Origenes über das Leiden Gottes (Ezechiel-Homilie VI,6): „Selbst der Vater ist nicht leidensunfähig. Wenn er angerufen wird, erbarmt er sich und fühlt den Schmerz mit. Er erleidet ein Leiden der Liebe (passio caritatis) und wird etwas, was er wegen der Größe seiner Natur nicht sein kann, und hält unsertwegen menschliche Leiden aus.“

Es heißt, dass die Kirchenväter eine göttliche Apathie (impassibilitas) im Hinblick auf die Lehre von der göttlichen Unveränderlichkeit bzw. Unbeweglichkeit … Mehr

Doppelte Wahrheit und die Unterscheidung von Glaubens- und Vernunft­wahrheit: „Zur Wahrheitsbestimmung sind immer schon Geltungskontexte vorgegeben. Das heißt, es gibt keine referenzfreie, mithin abstrak­te Wahrheit. Wenn ein Sachverhalt als Aussage gefasst wird, braucht es einen bestimmten Kontext, um zu entscheiden, ob diese Aussage wahr oder falsch ist.“

Doppelte Wahrheit und die Unterscheidung von Glaubens- und Vernunft­wahrheit Das Stichwort „doppelte Wahrheit“ verweist auf einen universitären Konflikt im Hochmittel­alter. … Mehr

Edmund Schlink über die Doxologie bzw. den Lobpreis in seiner Ökumenischen Dogmatik: „Sowohl in den alttestamentlichen Psalmen als auch in den neutestamentlichen Doxologien und in der Geschichte der kirchlichen Liturgie kommt der Lobpreis Gottes in einer immer neuen Plerophorie zum Ausdruck, in der die Uner­schöpflichkeit der göttlichen Vollkommenheit gepriesen wird. Die Unerschöpflichkeit des durch den Namen aussagbar gewordenen Gottes drängt zum Überschwang der Aussagen. Darum braucht es keineswegs eine Entartung des Lobpreises zu sein, wenn er z. B. in man­chen afrikanischen Gemeinden vom wortlosen Jubel und Tanz umgeben ist.“

Was Edmund Schlink 1983 in seiner Ökumenischen Dogmatik in Sachen Lobpreis und Doxologie geschrieben hat, ist immer noch lesenswert: Der … Mehr

Eberhard Jüngel, Gott ist nicht notwendig (1971): „Dass Gott nicht notwendig ist, ist den Denkenden unserer Zeit wohl schmerzlicher und gründlicher bewusst als den Geistern früherer Zeiten, denen freilich die Ahnung, dass es so sein könnte, nicht einfach fremd gewesen sein dürfte. Aus der Erfahrung der Nichtnotwendigkeit Gottes lässt sich aber keineswegs folgern, dass Gott mehr als notwendig ist. Es versteht sich nicht von selbst, dass Gott mehr als notwendig ist, obwohl gerade dies, wenn es einmal verstanden worden ist, als das Allerselbstverständlichste erscheint. Wer sich an Gott freut, dem ist es selbstverständlich, dass Gott ein erfreuliches Wort ist, obwohl so etwas wie Freude an Gott sich ganz offensichtlich eben nicht von selbst versteht. Mehr als notwendig ist allemal nur, was kontingent geschieht. Dass Gott mehr als notwendig ist, kann man deshalb nicht unabhängig von Gott, nicht ohne das Ereignis des Wortes Gottes verstehen.“

Gott ist nicht notwendig In seinen „Drei Vorbemerkungen“ als Einleitung zu seinem Aufsatzband „Unterwegs zur Sache“ hatte 1971 Eberhard Jüngel … Mehr

Die dramatische Wahrheit der christlichen Lehre: „Für die christliche Lehre ist wesentlich, dass wir von einer dramatischen Wahrheit des Evangeliums zu sprechen haben – also eine Wahrheit, die sich im konkreten Handlungsgeschehen als göttlich erweist. Wo dem Wahrheitsanspruch des Evangeliums Handlungsraum, Zeit und Personen entzogen werden, um Wahrheit prinzipiell zu erfassen, entsteht ein statisches Lehrgefüge mit unerträglichen Widersprüchlichkeiten, das in Ermangelung vertrauensfähigen Handlungsgeschehens keinen Glauben finden kann.“

Die dramatische Wahrheit der christlichen Lehre Das sind ja der allzu offensichtliche Widerspruch zwischen göttlicher Allmacht und (All-)Güte im Angesicht … Mehr