Hermann Diem über die Zwei-Reiche-Lehre: „Der in seinem Amt allein gelassene und nicht durch Gottes Wort belehrte Politiker wird im­mer der Gefahr des Mißbrauches seiner Macht erlie­gen und sie in den Dienst irgendeines politischen Evange­liums stellen, wie Luther sagt: ‚Alle Könige und Fürsten, wenn sie der Natur und höchsten Weisheit folgen, müssen Gottes Feinde werden und sein Wort verfolgen.‘ Die Predigt hat aber dem Regenten nicht nur zu sagen, dass er in seinem Amt einen Gottes­dienst, sondern auch, wie er ihn auszuüben hat. Sie hat ihm kein ‚christliche‘ Staatsrecht zu liefern, sondern ihn in seiner Person zur Furcht Gottes im Sinn des ersten Gebotes anzuhalten. Er soll dem Wort Gottes nicht nur Raum geben, sondern es fördern und der Gottlosigkeit weh­ren, aber nicht selbst ins Predigt­amt greifen. Seinen Untertanen soll er nach dem Maß­stab der Liebe Christi dienen, vor Sorge und Vermessen­heit sich hüten und in alleinigem Vertrau­en auf Gott äußeren Frieden halten.“

Lehre von den zwei Reichen Von Hermann Diem Hermann Diems Lexikonartikel „Lehre von den zwei Reichen“ aus dem Evangelischen Soziallexikon … Mehr

Martin Luthers Brief an Nikolaus von Amsdorf zur Ausbruch der Pest in Wittenberg 1527: „Die Frau des Kapellans Georg Rörer, die ebenfalls der Niederkunft nahe ist, ist von der Pest gepackt; aber man bemüht sich jetzt darum, ob auf irgendeine Weise das Kind gerettet werden kann. Der Herr Jesus stehe ihr barmherzig bei. So sind äußerlich Kämpfe, innerlich Angst, und gar harte; Christus sucht uns heim. Ein Trost besteht, den wir dem wütenden Satan entgegensetzen: wir haben nämlich das Wort Gottes, um die Seelen der Gläubigen zu erhalten, wenn er auch immer die Leiber verschlingen mag.“

Martin Luthers Brief an Nikolaus von Amsdorf zur Ausbruch der Pest in Wittenberg 1527 Als im August 1527 die Pest … Mehr

Martin Luther, Ob Kriegsleute auch in seligem Stande sein können (1526): „Wie, wenn mein Herr unrecht hätte, Krieg zu führen? Antwort: Wenn du gewiß weißt, daß er unrecht hat, so sollst du Gott mehr fürchten und gehorchen als Menschen, Apg. 5,29, und sollst nicht Krieg führen noch dienen, denn du kannst da kein gutes Gewis­sen vor Gott haben. Ja, sprichst du, mein Herr zwingt mich, nimmt mir mein Leben, gibt mir mein Geld, Lohn oder Sold nicht; außerdem werde ich verachtet und ge­schmäht als ein Verzagter, ja als ein Treuloser vor der Welt, der seinen Herrn in den Nöten verläßt usw.“

Ob Kriegsleute auch in seligem Stande sein können (1526) Von Martin Luther Dem gestrengen und ehrenfesten Assa von Kram, Ritter … Mehr

Martin Luther, Der 82. Psalm ausgelegt: „Aber gleichwie er auf dieser Seite dem Unfrieden des Pöbels wehrt und ihn darum unter Schwert und Gesetz wirft, so wehrt er auch auf der andern der Obrigkeit, dass sie solche Maje­stät und Gewalt nicht zu ihrem Mutwillen, sondern zum Frieden gebrauchen soll, für den sie von ihm gestiftet und erhalten wird. Trotzdem will er dem Pöbel nicht erlauben, die Faust wider sie aufzuheben oder zum Schwert zu greifen, als dürfte er die Obrigkeit strafen und richten. Nein, das soll er lasten, Gott wills nicht und hats ihm nicht befohlen. Darum soll er nicht selber Richter sein und sich nicht selber rächen oder mit Frevel und Gewalt fahren, son­dern er selbst, Gott, will die böse Obrigkeit strafen und der Obrigkeit Gesetz und Recht setzen und stellen. Er will über sie Richter und Meister sein. Er will sie wohl finden, bester als sie sonst jemand finden kann, wie er denn bisher von der Welt Anfang an getan hat.“

Der 82. Psalm ausgelegt (1530) Von Martin Luther Psalm 82 ist für Martin Luther neben Psalm 101 und Psalm 127 … Mehr

Joseph Wittig, Wo der Heiland zu Welt kommt (Leben Jesu in Palästina, Schlesien und anderswo): „»Wo liegt denn nun aber Nazareth?« fragte ich. »Drin in der Stube, um die Hobelbank des Zimmermanns.« »Und wo Bethlehem?« »Wo der Heiland zur Welt kommt!« So waren wir wieder aus der Geographie in die Mystik hin­eingekommen. Maria kehrte aus den Bergen heim. Großmutters Füße wurden von Tag zu Tag kräftiger, und am nächsten Sonntag konnte sie schon wieder ins Dorf zum Hochamt gehen. Wenn das Heilige wandern will, kuriert es auch die Füße, die es tragen oder begleiten sollen.“

Wo der Heiland zur Welt kommt Von Joseph Wittig Da war noch von narrativer Theologie keine Rede, als Joseph Wittig … Mehr

Eberhard Jüngels Predigt über Hiob 7,17-21: „Gott hat ein Herz: für jeden, der ihm die Wahr­heit sagt – mag sie auch noch so gotteslästerlich sein. Wofür er kein Herz hat, das sind jene frommen Sprüche, mit denen man ihn bedienen und sich salvieren zu können meint, und die sich doch sofort in fromme Lügen verwandeln, wenn sie ihre Wahrheit erweisen müssen. Bloß keine frommen Sprüche, liebe Gemeinde! Gott hasst sie.“

Predigt über Hiob 7, 17-21 Von Eberhard Jüngel Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserem Vater und dem … Mehr

„Die Wahrheit wird euch freimachen“ Über die internetöse Gesellschaft: „‚Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.‘ (Matthäus 7,1f) Jesu Ermahnung aus seiner Bergpredigt gilt in besonderer Weise für unsere Zeit. Christen dürfen andere im Internet nicht verächtlich machen oder an den Pranger stellen. Gegenteilige Ansichten können – mitunter auch hart – kritisiert werden, solange zwischen Person und Position unterschieden und die eigene Kritik begründet wird. Und schließlich heißt es, sich die Möglichkeit eigenen Irrens eingestehen zu können.“

„Die Wahrheit wird euch freimachen.“ Über die internetöse Gesellschaft In den letzten 20 Jahren ist unsere Gesellschaft durch eine Medienrevolution … Mehr