Zofia Posmysz, Christus von Auschwitz (Chrystus oświęcimski): „Ich hörte auf, mir Sorgen zu machen, ob ich Auschwitz überleben werde. Ich war frei, zumindest schien es mir so. Ich trug das Medaillon um den Hals, ohne darauf zu achten, dass es immer vollstän­dig verdeckt war. Das »Dein Wille geschehe« kam mir ohne innere Widerstände über die Lippen. Ich war auf alles vorbereitet, das heißt ich war frei. So dachte ich.“

Christus von Auschwitz (Chrystus oświęcimski)

Von Zofia Posmysz

Sein Haupt schmückt keine Krone. Stattdessen hat der Künstler den auf der Rückseite eingra­vierten Ortsnamen mit einem Dornenkranz verziert. Oświęcim[1] steht da geschrieben. Eine polnische Stadt wie viele andere, wenngleich nur wenige auf eine derart reiche, jahrhundertealte Ge­schichte zurückblicken können. Das Medaillon, ein Miniatur-Ringkra­gen, gelangte an einem Junitag im Jahr neunzehnhundertdreiundvierzig in meinen Besitz. Ein Häftling schenk­te es mir. Dass er Tadeusz hieß, sollte ich erst später erfahren. Es geschah in der Küche des Frauenlagers Auschwitz-Birkenau.

Ein Tag wie jeder andere, vielleicht etwas besser als der vorhergehende, weil der Nieselregen endlich aufgehört hatte. Die Plätze zwischen den Blocks, aber auch bei der Küche, wurden langsam trocken, der mit dem Rauch des Krematoriums vermischte Nebel lichtete sich, sodass er den Blick freigab auf das Grün hinter dem Stacheldraht, das im Sonnenlicht smaragdfarben schillerte. Aber noch aus einem anderen Grund schien mir dieser Tag mehr als nur ein etwas besserer Tag zu sein: In der Woche zuvor hatte ich eine unvorstellbare Beförderung erfahren. Ich wurde Küchenschreiberin, und das hieß, dass ich nicht mehr zu den Nacht­schichten ein­geteilt wurde, keine Fünfzig-Liter-Kessel schleppen musste, beim Aufwischen des Beton­bodens nicht pitschnass wurde und beim Austeilen der breiigen Brühe, der sogenannten Suppe, nicht abwech­selnd schwitzen und vor Kälte zittern musste. Kapo[2] Bertha, von der neuen Küchenchefin gefragt, wer von den Häftlingen in der Lage sei, über Ein- und Ausgaben Buch zu führen, hatte auf mich gezeigt. Warum? Weil ich die Anweisungen auf Deutsch verstand? Oder lag es einfach daran, dass sie in der Nähe meines Kessels angesprochen wurde und ihr vor Überraschung keine andere Kandidatin eingefallen war? Auf jeden Fall nahm mein Lagerda­sein bereits zum dritten Male eine Wende zum Besseren. Ich saß an einem kleinen Tisch am Ende der Küchenhalle, trug ein sauberes, ziviles Kleid, das nur mit einem roten Streifen auf dem Rücken gekennzeichnet war, und studierte mit großem Eifer die Kunst der Buchhaltung, von der mein weiteres Leben, vielleicht sogar mein Überleben abhängen sollte.

An diesem denkwürdigen Tag betrat Aufseherin Franz die Küche in Begleitung. Einen Schritt hinter ihr ging ein Häftling. Sie blieb vor meinem »Schreibtisch« stehen. »Häftling Nummer …«, mit einer Handbewegung unterbrach sie die vorschriftsmäßige Meldung und sagte: »Die­ser Häftling wird Ihnen die Buchführung beibringen« (im Unterschied zu den anderen SS-Frauen siezte Franz die Häftlinge).

Wir saßen über das Buch gebeugt, steckten die Köpfe zusammen. Eine Nähe, die den Vorschrif­ten hohnsprach, hier ein Ding der Undenkbarkeit, eine Erinnerung an eine andere Welt. Wir sprachen nicht miteinander, die Anwesenheit des wachsamen Kapos Bertha sorgte dafür, dass wir uns in Acht nahmen. Ein, zwei schnelle Blicke auf den Lehrer registrier­ten ein Gesicht mit harten, kantigen Zügen und tief liegenden, aufmerk­samen, aber gutmütigen Augen. Und die Nummer auf dem Sträflingsan­zug, die aus nur drei Zahlen bestand: 329. Mit meinem Jahr im Lager war ich selbst eine sogenannte alte Nummer, ich wusste also: Mein Lehrer musste bereits seit drei Jahren hier sein. Wie war es möglich, dass er noch unter den Lebenden weilte? Er war nicht jung, jedenfalls deutlich älter als meine Kameraden, die Flugblätter verteilt hatten. Beide Male, da sich unsere Blicke begegneten, sah ich in seinen Augen ein Lächeln, so als wollte er mich ermuntern, mir gar Hoffnung machen. »Das trägst du hier ein, und das dort«, demonstrativ fuhr er mit dem Finger über die Zahlenkolonnen und gab mir so zu verstehen, wodurch seine außergewöhnliche Anwesenheit zu erklären war. Er hatte in der Küche des Hauptlagers eine ähnliche Funktion inne wie ich und war von Aufseherin Franz »ausgeliehen« worden, um mir einige Tipps zu geben. Während wir die Seite mit Zahlen füllten, fragte er mich in einem unbe­obachteten Moment, woher ich komme und weswegen ich hier sei. Als er hörte, wegen Flugblättern, sagte er: »Wie schön«, was mir seltsam, sogar übertrieben vorkam, da es eine Lappalie war im Vergleich zum Besitz einer Waffe oder wenigstens eines Radios.

