Antrag der Brandenburger Vikarinnen auf Revision der Synodalbeschlüsse 4 und 5 an den altpreußischen Bruderrat vom 9. Juni 1943 Wider … Mehr
Schlagwort: Bekennende Kirche
Hans Joachim Iwand, Morgenandacht über Lukas 14,25-35 (1935): „Wohl uns, wenn wir bei allem, was wir in der Nachfolge Jesu tun und sagen, das eine nicht vergessen: Jesus Christus steht nicht darum als Herr vor uns, weil wir uns zu ihm bekennen, er lebt und wirkt nicht, weil Menschen ihn als ihren Heiland und Erlöser anerkennen, sondern weil sich Gott selbst zu ihm bekannt hat, als ihn alle verrieten, weil eine Stimme von oben ihn als den Herrn der Welt bezeugt hat, als die Menschen meinten, nun sei es aus mit ihm. Alles, was wir Bekenntnis und Nachfolge nennen, ist nichts anderes als ein demütig-gehorsames Nachsprechen dessen, was Gott über diesen Jesus von Nazareth gesprochen und bezeugt hat: ‚Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.'“
Morgenandacht über Lukas 14,25-35 (1935) Von Hans Joachim Iwand Wir hören das Wort Gottes, das für den heutigen Tag festgelegt … Mehr
Helmut Gollwitzer, Brief an Amtsbruder wegen Ausschluss von ‚Nichtariern‘ von der Buckower Freizeit 1939: „Es dürfte doch ausgeschlossen sein, dass die nicht arischen Glieder der Kirche sozusagen als Opfer dargebracht werden, damit die übrigen Glieder der Kirche in Ruhe Gemeinschaft und Erbauung genießen können. Soll 1. Kor. 12,26 wirklich gelten, so wird niemand sich damit abfinden können, dass es eben polizeiliche Notwendigkeit gewesen sei. Ich möchte wegen des Entschlusses, lieber einige Teilnehmer auszuschließen, als die ganze Freizeit zu opfern, keinen Vorwurf erheben; ich weiß, wie schwer solche Entschlüsse sind, und dass man da einander nichts verschreiben kann. Es scheint mir aber dennoch nicht verständlich, dass dieser Entschluss gefasst wurde. Es hätte auch ein gutes Zeichen sein können, wenn die übrigen Teilnehmer der Freizeit nicht Mitleid, sondern Mitleiden darin gezeigt hätten, dass auch sie auf die Freizeit in der geplanten Form verzichtet hätten.“
Brief an Amtsbruder wegen Ausschluss von ‚Nichtariern‘ von der Buckower Freizeit 1939 Von Helmut Gollwitzer Pastor Gollwitzer, Berlin-Dahlem, den 22. … Mehr
Karl Barth, Die Frage der Eidesleistung in der deutschen Bekenntniskirche (Memorandum, 1938): „Die Vereidigung gehört im Dritten Reich zu einer Reihe von Maßnahmen, die alle das Ziel haben, sich von Seiten der Staatsleitung in möglichst vollständiger Weise jedes Einzelnen so zu versichern, dass auf ihn gerechnet werden kann. Die Eidesleistung steht auf derselben Linie wie die übrigen Maßnahmen der Durchorganisierung und Uniformierung aller Reichsangehörigen. Alle sollen in eine Linie gebracht werden.“
Die Frage der Eidesleistung in der deutschen Bekenntniskirche (1938) Von Prof. Dr. Karl Barth Wenn ich heute etwas sagen soll … Mehr
Denkschrift der Vorläufigen Kirchenleitung der Deutschen Evangelischen Kirche (Bekennende Kirche) an Adolf Hitler vom 28. Mai 1936: „Wir haben in Offenheit die große Sorge weiter evangelischer Kreise zu begründen versucht, dass maßgebende Kräfte im heutigen Staate eine Unterdrückung der evangelischen Kirche, eine Zersetzung ihres Glaubens eine Beseitigung der evangelischen Sittlichkeit, kurz, eine Entchristlichung im weitesten Umfange betreiben. Schon jetzt übt der Zwang auf die Gewissen, die Verfolgung evangelischer Überzeugung, das gegenseitige Sich-Bespitzeln und Aushorchen unheilvollen Einfluss aus. Auch eine große Sache muss, wo sie sich gegen den offenbarten Willen Gottes stellt, am Ende das Volk ins Verderben führen. Gottes Kirche wird bestehen, auch wenn unter dem Versuch, das deutsche Volk zu entchristlichen, Millionen evangelischer Christen ihr Heil verlieren müssten.“
Denkschrift der Vorläufigen Kirchenleitung der DEK (BK) an Adolf Hitler vom Mai 1936 28. Mai 1936 An den Führer und … Mehr
