Gertrud Staewens Anfrage an Helmut Gollwitzers „Selbstmordbrief“ von 1942: „Ich schreie dann zu Gott – leise in mir drinnen – Gott, du hast zu Hiob gesagt: Bis hierher und nicht weiter. Hier sollen sich legen deine stolzen Wellen. Aber ich muss sie dann in die Illegalität, in der solche meist schon lange untergetaucht sind, wieder hinausschicken ohne Hilfe, ohne Hilfe, ohne Hilfe.“

Der „Selbstmordbrief“ Helmut Gollwitzers, ein Antwortschreiben an Georg Hamburger, der in der Dahlemer Gemeinde kursierte, fand nicht überall volle Zustimmung. … Mehr

Helmut Gollwitzers „Selbstmordbrief“ an Georg Hamburger von 1942: „Viele haben das erlebt und bezeugen es uns so deutlich und nachdrücklich, dass wir wohl wagen dürfen, es damit zu wagen und also wieder und wieder Nein zu sagen zur Verzweiflung, den letzten Schritt nicht zu tun, nicht ins Nichtsein zu fliehen aus der Hölle des Seins, sondern zur Last des heutigen Tages auch die noch viel grösser scheinende Last des morgigen Tages uns auflegen lassen und Ihn aus der Tiefe loben.“

Als sich in Berlin 1942 die Suizide unter Juden angesichts der bevorstehenden Deportationen in Ghettos bzw. Vernichtungslager häuften, wandte sich … Mehr

Arthur Goldschmidt, Geschichte der evangelischen Gemeinde Theresienstadt 1942–1945: „Wir waren Deutsche, wir hatten ein Vaterland gehabt. Aber unser Vaterland hatte uns ausgestoßen, uns fried- und rechtlos, ‚vogelfrei‘ gemacht. Das Vaterland war zum Feinde, zur ‚Ferne‘ geworden. Wir lebten als Gefangene, zu Tausenden und Abertausenden zusammengepfercht. Unaufhörlich starrte uns das Ende an — sei es, dass man heute oder morgen in Not und Krankheit hinstarb, sei es, dass, heute oder morgen, das uns zum Feind gewordene Vaterland uns tötete.“

Das muss als Ganzes gelesen werden, Arthur Goldschmidts (1873-1947, Vater von Georges-Arthur Goldschmidt) Geschichte der evangelischen Gemeinde Theresienstadt 1942–1945, in … Mehr

Erklärung (Appell) orthodoxer Theologen zur Lehre von der „Russischen Welt“ (Ruskij Mir): „Wir lehnen die Irrlehre von der „Russischen Welt“ und die schändlichen Handlungen der russischen Regierung, die mit Duldung der russisch-orthodoxen Kirche einen Krieg gegen die Ukraine entfesselt hat, der sich aus dieser abscheulichen und unhaltbaren Lehre ergibt, als zutiefst unorthodox, unchristlich und gegen die Menschheit gerichtet ab.“

Im Stil der Barmer Theologischen Erklärung ist der Appell orthodoxer Theologen zur Irrlehre von der „Russischen Welt“ (Ruskij Mir) vom … Mehr

Otto Dudzus über Dietrich Bonhoeffer: „Von Haus aus war er alles andere als ein Revolutionär. Vor Ordnung und Recht hatte er einen großen Respekt. Er konnte zornig werden, wenn wir als junge Studenten auf einer gemeinsamen Reise über das Bahnhofsgeleise gingen, statt den Fußgängerüberweg zu be­nützen. Weil er Ordnung und Recht im Großen verletzt und geschändet sah in unserem Volk, wusste er sich je länger desto entschlossener dort­hin gestellt, wo man dieser Schändung Widerstand leistete.“

Von Otto Dudzus, der selbst am Predigerseminar Finkenwalde bis zur polizeilichen Schließung des Seminars Ende September 1937 teilgenommen hatte, stammt … Mehr

Kornelis Heiko Miskotte, Gottes Feinde kommen um. Predigt zu Psalm 92,2.3.7.10 (1945): „O wir flauen Bekenner, wir Schlappschwänze von Christen, wir schäbigen, halbherzigen Demo­kraten, wir ängstlichen Oranienanhänger, wir haben dies alles wahr­haftig nicht verdient, allein schon darum nicht, weil wir uns wahrlich innerlich nicht so gewehrt haben, wie die hohe Sache es von uns for­dern durfte. Tausende und Abertausende haben so getan, als ginge die Sache sie nichts an.“

Eine schonungslose Predigt hatte Kornelis Heikoe Miskotte am 9. 5.1945 in der Nieuwe Kerk zu Amsterdam im Dankgot­tesdienst anläßlich der … Mehr

Julius Schniewind, Heiligung (1938): „Gottes Gemeinde ist das Volk der „Ge­heiligten“; es kann von jedem einzelnen als einem „Heiligen“ ge­sprochen werden. Jeder einzelne für sich ist durch Gottes Ruf und Wort getroffen, jeder einzelne für sich in der Taufe Gott geweiht. Aber jeden einzelnen trifft das Wort nur aus dem Mund der Ge­meinde.“

Heiligung Von Julius Schniewind Diese Ausführungen sollen sich eng an die Bibel anschließen. Die biblischen Aussagen werden in sich selbst … Mehr

Claus Westermann, Ein Rückblick: „Jetzt, unter dem Eindruck des Krieges und der Kriegserfahrun­gen, wurde mir deutlich, dass die Menschen, die die Psalmen gedichtet und gebetet hatten, das Gebet anders verstanden, als wir es gewöhnlich verste­hen. Es war dem Leben, der Wirklichkeit, die sie lebten, näher als es uns ist. Für uns ist Gebet etwas, was ein Mensch tut oder was er zu tun ermahnt wird, ein menschliches Handeln. In den Psalmen aber erwächst das Rufen zu Gott unmittelbar aus dem Leben heraus, es ist Reaktion auf das, was sie erleben, was sie erfahren. Sie rufen zu Gott so, wie es ihnen ums Herz ist. Darum sind die meisten Psalmen Klagepsalmen oder Lobpsalmen, denn die Klage ist die Sprache des Leides, und das Loben ist die Sprache der Freude. Dies ist für mich eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der Bibel geblieben bis zum heutigen Tag, und vieles andere hat sich mit daraus erge­ben.“

Ein Rückblick Von Claus Westermann Ihrem 50. Geburtstag, Herr Haacker, möchte ich Ihnen, verbunden mit guten Wünschen, etwas weitergeben von … Mehr