Im Nu war es zwölf Uhr, um diese Uhrzeit ging Franz zum Mittagessen. Sie sah die Ergebnis­se unserer Arbeit durch. »Also, gehen wir«, sagte sie. Hat er zum Abschied etwas gesagt, eine Geste gemacht? Ich erinnere mich nicht. Ich sah ihnen hinterher, wie sie durch die lange Küchenhalle zum Ausgang strebten. Tadeusz. Das war sein Name, so viel hatte er von sich erzählen können. Damals wusste ich noch nicht, dass dieser Name mein Leitstern fürs weitere Leben werden sollte. Ich dachte nicht, dass ich ihn noch einmal sehen würde. Aber …

Am nächsten Morgen saßen wir wieder nebeneinander, unglaublich, unbegreiflich nah. Das war der zweite Tag, der von der Frage beherrscht wurde: »Hoffst du hier herauszukommen?« Eine Frage, die ich mir seit der Strafkompanie nicht mehr gestellt hatte. Ich hatte sie ersetzt durch die Frage: »Wie überlebe ich die nächste Stunde?«. Zwar gab meine momentan ver­gleichsweise komfortable Situation Anlass zu Hoffnung, allerdings war es noch nicht lange her, dass ich auf dem Krankenrevier Prominente[3] an Typhus hatte sterben sehen, also … er schien mein Zögern zu verstehen. Er sagte: »Das ist gut«, was mich ebenso wunderte wie sein gestriges »Wie schön«. Ich fragte, was daran gut sei, und die Antwort, die ich zu hören be­kam, widersprach allem, was man gewöhnlich über die Hoffnung zu sagen pflegt: »Hier sterben diejenigen am schnellsten, die hofften: dass der Krieg in einem Monat vorüber sein wird, dass die Welt Hitler ein Ultimatum stellen wird, dass die Alliierten die SS-Garnison bombar­dieren werden.«

Bevor Franz ging, wollte sie wissen, ob ich nun genug wüsste, um die mir anvertrauten Aufga­ben zu bewältigen. Ich antwortete, dass ich wohl zurechtkäme, was mein Lehrer, als er gefragt wurde, bestätigte: »Klar wird sie zurechtkommen, es gibt nur noch ein paar Kleinigkeiten, aber damit wird sie alleine fertig.«

Diese Kleinigkeiten waren jedoch der Grund, dass ich ihn noch ein­mal sehen sollte. Franz war nämlich eine Perfektionistin. Als sie vom Mittagessen zurückkam, befahl sie mir, ebendiese Kleinigkeiten aufzu­listen, damit sie am nächsten Tag geklärt werden konnten.

Es folgte Tag drei, der letzte Besuch. Und jene Frage, die er bei der Umrechnung der Lager­stärke auf Grütze, Mehl und Zucker stellte: »Glaubst du an Gott?« Ich erinnere mich, dass ich empört war: »Wie kann man so etwas fragen?« In einem der Kessel pfiff der Dampf, die Köchinnen liefen herbei, die Kapo schrie, das alles drang wie durch Watte gedämpft an mein Ohr, dagegen waren seine Worte überdeutlich zu vernehmen. »Viele meinen, dass wenn so etwas wie Auschwitz mög­lich ist …«, er führte den Satz nicht zu Ende. Aber auch so verfehlte er seine Wirkung nicht. Mir fielen Mutters Worte ein: »Wenn es auf der Welt das Böse gibt, dann stammt es vom Teufel und nicht von Gott.« Ich sprach sie jedoch nicht aus. Mutter war eine einfache Frau, während der Häftling mit der Nummer 329, trotz des Narrenkäppchens auf dem Kopf, jemand Gebildetes zu sein schien, der einen solchen Erklärungsver­such des Wel­tenlaufs möglicherweise für naiv, wenn nicht gar für einfäl­tig gehalten hätte. Da streckte er seine Hand über den Tisch und ehe ich wusste, wie mir geschah, fasste er mein Kinn und hielt es so, dass ich ihm in die Augen blickte. Neben dem zu bersten drohenden Kessel herrschte immer noch hektische Geschäftigkeit, in unserer Nähe be­fand sich niemand. Auf der leeren Seite des Rechnungsbuches lag ein kleiner metallener Gegenstand. Ein Medaillon. »Nimm es zur Erinne­rung. Möge es dich beschützen. Hüte es sorgsam und trage es, so Gott will, in die Freiheit.«

