Du Gott Du Gott, ich hasse dich in meinen schwersten Stunden,der wie Gebirge mir auf meiner Seele wuchtet.Die Erde meines … Mehr
Kategorie: Literatur und Gedichte
Robert Walser, Saul und David (1919): „Der Speer saust dicht an ihm vorbei. Der König ist wahnsinnig. David lacht und ruft: ‚Das hätte mich durchbohren können. Ich danke für die gute Absicht, bin aber froh, daß ich noch lebendig bin. Kopf und Herz und der unverstümmelte Körper! Damit will ich es wagen, und kein schwächliches Gefühl soll mich je im Leben hemmen.'“
Saul und David Von Robert Walser Zimmer im Palast von Judäa. Mürrisch sitzt Saul auf dem Thron. Wenn ich „mürrisch“ … Mehr
Wolfdietrich Schnurre, Brief eines Taxichauffeurs an einen Generalsuperintendenten (1947): „Werden Sie nicht das ungeheuerliche Geständnis ablegen müssen, statt in der Sprache Christi in der Sprache des Versuchers, in der Sprache des Teufels gesprochen zu haben? Werden Sie nicht auf die Knie stürzen und noch den Unscheinbarsten Ihrer Gemeinde inständig bitten müssen, Ihnen zu vergeben, Ihnen ein Recht auf Sühne zuzuerkennen?“
Brief eines Taxichauffeurs an einen Generalsuperintendenten Von Wolfdietrich Schnurre Sehr geehrter Herr Divisionspfarrer, ich denke, Sie werden mir nicht gram … Mehr
Wolfdietrich Schnurre, Das Begräbnis (1946) – erstgelesene Kurzgeschichte bei der Gruppe 47: „Von keinem geliebt, von keinem gehasst, starb heute nach langem, mit himmlischer Geduld ertragenem Leiden: Gott. Die Beisetzung findet heute nacht in aller Stille auf dem St.-Zebedäus-Friedhof statt.“
Wolfdietrich Schnurres Das Begräbnis ist die erste Kurzgeschichte, die beim ersten Treffen der Gruppe 47 am ersten Septemberwochenende 1947 in … Mehr
Jan Twardowski, Jesus der ungläubigen: „Jesus der ungläubigen / weilt unter uns / und bleibt manchmal stehn / wie das harte kreuz // uns alle zu einen / ob gläubig oder nicht / in dem verdienten schmerz / der uns der Wahrheit nähert.“
Jesus der ungläubigen Jesus der ungläubigenweilt unter unsein wenig bekannt aus dem volkskunstladenein wenig vom hörensagengründlich verschwiegenin unserer morgenzeitungparteilosschutzlosund überstimmtgemiedenso … Mehr
Clara Eisenkraft (Spaleck), Damals in Theresienstadt. Erlebnisse einer Judenchristin: „Es sagte uns unser Gerechtigkeitsgefühl, Gott könne das nicht zugeben, dass soviel Ungerechtigkeit triumphierte. Wir Christen und die gläubigen Juden waren uns in dieser Auffassung einig.“
Was für eine Lebensgeschichte: Clara (Klara) Spaleck wurde am 17. Januar 1878 in die jüdische Familie Eisenkraft im Bezirk Wiznitz … Mehr
Werner Laubi, Wohl den Erzählern biblischer Geschichten (nach Psalm 1): „Wohl der Erzählerin und dem Erzähler biblischer Geschichten, die nicht wandeln im Rate der Phantasielosen, noch treten auf den Weg der Langeweiler, noch sitzen im Kreis der Dogmatiker, sondern ihre Lust haben an den Geschichten der Bibel und über diese Geschichten sinnen Tag und Nacht.“
Wohl den Erzählern biblischer Geschichten (nach Psalm 1) Wohl der Erzählerin und dem Erzählerbiblischer Geschichten,die nicht wandeln im Rate der … Mehr
Reinhold Schneider, Die andere Macht (1951): „Wo das Zeugnis ist, da ist das Gottesreich. Es kann dort nicht sein, wo das klare Zeugnis des Lebens und Leidens nicht ist. Untergehen wird es nicht. Und immer wieder wird es sich erweisen, daß in ihm die Möglichkeit unerhörter, ja der einzigen wahren Freiheit ist. Der zur Freiheit drängende Mensch wird nur in dem einen Falle nicht irren, da er sich hingibt an Christus, um in ihm frei zu werden und für dieses Freisein in Christus alles Weltliche zu opfern bereit ist.“
Die andere Macht (1951) Von Reinhold Schneider In den »Erzählungen eines russischen Pilgers«, die nach dem Bericht eines Unbekannten in … Mehr
Franz Kafka in einem Brief über die menschliche Ehrfurcht und die eigenen Schmerzen (1903): „Verlassen sind wir doch wie verirrte Kinder im Walde. Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüßtest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich. Schon darum sollten wir Menschen voreinander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle.“
Franz Kafka in seinem Brief an Oskar Pollak vom 8. November 1903: Verlassen sind wir doch wie verirrte Kinder im … Mehr