„Wo du hingehst, da will ich auch hingehen“. Zur Ethik der Anteilnahme: „Anteilnahme als Tugend steht nicht zur eigenen Wahl, sie geschieht vielmehr, lässt uns keine Wahl, wenn es um das Wohlergehen oder das Weh des anderen geht. Da macht man mitunter etwas mit, was an seelische und körperliche Grenzen führt. Und doch erschließt die Anteilnahme mir ein Leben, das über eigene Erlebnisse hinausführt. Wo ich die andere mit deren Erlebnisse intensiv erlebe, erwächst mir eine Lebensfülle, deren Nachhaltigkeit ich nicht durch eigene Erlebnismöglichkeiten gewinnen kann.“

„Wo du hingehst, da will ich auch hingehen“. Zur Ethik der Anteilnahme Anteilnahme ist ein Wort, das nicht nur im … Mehr

Joseph Wittigs Erzählung „Der Fremde am Palmsonntag“: „Ein Bündel Sonnen­strahlen breitete sich über das schöne Greisenantlitz, das in diesem Licht zu lächeln schien. Da ich von dem Gerede der Leu­te wußte, war ich wie erlöst von diesem Lächeln und sagte unwillkürlich zu ihm: „Gelt, da freuen Sie sich auch!“ — „Ja“, antwortete er. „Freue dich, Tochter Zion! Siehe dein König kommt zu dir! — Vor jeder großen Leidenszeit schickt der Herrgott eine solche große Freude. Wer so lange gelebt hat wie ich, der muß das Leben kennen!“

Der Fremde am Palmsonntag Von Joseph Wittig Ein jedes Licht, ehe es verlischt, flammt noch einmal hell auf. So tat’s … Mehr

Jürgen Roloff über Leiden, Sterben und stellvertretender Tod Jesu: „Gott hat in freiem Entschluss den Zustand der Feindschaft zu den Menschen aufgehoben; deshalb kann nun durch Christi Boten an alle das Angebot ergehen: »Lasst euch versöhnen mit Gott!« Diese Versöhnung gilt ein für allemal; sie bedarf weder einer Erneuerung noch einer Ergänzung durch kultische Opfer. So ist der Karfreitag gleichsam der eschatologische Versöhnungstag.“

Was Jürgen Roloff in Reclams Bibellexikon geschrieben hatte, fasst zusammen, um was es für Christinnen an Karfreitag geht: Leiden, Sterben … Mehr

Martin Luther in seiner Predigt über Matthäus 8,23-27 (Jesu Sturmstillung) von 1531: „Christus ist aber noch bei dir im Schiff, rufe nur zu ihm, so wird er dich hören. Man soll nicht gleich verzweifeln, wenn das Unglück angeht. Du mußt ein wenig herhalten und den Teufel ein wenig sausen lassen, damit du erkennen könntest, welche Macht der Glaube hat und wie er sich wehren kann, und wiederum auch, was für ein Gesell der freie Wille sei, wenn der Herr nicht hilft. Das heißt den Glauben gestärkt und geübt.“

Christus ist noch im Schiff! (aus einer Predigt über Mt 8,23-27) Von Martin Luther Hier ist eine Beschreibung der Person … Mehr

Hellmut Traub über Versöhnung und Sühne in der Bibel: „Gott allein ist der Sühnende. Er ist stets schlechthin das Subjekt des Versöhnens, Herr und Geber der Versöhnung. Ebenso deutlich und entscheidend ist, daß der Mensch in seiner Verschuldung ihrer bedarf und ohne sie stirbt und verdirbt ; denn ‚keiner kann sich loskaufen und Gott das Sühnegeld bezahlen; zu teuer ist der Kaufpreis für das Leben‘ (Psalm 49,8 f). Der Mensch kann nur um Versöhnung flehen; er kann sie aber weder machen noch erzwingen. Nie ist Gott Objekt der Versöhnung; der Mensch versöhnt Gott nicht. Diese Verkündigung ist so gewaltig und ausschließlich, daß durch sie das griechische Übersetzungs­wort, das ursprünglich eine besänftigende Einwirkung des Menschen auf die Gottheit bezeich­net (versöhnlich, wohlgesonnen stimmen), in seiner Bedeutung völlig umgewandelt wurde. Hier bleibt nichts von Einwirkung auf sühnendes Handeln oder gar Beschaffung der Sühne, sondern nur Gottes freies Handeln am Menschen, für das der Begriff ‚versöhnen‘ der umfas­sende Ausdruck geworden ist.“

Versöhnen, Versöhnung, bedecken, Bock, Sühnedeckel, Versöhnungstag, Sühneopfer, Sühnegedanke in der Bibel Von Hellmut Traub Was seinerzeit Hellmut Traub im Biblisch-theologischen … Mehr

Martin Luther, Der 101. Psalm ausgelegt (1535): „Wer hätte auch jemals alle Bosheiten Stück für Stück in einem Buche, geschweige in einem Psalm aufführen können. Man sieht ja wohl, wie auch zu unsrer Zeit ein Gesetz nach dem andern, ein Recht nach dem andern, eine Ordnung nach der andern, eine Weise nach der andern gemacht wird, um solchen Lastern zu wehren, und ist, wie Salomo sagt, des Büchermachens kein Ende. Mit Büchern meint er hier nicht nur Papier und Tinte, sondern Lehre und Ordnung, die immer neu in der Welt aufgestellt wer­den und dennoch (den Lastern nur) schwer wehren und steuern.“

Neben Psalm 82 und Psalm 127 ist der 101. Psalm für Luther ein biblischer Schlüsseltext für seine politische Ethik: Der … Mehr