Dietrich Bonhoeffers Auslegung der Zehn Gebote aus dem Gefängnis Berlin-Tegel (1944): „Es gibt Chri­sten, die sagen, es habe doch neben ihrem Glau­ben an Gott, von dem sie nie lassen würden, doch auch die Welt, der Staat, die Arbeit, die Familie, die Wissenschaft, die Kunst, die Natur ihr Recht. Gott sagt, neben ihm hat nichts, gar nichts irgendein Recht, nur unter ihm. Was wir neben Gott stellen, ist ein Abgott.“

Dietrich Bonhoeffers wohl letzter theologischer Text, nämlich die Auslegung der ersten Tafel der Zehn Gebote kurz vor dem Attentat vom … Mehr

Martin Luthers Auslegungen des aaronitischen Segens (4.Mose 6,22-27) von 1532: „Gleich als wenn die Sonne wohl hübsch und fein aufgeht, fröhlich scheint und lieblich leuchtet, und doch ein Gewölk und Ungewitter sich wider sie erhebt und ihr den Schein nimmt, dass man keine Sonne mehr sieht, und ist, als wolle sie versinken und sich das Ungewitter überwinden und unterdrücken lassen. Dann mag man wohl zur Sonne sagen: Halte fest, liebe Sonne, und lass dich nicht von den Wolken und vom Wetter unterdrü­cken. Lasse den Tag nicht zur Nacht machen, sondern erhebe dein schönes Licht über alle Wolken und das Wetter und erhalte uns den Tag, dass nicht die Wolken und das Wetter mit ihrer Finsternis den Sieg behalten, sondern du mit deinem schönen Lichte obsiegst und die Oberhand behältst.“

„Der Segen, so man nach der Messe spricht über das Volk, aus dem vierten Buch Mose, Kapitel 6“ heißt die … Mehr

Adolf Schlatters unsägliche antisemitische Äußerungen aus seiner Schrift „Wird der Jude über uns siegen?“ von 1935: „Während der Weihnachtszeit sieht Deutschland seltsam aus. Nun marschieren zahlreiche und überzeugte Deutsche auf einmal Arm in Arm mit der Judenschaft. Aus dem Reichstag und der Universität, aus Amtsstube, Theater und Zeitung haben wir die Juden verdrängt. Nun aber gewähren wir ihnen für ihr wichtigstes Anliegen unsere Unterstützung. … Es ist freilich möglich, dass der Jude zunächst einen machtvollen Sieg über uns gewinnt; aber dieser Sieg wird nicht endgültig sein. Denn den Glauben an Gott hat nicht der Jude in die Welt gebracht, und ebensowenig können die Juden und Judengenossen ihn zerstören. Sie können dies nicht, weil sie nicht ungeschehen machen können, daß der Christus in die Welt gekommen ist.“

Adolf Schlatters antisemitische Äußerungen aus seiner Schrift „Wird der Jude über uns siegen?“ Man hält den Atem an, wenn man … Mehr

Friedrich Schleiermacher, Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern (1799): „Religion ist nur das unmittelbare Gefühl der Abhängigkeit des Menschen von Gott; es ist noch nicht durch den Begriff hindurch gegangen, sondern nur im Gefühl erwachsen. Das Gemüth ist wie der Sitz, so die nächste Welt der Religion. Daher muss alles Handeln und Thun ein religiöses werden. Die Offenbarung ist keine von obenher gekommene, ausserordentliche Mittheilung, sondern das Bewusstwerden des eigenen innersten Lebens und einer neuen Anschauung des Unendlichen.“

Über die Bedeutung von Schleiermachers Religionsschrift muss man keine Worte verlieren. Was jedoch fehlt, ist eine vollständige und zitationsfähige Online-Ausgabe … Mehr

Girolamo Savonarolas Barmherzigkeitsgebet: „Habe Erbarmen mit mir, Herr, nicht mit jener kleinen Barmherzigkeit der Menschen, sondern mit deiner großen unbegreiflichen, die in ihrer Unendlichkeit größer ist denn alle Schuld. Neige dich zu mir, Herr, mit jenem großen Erbarmen, mit dem du die Welt so sehr geliebt, dass du deinen eingeborenen Sohn für uns dahingabst.“

Dem italienischen Dominikaner und Bußprediger Girolamo Savonarola (1452-1498) wird folgendes Barmherzigkeitsgebet zugeschrieben: Habe Erbarmen mit mir, Herr Habe Erbarmen mit … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Nach zehn Jahren. Rechenschaft an der Wende zum Jahr 1943: „Wir sind stumme Zeugen böser Taten gewesen, wir sind mit vielen Wassern gewaschen, wir haben die Künste der Verstellung und der mehrdeutigen Rede gelernt, wir sind durch Erfahrung misstrauisch gegen die Menschen geworden und mussten ihnen die Wahrheit und das freie Wort oft schuldig bleiben, wir sind durch unerträgliche Konflikte mürbe oder vielleicht sogar zynisch geworden – sind wir noch brauchbar? Nicht Genies, nicht Zyniker, nicht Menschenverächter, nicht raffinierte Taktiker, sondern schlichte, einfache, gerade Menschen werden wir brauchen. Wird unsere innere Widerstandskraft gegen das uns Aufgezwungene stark genug und unsere Aufrichtigkeit gegen uns selbst schonungslos genug geblieben sein, dass wir den Weg zur Schlichtheit und Geradheit wiederfinden?“

Lesenswert gerade in der heutigen Zeit ist, was Dietrich Bonhoeffer in seinem persönlichen Rückblick „Nach zehn Jahren. Rechenschaft an der … Mehr