Hans Joachim Iwand über Kreuz und Auferstehung in seiner Christologie-Vorlesung 1959: „Das Kreuz ist nicht erden­näher oder rational fassbarer als das of­fene Grab oder als jenes Bild von dem Sieg des Aufer­standenen, das uns der Isenheimer Altar zeigt. Es geht dies alles weit über unser Fassungsver­mögen und unseren Verstand hinaus. Und wenn es nicht darüber hinausgin­ge, dann würde es auch nicht in ihn hineinkommen. Es muss erst transzen­dent für uns werden, ehe es wirklich begriffen wird – ehe es sich unsere Be­griffe aneignet! Es darf nie so sein, dass wir uns mit und nach unseren Be­griffen das aneignen, was wir in der Theologie die Offenbarung nennen. Damit hörte sie auf, Offenbarung zu sein. Aber das Unbegreifliche wird be­greiflich, das jen­seits aller Vernunft sich Ereignende wird zu etwas, das wir mit unserer Vernunft fassen, nach­buchstabieren, nachdenken können. Das ist unsere Aufgabe. So allein werden wir es uns an-eignen. Und wir müssen es uns aneignen.“

Kreuz und Auferstehung Jesu Christi Von Hans Joachim Iwand Wie kein anderer Theologe hat Hans Joachim Iwand das Evangelium kreuzestheologisch … Mehr

Leonhard Fronsperger in seiner Schrift „Von dem Lob des Eigennutzens“ (1564): „Welcher Kaufmann ist jemals über das Meer gefahren, hat sein Leben und seine Gesundheit riskiert, um Gewürze oder andere Handelswaren, die den Menschen nicht nur zur Nahrung, sondern auch zur Gesundheit äußerst dienlich sind, aus Indien hierher zu bringen, um dem Gemeinwohl zu dienen, wenn ihn nicht eigener Nutzen oder Gier dazu angetrieben hätte?“

Über Leonhard Fronspergers Schrift „Von dem Lob des Eigen Nutzen“ von 1564 Das ist fürwahr eine Provokation – die Schrift … Mehr

Die dramatische Wahrheit der christlichen Lehre: „Für die christliche Lehre ist wesentlich, dass wir von einer dramatischen Wahrheit des Evangeliums zu sprechen haben – also eine Wahrheit, die sich im konkreten Handlungsgeschehen als göttlich erweist. Wo dem Wahrheitsanspruch des Evangeliums Handlungsraum, Zeit und Personen entzogen werden, um Wahrheit prinzipiell zu erfassen, entsteht ein statisches Lehrgefüge mit unerträglichen Widersprüchlichkeiten, das in Ermangelung vertrauensfähigen Handlungsgeschehens keinen Glauben finden kann.“

Die dramatische Wahrheit der christlichen Lehre Das sind ja der allzu offensichtliche Widerspruch zwischen göttlicher Allmacht und (All-)Güte im Angesicht … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt über Psalm 51,12-13: „Schaff in mir, Gott, ein reines Herz — geht auch daran nicht vorüber! Es geht auch an dem in seinem Grabe liegenden, dem der Verwesung preisge­gebenen Men­schen nicht vorüber! Es bezieht auch ihn ein. Es sagt nicht: Dieser Fall ist hoffnungslos. Es macht nicht eine Teilung zwischen den Le­benden, Suchenden, nach Gott noch immerhin Fragenden, um ihn Kreisenden, darum Wissenden — und jenen Anderen, den Verlo­renen, Toten, Leeren, den Kalten und Rohen. Es ist selbst so tief hinabgestiegen, es weiß soviel von dem, was Sünde heißt, dass es wirklich aus der Tiefe, aus der letzten Tiefe ruft. Wir werden viel­leicht fragen: Welcher Tote kann denn rufen? Welcher Erstorbene kann denn an die Mauern seines Grabes klopfen? Und doch — so würde ich sagen — müssen wir die Stim­me, die wir hören, von dort her vernehmen, aus dieser äußersten, letzten Tiefe. Schaff in mir Gott ein reines Herz! So aus dem Nichts heraus, wie du die Welt und alles was ist, aus dem Nichts heraus geschaffen, hast. Es ist wirklich nicht mehr da, als eine vertrocknete Scherbe, als ein harter Stein, und ein durch nichts mehr zu erweichendes Etwas, das nenne ich die Mitte meines Lebens! Es geht wirklich in diesem Gebet um so etwas Ähnliches, wie um eine Aufer­stehung von den Toten! Das müsste geschehen, wenn mir geholfen werden könnte.“

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz. Predigt über Psalm 51,12-13 Von Hans Joachim Iwand Psalm 51,12-13: Schaffe in mir, … Mehr

Gustav Heinemanns Fernsehansprache vom Ostersonntag 1968 nach den studentischen Unruhen im Zusammenhang mit dem Dutschke-Attentat: „Wer mit dem Zeigefinger allgemeiner Vorwürfe auf den oder die vermeintlichen Anstifter und Drahtzieher zeigt, sollte daran denken, dass in der Hand mit dem ausgestreckten Zeigefinger zugleich drei andere auf ihn zurückweisen. Das Kleid unserer Freiheit sind die Gesetze, die wir uns selber gegeben haben. Diesen Gesetzen die Achtung und Geltung zu verschaffen, ist die Sache von Polizei und Justiz. Es besteht kein Anlass zu bezweifeln, dass Polizei und Justiz tun, was ihre Aufgabe ist. Wichti­ger aber ist es, uns gegenseitig zu dem demokratischen Verhalten zu verhelfen, das den Ein­satz von Polizei und Justiz erübrigt. Zu den Grundrechten gehört auch das Recht zu demon­strieren, um öffentliche Meinung zu mobilisieren.“

Gustav Heinemanns Fernsehansprache vom Ostersonntag 1968 Als es nach dem Attentat auf Rudi Dutschke vom 11. April 1968 studentische Demonstrationen … Mehr

Gustav Heinemanns eschatologisches Schlusswort zu seinem Abschied als Bundespräsident: „,Meine Herren! Entweder die Welt geht jetzt noch nicht unter und unser Herr kommt noch nicht – dann ist kein Grund vorhanden, die Sitzung abzubrechen. Oder unser Herr kommt jetzt – dann soll er uns bei der Arbeit finden. Die Sitzung geht weiter!‘“

Eschatologisches Schlusswort zum Abschied als Bundespräsident Von Gustav W. Heinemann Folgende Geschichte hatte Gustav Heinemann zu seinem Abschied als Bundespräsident … Mehr