Martin Luther, Vorrede zum Psalter (1528): „Ein menschliches Herz ist wie ein Schiff auf einem wilden Meer, das die Sturmwinde aus den vier Himmelsrichtungen der Welt hin und her treiben. Hier gibt es Furcht und Sorge vor zukünftigem Unglück, dort fährt Grämen mit und Traurigkeit aus gegenwärtigem Übel. Hier weht Hoffnung und Vermessenheit aus zukünftigem Glück, dort bläst Sicherheit und Freude an gegenwärtigen Gütern. Solche Sturmwinde aber lehren, um nun ernst zu reden, das Herz zu öffnen und den Grund herauszuschütten. Denn wer in Furcht und Not steckt, redet ganz anders vom Unglück als wer in Freuden schwebt. Und wer in Freuden schwebt, redet und singt ganz anders von Freuden als wer in Furcht steckt. Es geht nicht von Herzen, sagt man, wenn ein Trauriger lachen oder ein Fröhlicher weinen soll, das heißt: Seines Herzens Grund steht nicht offen und blickt nicht heraus.“

Vorrede zum Psalter (1528) Von Martin Luther Es haben viele heilige Väter den Psalter vor allen anderen Büchern der Schrift … Mehr

Martin Luther über die Weihnachtsgeschichte in seiner Kirchenpostille: „O welch eine finstere Nacht ist über dem Bethlehem damals gewesen, die eines solchen Lichts nicht ist inne worden! Wie zeiget Gott an, daß er so gar nichts achte, was die Welt ist, hat und vermag; wiederum die Welt beweiset auch, wie gar sie nichts erkennet noch achtet, was Gott ist, hat und wirket.“

Siehe, wie gar schlicht und einfältig die Ding zugehen auf Erden, und doch so groß gehalten werden im Himmel. Auf … Mehr

Hans Bietenhard über Himmel und Hölle: „Mit diesem Wort Hölle wurden nun allerdings von den älteren Bibelübersetzern, besonders von Luther, mehrere Begriffe wiedergegeben, die im Neuen Testament streng voneinander abgehoben sind … Dadurch aber ent­stand die Gefahr, daß wesentliche Teile der neutestamentlichen Botschaft verändert werden, und daß Lehren und Anschauungen, die anderen religiösen Welten entstammen, für biblisch und christlich ausgegeben werden.“

Hans Bietenhard hat seinerzeit für das Theologische Begriffslexikon zum Neuen Testament einen Artikel zur Topologie von Himmel und Hölle geschrieben, … Mehr

Martin Luther, Vorrede zum Römerbrief (1522): „Das aber ist die rechte Freiheit von der Sünde und vom Gesetz, von der Paulus bis ans Ende dieses Kapitels schreibt, dass es die Freiheit bietet, nur Gutes zu tun mit Lust und recht zu leben ohne den Zwang des Gesetzes. Deshalb ist diese Freiheit eine geistliche Freiheit, die nicht das Gesetz aufhebt, sondern zeigt, was vom Gesetz gefordert wird, nämlich Lust und Liebe, womit das Gesetz gewissermaßen zur Ruhe gebracht wird und nicht mehr anzutreiben und zu fordern hat.“

Vorrede zum Römerbrief (1522) Von Martin Luther Dieser Brief ist das rechte Hauptstück des Neuen Testamentes und enthält das allerlauterste … Mehr

Martin Luther über Psalm 51 (1525): „Siehe, so wahr ists, dass ich vor dir ein Sünder bin, dass sogar meine Natur, mein Wesen von Anfang an, meine Empfängnis Sünde ist, geschweige denn die Worte, Werke und Gedanken und das nachfolgende Leben. Wie sollt ich ohne Sünde sein, da ich in Sünden gezeugt bin, und Sünde meine Natur und Art ist.“

Über Psalm 51 (Der fünfte Bußpsalm) Von Martin Luther 1. [Ein Psalm Davids, vorzusingen;2. da der Prophet Nathan zu ihm … Mehr

Martin Luther über die Priesterweihe in De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium (1520): „Das Sakrament der Priester­weihe war und ist das prächtigste Instrumentarium, um all die Ungeheuerlichkeiten zu stützen, die in der Kirche bisher geschehen sind und noch geschehen. Hier ist die christliche Bruderschaft zugrunde gegangen, hier sind aus Hirten Wöl­fe, aus Dienern Tyrannen und aus Geistlichen mehr als Weltliche geworden.“

Von der Priesterweihe (De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium) Von Martin Luther Die Kirche Christi kennt dieses Sakrament nicht, es ist … Mehr

Notger Slenczka, Zur Theologie des Kleinen Katechismus Martin Luthers (2004): „Luther legt den Text dieser Summarien der Schrift eben als Grundorientierung des Lebens aus und fasst diese Grundorientierung wieder in kleine, gedrängte Zusammenfassungen im Kleinen Katechismus, die eben wieder in dem Sinne schön sind, dass sie zum Verweilen und Auslegen einladen.“

Zur Theologie des Kleinen Katechismus Martin Luthers Von Notger Slenczka Einleitung Wer sich mit dem Katechismus beschäftigt und die Theologie … Mehr

Martin Luther, Der 127. Psalm ausgelegt allen lieben Freunden in Christo zu Riga und in Livland (1524): „Noch führet Gott sie im Hause und Stadt wie er will, und richtet mit ihnen aus was er will, dass wir ja sehen sollen, dass er für alle Ding sorget und uns nichts nirgend lassen will denn die Erbeit, damit wir nicht meinen, Gott regiere alleine die jungen Kinder in der Wiegen und lasse die Großen sich ihrer Ver­nunft und freies Willens brauchen.

Der 127. Psalm ausgelegt allen lieben Freunden in Christo zu Riga und in Livland (1524) Von Martin Luther Gnad und … Mehr