Georg F. Vicedom, Das Geheimnis des Leidens der Kirche (1963): „Gott geht dabei geradezu einen paradoxen Weg. Er macht am Leiden der Gemeinde für die Menschen sichtbar, dass er der Herr ist, dem alle Menschen gehören. Während alle Herrscher der Welt ihre Macht in der harten Gestalt der Gewalt ausüben, während alle Menschen auf ihre Autorität pochen, die ihnen gegeben ist, kommt Gott gerade dadurch zum Ziel, dass er nicht Macht und Gewalt ausübt, sondern sich laufend bekämpfen und von Seiten der Menschen in die ‚Niederlage‘ führen lässt. Er wirkt in der Ohnmacht, im Widerspiel der Macht.“

Das Geheimnis des Leidens der Kirche (1963) Von Georg F. Vicedom INHALT I.      Die Kirche des Leidens                                                         6 II.     Im … Mehr

Paul Ricœur über den Skandal des Bösen (Le scandale du mal): „Gott umsonst lieben, das heißt, vollständig aus dem Kreislauf der Vergeltung heraustreten, dessen die Wehklage noch gefangen bleibt, solange ich mich über die Ungerechtigkeit meines Schicksals beklage. Vielleicht ist das die letzte Antwort auf das ‚Problem‘ des Übels: den Punkt der Entsagung gegenüber dem Verlangen erreichen, gegenüber dem Verlangen selbst, dessen Wunde die Klage erzeugt; Entsagung gegenüber dem Verlangen, für seine Tugenden belohnt zu werden; Entsagung gegenüber dem Verlangen, vom Leiden verschont zu bleiben; Entsagung gegenüber der infantilen Komponente des Unsterblichkeitsverlangens, die den eigenen Tod als einen Aspekt jenes Anteils des Negativen akzeptieren würde.“

Der Skandal des Bösen (Le scandale du mal) Von Paul Ricœur Ich möchte sagen, wie dankbar und bewegt ich mich … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, „Die Antwort des Gerechten auf die Leiden, die ihm die Welt zufügt, heißt: segnen.“ Meditation zur Losung vom 8. Juni 1944: „Das war die Antwort Gottes auf die Welt, die Christus ans Kreuz schlug: Segen. Gott vergilt nicht Gleiches mit Gleichem und so soll es auch der Gerechte nicht tun. Nicht verurteilen, nicht schelten, sondern segnen. Die Welt hätte keine Hoffnung, wenn dies nicht wäre. Vom Segen Gottes und der Gerechten lebt die Welt und hat sie eine Zukunft. Segnen, das heißt die Hand auf etwas legen und sagen: du gehörst trotz allem Gott. So tun wir es mit der Welt, die uns solches Leiden zufügt.“

„Die Antwort des Gerechten auf die Leiden, die ihm die Welt zufügt, heißt: segnen.“ Meditation zur Losung vom 8. Juni … Mehr

Reinhold Schneider über Leiden und Schmerz: „Ein jedes Leid kann geheiligt werden, indem es angenommen wird vor dem Kreuz, ein jedes hat seine Stelle in der Glaubenswelt; … dass wir uns aber des Leidens und des Kreuzes rühmen dürften, weil sie allein uns gehören, darf vielleicht auch für ein Leiden dieser Art in Anspruch genommen werden.“

Über Leiden und Schmerz Von Reinhold Schneider Ein jedes Leid kann geheiligt werden, indem es angenommen wird vor dem Kreuz, … Mehr

Johann Baptist Metz, Plädoyer für mehr Theodizee-Empfindlichkeit in der Theologie (1994): „Kommt bei der Rede vom leidenden Gott nicht so etwas wie eine heimliche Ästhetisierung allen Leidens zur Geltung? Leiden, das uns schreien oder schließlich kläglich verstummen läßt, kennt keine Hoheit; es ist nichts Großes, nichts Erhabenes; es ist in seinen Wurzeln alles andere als ein starkes solidarisches Mitleiden; es ist nicht einfach Zeichen der Liebe, sondern weit mehr erschreckendes Anzeichen da­für, nicht mehr lieben zu können. Es ist jenes Leid, das ins Nichts führt, wenn es nicht ein Leiden an Gott ist.“

