Reinhold Schneider, Pilatus (1942): „Die Wahrheit ist da und spricht und wird zum Tode geführt und bleibt doch in der Welt; ihr Dasein ist die große bewe­gende Tatsache der Geschichte, aber die Menschen stehen vor ihr und fragen nach ihr, ohne sie zu erkennen, oder sie lehnen mit einem halb schmerzlichen, halb verächtlichen Ausruf den Glauben an ihr Dasein, ja an die Möglichkeit dieses Daseins ab, und es ist nicht immer eine willentliche Abkehr, die sie da­zu bewegt.“

Pilatus »Was ist Wahrheit?« (Joh 18,38) Von Reinhold Schneider Das Wort des Pilatus ist durch die Welt gegangen wie das … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt über Lukas 5,1-11 (1947): „Wie ei­ner, der aus dem Tode ins Leben tritt, wie einer, der gerettet ist, aber um den Preis, dass er nun seinem Retter gehört, hört Petrus, wie nun über sein Leben entschieden wird: Du wirst von nun an Menschen fangen. Du wirst – das ist ausgemacht von Gott – es ist keine Frage, auch kein Befehl, es gibt kein Ja oder Nein zu diesem Beruf, es gibt nur dies eine, daß sich erfüllt, was Gott im Sinne hat. Und mit einemmal versteht Petrus die ganze Ge­schichte, vom Ende her enthüllt sich der Sinn dieser seltsamen Erlebnisse. Die Fahrt aufs hohe Meer wird das Sinnbild seines Lebens sein, der Nachen das Sinnbild der Kirche, die ihn trägt, das Meer Bild der Welt, die sein Ar­beitsfeld werden soll, das Netz Bild für das Wort, mit dem er fischen muß, und der Fang Verheißung der Gemeinde, die gewonnen wird.“

Predigt über Lukas 5,1-11. Jesus und die Kirche Von Hans Joachim Iwand Es begab sich aber, da sich das Volk … Mehr

Karl Barth, Predigt über die Sturmstillung (Matthäus 8,23-27) von 1935: „Wenn er fernerhin in unserer Mitte schlafen will, so ist er darum um nichts weniger groß, und die Welt in ihrem Ungestüm ist darum um nichts weniger gering und uns, seiner Kirche, darum um nichts weniger geholfen. Es steht nicht in unserer Macht, ihn zu wecken. Vielleicht lässt er sich wecken. Vielleicht tritt er dann so in unsere Mitte, wie er dort in der Mitte seiner Jünger stand: der Herr Himmels und der Erde, der Macht hat, den Seinen zu hel­fen, wie er will. Aber wenn das nicht sein Wille ist, ist er nicht weniger der Herr Himmels und der Erde.“

Am 3. Februar 1935 hielt Karl Barth beim Rheinisch-Westfälischen Gemeindetag «Unter dem Wort» in Barmen-Gemarken folgende Predigt: Predigt über Matthäus … Mehr

Eduard Thurneysen, Erwägungen zur Seelsorge am Menschen von heute (1969): „Ich bekenne, dass ich Angst habe vor jedem seelsorgerlichen Gespräch, weil ich nicht weiß, ob ich dem Menschen, der jetzt bei mir ein­tritt, in rechter Weise begeg­nen kann. Ich denke, dass gerade diese Angst das Zeichen rechter Seelsorge ist. Denn Angst treibt zum Rufe nach Gott. Man bittet ihn in ganz bestimmten Augenblicken dringend und ein­fältig darum, dass er uns erleuchten und kräftigen wolle, damit wir andern durch ihn zum Helfer werden können. Wir sollen Widerstand leisten in der Seel­sorge gegen alle Fluchtgedanken und alle Verzweif­lung, aber auch Ergebung, und zwar Ergebung nicht in den Lauf der Welt und ihre Schicksale, sondern in den Willen Gottes, der geschieht auf Erden wie im Himmel. Das Gebet ist die Tat solchen Widerstandes und solcher Ergebung, und dieses Gebet wird erhört, auch wenn für menschliche Augen alles im Dunkel bleiben sollte. Denn das letzte Wort Gottes ist immer Sieg und Auferstehung.“

Erwägungen zur Seelsorge am Menschen von heute Von Eduard Thurneysen Von was reden wir, wenn wir von Seelsorge sprechen? Es … Mehr