modernen Menschen, die hier durchbricht, das Phänomen des Atheismus.“

Therese von Lisieux (1873-1897) Von Waltraud Herbstrith Thérèse, (Marie, Françoise) Martin, geboren am 2.1.1873 in Alençon, er­reicht mit 15 Jahren, … Mehr