Welchen Sinn hat es, von Gott zu reden? (1925) Von Rudolf Bultmann I. Versteht man unter „von Gott“ reden „über … Mehr
Kategorie: Theologie
Augustinus über innere Bilderwelten in seinen Bekenntnissen (Confessiones): „Groß ist die Macht des Gedächtnisses, gewaltig groß, mein Gott, ein Tempel, weit und unermesslich. Da steigt ein großes Verwundern in mir auf, Staunen ergreift mich. Und die Menschen gehen hin und bewundern die Bergesgipfel, die gewaltigen Meeresfluten, die breit daherbrausenden Ströme, des Ozeans Umlauf und das Kreisen der Gestirne und vergessen darüber sich selbst.“
Über die Bilderwelt des eigenen Gedächtnisses (Bekenntnisse) Von Augustinus Himmel und Erde und Meer sind da untergebracht nebst allem, was … Mehr
Hans Joachim Iwand, Vom Primat der Christologie (1956): „Treten wir unter neuen Bedingungen an die Sache heran? Sind unsere Waffen schärfer geschliffen? Sind wir besser gerüstet für diesen Gipfelanstieg, der nicht gelingen wird, wenn wir nicht bereit sind, alles dafür einzusetzen! Omnia in Christum instaurare!“
Der Aufsatz „Vom Primat der Christologie“, den Hans Jochim Iwand 1956 für die Barth-Festschrift „Antwort“ geschrieben hatte, gilt wohl als … Mehr
Gerhard von Rad, Christliche Weisheit? (1971): „Das Schöpfungsgeheimnis spielt mit dem Menschen, es liebt ihn, lädt ihn in seine innersten Gemächer ein, ja, es sitzt schon vor seiner Türe! Hier vollzieht sich eine ans Mystische grenzende Auslieferung des Menschen an die Herrlichkeit des Seins. Hier wirft sich der Mensch mit Lust einem Sinn entgegen; er entdeckt ein Geheimnis, das schon auf dem Weg ist, sich ihm zu schenken.“
Christliche Weisheit? Von Gerhard von Rad Wer sich mit der Weisheit des alten Israel befaßt, wird zunehmend von der Frage … Mehr
Johannes Baptist Metz über die Erinnerung (1973): „Nicht von ungefähr legt sich christlicher Glaube kategorial als memoria passionis, mortis et resurrectionis Jesu Christi aus und sucht sich in der Erzähl- und Argumentationsgestalt befreiender Erinnerung (als bestimmter Gestalt von Hoffnung) in den Verhältnissen der Neuzeit zu verantworten.“
Ganz schön hintersinnig ist, was Johannes Baptist Metz 1973 in seinem Artikel „Erinnerung“ im Handbuch philosophicher Grundbegriffe geschrieben hat, bevor … Mehr
Harald Weinrich, Narrative Theologie: „Die biblische Tradition legt die Frage nach der Erzählung nahe. Denn ein großer Teil der als Bibel kanonisierten Texte, aber auch sonstiger sowohl oraler als auch skripturaler Texte des Christentums sind Erzählungen. Die Bibel enthält zwar im Alten wie im Neuen Testament auch Texte, die nicht erzählender Natur sind, aber ich sage sicher nicht zu viel, wenn ich behaupte, dass die wichtigsten, die religiös relevantesten Texte Erzählungen sind. Jesus von Nazareth tritt uns vornehmlich als erzählte Person, häufig auch als erzählter Erzähler entgegen, und die Jünger erscheinen als Zuhörer von Erzählungen, die ihrerseits die gehörten Erzählungen weiter- und nacherzählen, mündlich oder schriftlich. So sind diese Erzählungen schließlich auch auf uns gekommen, und wenn wir etwa unseren Kindern die biblischen Geschichten nacherzählen, so treten wir auf diese Weise unsererseits in eine ununterbrochene Erzähltradition ein. Das Christentum ist eine Erzählgemeinschaft.“
Narrative Theologie Narrative Theology – dieses angloamerikanische Theologielabel verdankt sich einem Aufsatz des deutschen Romanisten Harald Weinrich aus dem Jahr … Mehr
Rudolf Bultmann, Die Aufgabe der Theologie in der gegenwärtigen Situation 1933: „Christlicher Glaube muss eine kritische Kraft in den Fragen der Gegenwart sein, und er muss seine Positivität gerade in seiner kritischen Haltung bewähren. Wie kann er das? Weil er nicht nur von Sünde, sondern auch von Gnade weiß. Weil er Gott nicht nur als den Richter kennt, sondern auch als den Erlöser, der durch Jesus Christus seine ursprüngliche Schöpfung wiederherstellt. Die Erlösung durch Jesus Christus bedeutet die Vergebung der Sünde durch die Offenbarung der Liebe Gottes, und sie bedeutet deshalb die Befreiung des Menschen zur Liebe. Nur wer den jenseitigen Gott kennt, der in Christus sein Wort der Liebe in diese Welt hineinspricht, der vermag sich aus der Verstrickung dieser sündigen Welt zu befreien und einen Blick zu gewinnen, für den die Ordnungen der Welt wirklich als Schöpfungsordnungen erkennbar sind, deren er sich dankbar zu freuen hat, in denen er still zu leiden hat, in denen er als Liebender zu wirken hat.“
Die Aufgabe der Theologie in der gegenwärtigen Situation Von Rudolf Bultmann Nicht nur Karl Barth hatte im Frühsommer 1933 mit … Mehr
„Es war einmal“ – Ein Altersgedicht von Rudolf Bultmann (1975) in seinem letzten Brief an Martin Heidegger: „»Es war einmal«, so pflegt das Märchen zu beginnen. / In diesem Satz entsteht das Wissen um die Zeit. / Was einmal war, – es ist ja jetzt von hinnen, / Verschlungen ist’s von der Vergangenheit. / Was kommen wird, die Zukunft wird es bringen / So kann das Märchen vom Vergangenen nur singen. / Doch ist im Märchen noch das Wissen nicht entfaltet, / Denn auch das Künftige wird in ihm gestaltet: / In Phantasien mit alten Bildern von Königen und von Megären, / Von Hexen, Zauberern, die uns am Leben zehren. / Doch solcher – Phantasien – Chor / Schwebt heut‘ nicht unsern Augen vor. / Doch ist die Zeit, in der wir heute leben, / mit unserm Planen und Bestreben / Von Märchen wirklich frei? Nein nie! / Nur heißt das Märchen jetzt Ideologie. / Drum frage jeder sich: bist du bereit / Für eine zukunftsreiche offne Zeit?“
Dem letzten Brief Rudolf Bultmanns (1884-1976) an Martin Heidegger (1889-1976) vom 20. September 1975 lag folgendes Gedicht bei – Bultmann … Mehr
Heinrich Vogel über den Glauben an Gott: „Der Glaube ist nicht seine eigene Wahrheit. Er kann die Wahrheit darum auch nicht in einer Selbstbesinnung und in einem Selbstverständnis erschließen. Gott ist Gott in der ewigen Priorität seines Gottseins vor allem unserem Glauben und Bekennen. Dass er als der Gott für uns Gott ist, das und das allein ermöglicht, begründet und wirkt unsern Glauben an Gott.“
Was Heinrich Vogel seinerzeit in seiner Auslegung zum Nicaenischen Glaubensbekenntnis einleitend geschrieben hat, ist immer noch bedenkenswert: Über den Glauben … Mehr