Otto Dudzus über Dietrich Bonhoeffer: „Von Haus aus war er alles andere als ein Revolutionär. Vor Ordnung und Recht hatte er einen großen Respekt. Er konnte zornig werden, wenn wir als junge Studenten auf einer gemeinsamen Reise über das Bahnhofsgeleise gingen, statt den Fußgängerüberweg zu be­nützen. Weil er Ordnung und Recht im Großen verletzt und geschändet sah in unserem Volk, wusste er sich je länger desto entschlossener dort­hin gestellt, wo man dieser Schändung Widerstand leistete.“

Von Otto Dudzus, der selbst am Predigerseminar Finkenwalde bis zur polizeilichen Schließung des Seminars Ende September 1937 teilgenommen hatte, stammt … Mehr

James D. Watsons Vortrag „Die Ethik des Genoms. Warum wir Gott nicht mehr die Zukunft des Menschen überlassen dürfen“ (2000): „Ich sehe daher nur unnötiges Leid durch Gesetze entstehen, die auf der Grundlage der Macht willkürlicher religiöser Eingebungen die Geburt erblich behinderter Kinder erzwingen, obwohl die Eltern es vorziehen würden, solche Schwangerschaften abzubrechen, weil sie hoffen, daß ihr nächstes Kind gesund sein wird.“

Wie manche Naturwissenschaftler respektlos über andere Menschen und deren Leben zu reden wissen, zeigt James D. Watsons in seinem Vortrag … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Was heißt die Wahrheit sagen? (1943): „Lüge ist Widerspruch gegen das Wort Gottes, wie er es in Christus gesprochen hat, und in dem die Schöpfung beruht. Lüge ist demzufolge die Verneinung, Leugnung und wissentliche und willentliche Zerstörung der Wirklichkeit wie sie von Gott geschaffen ist und in Gott besteht, und zwar soweit dies durch Worte und durch Schweigen geschieht.“

Fragment eines Aufsatzes: Was heißt die Wahrheit sagen? Von Dietrich Bonhoeffer Von dem Zeitpunkte unseres Lebens an, in dem wir … Mehr

Kornelis Heiko Miskotte, Gottes Feinde kommen um. Predigt zu Psalm 92 (1945): „Der Herr hat große Dinge an uns getan! Darum sind wir fröhlich, und darum stehen wir in dieser unerhört großen Stunde verlegen da angesichts Seiner großen Taten und unseres kleinen Begreifens, Seiner innigen Geisteskraft um uns her und des armen, beinahe apathischen Gefühls in uns. Es ist uns zu viel, auch weil wir früher zu wenig ge­lebt, gedacht, gearbeitet, gelitten haben. O wir flauen Bekenner, wir Schlappschwänze von Christen, wir schäbigen, halbherzigen Demo­kraten, wir ängstlichen Oranienanhänger, wir haben dies alles wahr­haftig nicht verdient, allein schon darum nicht, weil wir uns wahrlich innerlich nicht so gewehrt haben, wie die hohe Sache es von uns for­dern durfte. Tausende und Abertausende haben so getan, als ginge die Sache sie nichts an, haben salbadert und räsoniert, Hunderte ha­ben sich an dem Elend anderer bereichert, haben sich in ihre kleine Existenz festgebissen, kurz, sind unerschütterlich Egoisten und Roh­linge gewesen. Und wir, die wir »gut« waren und nicht zu den »Ver­kehrten« gehörten – ach, man müßte einmal wissen, wie uns zumute gewesen ist und wie oft wir uns innerlich zurückgezogen haben!“

Gottes Feinde kommen um. Predigt zu Psalm 92, 2.3.7.10 Von Kornelis Heiko Miskotte Eine schonungslose Predigt hatte Kornelis Heikoe Miskotte … Mehr

Erik Peterson, Der Himmel des Garnisonspfarrers. Eine Parabel (1919): „Hast du nie das Wort des ‚Gottesmannes‘ Luther gehört, wel­cher sagt, das ‚Kriegs- und Schwertamt‘ sei ein an sich göttliches Amt und ‚der Welt so nötig und nützlich wie Essen und Trinken‘? Begreife es doch, wenn du essen und trinken willst, so musst du auch töten, lügen, betrügen, Politik treiben und Gewalt antun!“

Der Himmel des Garnisonspfarrers. Eine Parabel Von Erik Peterson Da wurde Erik Peterson am 6. Oktober 1914 wenige Monate nach … Mehr

Søren Kierkegaard über die Kunst des Helfens: „Um in Wahrheit einem anderen helfen zu können, muss ich mehr verstehen als er – zuallererst aber doch wohl begreifen, was er verstanden hat. Tu ich das nicht, so hilft mein größeres Verstehen ihm gar nichts. Will ich gleichwohl mein größeres Verstehen geltend machen, so ist es deshalb, weil ich eitel bin oder stolz, so dass ich im Grunde anstatt ihm zu nutzen eigentlich von ihm bewundert werden will. Alles wahre Helfen beginnt jedoch mit einer Demütigung; der Helfer muss zuerst knien vor dem, dem er helfen möchte und dann verstehen, dass helfen nicht herrschen heißt, sondern dienen, dass helfen nicht Macht- sondern Geduldausübung ist, dass die Absicht zu helfen, einem Willen gleichkommt, bis auf weiteres zu akzeptieren, im Unrecht zu bleiben und nicht zu begreifen, was der andere verstanden hat.“

Über die Kunst des Helfens Von Søren Kierkegaard Wenn es einem wirklich gelingen soll, einen Menschen zu einer bestimmten Stelle … Mehr

Julius Schniewind, Heiligung (1938): „Gottes Gemeinde ist das Volk der „Ge­heiligten“; es kann von jedem einzelnen als einem „Heiligen“ ge­sprochen werden. Jeder einzelne für sich ist durch Gottes Ruf und Wort getroffen, jeder einzelne für sich in der Taufe Gott geweiht. Aber jeden einzelnen trifft das Wort nur aus dem Mund der Ge­meinde.“

Heiligung Von Julius Schniewind Diese Ausführungen sollen sich eng an die Bibel anschließen. Die biblischen Aussagen werden in sich selbst … Mehr