Hans-Joachim Iwand, Predigt über Lukas 2,10-12 (Weihnachten 1944): „Vor zwei Jahren feierten unsere Soldaten in Stalingrad in Eis und Schnee und sicherer Todgeweihtheit das Weihnachtsfest. Ein Doku­ment dieser Weihnachtsfeier ist uns erhalten geblieben. Ein Oberleut­nant zeichnete auf der Rückseite einer russischen Landkarte das Bild der Gottesmutter, die das Kind in ihren Armen trägt. Die Gestalt der Mutter faltet sich förmlich um das Kind herum, das Kind aber bildet die Mitte, es trägt seine Mutter. An den Rand der Zeichnung schrieb der Maler die drei Worte: Licht, Leben, Liebe. Es sind die drei großen Worte, in denen uns der Eingang des Johannes-Evangeliums die Fleischwerdung des Wortes Gottes erzählt. Vor diesem Bild, so wird uns berichtet, haben die Männer von Stalingrad gesessen und Weih­nachten gefeiert. Sie haben den Weg zu dem Kind gefunden. Das Kind ist längst bei uns, es kommt nur darauf an, dass wir noch recht­zeitig zu ihm kommen können. Amen.“

Predigt über Lukas 2,10-12 zu Weihnachten Von Hans-Joachim Iwand Die Weihnachtsgeschichte beginnt von oben her, denn sie ist Ge­schichte von … Mehr

Claus Westermann, Auf Nachtwachen erzählte ich das ganze Alte Testament: „Die Philosophen und die Naturwissenschaft­ler, die Dichter und die Theologen haben die Natur zum Ge­genstand gemacht und damit haben sie die Schöpfung zu­tiefst verkannt. Die Schöpfung begreift man erst, wenn man sich selbst als ihr Glied erfährt, als Kreatur. Als ich aus dem Schmutz des Gefangenenlagers zu den Sternen aufsah, lagen mir philosophische oder sonstige Betrachtungen fern. Aber ich wußte: Da seid ihr noch.“

In dem 1982 in der Herderbücherei erschienenen Band Was meinem Leben Richtung gab. Bekannte Persönlichkeiten berichten über entscheidende Erfahrungen findet … Mehr

Karl Barth, Die christliche Gemeinde in der Anfechtung (1942): „Es kann also sein, daß von irgendwelchem äußeren Druck auf die christliche Gemeinde lange Zeit weit und breit nichts zu bemerken ist und daß dann auch die Verführung in ihrer eigenen Mitte, die künstliche Verwandlung des Evangeliums in seine Expektoration des Zeitgeistes keine solche Gestalt annimmt, in der sie als Gefahr und Unheil, als An­griff auf die Substanz der Gemeinde unzweideutig zu erkennen wäre.“

Die christliche Gemeinde in der Anfechtung Von Karl Barth Das Thema dieses Vortrages ist mir vom Kirchenvorstand der St. Leonhardsgemeinde … Mehr

Elie Wiesel über einen Prozess gegen Gott in Auschwitz: „Was er dann tat, war, ein rabbinisches Tribunal einzuberufen und Gott anzuklagen. Er hatte zwei andere gelehrte Rabbiner hinzugezogen, und sie beschlossen, Gott anzuklagen, in angemessener, korrekter Form, wie es ein richtiges, rabbinisches Tribunal tun soll, mit Zeugen und Argumenten usw.“

Über einen Prozess gegen Gott in Auschwitz Von Elie Wiesel Lassen Sie mich ein Beispiel geben: Während des Krieges, im … Mehr

Biographisches zu Paul Schempp von Siegfried Hermle: „Schempps kompromißlose, an der Theologie Luthers orientierte Haltung machte den Umgang mit ihm nicht eben leicht. Neben seinen bis heute beispielhaften Predigten bleiben seine leidenschaftlichen Appelle an die Kirche, sich ganz an Jesus Christus auszurichten, und seine bohrenden Fragen nach der christlichen Freiheit bis heute herausfordernd konkret und sollten immer wieder neu zu Gehör gebracht werden.“

Paul Schempp Von Siegfried Hermle Aus einer vom württembergischen Pietismus geprägten Handwerkerfamilie stammend, erhielt Schempp am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart eine … Mehr

Paul Schempp, Gott ist unsere Zuversicht. Predigt über Psalm 46,2-4 (1947): „Wie den Weltuntergang, so können auch das ja nicht die Menschen mit ihrer Kraft fertig bringen, Berge mitten ins Meer versenken. Wenn aber Gott das täte, so wär’s kein anderer Gott als der Eine wahre Gott, der unsere Zuversicht und Stärke ist. Auch dann, wenn zu allem unserem Unglück hin auch noch die Natur in Aufruhr käme und das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen, wäre Gott es, der da seine Macht zeigte und uns zeigen wollte, daß Er allein auch helfen kann mit dieser seiner Macht.“

Gott ist unsere Zuversicht. Predigt über Psalm 46,2-4 Von Paul Schempp Gott ist unsre Zuversicht und Stärke.Eine Hilfe in den … Mehr

Hans-Werner Surkau über Hans Joachim Iwand (1987): „Von ihm konnte eine Freimütigkeit ausstrahlen, die von Anfang an gewann, eine Herzlichkeit, die auch den Fremden nicht ausschloß, eine Offenheit zur Selbstkritik und Willigkeit zu einem neuen Anfang, die manchem den Weg zur verlorenen oder selbst verlassenen Bru­derschaft ermöglichte. Wer ihn einmal so erlebt hat, trotz gelegentlicher Schroffheit, die nie persönlich bedingt war, der wird Hans Joachim Iwand unvergessen behalten.“

Iwand, Hans Joachim (1899-1960) Von Hans-Werner Surkau 1. Leben Hans Joachim Iwand wurde am 11. Juli 1899 als Pfarrerssohn in … Mehr

Ernst Wolf, In memoriam Hans Joachim Iwand (1960): „Iwand hat sei­nen theologischen Kampf gekämpft, oft allein gelassen, aber doch kein Einsamer, ein Warner, der auch der Kirche, solange er lebte, immer etwas unangenehm war, und der nach seinem Tode ihr nunmehr un­ersetzlich fehlen wird. Was er hinterläßt, ist ein theologisches und gei­stiges Vermächtnis, das dazu aufruft, den von ihm eingeschlagenen Weg selbständig weiterzuverfolgen.“

In memoriam Hans Joachim Iwand (11.7.1899 – 2.5.1960) Von Ernst Wolf „Es liegt in der Theologie dieses Mannes und in … Mehr