Ich schmuggelte es im Schuh in den Block – Büstenhalter hatten wir keine, und die Taschen wurden am ehesten durchsucht. Auf der obersten Pritsche in Block zehn, im Licht der unter­gehenden Sonne, deren Strahlen durch die Fenster unter dem Dach fielen, betrachtete ich das Geschenk, das Gesicht des leidenden Christus. Ohne Dornenkrone auf dem Haupt. Mit einem Dornenkranz verzierte der Künstler stattdessen den Ortsnamen auf der Rückseite: »Oświę­cim«. Das weiter unten eingravierte Jahr »1943« erinnerte mich daran, dass ich bald mein zwanzigstes Lebensjahr voll­enden würde.

In seinen Kassibern[4] kam das Wort Liebe, oder etwas, was diese zumin­dest angedeutet hätte, nicht vor. In ihnen war von Bergpfaden die Rede, von düsterem Walddickicht, von Bächen und über dem Wasser tanzen­den Forellen, von einem Soldatenfriedhof, der Visionen her­aufbeschwor wie auf Witold Pruszkowskis Gemälde »Eloe«, und schließlich von Musik, Musik aus der Welt jenseits des Stacheldrahtes, die abends im Orchesterblock ertönte, Händel, Bach, manchmal sogar, obwohl das riskant war, Chopin. Von Gefühlen war nichts zu lesen, nicht einmal von Zuneigung, auch nichts davon, warum er mir schrieb, seine Gedanken mitteilte, bis zu einem gewissen Grad sich mir mitteilte. Aber mir ge­nügte das vollkommen. Ich steckte das Papierröllchen hinter einen Dachbalken und flüsterte: »Weckt die Liebe nicht auf und stört sie nicht, bis es ihr selbst gefällt.« Wörter, die ich irgendwo gehört oder gelesen hatte, ohne zu wissen, wo und wann.

Es machte nichts, dass ich eigentlich nichts von ihm wusste. Weder was er von Beruf war, noch aus welcher Stadt oder Gegend er kam, ob er ledig oder verheiratet war. Im Übrigen zer­brach ich mir über seinen Familienstand nicht einen Moment lang den Kopf. Es gab ihn. Er war da. Existierte in meinem Leben. Ein guter Geist, ein Licht in der Dunkelheit von Birken­au. Ein unfassbares Glück, nicht mit Worten auszudrücken.

Ich war glücklich. Dort. In Auschwitz. Abends, nachdem man zur Lager­ruhe gepfiffen hatte, holte ich aus einem Spalt hinter einem Dachspar­ren meinen Schatz und fuhr wie ein Blinder mit den Fingern über das silberne Blech, wobei ich mir das Antlitz des zu Tode Gequälten ins Gedächtnis rief, um zu ihm zu beten, jedoch nicht, um ihn um etwas zu bitten, sondern um ihm zu danken für dieses ungewöhnliche Gefühl der Verwandtschaft, ähnlich der Ekstase, die, Gott möge mir verzeihen, die Heiligen erfahren. Erst Jahre später, während des Studiums, begegnete ich dem Begriff der Illumination, der Idee der Erleuchtung des mensch­lichen Geistes, die einer anderen, übernatürlichen Dimension entspringt. Ja, das war es.

Meine Antworten glichen seinen Briefen. Sie enthielten keinerlei Be­kenntnisse, wie wichtig er für mich ist, welchen Wert er meinem Leben gegeben hat … Denn ich vermochte es nicht in Worte zu fassen. Ich spazierte über die Lagerstraße, auf der gewöhnliche Nummern sich bes­ser nicht blicken ließen, als wäre es die Florianska[5], den SS-Frauen, denen ich begegnete, erstattete ich ordnungsgemäß Meldung: »Häftling Nummer 7566 meldet sich«, den Wagen des Leichenkommandos, der randvoll mit nackten Körpern beladen war, schaute ich an, als trans­por­tierte er Holzscheite. Aus meiner Glückseligkeit rissen mich auch nicht die Schreie, die von der Rampe herüberdrangen, ich gehörte einer an­deren Welt an. Einer Welt, die nicht von hier war. Ich watete über die Wiesen des Paradieses, die seine Briefe vor mir ausbreiteten. Alles, was meinen Geist beschäftigte, war nicht von hier. War aus keiner mir be­kannten Wirklichkeit. Ein Gefühl bar jeglicher Hoffnung, ohne einen Gedanken an eine Zukunft, an ein Zusammensein, ja nicht einmal an ein Wiedersehen, frei von dem Wunsch nach etwas, was nicht da war, ein vollkommen uneigennütziges Gefühl, das reinste Glück.

