Karl Barth, Die christlichen Kirchen und die heutige Wirklichkeit (1946): „Man kann und muss aber auf die Erneuerung, auf die Reformation hinweisen, deren die christlichen Kirchen bedürftig, deren sie aber bestimmt auch fähig sind. Sie muß sicher auch von innen kommen: sie muss in den Kirchen selbst aus einer Sache weniger zur Sache vieler werden. Aber ich zweifle nachgerade, ob sie — menschlich geredet — gelingen und siegen kann, wenn ihre Notwendigkeit nicht auch von außen empfunden und eingesehen wird, wenn man den Kirchen nicht auch von außen, wie es im 16. Jahrhundert geschehen ist, durch einen energischen Zuruf und vielleicht auch Eingriff zu Hilfe kommt. Es gibt eine Verantwortlichkeit der Kirchen der Welt gegenüber. Es gibt aber auch eine Verantwortlichkeit der Welt über das, was die Kirchen sind und nicht sind, leisten und nicht leisten. Warum erlaubt man es den Kirchen, ihr Licht, das die Welt nötig hat, unter den Scheffel zu stellen? Die Welt wäre gut beraten, wenn sie ihnen das nicht mehr allzulange erlauben würde.“

Die christlichen Kirchen und die heutige Wirklichkeit (1946) Von Karl Barth Was heißt Wirklichkeit? Gewiß ganz einfach: all das, was…

Hans Bietenhard über Himmel und Hölle: „Mit diesem Wort Hölle wurden nun allerdings von den älteren Bibelübersetzern, besonders von Luther, mehrere Begriffe wiedergegeben, die im Neuen Testament streng voneinander abgehoben sind … Dadurch aber ent­stand die Gefahr, daß wesentliche Teile der neutestamentlichen Botschaft verändert werden, und daß Lehren und Anschauungen, die anderen religiösen Welten entstammen, für biblisch und christlich ausgegeben werden.“

Hans Bietenhard hat seinerzeit für das Theologische Begriffslexikon zum Neuen Testament einen Artikel zur Topologie von Himmel und Hölle geschrieben,…

Christoph Blumhardts Predigt über Philipper 4,4-9 an Heiligabend 1899: „Wir dürfen in Christus in der Freude stehen, daß wir mit ihm, dem Herrn des Friedens, auf Erden noch gute Zeiten erleben werden. Wir haben ein Zukunftsreich vor Augen, ein Reich, welches die Menschen glücklich machen soll, und das ist so fest in Christus, daß wir uns daran halten können und immer in dieser Hoffnung freudig bleiben können. Darin besteht auch unser Glaube, und der Glaube macht fest, macht eisenhart, und der Glaube macht trotzig gegen die ganze gegenwärtige Welt.“

Predigt über Philipper 4,4-9 Von Christoph Blumhardt Freuen sollen wir uns in dem Herrn, – warum? Man muß einen Grund…

Karl Rahner, Seitdem ich euer Bruder wurde … Das Wunder der Weihnacht (1951): „Mensch, sag nur das eine, dann ist auch für dich Weihnachten, sag nur: Du bist da! Nein, sag nichts. Ich bin da und meine Liebe ist seitdem unbesieglich. Ich bin da. Es ist Weihnachten. Zündet die Kerzen an, sie haben mehr Recht als alle Finsternis. Es ist Weihnacht – sie bleibt in Ewigkeit.“

Seitdem ich euer Bruder wurde … Das Wunder der Weihnacht [hier der Text von Rahner selbst eingesprochen] Von Karl Rahner…

Uwe Kynast, Wia onser Heiland uff d’ Welt komme isch (Die Weihnachtsgeschichte auf Schwäbisch): »D’ Mensche henn bloß ihm Herrgott ihber sich, mir brauchet koine weltliche Fihrer verähre. Uffdr Erde sollet sich älle vertraga, ihberall, em Oschde on em Weschde, em Sihde on em Norde, en älle Lender, en jedem Haus. On wemmer so läbet, noh senn mir onserm Herrgott scho recht!«

Wia onser Heiland uff d’ Welt komme isch Von Uwe Kynast En sellre Zeit, wo oiner, der Kyrenius gheisse hot,…

Helmut Gollwitzer über Weihnachten 1945-1948 in russischer Kriegsgefangenschaft: „Was aber ist ein Weihnachtsgeschenk? Doch ein Erinnerungs­zeichen an den schenkenden, lebendigen Gott, der uns aus dem Kerker des Todes errettet. Als wir in der Nacht ganz überraschend und ohne weitere Erklärung aus unserem Keller heraufgeholt wurden, waren wir uns selbst zum Gleichnis der Weihnacht geworden: »Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los.«“

Weihnachten 1945-1948 in russischer Kriegsgefangenschaft Von Helmut Gollwitzer 24.12.1945 Wenn die dünne Abendsuppe ausgelöffelt war, saßen sie noch eine Zeitlang…