Jürgen Habermas, Israel und Athen oder: Wem gehört die anamnetische Vernunft? (1993): „Die Spannung zwischen dem Geiste Athens und dem Erbe Israels hat sich innerhalb der Philosophie nicht weniger fol­genreich ausgewirkt als innerhalb der Theologie. Wenn aber das philosophische Denken nicht aufgeht in der synthetischen Arbeit jenes Idealismus, der das kirchlich verfaßte Heiden­christentum des Abendlandes auf den theologischen Begriff gebracht hat, dann kann sich die Kritik am hellenisierten Christentum auch nicht gegen die argumentierende Vernunft per se, gegen die unpersönliche Vernunft der Philosophen als solche richten.“

Als die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Münster am 16. Juni 1993 unter dem Titel «Gott in dieser Zeit» ein Symposion … Mehr

Johann Baptist Metz, Im Eingedenken fremden Leids. Zu einer Basiskategorie christlicher Gottesrede: „Das Eingedenken fremden Leids bleibt eine fragile Kategorie in einer Zeit, in der sich die Menschen am Ende nur noch mit der Waffe des Vergessens, mit dem Schild der Amnesie gegen die immer neu hereinstürzenden Leidensgeschichten und Untaten wappnen zu können meinen.“

Im wahrsten Sinne „penetrant“, also eindringlich ist Johann Baptist Metzs Lebensthema der memoria passionis. Hier ein Auszug aus seinem Aufsatz … Mehr

Johann Baptist Metz, Verhüllte Freiheit. Meditationsgedanken zum Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Mt 13,24-30) von 1963: „Das Gewissen, in dem unsere Freiheit sich an sich selber weiß, hat so letztlich auch etwas Abweisendes an sich: es ist kein Wissen, in dem wir uns noch einmal mächtig und „reich“ über uns selbst erheben könnten, sondern ein unschuldiges Wissen, dessen Wahrheit sich uns nicht lichtet, wenn wir auf uns selber zurückblicken, sondern wenn wir uns in den Aufschwung der je neuen Tat hinein vergessen.“

Ein wunderschön geschriebener Text über die Freiheit stammt von Johann Baptist Metz aus dem Jahr 1963. Im Gleichnis vom Unkraut … Mehr

Johann Baptist Metz, Erinnerung des Leidens als Kritik eines teleologisch-technologischen Zukunftsbegriffs: „Das christliche Gedächtnis des Leidens ist nämlich in seinem theologischen Gehalt eine antizipatorische Erinnerung; es enthält die Antizipation einer bestimmten Zukunft der Menschheit als einer Zukunft der Leidenden, der Hoffnungslosen, der Unterdrückten, der Beschädigten und der Nutzlosen dieser Erde.“

Theoretisch hoch verdichtet und doch anspruchsvoll geschrieben ist, was Johann Baptist Metz bereits 1972 in Sachen memoria passionis geschrieben hatte: … Mehr