Ulrich Eibach über das Leiden: „Leiden darf theologisch gesehen nicht als in sich selbst sinnvoll und als ontologisch notwen­dig ge­dacht werden. Sofern Leiden Zerstörung von Leben be­deutet, ist jeder Einbeziehung dieses ‚Nichtigen‘ in Got­tes gute Schöpfung und damit jeder theoretischen Syn­these von Schöpfung und Leiden zu wehren, weil sie Leiden zu etwas ‚Natürlichem‘, von Gott Gewolltem verharmlost und so in Gefahr steht, die Tiefe des Leiden der Kreatur zu verhöhnen.“

Was Ulrich Einbach seinerzeit im Evangelischen Soziallexikon über das Leiden geschrieben hat, ist immer noch lesenswert: Leiden Von Ulrich Eibach … Mehr

Max Horkheimers Gedanke zur Religion (1935): „Im Gottesbegriff war lange Zeit die Vorstellung aufbewahrt, daß es noch andere Maßstäbe gebe als diejenigen, welche Natur und Gesellschaft in ihrer Wirksamkeit zum Ausdruck brin­gen. Aus der Unzufriedenheit mit dem irdischen Schicksal schöpft die Anerkennung eines transzendenten Wesens ihre stärkste Kraft. Wenn die Gerechtigkeit bei Gott ist, dann ist sie nicht im selben Grade in der Welt. In der Religion sind die Wünsche, Sehnsüchte und Ankla­gen zahlloser Generationen niedergelegt.“

Gedanke zur Religion (1935) Von Max Horkheimer Im Gottesbegriff war lange Zeit die Vorstellung aufbewahrt, daß es noch andere Maßstäbe … Mehr

Zur Etymologie des Begriffs „Gott“: „Je nachdem, an welche indogermanische Wurzel es anzuknüpfen ist, kann es be­deuten ‹das Angerufene oder ‹das (Wesen), dem man Opfer bringt› oder endlich – freilich weniger wahrscheinlich – ‹das (in Erz) Ge­gossene›. Von der erstgenannten Bedeutung her wäre die spätere Verwendung im christlichen Bereich am ehe­sten zu verstehen. Jeden­falls hat das Wort aber auch in seiner heidnischen Bedeutung be­reits der numinosen Sphäre angehört. Dass *gudam ein Neutrum war, deutet an, dass es ein Un­nennbares und Unfaßbares bezeich­nete.“

Wir reden ganz selbstverständlich von „Gott“ (bzw. von „Göttern“). Aber was hat dieses Wort im Germannischen ursprünglich bedeutet? Dazu findet … Mehr

Erik Peterson, Zur Bedeutungsgeschichte von Parrhesia (1929): „Echte parrhesia gab es in der attischen Demokratie nur so lange, als die Sklaven, die Metöken und die nicht-epitimen Bürger von der parrhesia ausgeschlossen waren; denn die parrhesia ist ein Vorrecht »der Freien«: »Frei nämlich ist die Zunge der Freien!«“

Zur Bedeutungsgeschichte von Parrhesia Von Erik Peterson Erik Peterson war der erste, der mit seinem Beitrag „Zur Bedeutungsgeschichte von Parrhesia“ … Mehr