Ein einziges Mal erlaubte ich mir, sein Geschenk zu erwähnen. Das Medaillon mit dem Chris­tuskopf brachte mir ein anderes Gesicht in Er­innerung, nämlich das des Gegeißelten im Pilatuskeller in Kalwaria Zebrzydowska[6], das ich angestarrt hatte, als ich mit Mutter an der Kar­freitagsprozession teilgenommen hatte. Es war mir bewusst, dass meine sich selbst beschränkenden, ängstlichen Briefe ihm nicht gefallen konnten. Aber schließlich las er sie. Und auf diesen einen ging er eigens in einem kurzen Kassiber ein: »Der Gegeißelte im Pilatuskeller und der vom Medaillon sagen das Gleiche: ›Dein Wille geschehe‹[7]. Sprich diese Worte nach, sooft du ihn betrachtest.«

Das war sein letzter Kassiber.

Die Essensfahrer luden die Kessel ab. Wladek zwinkerte mir nicht zu, wie er es tat, wenn er Post für mich hatte, auch schüttelte er nicht verneinend den Kopf, was hieß, dass er keine hat­te. Er wich meinem Blick aus, end­lich, als sie mit dem Entladen fast fertig waren, fand er Gelegenheit, sich in meiner Nähe aufzuhalten. »Lisowski wurde verhaftet, er sitzt im Bunker. Vernichte die Briefe, wenn du sie noch hast.« »Lisowski?«, ich verstand nicht, was das mit mir zu tun hatte. »Ja, Lisowski. Tadek. Wenn sie seine Kassiber finden, wird die Gestapo aus dir herauspressen, wer sie übermittelt hat. Es geht hier um meine Haut, verstehst du?« Ein Schmerz. Ein kleiner Kessel, der schief hingestellt worden war, fiel auf meinen Fuß.

In dieser Nacht verbrannte Marta, meine Lagerschwester, die Briefe in der Feuerstelle des Küchenkessels.

Am nächsten Tag war Aufseherin Franz früher als üblich in der Arbeit. Sie blickte mich forschend an. »Ich hoffe, du hast nicht mit ihm korres­pondiert«, sagte sie. Es gelang mir, ein überraschtes »Mit wem?« her­auszubringen sowie ihrem durchdringenden Blick standzuhalten. »Mit wem? Mit Tadeusz, der dich unterrichtet hat.« Ich verneinte. Sie schien mir zu glauben. »Erst neulich hat er mich gefragt, wie du zurecht­kommst?« Sie schien auf eine Reaktion von mir zu warten, da ich aber schwieg, fügte sie hinzu: »Na, pass bloß auf. Er wurde verhaftet.«

Ja, so konnte Aufseherin Anneliese Franz auch sein. Manchmal ver­gaß sie, dass sie eine SS-Uniform trug.

Der nächtliche Regen hatte die Lagerstraße aufgeweicht. Wir hatten eine »Fassung«[8] aus dem Hauptmagazin abgeholt. Und wie wir den Wagen schoben, sah ich etwas im Matsch und bückte mich danach. Ein Medail­lon. Offensichtlich hatte es ein »Zugang«[9], der unterwegs einem SS-Mann begegnet war, vor Schreck weggeworfen. Nach dem Abendappell sah ich mir das Medaillon genauer an. Ein ovales Aluminiumplättchen an einer Metallkette, in das das Porträt »Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel« gestanzt war. Da kam mir die Idee, dass ich die Kette an meinem Schatz festmachen könnte. Ich holte ihn aus dem Versteck hinter dem Dachsparren und probierte, ob die Spange durch die Öse des Ring­kragens ging. Sie passte durch. Ich zog das gefundene Medaillon von der Kette ab. Dann wusste ich jedoch nicht, was ich mit ihm anfangen sollte und fädelte es spontan, gleichsam aus Mitleid, wieder auf. An­schließend hängte ich es mir um den Hals.

Die Neuigkeiten kamen diesmal nicht von Władek. Tadeusz war mit einer großen Gruppe von Gefangenen, unter denen sich mehrere hohe Offiziere der Polnischen Armee befanden, verhaf­tet worden. Der Vor­wurf lautete, Mitgliedschaft in einer militärischen Lagerorganisation. Lisowski hatte ihr angehört.

In den folgenden Tagen betete ich nicht. Ich konnte es nicht. Die Worte »Dein Wille gesche­he« wollten mir nicht in den Sinn.

