Karl Steinbauers zweiter Brief an das Bezirksamt vom Januar 1939: „Jeder nun, der mit steigender Besorgnis diese antichristlichen Machenschaften verfolgt, und um seines an das Wort Gottes gebundenen Gewissens willen, dazu nicht zu schweigen wagt, wird mit Namen wie ‚unverbesserlicher, gehässiger Gegner des heutigen Staates und der Partei‘ tituliert. Es ist ja durch­aus verständlich, dass dieser systematische, antichristliche Feldzug möglichst in Verne­belung vorgetragen werden soll, und dass es deshalb unangenehm und peinlich ist, wenn da und dort einer den Nebel etwas zerreißt, aber die bösen Tatsachen werden durch noch so große Verleumdung dieser Zeugen für die Wahrheit und die Freiheit des Evangeliums nicht aus der Welt geschafft, auch nicht durch Schutzhaft, wie in meinem Falle oder gar durch Verdingung ins Konzentra­tionslager.“

Brief an das Bezirksamt vom Januar 1939 Von Karl Steinbauer Nachdem das Bezirksamt Neu-Ulm Karl Steinbauers Zulassung zum Religionsunterricht widerrufen … Mehr

Karl Steinbauers Brief an das Bezirksamt in Neu-Ulm vom Dezember 1938 in Sachen Verweigerung des Ariernachweises als Religionslehrer: „Nach dem Rassegesetz müsste der Herr Christus und seine Apostel vor den Schultüren ste­hen bleiben, wie auch meine Brüder nichtarischer Abstammung davor stehen bleiben müs­sen; ich will lieber mit meinem Herrn und seinen Aposteln und meinen Brüdern in Christo vor den Schultüren stehen, als ohne sie drinnen.“

Brief an das Bezirksamt in Neu-Ulm vom Dezember 1938 Von Karl Steinbauer Als Karl Steinbauer aufgefordert wurde, für seine Tätigkeit … Mehr

Paul Schempp 1931 über die Kirchensteuer in einem Brief an Theophil Wurm: „Ich stellte mit Berufung auf das Neue Testament den Antrag, zu beschließen, dass alle Zwangsmittel zur Eintreibung der Steuern aufgegeben werden sollen, da die Kirche nur die Waffen des Wortes kennt und nicht das Schwert der Obrigkeit für ihre eigene Sache verwenden darf, wenn sie Christus gehorsam bleiben will.“

Ähnlich wie Karl Steinbauer gegenüber Hans Meiser hatte auch Paul Schempp wiederholt den württembergischen Landesbischof Theophil Wurm heftig angegriffen. Der … Mehr

Max Horkheimer im Gespräch mit Paul Neuenzeit über die Funktion der Theologie in der Gesellschaft (1969): „Ich denke an den Begriff der Nächstenliebe. … In kühnen Träumen scheint mir, es könnte einmal so werden, dass eine Art mit Theologie verbundener Gesinnung sich entfalte, in der die Menschen es als ihre wesentliche Aufgabe ansehen, zusammenzu­stehen, damit niemand mehr hungere, damit jeder ein anständiges Heim habe, damit auch in notleidenden Ländern keine Epidemien mehr herrschen. Die Menschen würden versuchen, ihre Probleme als endliche Wesen gemeinsam zu lösen und die Existenz nicht nur länger, sondern auch schöner zu machen. Ja, ich gehe so weit, zu denken, dass sich die Solidarität schließlich sogar auf die anderen Kreaturen ausdehnen könnte. Diese Gedanken sind minde­stens so sehr in der Theologie wie in der Wissenschaft verwurzelt, aber die Vorstellung des Ziels würde eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Theologie bedingen.“

Die Funktion der Theologie in der Gesellschaft. Max Horkheimer im Gespräch mit Paul Neuenzeit NEUENZEIT: Vom Gespräch zwischen Kirche und … Mehr

Georg Fritzes Brief zur Verweigerung eines kirchliche Treueeids auf Adolf Hitler vom Juli 1938: „Viele Geschehnisse und öffentliche Erklä­rungen drängen zu der Befürchtung, dass der Eid eine Bindung dahin bedeute, dass um des Staates willen der Pfarrer die Substanz seiner Verkündigung mindestens mitbestimmt sein lassen solle von der nationalsozialistischen Weltanschauung“

Nachdem Georg Fritze (1874-1939), Pfarrer an der Kölner Kartäuserkirche ab 1928, in seinem Schreiben an den Konsistorialpräsidenten in Düsseldorf seine … Mehr