Paul Ricœur über den Skandal des Bösen (Le scandale du mal): „Gott umsonst lieben, das heißt, vollständig aus dem Kreislauf der Vergeltung heraustreten, dessen die Wehklage noch gefangen bleibt, solange ich mich über die Ungerechtigkeit meines Schicksals beklage. Vielleicht ist das die letzte Antwort auf das ‚Problem‘ des Übels: den Punkt der Entsagung gegenüber dem Verlangen erreichen, gegenüber dem Verlangen selbst, dessen Wunde die Klage erzeugt; Entsagung gegenüber dem Verlangen, für seine Tugenden belohnt zu werden; Entsagung gegenüber dem Verlangen, vom Leiden verschont zu bleiben; Entsagung gegenüber der infantilen Komponente des Unsterblichkeitsverlangens, die den eigenen Tod als einen Aspekt jenes Anteils des Negativen akzeptieren würde.“

Der Skandal des Bösen (Le scandale du mal) Von Paul Ricœur Ich möchte sagen, wie dankbar und bewegt ich mich … Mehr

Hannah Arendt, Einige Fragen der Moralphilosophie (Some Questions of Moral Philosophy, 1965): „Wir haben den totalen Zusammenbruch aller etablierten moralischen Standards im öffentlichen und privaten Leben während der 30er und 40er Jahre miterlebt, und zwar nicht nur (wie man heute gewöhnlich annimmt) in Hitlerdeutschland, sondern auch in Stalins Russland, wo in diesem Moment von der jüngeren Generation Fragen gestellt werden, die große Ähnlichkeit mit denen haben, die derzeit in Deutschland diskutiert werden.“

Einige Fragen der Moralphilosophie. Einführungsvortrag Von Hannah Arendt Meine Damen und Herren! Viele von uns haben in den letzten Wochen … Mehr

Joachim Track über den Teufel: „Wenn vom Teufel ‚personal‘ geredet wird, so kann dies als Ausdruck der Erfahrung gedeutet werden, dass ein der eigenen Person sich bemächtigender fremder Wille begegnet. Vom Teufel nur so zu reden verdeckt aber die bleibenden Unterschiede seines ‚Wesens‘ zum Wesen Gottes und der Menschen. Die ‚Zwischenstellung des Teu­fels‘ erfordert auch eine Rede vom Teufel als transpersonaler Macht.“

Teufel VI. Systematisch-theologisch Von Joachim Track In der christlichen Tradition wird der Teufel als „Widersacher“ Gottes, als „Ver­führer“ und „Versucher“ … Mehr

Hannah Arendt über das gedankenlose Böse (Vom Leben des Geistes): „Könnte vielleicht das Denken als solches – die Gewohnheit, alles zu untersuchen, was sich begibt oder die Aufmerksamkeit erregt, ohne Rücksicht auf die Ergebnisse und den speziellen Inhalt – zu den Bedingungen gehören, die die Menschen davon abhalten oder geradezu dagegen prädisponieren, Böses zu tun? Und wird nicht diese Hypothese durch alles gestützt, was man über das Gewissen weiß, nämlich daß ein ‚gutes Gewissen‘ in der Regel nur wirklich schlechten Menschen zuteil wird, Kriminellen und ähnlichen Ele­menten, während nur ‚gute Menschen‘ eines schlechten Gewissens fähig sind?“

Vom gedankenlosen Bösen Von Hannah Arendt Was das Faktische betrifft, so hat meine Beschäftigung mit der Geistes­tätigkeit zwei recht verschiedene … Mehr

Wenn die Corona-Pandemie keine göttliche Strafe sein kann, wie ist dann Gott im Unheil zugegen?: „Sucht man Gott aus dem Unheilsgeschehen wegzurationalisieren, so dass ihm auch kein Vorwurf mehr zu machen ist, müssen Menschen mit dem Unheil selbst zurechtkommen. Sie können dann allein darauf vertrauen, was menschliches Können noch zum Guten zu wenden vermag. Derartige Lebensaussichten bleiben natürlicherweise dürftig.“

Wenn die Corona-Pandemie keine göttliche Strafe sein kann, wie ist dann Gott im Unheil zugegen? Wie kommen manche Christinnen und … Mehr