Er wurde am 11. Oktober erschossen. Ich erfuhr dies von niemand ande­rem als von Aufseher­in Franz höchstpersönlich. Noch einmal zeigte sie ihr menschliches Gesicht. »Schade um den Kerl«, sagte sie leise. Dieses »Schade um den Kerl« prägte sich mir für immer ins Gedächtnis ein.

An meinem Lagerdasein änderte sich nichts, das einzige, was sich änderte, war, dass ich wie­der »den flammenkotzenden Schornstein des Krematoriums«[10] wahrnahm, die Haufen nackter Leichen vor den Blocks sah, den apokalyptischen Tumult der Rampe hörte und überall den würgenden Gestank von verbranntem Menschenfleisch roch.

Es vergingen Wochen, Monate. Wie, das weiß ich nicht. Vermutlich hatte ich es leichter als früher, noch bevor er damals in der Lagerküche Bla[11] aufgetaucht und in mein Leben getreten war. Mich quälte nicht mehr die Angst, den morgigen Tag nicht zu erleben, ich fragte mich nicht mehr, wie lange ich die Arbeit aushalten werde (noch viele Jahre nach dem Krieg träum­te ich davon, dass ich die Stelle als Schreiberin verloren hatte), ich hörte auf, mir Sorgen zu machen, ob ich Auschwitz überleben werde. Ich war frei, zumindest schien es mir so. Ich trug das Medaillon um den Hals, ohne darauf zu achten, dass es immer vollstän­dig verdeckt war. Das »Dein Wille geschehe« kam mir ohne innere Widerstände über die Lippen. Ich war auf alles vorbereitet, das heißt ich war frei. So dachte ich.

Der SS-Mann nutzte die Abwesenheit von Aufseherin Franz, die beim Mittagessen war. Er kam schreiend in die Baracke der Brotkammer ge­stürmt: »Antreten!« Zunächst durchwühlte er die Schubladen in der Schreibstube, dann die Brotregale und schließlich, als er immer noch nichts gefunden hatte, befahl er den in Reih und Glied stehenden Häft­lingen, ihre Hände vorzuzeigen sowie die Handgelenke und den Hals freizumachen. Ein Frösteln überlief mein Gesicht, ich spürte, wie meine Zähne scheußlich zu klappern begannen. »Abnehmen!«, befahl er. Ich griff an die Kette, meine Hände zitterten jedoch, ich bekam den Ver­schluss nicht auf. »Los, runter damit!«, trieb er mich zur Eile an. Da lief Marta herbei. Ich fühlte ihre Finger an meinem Nacken. Und dann sah ich, sah ich, wie das Kettchen in den Sack fiel.

Der Schmucksucher war weg, und ich saß immer noch auf dem Boden. Ich war wohl doch nicht auf alles vorbereitet. Marta half mir auf und führte mich in die Schreibstube. »Hier«, sie streckte die Hand aus.

In ihrer Hand lag das Medaillon. Meins, mit dem Christuskopf. »Wie? Wie hast du das ge­macht?«, stammelte ich. »Ich habe es von der Kette genommen. In den Sack habe ich das andere geworfen.«

Ein Wunder? Ich erinnerte mich an den Augenblick, als ich aus dem Schlamm der Lagerstraße das Aluminiumplättchen mit dem Bild »Unserer lieben Frau vom Berg Karmel« aufgehoben hatte. Hatte es nicht dort gelegen, fast unter meinem Schuh, um mein kostbares Andenken, den Christus von Auschwitz, zu retten?

Ich bewahrte das Medaillon während meines ganzen Aufenthaltes in Birkenau auf, und auch später in Ravensbrück und Neustadt-Glewe. Mal versteckte ich es in der Kleidung, mal im Schuh, manchmal im straff hochgesteckten Haar, und einmal, bei einer besonders genauen Durch­suchung, im Mund. Ich trug es in die Freiheit. Und habe es bis heute bewahrt.

In den späten Fünfzigerjahren durchschritt ich erneut das berühmte Tor, das den Neuankömm­ling mit der Versprechung »Arbeit macht frei« will­kommen heißt. Ich kam, weil ich mich fragte, wie wohl der Alltag jener ehemaligen Häftlinge aussieht, die aus eigenem Entschluss im Lager geblieben waren und als Kustoden im Museum Auschwitz-Birkenau arbei­teten. Aus den Gesprächen mit Jerzy Brandhuber, Tadeusz Szymanski und Kazimierz Smoleń entstand die Reportage »Die Erde, wo die Toten am gegenwärtigsten sind«, der Titel stammte aus einem Eintrag im Be­sucherbuch.

