Søren Kierkegaard, Die Wildgans – ein Bild: „Gewiß ist der wahre Christ, über den der Geist herrscht, vom gewöhnlichen Menschen verschieden wie die Wildgans von den zahmen Gänsen. Aber das Christentum lehrt ja gerade, wozu ein Mensch im Leben werden kann. Hier ist also Hoffnung, dass eine zahme Gans zu einer Wildgans werden kann. Deshalb bleibe bei ihnen, diesen zahmen Gänsen, bleibe bei ihnen, nur mit dem einen beschäftigt, sie für die Verwandlung gewinnen zu wollen – aber um Gottes im Himmel willen achte auf eines: Sobald du merkst, dass die zahmen Gänse anfangen, Macht über dich zu bekommen, dann fort, auf und davon mit dem Zug.“

Die Wildgans – ein Bild Von Søren Kierkegaard Jeder, der auch nur ein kleines bißchen Kenntnis vom Leben der Vogelwelt … Mehr

Paul Schempp, Der Weg der Kirche (Mai 1945): „Hat uns Gott, und nicht ein Schicksal, nicht die vom Nationalsozialismus vergeblich gelenkte Vorsehung, nein Gottes gerechter Zorn und dann gewiss auch die heimsuchende Gnade des Christus, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden, in dieses furchtbare Elend geführt, dann muss die Kirche um ihre eigene Schuld Bescheid wissen oder sie wird jetzt voll Zuversicht nach allen Hilfen und allen Möglichkeiten des Wiederaufbaus greifen und wieder Fleisch für ihren Arm halten, wieder sich auf Assur und Ägypten stützen, wieder vom steigenden Kurs der Religion sich bestimmen lassen und eine allgemeine Wiederverkirchlichung und Verchristlichung des Volkslebens zum Motiv ihres Handelns machen.“

Drei Wochen nach Kriegsende 1945 schloss Paul Schempp sein Manuskript „Der Weg der Kirche“ ab. Es ist die radikalste Kritik … Mehr

Hans Joachim Iwand im Brief an Karl Barth über den Tod seiner Frau Ilse (1951): „Als Ilse starb, saßen Anemone, meine älteste Tochter und ich am Tisch, der Atem wurde leicht wie Flocken, die zergehen, dann ging Ilse still und sanft hin­aus und was eben noch letzte Ahnung ihrer Erscheinung unter uns war, lag da, wie ein Gewand, das sie abgeworfen hatte. Wir lasen noch 1. Korinther 15 an ihrem Bett und gingen dann heim, der letzte, schwerste Dienst in diesem schön­sten Abschnitt meines Lebens war getan. Nun ist sie eingestiegen – und ich bin am Ufer zurückgeblieben, wie ein armer Bettler, der nicht mitgenommen wurde auf die große Fahrt.“

Brief an Karl Barth nach dem Tod seiner Frau Ilse Als seine Frau Ilse (geb. Ehrhardt, 1901-1950) kurz vor Weihnachten … Mehr