Karl Barth, Der Einzelne in dieser Zeit (1957): „Wer ist er denn, dieser Einzelne, wenn er sich als solcher einmal recht statt schlecht verstehen wollte? Wirklich der arme Einsame, der Angst haben muss, zu kurz zu kommen, wenn er sein Leben nicht für sich haben und führen kann, der darum auf das Recht seines Eigensinns und Eigenwillens pochen, der darum zur Privatperson und damit zum Räuber und damit zum Totengräber seiner Freiheit werden muss? Es ist klar, wie die liebe Sonne: Er ist in der ihm gegebenen Besonderheit, Einzigartigkeit und Einmaligkeit, in der er dieser und dieser Mensch ist und die niemand ihm nehmen kann, einer unter anderen, die in der ihnen gegebenen Besonderheit, Einzigartigkeit und Einmaligkeit wie er selbst einzelne sind. Er ist es also gerade nicht ohne sie. Und er ist es nicht weniger, aber auch nicht mehr als sie. Sie gehören ihm nicht, er kann über sie nicht verfügen, wie er auch nicht ihnen gehört, wie sie auch über ihn nicht verfügen können. Er ist schlicht ihr Nächster, ihr Nachbar und sie sind die seinigen. Er ist mit ihnen und sie sind mit ihm. Er und sie sind gerade als einzelne Menschen Mitmenschen.“

Der Einzelne in dieser Zeit (1957) Von Karl Barth Vermute ich recht, wenn ich annehme, daß Sie bei dem Thema … Mehr

Karl Barth, Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit (1957): „Christen sind Menschen, die ihren Herrn gefunden haben: daraufhin, dass er sie gefunden hat. Nach anderen Her­ren, Autoritäten, Heilanden und Schutzgeistern brauchen sie kein Bedürfnis zu haben. Das heißt nicht, dass sie re­spektlose, meisterlose Leute wären. Das heißt aber, daß sie aus aller Knechtschaft, Magie und Diktatur fröhlich und definitiv entlassen sind: aus der ihrer Zeitung, aus der des Urteils der Leute, aus der der gerade herrschen­den Stimmung und öffentlichen Meinung, aus der be­stimmter starker Persönlichkeiten, Ideologien, Prinzi­pien, Systeme — nicht zuletzt aus der der Vorstellung ei­ner absolut maßgebenden Bedeutung ihrer eigenen Überzeugung, Stellungnahme und Rechthaberei. Sie ha­ben in aller Ohnmacht die Macht, Gott über alle Dinge zu fürchten und zu lieben. Das ist ihre Freiheit.“

Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit Von Karl Barth Kühn, lustig, locker und offen, höchst bestimmt und … Mehr

Ernst Fuchs, Freiheit im Neuen Testament (1958): „Dann wollen wir genau das, was Gott von Jesus her tut. So geht es dieser Freiheit nur noch um das, was zwischen Gott und dem Menschen heilsam in der Welt geschieht. Jesus wird selbst ihr Vorbild. Denn sie ist ja Freiheit zum Glauben, dass Gott vollendet, was er in Jesus angefangen hat; dass er die Geschichte der Sünde, des Todes und des Gesetzes in der Geschichte des Heils, des Lebens, der Liebe an uns zu Ende bringt. Aus dieser Freiheit zum Glauben erwächst dann von selbst die Freiheit von den Werken zu den Werken.“

Freiheit im Neuen Testament Von Ernst Fuchs 1. Voraussetzungen Im griech. Sprachgebiet ist Freiheit als Heil des Menschen gedacht worden, … Mehr

Der US-amerikanische Freiheitsriss an der Liberty Bell: „Auf der jüngsten Jahrestagung des Theologischen Arbeitskreises Prackenfels hat Hans G. Ulrich uns noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass der Riss – bevor er am Hals verlötet wurde – ausgerechnet durch die zweite Hälfte des Wortes ‚Liberty‘ geht. Damit lässt sich auch ein zweites Problem ansprechen: Das hebräische Wort דְּר֛וֹר steht für den sozialen Vorgang der Freilassung (Buber spricht von ‚Freilauf‘), nicht aber für einen selbstbewussten Zustand autogener Freiheit. Im Gefolge der King James Version haben sich die englischsprachigen Bibelübersetzungen auf „liberty“ festgelegt und damit einer eigentumsbezogenen Freiheitsideologie Vorschub geleistet.“

Als am 8. Juli 1776 in Philadelphia zum ersten Mal in der Öffentlichkeit die amerika­nische Unabhängigkeitserklärung verlesen wurde, läutete die … Mehr