Allerdings verfolgte ich noch ein zweites Ziel – ich hoffte von ihnen, den »alten Nummern«, etwas über den Häftling Nummer 329, Tadeusz Lisowski, zu erfahren. Meine Rechnung ging auf. Er figurierte unter dem Nachnamen Lisowski in den Gestapo-Akten, unter diesem Namen war er auch im Lager bekannt. In Wirklichkeit hieß er aber Paolone. Er war Hauptmann der Polnischen Armee und in Auschwitz einer der wichtigsten Mitglieder einer militärischen Untergrundorganisation, der ein gutes Dutzend höhere Offiziere angehörte. Alle wurden im Oktober 1943 er­schossen. Das war alles. Über sein Leben davor, seine Eltern, seine Frau, seine Kinder – nichts.

Einige Zeit später fand ich in Ludwik Rajewskis Buch »Auschwitz im System des Reichs­sicherheitshauptamtes« folgende Beschreibung einer Hin­richtung an der »Todeswand«: »Als Erste gingen Oberst Dziama und Haupt­mann Lisowski-Paolone zur Wand. Sie gingen, wie es sich für Soldaten gehört. Als sie sich der Wand näherten, wandte sich Dziama an seine Henker, Stiewitz und Clausen, die das Todesurteil vollstreckten, mit der Bitte, sie nicht mit dem ›Luftgewehr‹ in den Hinterkopf zu schießen, son­dern wie Soldaten, mit der Pistole direkt ins Gesicht. Sie respektierten den Mut der Soldaten und kamen ihrer Bitte nach. Lisowski rief noch einmal: ›Es lebe das freie und unab…‹, und das waren seine letzten Worte.«

Dieses viele Male gelesene Zitat brachte mich zurück in jene Zeit und jene Wirklichkeit, in die Küche des Frauenlagers Birkenau, wo ich an einem Tag im Juni 1943 eine eigentümliche Erleuchtung erfahren hatte, so als ob die Hand eines Engels mich gestreift hätte.

Ich trug mich mit dem Gedanken, die Biographie des polnischen Offiziers mit dem wenig polnisch klingenden Namen Paolone zu schreiben, die Biographie eines Helden des Untergrundes, eines dieser unbekannten Märtyrer, die »von der Welt vergessen wurden«[12].

Auf Empfängen bei Bekannten traf ich gelegentlich einen Oberst, der in der Politischen Leitung der Polnischen Armee arbeitete. Ich erzählte ihm von meinem Vorhaben und bat ihn um Rat, wie man an die militäri­schen Archivbestände aus der Vorkriegszeit herankommen könn­te. Vielleicht fände ich dort Informationen über Verwandte meines Helden, über dessen Leben vor seiner Verhaftung, über dessen Armeelaufbahn. Der Oberst schien überrascht, wenn nicht gar beunruhigt zu sein. »Eine solche Möglichkeit«, sagte er zögernd, »existiert praktisch nicht. Zu den Militärarchiven haben nur wenige Zugang. Nur sehr wenige«, fügte er in einem merkwürdigen Tonfall hinzu. Der Tonfall war mir nicht entgangen, ich hatte verstanden. Die Epauletten der »alten Nummer« waren offensichtlich immer noch ein heißes Eisen.

Der Juwelier in der Świętojańska-Straße spezialisierte sich auf Silber­schmuck. »Eine Kette? Zu diesem Medaillon? Warum nicht.« Er war ge­rührt, das war ihm anzumerken. »Diese Aufschrift … Oświęcim? Drei­undvierzig? Ist es dort gemacht worden? Graviert worden? Kennen Sie den Graveur?« Ich verneinte. In diesem Augenblick wurde mir bewusst, dass ich nichts wusste über den Künstler, der das schmerzerfüllte Ge­sicht Jesu in das silberne Plättchen geritzt hatte. Wer war er? Hatte er überlebt? Lebte er noch irgendwo?

Ich kehrte nach Auschwitz zurück. Gegen Ende eines nach dem elften Oktober 1943 wider alle Vernunft um sechzig Jahre verlängerten Lebens.

Diese Rückkehr hatte Frau Jadwiga Dąbrowska, Kustodin im Museum Auschwitz-Birkenau, veranlasst, die meinen Zeitzeugenbericht vom Auf­enthalt in der Strafkompanie[13] in Budy auf Zelluloid bannen wollte. Als ich mich auf diese »sentimentale Reise« begab, hängte ich mir das Medaillon um, das bis dahin seinen Aufbewahrungsort nie verlassen hatte. Warum? Hoff­te ich etwa zu erfahren, wer das Medaillon gemacht hatte, oder zumindest, unter welchen Umständen es entstanden war? Ich weiß es nicht.

