Viktor E. Frankl, Zehn Thesen über die Person (1950): „Noch der Selbstmör­der glaubt an einen Sinn, wenn auch nicht des Lebens, des Weiter­lebens, so doch des Sterbens. Glaubte er wirklich an keinen Sinn, kei­nerlei Sinn mehr – er könnte eigentlich keinen Finger rühren und schon darum nicht zum Selbstmord schreiten.“

Zehn Thesen über die Person (Modifizierte Fassung) Von Viktor E. Frankl Wann immer von Person die Rede ist, assoziieren wir … Mehr

Hannah Arendt, Organisierte Schuld (November 1944): „Wie an dem »Verwaltungsmassenmord« der politische Verstand des Menschen stillsteht, so wird an der totalen Mobilisierung für ihn das menschliche Bedürfnis nach Gerechtigkeit zuschanden. Wo alle schuldig sind, kann im Grunde niemand mehr urteilen. Denn dieser Schuld gerade ist auch der bloße Schein, die bloße Heuchelei der Verantwortung genommen. Solange die Strafe das Recht des Verbrechers ist – und auf diesem Satz beruht seit mehr als zweitausend Jahren das Gerechtigkeits- und das Rechtsempfinden der abendländischen Menschheit –, gehört zur Schuld ein Bewusstsein, schuldig zu sein, gehört zum Strafen eine Überzeugung von der Verantwortungsfähigkeit des Menschen.“

Organisierte Schuld Von Hannah Arendt I Je größer die militärischen Niederlagen der deutschen Armee im Felde werden, desto stärker macht … Mehr

Patriarch Kyrills neueste Kriegspredigt vom 25. September 2022: „Die Kirche ist sich bewusst, dass, wenn jemand aus Pflichtgefühl, der Notwendigkeit, einen Eid zu erfüllen, seiner Berufung treu bleibt und im Militärdienst stirbt, er zweifellos eine Tat begeht gleichbedeutend mit einem Opfer. Er opfert sich für andere auf. Und deshalb glauben wir, dass dieses Opfer alle Sünden wegwäscht, die eine Person begangen hat.“

Patriarchale Predigt am 15. Sonntag nach Pfingsten nach der Liturgie in der Alexander-Newski-Klause Von Patriarch Kyrill Am 25. September 2022, … Mehr

Kurt Walter, Gott im Konzentrationslager (1946): „Ich weiß auch, daß wir, die wir im Lager gebetet haben, ganz anders als bis dahin, viel, viel ernster, viel wahrhaftiger die vierte Bitte des Vaterunsers beten gelernt haben: „Unser täglich Brot gib uns heute!“, und wie diese unsere Bitte täglich sinnfällig ihre Erhörung gefunden hat.“

Gott im Konzentrationslager Von Kurt Walter Wenn ich nach dreijähriger Gefangenschaft im Konzentrations­lager Dachau der an mich ergangenen Aufforderung Folge … Mehr

Franz Rosenzweig, Die Schrift und das Wort. Zur neuen Bibelübersetzung (1926): „Der wesentliche Inhalt aber ist grade das, was sich der festlegenden und fernrücken­den Gewalt der Schrift entzieht: Wort Gottes an den Menschen, Wort des Menschen an Gott, Wort der Menschen vor Gott. Man braucht nur an die legi­timste, weil einer unmittelbaren Notlage abhelfende, also wahrhaft not-wendige, Form der Schriftlichkeit zu denken, von der alle andern Formen das, was sie an Legitimität besitzen, zu Lehn haben, an den Brief.“

Die Schrift und das Wort. Zur neuen Bibelübersetzung Von Franz Rosenzweig Alles Wort ist gesprochnes Wort. Das Buch steht ursprünglich … Mehr

Karl Barth über die Zwanziger Jahre in Zwischenzeit (Magnum, 1961): „In der deutschen evangelischen Kirche von damals konnte mir nie so richtig wohl wer­den. Sie entwickelte, dem Staat gegenüber zum erstenmal auf eigene Füße gestellt, ein merkwürdig pompöses Selbstbewußtsein, dem der Gehalt und Tiefgang ihrer Verkündigung nun doch nicht zu entsprechen schien. Schon gab es da und dort „Bischöfe“, solche, die die Bischöfe liebhatten, und solche, die selbst gern Bischöfe werden wollten.“

Zwischenzeit Von Karl Barth Was ich, dem an mich ergangenen Wunsch gemäß, hier bieten kann, ist keine geschichtsphilosophische Deutung jener … Mehr