Martin Luther, Predigt über Matthäus 8,23-27 (Jesu Sturmstillung, 1530): „Wenn das Schifflein auch im Abgrund versänke, so ist der im Schiff, der aus dem Wasser ein Gewölb machen kann. Wär ihr Glaube stark gewesen, so hätten sie so gesprochen. Aber ihr Glaube ist schwach; denn sie sprechen: hilf uns! Es ist ein kleines Blicklein in ihrem Herzen, das lebt und kennt den Heiland. Aber gegen dieses Blicklein stehen Wind, Wellen, Tod und Unwetter. Es ist ein einziges Fünklein gegen das ganze Meer. Wind und Meer hätten die Glut gewißlich bald gelöscht, wenn der Herr nicht aufgestanden wäre und hätte den armen schwachen Glauben gestärkt.“

Martin Luther hat über Matthäus 8,23-27 (Jesu Sturmstillung) mehrfach gepredigt. In seiner Predigt vom 30. Januar 1530 geht er in…

Über die Anrede und das Bitten im Gebet: „In unserem Beten sind wir bezüglich der rechten Anrede herausgefordert. Werden auf den Namen ‚Jesus‘ oder die Antonomasie ‚Gott‘ hin eigene Bitten und Anliegen unvermittelt vorgebracht, kann daraus eine selbstbezogene Beanspruchung ‚Gottes‘ für die eigenen Bedürfnisse und Lebenswünsche erwachsen. Der Gott hat sich in seiner Zuwendung dem Leben des Betenden zu fügen, um als Geber guter Gaben anerkannt zu werden. Die Doxologie mit hymnischen Prädikationen und titularen Beinamen, wie wir sie aus den Psalmen kennen, ist erforderlich, dass unser Beten den Angerufenen nicht für uns selbst zu vereinnahmen sucht. Der Lobpreis lässt uns dem Angerufenen zuwenden, so dass wir uns mit unsren Anliegen bei ihm wiederfinden.“

Über die Anrede und das Bitten im Gebet „Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!“ Das ist der zudringliche Notruf…

Gershom Scholem, Brief an Franz Rosenzweig vom 26. Dezember 1926: „Sprache ist Namen. Im Namen ist die Macht der Sprache beschlossen, ist ihr Abgrund versi­gelt. Es steht nicht mehr in unserer Hand, die alten Namen tagtäglich zu beschwören, ohne ihre Potenzen wachzurufen. Sie werden erscheinen, denn wir haben sie ja freilich mit großer Gewalt beschworen. Wir freilich sprechen in Rudimenten, wir freilich sprechen eine gespen­stische Sprache: in unseren Sätzen gehen die Namen um, in Schriften und Zeitungen spielt der oder jener mit ihnen, und lügt sich oder Gott vor, es habe nichts zu bedeuten und oft springt aus der gespenstischen Schande unserer Sprache die Kraft des Heiligen hervor. Denn die Namen haben ihr Leben und hätten sie es nicht, wehe unseren Kindern, die hoffnungslos der Leere ausgeliefert werden.“

In Sachen NAMENSlehre findet sich ein aufschlussreicher Brief des jungem Gershom Scholem an Franz Rosenzweig von 1926 bezüglich der Wiederverwendung…