Der »Auschwitztag« war regnerisch, windig und kalt. Ich erkannte das Gebäude, bevor das Auto hielt. Es war immer noch dasselbe solide Gebäude einer Dorfschule aus Vorkriegszeiten. Wer es nicht von da­mals, von 1942 her kannte, hätte bei seinem Anblick sicherlich nicht an eine Folterstätte gedacht. In dem kleinen Saal, ehemals vermutlich der Schulflur, wo wir auf zerfetzten Strohsäcken geschlafen hatten, spielten Kinder – ein Kindergarten war hier untergebracht, in dem es wie in allen Kindergär­ten lärmend zuging, der Freude am Leben und an der Welt ausstrahlte. Nichts außer einer Gedenktafel erinnerte an Auschwitz, an Birkenau, an jene unmenschliche Zeit. Nicht einmal der Brunnen im Hof, um den wir uns gedrängt hatten, um einen Becher Wasser zu erbetteln, zum Trinken, zum Waschen beziehungsweise – was für eine Extrava­ganz – zur Pflege des Intimbereichs. Und natürlich war auch vom Draht keine Spur mehr – wohin man auch blickte, überall die vertraute dörfliche Landschaft, idyllisch trotz Regenwetter.

Das Medaillon wurde im Archiv fotografiert – das Museum sammelt Exponate dieser Art, künstlerische Erzeugnisse der Häftlinge. Jadwiga Dąbrowska versprach mir, tief berührt von der Geschichte des Medail­lons, alles zu unternehmen, um herauszufinden, wer es angefertigt hatte.

Über sie lernte ich Hanna Ulatowska kennen, Professorin an der Uni­versität Dallas, die als elfjähriges Mädchen zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder direkt aus dem Warschau­er Aufstand[14] nach Ausch­witz kam. Frau Hanna schreibt eine Arbeit über das künstlerische Schaf­fen der Häftlinge, daher ihre häufigen Besuche im Museum Auschwitz- Birkenau sowie ihre Begegnungen mit ehemaligen Häftlingen. Es stellte sich heraus, dass Frau Hanna jeman­den kannte, der vielleicht etwas über das Auschwitz-Medaillon mit dem Christuskopf wusste. Besagter Jemand hatte im Lager in einer Werkstatt gearbeitet, in der die Häftlinge für die SS-Männer verschiedenerlei Kunsthandwerk herstellten – ange­fangen von Basreliefs, Holzschnitten, Figürchen und Bildern, bis hin zu Schmuck, der aus geraubten Gold- und Silbermünzen gemacht wurde -, in einer Künstlerwerkstatt sozusagen. Heute lebt dieser Herr in Danzig, ist Bildhauer und Autor mehrerer Denkmäler. Er heißt Tołkin. Frau Hanna hat Freunde in Jelitkowo, die sie besucht, wenn sie in Polen ist. Sie trifft auch Tołkin, eben wegen seiner Lagergeschichte. Sie spricht ihn auf das Medaillon mit dem Christuskopf an. Vielleicht weiß er, wer es ge­macht hat? Schließlich gab es im Lager nicht viele Künstler, die die Möglichkeit dazu hatten.

Weihnachten 2004. Frau Hanna hält sich bei ihren Freunden in Jelitkowo auf. Ich bin zur gleichen Zeit in Sopot, im Haus des Künstlerverbandes ZAIKS, wo diejenigen die Feiertage verbringen, die das Grau und das Rauschen der Ostsee mehr reizt als Skifahren und Zakopane. Wir treffen uns. Ich höre von Frau Hanna, dass Wiktor Tołkin sich sehr für mein Medaillon interessiert: »Was für eine Form hat es? Ist es ein Ringkragen? Wie viele Ösen hat es? Eine, zwei?« Er äußert den Wunsch, es zu sehen. Was spielt es da für eine Rolle, dass er im Krankenhaus liegt. Er bittet mich zu kommen.

Also begebe ich mich mit Frau Hanna ins Krankenhaus. Ein trüber Tag, wie das für einen Wintertag am Meer typisch ist. Nebel. Fast wie in Auschwitz, der Vergleich drängt sich förmlich auf. Ich weiß nicht, ob ich mir von dem Besuch etwas verspreche. Was sollte ich denn auch erwar­ten? Dass er Tadeusz Lisowski gekannt hat? Ich weiß auch nicht viel über den Künstler. Ich habe weder seine Denkmäler noch seine Medail­lons gesehen. Frau Hanna erzählt mir von dem Denkmal in Majdanek. Ein ausdrucksstarkes Werk.