Hans Joachim Iwand, Die Liebe als Grund und Grenze der Freiheit (1951): „An Ostern wurde der Sieg der Liebe offenbar in der Kraft der Auferstehung. Hier triumphierte Gottes Gerechtigkeit. Und seit Ostern ist die Hand über dem Elenden entmachtet, so dass wir sie nicht mehr zu furchten haben. Seit Ostern ist die Tür der Freiheit offen für die Tat der Liebe. Seit der Auferstehung Jesu Christi von den Toten ist eine andere Hand ausgereckt über allen Entrechteten und Verlorenen – die Hand des­sen, der zur Rechten Gottes ist. Der Auferstandene verbürgt jene Einheit von Liebe und Freiheit, die allen Menschen gilt und doch immer den einzelnen sucht.“

Die Liebe als Grund und Grenze der Freiheit (1951) Von Hans Joachim Iwand I. Die geistige Situation im heutigen Deutschland,[1] … Mehr

Karl Barth, Rundfunkvortrag über die Freiheit (1960): „So kann niemand für seine Freiheit garantieren, so kann sie auch keinem durch andere garantiert werden. So gibt es keine Technik zur Erwerbung und keine zur Erhal­tung und Verteidigung der Freiheit. Freiheit kommt aus freier Erwäh­lung. Freiheit ist freies Geschenk. Der freie Gott, vor dem alle Men­schen sich immer wieder als Unfreie erkennen und bekennen müssen, der sich aber gerade der Unfreien annehmen will und längst ange­nommen hat, ist der Ursprung der Freiheit. Er schuf zu allen Zeiten und schafft immer neu freie — eben in jener Bindung freie —, zur Be­freiung anderer brauchbare Menschen. Und die wahrhaft entschei­dende Betätigung ihrer Freiheit wird jeden Morgen neu in der Anrufung bestehen: «Herr, mach uns frei!».“

Freiheit Von Karl Barth Es ist mit der Freiheit wie mit dem Glauben oder wie mit der Liebe, wie mit … Mehr

Peter Blickle, Christoph Schappelers „Reformation der Freiheit“ als theoretische Begründung von Bürgerrechten: „Für die von Schappeler entworfene neue politische Ordnung dienen die Verhältnisse in der römischen Republik und in der Eidgenos­senschaft als Vorbild. Folglich werden Freiheit als Status des Bürgers und politische Partizipation, von der hier angesichts der themati­schen Vorgabe nur am Rande zu reden war, als unverzichtbar ausgewiesen und ausdrücklich gegen die herrschenden Verhältnisse, Leibeigenschaft und tyrannisch entartete Herrschaft gekehrt. In Umrissen nimmt die Freiheit die Form von Bürgerrechten an, und in jedem Fall ist sie eine Abwesenheit von Leibeigenschaft.“

Christoph Schappelers „Reformation der Freiheit“ als theoretische Begründung von Bürgerrechten Von Peter Blickle Berndt Hamm hat sich als hervorragender Kenner … Mehr

Martin Luther, Von Brauch und Bekenntnis der christlichen Freiheit (1524): „So haben wir gelehrt, dass einem Christenmenschen von Gott eine solche Freiheit gegeben und eingesetzt wurde, dass er sich auf kein Werk oder äußeres Ding verlassen darf, sondern allein sein Vertrauen auf die Gnade Gottes durch den Glauben setzen soll. Alles Äußerliche, das Ort, Zeit oder Person betrifft, bleibt frei und soll von niemandem mit Gesetzen gebunden werden, um das Gewissen zu binden. Wer jedoch wagt, dies zu tun, der kämpft gegen Gott, der dies alles frei haben will.“

Von Brauch und Bekenntnis der christlichen Freiheit (1524) Von Martin Luther So haben wir gelehrt, dass einem Christenmenschen von Gott … Mehr

Karl Barth, Liberale Theologie. Ein Interview (1968): „Ich verstehe unter «liberal» – wenn ich mich jetzt auch einbegreifen darf als Liberaler – eine Haltung vor allen Dingen der Verantwortlichkeit. Denn die wahre Freiheit ist immer eine verantwortliche Sache. Und das bedingt nun, dass ich dann allerdings auch offen sein muss – jetzt kommt das herein, nicht wahr, was man gewöhnlich unter Frei­heit versteht.“

Liberale Theologie. Ein Interview[1] Von Karl Barth Herr Professor Barth, als ich Sie um Ihre Teilnahme an dieser Sendereihe «Was … Mehr