Karl Barth, Antwort auf die Frage „Was sollen wir tun, wenn wir nicht beten können?“: „Lassen Sie mich fragen: Wer kann denn beten? Gibt es einen Menschen, der sagen dürfte: Ich kann beten? Ich fürchte, der Mensch, der das sagen wollte, der könnte in Wahrheit ge­rade nicht beten. Umgekehrt wäre vielleicht dem, der klagt: Ich kann nicht beten!, zuzurufen: Gerade so bist du ganz nahe daran, in Wahrheit zu beten! Das wirkliche Beten ist ja etwas, was wir nicht machen können, sondern was geschieht, gewiss durch uns geschieht, aber nicht auf Grund einer Fähigkeit, sondern auf Grund dessen, dass Gott uns angenommen hat als seine Kinder. Wenn wir seine Kinder sind, dann schreien wir auch zu ihm.“

Antwort auf die Frage „Was sollen wir tun, wenn wir nicht beten können?“ Von Karl Barth Ich habe hier nicht … Mehr

Ernst Ortlepp, Vaterunser des neunzehnten Jahrhunderts (1845): „Der Frühling, sonst ein sichtbarer Gott, / Wird vor dem Weltenherbst zum Spott, / Und alle Wonnen, die wir sehn, / Sind Rosen, die auf Gräbern stehn. / Der Geist ist wüst, das Herz ist kalt, / Das Lied vom Glauben ist verhallt, / Aus allen Tiefen der Seel’ herauf / Quillt nicht ein Tröpfchen Andacht auf; / Der alten Zeiten Religion / Verachtet der neuen Tage Sohn, / Und grinsend ruf die ganze Erde: / ‚Dein Name nicht geheiligt werde!‘“

Vaterunser des neunzehnten Jahrhunderts (1845) Von Ernst Ortlepp „Allen, die gezweifelt und gerungen,Sei das grause Lied gesungen!“ Vater! – Vater? … Mehr