„Weil er doch Christus nicht kennt, kennt er auch nicht den im Leiden verborgenen Gott“ – Luthers 21. These aus der Heidelberger Disputation

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Fast auf den Tag 500 Jahre nach Martin Luthers Heidelberger Disputation vom 26. April 1518 hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder in der Staatskanzlei die Aufhängung eines Kreuzes vorgenommen. Da darf dann die einschlägige These 21 mit Luthers Ausführung zu Wort kommen:

  1. Der Theologe der Herrlichkeit nennt das Schlechte gut und das Gute schlecht. Der Theologe des Kreuzes nennt die Dinge, wie sie wirklich sind.

Das ist klar. Weil er doch Christus nicht kennt, kennt er auch nicht den im Leiden verborgenen Gott. Daher zieht er die Werke dem Leiden, die Herrlichkeit dem Kreuze, die Kraft der Schwachheit, die Weisheit der Torheit und überhaupt das Gute dem Schlechten vor. Das sind die, die der Apostel »Feinde des Kreuzes Christi« (Phil 3,18) nennt. Jedenfalls hassen sie das Kreuz und die Leiden. Sie lieben aber die Werke und ihren Ruhm, und so nennen sie das Gute des Kreuzes schlecht und das Schädliche des Werkes gut. Gott kann aber nur in Kreuz und Leiden gefunden werden, wie schon gesagt. Darum nennen die Freunde des Kreuzes das Kreuz gut und die Werke schlecht, weil durch das Kreuz die Werke niedergerissen werden und der lieber durch die Werke aufgerichtete »alte Adam« gekreuzigt wird. Es ist nämlich dem unmöglich, auf Grund seiner »guten Werke« nicht aufgeblasen zu werden, der vorher nicht durch Leiden und Schaden ganz leer und niedrig geworden ist, bis zu der Erkenntnis, daß man selbst nichts ist und die Werke nicht uns sondern Gott gehören.

Christoph Möller hat im aktuellen Pfarrerblatt einen sehr lesenswerten Artikel über die Heidelberger Disputation geschrieben: Theologia crucis contra theologiam gloriae

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