Martin Luther, Gebet im Überdruss des Lebens: „Oft werden unsere Herzen von Ungeduld und Lebensüberdruss angefochten, sodass es uns verdrießt zu leben und wir uns selbst den Tod wünschen – nur um nichts mehr ertragen oder durchstehen zu müssen. Aber du, lieber Vater, kennst unsere Schwachheit. Darum verleihe uns Geduld in allem Leid, lass uns die Mühsal dieses Lebens willig tragen und hilf uns, sicher durch all die vielfältigen Übel und Bosheiten zu kommen.“

Gebet im Überdruss des Lebens Von Martin Luther Ach, lieber Herr Gott, Vaterdieses flüchtige Leben ist doch so voller Kummer,Unglück … Mehr

Martin Luthers Gebet zur Vorbereitung auf die Taufe (aus dem Taufbüchlein von 1523): „Herr, heiliger Vater, allmächtiger ewiger Gott, von dir kommt alles Licht der Wahrheit. Segne dein Kind N. N. Erleuchte es mit dem Licht deiner Erkenntnis. Reinige und heilige es, damit es würdig werde, die Gnade deiner Taufe zu erlangen. Schenke ihm zuversichtliche Hoffnung, guten Rat und rechtes Verständnis deines Evangeliums, damit es bereit wird, die Gnade deiner Taufe zu empfan­gen und zu behalten, durch Jesus Christus, unsern Herrn.“

Gebet zur Vorbereitung auf die Taufe Von Martin Luther Herr, heiliger Vater,allmächtiger ewiger Gott,von dir kommt alles Licht der Wahrheit.Segne … Mehr

Irene Eber über das Passahfest 1942 in Sosnowiec (Ich bin allein und bang): „Dieses sederlose, doch rituell begangene Passahfest, als wir noch zusammen waren — Vaters letztes Passah auf dieser Erde, als er geduldig unsere Nahrung vor den Ratten beschützte, als Mutter wegen des verdorbenen Borschtsch weinte—, ist mir in zu schmerzlicher Erinnerung, als dass eine wirklich fröhliche Feier seitdem möglich gewe­sen wäre. Was uns zu dem machte, was wir waren — Juden mit einer gemeinsamen Tradition, einer Vergangenheit, die dem alten Mann genauso gehörte wie uns —, war im Begriff zu verschwinden, zur Erinnerung zu werden.“

Über das Passahfest 1942 in Sosnowiec Von Irene Eber Irene Eber, israelische Sinologin deutscher Herkunft (geboren 1929 in Halle/Saale, verstorben … Mehr

„Ich bin, was ich für mich selbst zu wählen weiß“ – Über den Homo optativus in der internetösen Multioptionsgesellschaft und über die Unfreiheit des Wählens: „Die menschliche Freiheit zeigt sich nicht im eigenen Auswählen-Können, sondern im anfänglichen Handeln-Können. Inchoativ und eben nicht ‚häretisch‘ ereignet sich die Freiheit im unvorhergesehenen Handeln. In Sinne Hannah Arendts ließe sich Freiheit wie folgt politisch definieren: Freiheit heißt für uns Menschen miteinander etwas anfangen können, was andere Menschen für uns nicht vorgesehen haben, so dass sich daraus jenseits vorübergehender Erlebnisse ein dauerhaftes Gemeinwesen ergibt.“

„Ich bin, was ich für mich selbst zu wählen weiß“ – Über den Homo optativus in der internetösen Multioptionsgesellschaft und … Mehr