Johannes Rehm, Gedenken an Karl Steinbauer (1906–1988). Der Widerstand eines bayerischen Pfarrers gegen den Nationalsozialismus: „Steinbauer erinnert daran, dass der Landesbischof einmal gesagt habe ‚den richtigen Weg wissen wir auch, aber der ist nicht gangbar‘ –. Herr Landesbischof, solches Reden ist mir absolut unbegreiflich und tut mir geradezu körperlich weh, weil es an meine Existenz greift. Wenn ich in concreto und in actu geradezu absehen muss vom Auferstandenen und Theologie unverbindliches, theoretisches, spiritualistisches Spekulieren und Philosophieren wird, dann fahre ich lieber wieder Mist wie mein Großvater und baue Korn und Kartoffeln an, denn ich weiß mir nichts Unproduktiveres und geradezu Widerlicheres als Spekulieren. […] Es geht mir um den Glaubensgehorsam gegen den erhöhten Herrn und um Seine Ehre, der wahrhaftig! auferstanden ist und lebt und regiert und von uns nicht pensioniert und nicht zu einem dogmatischen Numinosum gemacht werden will in unseren praktischen Entscheidungen.“
Gedenken an Karl Steinbauer. Widerstand gegen den Nationalsozialismus in der evangelischen Kirche am Beispiel des Pfarrers Karl Steinbauer (1906–1988) Von … Mehr
Johannes Rehm, Gemeinsam die Schrift ‚abhorchen‘. Karl Steinbauer als Gemeindepfarrer: „‚Unsere Glocken rufen zum Wort der Wahrheit und zum Gebet. Ich würde mich schämen, wieder auf die Kanzel zu gehen, wenn ich wissentlich solchen Betrug mit Glockenläuten gedeckt hätte.‘ Im Hinblick auf das angeordnete Glockengeläut ermahnte Landesbischof Meiser Karl Steinbauer: ‚Die Kirchenleitung allein trägt die Verantwortung und nicht Sie. Wir müssen darauf bestehen, dass Sie sich in Zukunft entsprechend verhalten und meinen Weisungen gehorchen.‘ Daraufhin antwortete Steinbauer unter Berufung auf sein evangelisch-lutherisches Ordinationsverständnis mit dem bis heute in der bayerischen Landeskirche zum geflügelten Wort gewordenen Diktum: ‚Bischof der evangelischen Gemeinde in Penzberg bin ich und nicht Sie. Dazu bin ich installiert.’“
Gemeinsam die Schrift „abhorchen“. Karl Steinbauer als Gemeindepfarrer Von Johannes Rehm Der Pfarrer Karl Steinbauer und seine bayerische Landeskirche hatten … Mehr
Gerhard Jacobi, Predigt über Matthäus 4, 1-11 (1935): „Wenn der Weg des Brotes für Jesus eine Versuchung war, dann wird er wohl auch eine Versuchung für seine Kirche sein. Das ist er auch, sogar ein höchst verführerischer Weg. Gebt den Menschen Brot, dann werden sie in den Schoß der Kirche kommen. Durch Brot gewinnt man Seelen und Leiber. Die Kirche soll (immer wieder wird es gesagt) nur ordentlich Wohlfahrtspflege treiben, sie soll nicht so viel predigen. Solche Reden sind gerade darum eine Versuchung, weil Liebe, Hilfe, Fürsorge zum Auftrag der Kirche gehören. Der Versucher nimmt Dinge, die zum Glauben gehören. Und doch — wenn die Kirche aus dem Christentum nur Menschenfreundlichkeit machen würde, dann wäre sie nicht mehr Kirche Jesu Christi. Die Kirche hat zu predigen; denn der Glaube kommt aus der Predigt (sagt der Apostel). Sie wird wahrhaftig auch leiblich helfen, so sehr sie kann, und trotzdem hat sie — so hart das klingt — zu sagen: Du Mensch lebst nicht vom Brot allein, und hättest du alles, was diese Erde zu geben vermag, so lebst du deshalb noch lange nicht. Leben, wahrhaft leben kannst du nur von dem Wort, das aus dem Munde Gottes geht. Dieses Wort ist Christus.“
Predigt über Matthäus 4, 1-11 (1935) Von Pfarrer Gerhard Jacobi, Berlin. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, … Mehr
Wilhelm Flor, Kirchenrecht (1937): „Das Recht der Kirche ist von anderer Art als das des Staates. Das staatliche Recht ist dazu bestimmt, das gesamte Staatsleben zu regeln, das Kirchenrecht ist, weil die Ordnung der Kirche bereits grundlegend durch das Bekenntnis bestimmt und daran gebunden ist, nicht so umfassend. Die Ausgabe des Kirchenrechts ist, die Wortverkündigung und die Verwaltung der Sakramente in Gemäßheit der Heiligen Schrift und der Bekenntnisschriften zu ermöglichen und sicherzustellen. Auch die die äußeren Dinge betreffenden Rechtsnormen haben letzten Endes dieses Ziel. Dass äußere und innere Angelegenheiten der Kirche überhaupt nicht völlig voneinander getrennt werden können, ist in dem 1933 entbrannten Kirchenstreit besonders deutlich geworden.“
Kirchenrecht (1937) Von Wilhelm Flor Wilhelm Flor (1883-1938) war der maßgebliche Jurist der Bekennenden Kirche im Kirchenkampf. Kirchenrecht ist die … Mehr