Von der Dankbarkeit der Christen Von Dietrich Bonhoeffer Dankbarkeit entspringt nicht aus dem eigenen Vermögen des menschlichen Herzens, sondern nur…
Eugen Kogon, Das deutsche Volk und die Konzentrationslager (Der SS-Staat, 1946): „Der Protestantismus deutscher Herkunft und deutscher Prägung, Ausbruch des individuellen Gewissens aus fester Form, hat diese Tendenzen des Deutschtums noch wesentlich verstärkt. Denn er trennte das Gewissen, das er dem Schöpfer unmittelbar verbunden sah, auf den religiös-kirchlichen Raum es beschränkend, vom Machtgetriebe des irdischen Staates, der ihm verderbt, dem Bösen unterstellt und eigenen ihm innewohnenden Gesetzen der Schlechtigkeit hörig erschien. Je kraftvoller die Autorität, die ihn im Zaume hielt, umso besser daher und umso gottwohlgefälliger. Ein bedeutender Antrieb zum Absolutismus in Deutschland ging von dieser Anschauung aus. Er ließ die Kraft zur politischen Gemeinschaftsbildung erst recht verkümmern, und keine Intelligenzschicht, das nationale Gewissen verkörpernd, überwand den Widerstand zwischen dem deutschen Möglichkeitenreichtum und den unzulänglichen politischen Ausdrucksformen. Denn der deutsche Geistesträger – bezeichnenderweise »Akademiker« genannt – hatte selbst kein reales Verhältnis zur Politik außer dem des Untertanen. Sein Reich war der Geist, das Denken und Dichten. Viele widerspruchsvolle Züge im deutschen Charakter und in der deutschen Geschichte werden durch diese Grundveranlagung erklärlich.“
Das deutsche Volk und die Konzentrationslager (1946) Von Eugen Kogon Etwas Metaphysisches, das dem Verstand allein kaum mehr begreifbar ist,…
Martin Niemöller, Christus und die Christen. Dritter evangelistischer Vortrag 1965 in Bremerhaven: „Christus will seine Christen persönlich bei sich haben; unser Glaube lebt von seiner lebendigen Gegenwart: Wir müssen, wir dürfen auf ihn schauen, auf seine Worte hören, ihn dabei immer besser kennen- und lieben lernen und mit ihm sprechen. Es gibt keinen Glauben ohne Beten. Und dieses Beten meint danken dafür, dass er uns den Glauben, das persönliche Verhältnis zu ihm möglich machte, indem er mit seiner Liebe, mit seinem Opfer für uns alles, was zwischen uns war, wegschaffte und so überwand, daß wir ihn wieder lieben können und müssen. Beten heißt dann immer auch und ganz selbstverständlicherweise ihn fragen, was er von uns will, wie er uns haben möchte: »Herr, was sollen wir tun?« Die Antwort bleibt niemals aus, wenn wir ehrlich daran denken und uns daran erinnern lassen, »wes Geistes Kinder« wir sind.“
Christus und die Christen Von Martin Niemöller Vom 26. bis 28. September 1965 hielt Martin Niemöller eine dreiteilige Vortragsreihe in…
Martin Niemöller, Christus und die Gleichgültigen. Zweiter evangelistischer Vortrag 1965 in Bremerhaven: „Die übergroße Menge der in Wahrheit gleichgültigen getauften Kirchensteuerzahler zählen als kirchlicher Teil der Bevölkerung und werden auch in der kirchlichen Öffentlichkeit als Christen gezählt; aber was haben sie im Grunde mit Christus überhaupt zu tun? Und was hat Christus mit ihnen zu tun? Christus und die Gleichgültigen! Das Und im heutigen Thema bedeutet jedenfalls nicht, daß da eine wirkliche, und das heißt: eine lebendige Verbindung bestünde. Und es müht sich auch niemand darum, diese Verbindung zu schaffen; man tut vielmehr so, als wäre sie da. In der Weltstatistik der Religionen werden diese 95 % als Christen gezählt, obgleich sie außer der Taufe, die sie fast alle als Säuglinge empfingen, und vielleicht noch der Konfirmation, ohne die ein anständiger junger Mensch nicht ins Leben hinausgeht oder hinausging, mit Christus nie etwas zu tun hatten, sicherlich aber heute gar nichts zu schaffen haben.“
Christus und die Gleichgültigen (1965) Von Martin Niemöller Vom 26. bis 28. September 1965 hielt Martin Niemöller eine dreiteilige Vortragsreihe…
Martin Niemöller, Christus und die Atheisten. Erster evangelistischer Vortrag 1965 in Bremerhaven: „Wir dürfen deshalb nicht dem Wahn verfallen, ein Atheist sei vom Heil der Erlösung weiter entfernt als jemand, der an die Existenz Gottes »glaubt«. Solcher »Glaube« hat mit Christus gar nichts zu tun; und es ist sinnlos, einen Atheisten zur Anerkennung der Existenz Gottes zu bringen. Schon die Diskussion, ob es Gott gibt oder nicht gibt, ist sinnlos, weil der Sieg in einer solchen Aussprache dem zufällt, der geschickter ist, nicht aber dem, der Christus braucht, der der einzige Beweis für Gottes Existenz werden kann, wo in der Begegnung und Konfrontation mit ihm das Wunder des Glaubens geschieht.“
Christus und die Atheisten Von Martin Niemöller Vom 26. bis 28. September 1965 hielt Martin Niemöller eine dreiteilige Vortragsreihe in…
Was ist Freiheit (in Anlehnung an Hannah Arendt): „Freiheit heißt für uns Menschen miteinander etwas anfangen können, was andere Menschen für uns nicht vorgesehen haben, so dass sich daraus jenseits vorübergehender Erlebnisse ein dauerhaftes Gemeinwesen ergibt.“
Wird das Wort „Freiheit“ ins Spiel gebracht, kommen all die solipsistischen Vorstellungen auf – ungebunden zu sein; tun und lassen…
Wilhelm Vischer über den Antisemitismus im Licht der Bibel (1939): „Was man heute als «die Entjudung» der Kirche preist, ist die radikale Entchristlichung der Kirche“
Was Wilhelm Vischer in seinem Vortrag „Der Antisemitismus im Licht der Bibel“ von 1939 hinsichtlich einer NAMENsbezogenen Israeltheologie gesagt hat,…
„Können wir denn überhaupt anders als diese entsetzliche Schuld unseres Volkes gemeinsam vor Gott tragen und gemeinsam bekennen?“ Elisabeth Schmitz im Brief an Helmut Gollwitzer 1938
Als Helmut Gollwitzer nach den Novemberpogromen am Buß- und Bettag, 16. November 1938 in Berlin-Dahlem die Geschehnisse indirekt in seine…
Peter Brunner über den Segen in Leiturgia: „Der Segen legt die erflehte Gabe in Erhörungsgewißheit auf die, die gesegnet werden. Er ist „im Geiste“, also in Christo und in seiner Vollmacht gesprochen.“
Lesenswert ist, was seinerzeit Peter Brunner über den gottesdienstlichen Segen in Leiturgia geschrieben hatte: Über den gottesdienstlichen Segen Von Peter…