Edith Stein, Erhör’, o Gott, mein Flehen (zu Psalm 61, 1936): „Du bist gleich einem Turme, / Vor Feinden birgst Du mich, / Ich weiche keinem Sturme, / Bei Dir bin sicher ich. / In Deinem Zelt bewahren / Willst Du mich immerdar. / Mich hütet vor Gefahren / Dein schirmend Flügelpaar.“

Edith Steins Nachdichtung des Psalm 61 ist im katholischen Gotteslob (439) mit einer neuen Melodie von Roman Schleischitz (2009) versehen. Im Evangelisch-reformiertem Gesangbuch ist die Melodie aus dem Genfer Psalter (zu Psalm 128) aufgeführt. In der Edith-Stein-Gesamtausgabe (ESGA 20) ist hingegen die Melodie „O Haupt voll Blut und Wunden“ (EG 85) angezeigt:

Erhör‘, o Gott, mein Flehen

1. Erhör‘, o Gott, mein Flehen,
Hab auf mein Beten Acht.
Du sahst von fern mich stehen,
Ich rief aus dunk’ler Nacht –
Auf eines Felsens Höhe
Erhobst Du gnädig mich,
Auf Dich ich hoffend sehe,
Du lenkst und leitest mich.

2. Du bist gleich einem Turme,
Vor Feinden birgst Du mich,
Ich weiche keinem Sturme,
Bei Dir bin sicher ich.
In Deinem Zelt bewahren
Willst Du mich immerdar.
Mich hütet vor Gefahren
Dein schirmend Flügelpaar.

3. Mein Bitten hast gewähret,
Mein Gott, in Gnaden Du.
Wer Deinen Namen ehret,
Dem fällt Dein Erbe zu.
Du schenkest langes Leben
Dem, der sich Dir geweiht,
Willst Tag um Tag ihm geben
Bis in die fernste Zeit.

4. Vor Deinem Angesichte
Steht er in Ewigkeit.
Es wird ja nie zunichte
Gottes Barmherzigkeit.
So will Dein Lob ich singen,
Wie ich es Dir versprach,
Mein Lobesopfer bringen
Bis an den Jüngsten Tag.

Edith Stein

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