Plädoyer für mehr Theodizee-Empfindlichkeit in der Theologie Von Johann Baptist Metz Vorbemerkung Im Programm unserer Tagung steht mein Einleitungsreferat noch … Mehr

Johann Baptist Metz, Zukunft aus dem Gedächtnis des Leidens (1972): „Es ist das Leid, das einer affirmativen Theorie der Versöhnung zwischen Mensch und Natur widersteht. Jeder derartige Versuch entartet am Ende in eine schlechte Ontologisierung der Gequältheit des Menschen. Leid kontrastiert Natur und Geschichte, Teleologie und Eschatologie. Zwischen beiden gibt es keine «objektive» Versöhnung, keine durchschaubare und verwaltbare Einheit.“

Zukunft aus dem Gedächtnis des Leidens. Eine gegenwärtige Gestalt der Verantwortung des Glaubens Von Johann Baptist Metz I. Das Vertrauen … Mehr

David. J. Bosch, Die Verwundbarkeit der Mission (The Vulnerability of Mission): „Nur wenn wir uns von falscher Macht und falscher Sicherheit abwenden, kann es echte christ­liche Mission geben. Natürlich wird dies zu Widerstand, vielleicht sogar zu Leid, Verfolgung und Martyrium führen. Aber Martyrium und Verfolgung gehörten schon immer zu den gerin­geren Bedrohungen für das Leben und Überleben der Kirche. Außerdem werden sie nicht das letzte Wort haben. So wie das letzte Wort der Schrift nicht das Kreuz, sondern die Aufer­stehung und der Triumph Gottes ist, so ist das letzte Wort für uns nicht das Leiden, sondern die Hoffnung.“

Die Verwundbarkeit der Mission (The Vulnerability of Mission) Von David. J. Bosch DIE GESCHICHTE VON FR RODRIGUES Einer der bewegendsten … Mehr

Blaise Pascal, Das Mysterium Jesu (Pensées): „Einen Abgrund des Stolzes, der Neugierde und der Begierde sehe ich in mir. Keine Beziehung zwischen mir und Gott gibt es, noch mit Jesus Christus, dem Gerechten. Aber durch mich ist er sündig geworden; all deine Geißelhiebe sind auf ihn gefallen. Erbärm­licher ist er als ich, und statt mich zu verabscheuen, ist es ihm Ehre, dass ich zu ihm gehe und ihm helfe. Er aber hat sich selbst geheilt, und mich wird er mit mehr Grund heilen.“

Das Mysterium Jesu Von Blaise Pascal Jesus leidet in der Passion die Qualen, die ihm Men­schen bereiten; in der Agonie … Mehr

Walther Zimmerli, Jeremia, der leidtragende Verkünder: „Das ist es, was da zum Ausdruck kommt, wo der Verkündiger nicht einfach unbeteiligt das göttliche Wort ausrichtet, sondern sich selber mit seiner ganzen Person hineingebunden weiß: mit seinem Volke, und noch viel mehr, mit Gott selber mitleidend richtet er seine Botschaft aus. Nochmals werden wir an dem, was am Kreuze Christi geschehen ist, nicht vorbeischauen können. Da, wo das Lamm Gottes der Welt Sünde selber ans Kreuz getragen hat, da ist das Geheimnis dieses »Mitleidens« dessen, der Gottes Wort in seiner Person selber ist, in letzter Gültigkeit sichtbar geworden.“

Jeremia, der leidtragende Verkünder Von Walther Zimmerli Das Alte Testament berichtet uns manches davon, wie Israel seine Gottes­dienste gehalten hat. … Mehr