Johann Christoph Blumhardt, Vom Beten: „Es gibt Wünsche, bei denen wir ein eigentliches Wunder erbitten wollen, zu dem wir weniger Berechtigung haben, weil der uns gegebene Heilige Geist nicht mehr derselbe ist wie vormals, und namentlich die Wunderkräfte nicht mehr in sich schließt. Sonst gibt es wirklich viel anderes, da wir einfach nur bitten dürfen, nach dem Wort: »Bittet, so wird euch gegeben«, namentlich wenn es das Brot und die Bedingungen des Lebens, so auch die Gesundheit, angeht; wie oft erhört da der Herr! Wenn aber zum Bitten auch noch ein Suchen, oder gar ein Anklopfen kommen sollte, da wird es begreiflicher, wie viel Ernst das auf Seiten des Beters, der ihn selten hat, erfordert. Aber in allem kann auch die Anweisung wichtig und erfolgreich werden, sich an die Fürbitte anderer zu halten, da es ist, als wenn Gott den Beter nicht immer direkt, sondern nur indirekt erhören wollte, ihm zu zeigen, daß derselbe für seine Person auf nichts pochen könne.“

Vom Beten Von Johann Christoph Blumhardt Das Gebet Phil 4,6. In allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen … Mehr

Rupert Berger über Bittgebet und Fürbitten: „Erhörung ist dabei dem ‚Gebet im Namen Jesu‘ versprochen; damit wird der Horizont der Bitten geweitet, auch meine Ölbergangst hineingestellt in die Heilssorge Gottes für die ganze Welt. Christliches Bittgebet denkt darum nicht nur an die eigenen Probleme, sondern betet für den anderen; in der Taufe in Christus eingegliedert und mit ihm zum Heilsdienst an der Welt berufen, leidet der Christ mit allen Gliedern des Herrenleibes mit; er drückt sich in der Fürbitte nicht um die geforderte Hilfe, sondern solidarisiert sich mit den Leidenden, auf deren Seite Christus getreten ist, und hilft so ganzheitlich.“

Bittgebet/Fürbitte Von Rupert Berger Dem aufgeklärten Menschen der Neuzeit, der mit seinen technischen Mitteln die Welt wirksam gestalten kann, aber … Mehr

Adolf Sommerauer, Voll Zuversicht beten: „Es ist schamlos, ein Kind ein Gebet aufsa­gen zu lassen, um sich oder anderen Leuten zu zeigen, wie weit seine Intelligenz oder seine Liebenswürdigkeit gedie­hen ist. Die Scham, in die sich unser Gebet verhüllt, ist keine Zimperlichkeit, sondern echte Scham. Von Jesus wis­sen wir, dass er oft in die Einsamkeit ging, um Gott anzure­den. Als er am Ölberg vor dem bitteren Kelch zitterte, musste immer noch die Weite eines Steinwurfs zwischen ihm und den Jüngern sein, obgleich er deren Nähe brauchte. Über das Gebet zu sprechen ist also ein gefährli­ches Unternehmen.“

Voll Zuversicht beten Von Adolf Sommerauer Einem betenden Menschen darf man nicht ins Angesicht schauen. Das ist schlimmer, als wenn … Mehr