Anweisung für die Kandidaten zur Vorbereitung auf das Pfarramt in der Bekennenden Kirche von 1936: „Die besondere Aufgabe des Lehrvikariats ist es, dem Kandidaten eine erste Einführung in das kirchliche Gemeindeleben und in die pfarramtliche Tätigkeit zu vermitteln. Die Arbeit zwischen Pfarrer und Lehrvikar kann nicht recht getan werden, wenn nicht beide in der Beugung unter die Heilige Schrift und in der Fürbitte miteinander verbunden sind. So wird der Vikar im Pfarrer einen Seelsorger und Bruder finden.“

Basierend auf einer Vorlage von Dietrich Bonhoeffer wurde vom Bruderrat der Altpreussischen Union 1936 folgende Ordnung für den Vorbereitungsdienst von … Mehr

Heinrich Vogel, Acht Artikel evangelischer Lehre (Kreuz und Hakenkreuz) von 1933: „Weil wir denn Christen werden nicht durch die Geburt, durch Rasse oder Blut, sondern durch den Heiligen Geist, die Taufe und das Wort Gottes, verwerfen wir die Forderung, dass nur arische Christen Glieder der Deutschen Evangelischen Kirche sein dürften.“

Bemerkenswert sind Heinrich Vogels „Acht Artikel evangelischer Lehre“ von 1933, die dieser zunächst unter dem Titel „Kreuz und Hakenkreuz“ in … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Zur Frage der Kirchengemeinschaft (1936): „Extra ecclesiam nulla salus. Die Frage nach der Kirchengemeinschaft ist die Frage nach der Heilsgemeinschaft. Die Grenzen der Kirche sind die Grenzen des Heils. Wer sich wissentlich von der Bekennenden Kirche in Deutschland trennt, trennt sich vom Heil. Das ist die Erkennt­nis, die sich der wahren Kirche von jeher aufgezwungen hat. Das ist ihr demütiges Bekenntnis.“

Als Dietrich Bonhoeffer 1936 in der Juni-Ausgabe der Evangelischen Theologie seinen Vortrag „Zur Frage der Kirchengemeinschaft“ veröffentlichte, stieß er auf … Mehr

Elisabeth Schmitz, Denkschrift „Zur Lage der deutschen Nichtarier“ von 1935/36 (vollständiger Text): „Einer Judenverfolgung im Namen von Blut und Rasse muss eine Christenverfolgung notwendigerweise folgen. Einen Anfang davon hat die Bekennende Kirche, haben vor allem ihre Pfarrhäuser zu spüren bekommen. Aber trotz alles Leides wird es niemand ein­fallen, es in einen Vergleich setzen zu wollen zu dem Leid der deutschen Juden und Nicht­arier. Und ganz abgesehen von der Größe des Leides bleibt der große Unterschied: Der Christ leidet persönlich, der Jude und Nichtarier mit Kindern und Enkeln. Und selbst wenn die Glie­der der Bekennenden Kirche unter die Ariergesetzgebung gestellt würden, wären noch immer die Ver­wandten, die weitere Familie nicht mitbetroffen. Und die Hauptsache: Die Bekennende Kir­che leidet – und darf das wissen – um ihres Glaubens willen, der Nichtarier wird verfolgt, weil Gott ihn in eine bestimmte Familie hat hineingeboren werden lassen.“

Im Sommer 1935 wurde der Bekennende Kirche sowohl vom Völkischen Beobachter wie auch vom Stürmer vorgeworfen, dass sie die nationalsozialistische … Mehr

Diether Koch über Gustav W. Heinemann: „Heinemanns Tätigkeit in der Bekennenden Kirche wuchs Mitte der 30er Jahre an Umfang. Als Mitglied des Bruderrats der Bekennenden Kirche der Rheinprovinz beriet er die Bekennende Kirche und einzelne Mitglieder in Rechtsfragen. 1937 übernahm er die Leitung des Christli­chen Vereins Junger Männer in Essen und bewahrte den Verein vor drohender Auflösung. Ein geheimer kirchlicher Nach­richtendienst wurde im Keller des Hauses Heinemann vervielfäl­tigt. Vom gehei­men Prozess gegen Martin Niemöller übermittelte Heinemann heimlich Nach­richten durch seinen Studienfreund Ernst Lemmer in die ausländische Presse und half damit der Weltöffentlichkeit zur Wachsamkeit. Seiner kirchlichen Tätigkeit räumte er neben seiner beruflichen gleichen Rang ein. Als ihm 1936 angeboten wurde, Vorstandsmitglied im Rhei­nisch-Westfälischen Kohlensyndikat zu wer­den, machte er zur Bedingung, seine kirchliche Tätigkeit weiterführen zu dürfen; daraufhin zog der Aufsichtsrat sein Angebot zurück.“

Gustav W. Heinemann Von Diether Koch I. Von vielen anderen Gestalten der deutschen Kirchengeschichte unterscheidet sich Gustav Heinemann in zweierlei … Mehr

Hans Joachim Iwand, Bekennende Kirche. Eine Osterbetrachtung (DIE ZEIT, 1946): „Die Oster­feier müsste die Siegesfeier der Christen sein, die sie erinnert an jenen Tag, da Gott Christus zum Herrn der Welt setzte und alle Mächte und Gewalten, alle Throne und Herrschaften, wie es in der Bibel heißt, ihm unterordnete. Wir müssen hier jene Freiheit des Christenmenschen geschenkt bekommen, die sich nicht beugt und fürchtet, die immun ist gegen die Waffe der Angst, mit der der Fürst dieser Welt, für den und dessen Gei­stesverwandte mit guten Gründen die Auferstehung eine schlechthin widervernünftige Ange­legenheit ist, seine Opfer blendet, gängelt und schließlich in den Abgrund stürzt.“

In den mir bekannten Iwand-Bibliographien ist Iwands Artikel „Bekennende Kirche. Eine Osterbetrachtung“ aus der ZEIT, Nr. 9 vom 18. April … Mehr