Wiktor Tołkin. Ein schlanker, grauhaariger Mann mit einem länglichen, überraschend jungen Gesicht. Wie alt wird er dort wohl gewesen sein? Es fallen die rituellen Fragen, die immer fallen, wenn sich ehemalige Häftlinge begegnen: Wievielstellige Nummer? Auschwitz Haupt­lager oder Birkenau? Welcher Block? Welches Arbeitskommando? Zuletzt fragt er nach dem Medaillon. Ich gebe es ihm und erzähle, wie es in meinen Besitz gelangte. Als er den Namen des Gebers hört, erstarrt er. »Lisowski? Paolone? Sie haben es von ihm bekommen?«, er ist wie elektrisiert. »Das würde stimmen«, sagt er mehr zu sich, kaum hörbar. Er hält das Medaillon vors Auge, seine Hände und seine Stimme zittern: »Paolone … Schließlich hat er mir … Ich war in der Kartoffelschälküche, er war stell­vertretender Kapo. Das Schälen ging mir gut von der Hand, so dass ich mir ein-, zweimal spaßeshalber erlaubte, aus einer Kohlrübe eine kleine Figur zu schnitzen. Er sah das und sagte: ›Du hast Talente Er sorgte dafür, dass ich zu einer Gruppe von Künstlern kam …« Tołkin verstummt, tief gerührt. »Ein unvergesslicher Mensch …« Er dreht und wendet das Medaillon in den zitternden Fingern, er hält es wieder vors Auge. »Ich habe noch ein ähnliches mit der Muttergottes gemacht. Auch für ihn.«

Plötzlich öffnet sich das Gedächtnis einen Spaltbreit: »Der kleine Tisch mit dem Rechnungs­buch, die ausgestreckte Hand … ja, und in ihr zwei Medaillons. Such dir eins aus, welches dir besser gefällt.« Jetzt zittert auch mir die Stimme: »Ich weiß, ich habe das Medaillon gesehen. Eine Freundin namens Ellen bekam es.«

Wiktor Tołkin. Seine Finger hatten wie der »Griffel eines guten Schrei­bers« das schmerz­erfüllte Gesicht Christi in das silberne Plättchen ge­zeichnet. Den Christus von Auschwitz.

Zünde mir die Lampe nicht an,
dort ist Schnee und Regen
über dem Niemandsland.

Zünde mir die Lampe nicht an,
dort ist mein Gedicht geflüchtet
mit einem Strick um den Hals.

Zünde sie mir nicht an
dort fährt eine Stimme und Faust
aus der nackten Luft
am Wasser nieder.
Und sag niemandem, dass dort
ein Teil meines Herzens
und die Jugend geblieben sind.

Dieses Gedicht hat Arnold Słucki geschrieben, in den Jahren unmittelbar nach dem Krieg. Seine Verse sind mir im Gedächtnis haften geblieben – sie verleihen der malträtierten Seele eines ehemaligen Häftlings Aus­druck. Das Gedicht begleitete mich auch jetzt, als ich diese Geschichte niederschrieb. Eine jener vielen ungeschriebenen KZ-Geschichten.

Aus dem Polnischen übersetzt von Andreas Volk.

Zofia Posmysz wurde am 23. August 1923 in Krakau geboren. 1942 wurde sie zunächst in ein Krakauer Gefängnis, dann im Frauenlager von Auschwitz-Birkenau inhaftiert. Als Schreiberin in der Lagerküche begegnete sie Tadeusz Paolone, Tarnname »Lisowski«, wovon ihre Erzählung »Christus von Auschwitz« handelt. Diese 2008 veröffentlichte Erzählung knüpft an eine Episode aus dem 1962 erschienenen Roman »Die Passagierin« an. Am 8. August 2022 verstarb Zofia Posmysz im Alter von 98 Jahren im Hospiz der Stadt Oświęcim (Auschwitz).

Quelle: Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2020 im Plenarsaal des Sächsischen Landtags, Veranstaltungen des Sächsischen Landtags Heft 70, Dresden 2020, S. 16-33.


[1] Deutscher Name: Auschwitz.

[2] Funktionshäftling – musste andere Häftlinge beaufsichtigen.

[3] Häftling mit besonderen Rechten.

[4] Heimliches Schreiben oder unerlaubte schriftliche Mitteilung eines Häftlings an einen anderen oder an Außenstehende.

[5] Straße in der Krakauer Altstadt.

[6] Stadt in Südpolen, einer der wichtigsten Pilgerorte.

[7] Zitat aus dem Gebet »Vater unser«.

[8] Hier: Lebensmittelrationen.

[9] Neuangekommene Häftlinge.

[10] Zitat aus dem Lagerlied »Birkenau«.

[11] Lagerabschnitt in Birkenau, Frauenlager.

[12] Zitat aus dem Lagerlied »Birkenau«.

[13] Kompanie, in die die Häftlinge zur Bestrafung versetzt wurden und besonders kräftezehrende oder gefährliche Aufgaben durchführen mussten.

[14] Militärische Erhebung der Polnischen Heimatarmee (Armia Krajowa, kurz AK) gegen die deutschen Besat­zungstruppen im besetzten Warschau ab 1. August 1944. Die Widerständler kämpften 63 Tage, bevor sie angesichts der aussichtslosen Situation kapitulierten.

Hier der Text als pdf.

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