Wort Mit der verstümmelten zungewende ich dich glühende kohlehalte dich fest mit den lippendamit du mir nicht entfällst ich werde … Mehr
Kategorie: Literatur und Gedichte
Zofia Posmysz, Christus von Auschwitz (Chrystus oświęcimski): „Ich hörte auf, mir Sorgen zu machen, ob ich Auschwitz überleben werde. Ich war frei, zumindest schien es mir so. Ich trug das Medaillon um den Hals, ohne darauf zu achten, dass es immer vollständig verdeckt war. Das »Dein Wille geschehe« kam mir ohne innere Widerstände über die Lippen. Ich war auf alles vorbereitet, das heißt ich war frei. So dachte ich.“
Christus von Auschwitz (Chrystus oświęcimski) Von Zofia Posmysz Sein Haupt schmückt keine Krone. Stattdessen hat der Künstler den auf der … Mehr
Klaus-Peter Hertzsch, Du schönes, sommerliches Land: „Die Ernte reift im Land. Es reift unmerklich / aus dem Vergangenen, was kommen soll. / Wer kärglich sät, der erntet kärglich. / Doch Gottes Scheuern werden reich und voll.“
Du schönes, sommerliches Land Du schönes, sommerliches Land,du schöne Zeit.Das liegt nun alles fest in Gottes Hand:das Kommende und die … Mehr
Edith Stein, Erhör’, o Gott, mein Flehen (zu Psalm 61, 1936): „Du bist gleich einem Turme, / Vor Feinden birgst Du mich, / Ich weiche keinem Sturme, / Bei Dir bin sicher ich. / In Deinem Zelt bewahren / Willst Du mich immerdar. / Mich hütet vor Gefahren / Dein schirmend Flügelpaar.“
Edith Steins Nachdichtung des Psalm 61 ist im katholischen Gotteslob (439) mit einer neuen Melodie von Roman Schleischitz (2009) versehen. … Mehr
Jan Twardowski, Herr Jesus der Ungläubigen: „Der Herr Jesus der Ungläubigen wandelt unter uns ein bißchen bekannt aus „Cepelia“ ein bißchen vom Hörensagen solide verschwiegen von der Morgenpresse parteilos wehrlos wegdiskutiert gemieden wie ein alter Pestfriedhof notwendig grau und daher völlig rein“
Herr Jesus der Ungläubigen Der Herr Jesus der Ungläubigen wandelt unter uns ein bißchen bekannt aus „Cepelia“ ein bißchen vom … Mehr
Adolf von Hatzfeld, Du Gott (1919): „Aus meinem Haß hörst du nur Liebe schrein, / daß ich ganz dein bin, dein in Pein und Tänzerein, / daß ich dein Acker bin, dein Feind, dein Glanz und Fest.“
Du Gott Du Gott, ich hasse dich in meinen schwersten Stunden,der wie Gebirge mir auf meiner Seele wuchtet.Die Erde meines … Mehr
Robert Walser, Saul und David (1919): „Der Speer saust dicht an ihm vorbei. Der König ist wahnsinnig. David lacht und ruft: ‚Das hätte mich durchbohren können. Ich danke für die gute Absicht, bin aber froh, daß ich noch lebendig bin. Kopf und Herz und der unverstümmelte Körper! Damit will ich es wagen, und kein schwächliches Gefühl soll mich je im Leben hemmen.'“
Saul und David Von Robert Walser Zimmer im Palast von Judäa. Mürrisch sitzt Saul auf dem Thron. Wenn ich „mürrisch“ … Mehr
Wolfdietrich Schnurre, Brief eines Taxichauffeurs an einen Generalsuperintendenten (1947): „Werden Sie nicht das ungeheuerliche Geständnis ablegen müssen, statt in der Sprache Christi in der Sprache des Versuchers, in der Sprache des Teufels gesprochen zu haben? Werden Sie nicht auf die Knie stürzen und noch den Unscheinbarsten Ihrer Gemeinde inständig bitten müssen, Ihnen zu vergeben, Ihnen ein Recht auf Sühne zuzuerkennen?“
Brief eines Taxichauffeurs an einen Generalsuperintendenten Von Wolfdietrich Schnurre Sehr geehrter Herr Divisionspfarrer, ich denke, Sie werden mir nicht gram … Mehr
Wolfdietrich Schnurre, Das Begräbnis (1946) – erstgelesene Kurzgeschichte bei der Gruppe 47: „Von keinem geliebt, von keinem gehasst, starb heute nach langem, mit himmlischer Geduld ertragenem Leiden: Gott. Die Beisetzung findet heute nacht in aller Stille auf dem St.-Zebedäus-Friedhof statt.“
Wolfdietrich Schnurres Das Begräbnis ist die erste Kurzgeschichte, die beim ersten Treffen der Gruppe 47 am ersten Septemberwochenende 1947 in … Mehr