Karl Barth über den kirchlichen Verlautbarungsaktionismus in seiner Kirchlichen Dogmatik: „Der vielberufene und viel betätigte «Öffentlichkeitsanspruch» der Kirche ist an sich auch eine gute Sache. Es will aber wieder wohl überlegt sein, mit was man eigentlich an die Öffentlichkeit will? Doch nicht mit ungeprüft übernommenen alten christlichen Schlagworten und doch auch nicht mit neuen Forderungen und Programmen, die man vielleicht gar nicht darauf angesehen hat, ob sie nicht möglicherweise mehr säkular als christlich, oder mehr katholisch als evangelisch sein möchten!“

Über den kirchlichen Verlautbarungs- und Tagungsaktionismus Von Karl Barth Es gibt nämlich wenig Dinge, die der heutige, von der modernen…

Oliver O’Donovan, Gerechtigkeit und Urteil: „Die Unauslotbarkeit des Glaubens bedeutet, daß wir das Gutsein niemals in der gleichen Weise beschreiben können wie die Bos­heit. Hier sind unsere Urteile Spiegelbilder von Gottes Urteil in Christus. Während Gott seine Scheidung zwischen Sünde und Gerechtigkeit kon­kret machte im auferweckten Leben des Menschen, den er angenommen hat, machen wir diese Scheidung konkret durch die Vergehen, die wir zurückweisen. Wir können nicht ebenso konkret bejahen wie wir konkret verurteilen.“

Gerechtigkeit und Urteil Von Oliver O’Donovan I. Das Amt des Richters in der Bibel: Urteilen als politischer Akt par excellence…

Wie geschichtliche Tatsachen in der Gegenwart ankommen: „Im Unterschied zu materiellen Gegenständen, die wiederholt betrachtet werden können, sind Handlungen nicht von Dauer. Mit ihrem Vollzug sind sie irreversibel vergangen. Damit nun vergangene Tatsachen für die Gegenwart wirklich sind, müssen folgende fünf Schritte getan worden sein.“

Wie geschichtliche Tatsachen in der Gegenwart ankommen Wir vernehmen Aussagen bezüglich der Vergangenheit, das etwas an einen bestimmten Ort zu…

Heinrich Albertz, Predigt über Matthäus 6,25-34 (1989): „So schließt die Sorglosigkeit des Menschen, dem Jesus Christus begegnet ist, die Sorge nach dem schließlichen Sinn alles menschlichen Lebens nicht aus, sondern ein. So ist der gelassene, heitere, zuversichtliche, gewisse Glauben an den Gott des ersten Gebotes in Jesus Christus zugleich die tiefste Unruhe und Sorge um Gottes Gerechtigkeit.“

Predigt über Matthäus 6,25-34 Von Heinrich Albertz Darum sage ich euch: sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und…

Gustav W. Heinemann über die Pflege der deutschen Sprache (1973): „Berühmt und berüchtigt wegen ihrer Unverständlichkeit ist die Sprache der Soziologen. Den Theologen sollte ins Stammbuch geschrie­ben werden, dass Nächstenliebe auch darin besteht, sich einfach und verständlich auszudrücken. Sich in solche Sprachzucht zu nehmen, ist sicher nicht immer leicht, aber ein Beitrag sowohl zur Demokratie wie auch zur Bewahrung der Schönheit unserer Sprache. Deshalb sollte ein wesentlicher Gesichtspunkt für den Gebrauch jedes Fremdwortes sein, ob es unersetzbar ist, weil es eine wirkliche Lücke ausfüllt. Es wird sich dann herausstellen, dass die Verteidigung von Fremdwörtern oft nur die Verteidigung einer Bequemlichkeit ist, die wir uns nicht erlauben sollten. Verantwortung für die Sprache zu empfinden, ist ein Teil der Verantwortung aller Bürger für unsere Gesellschaft und für unseren Staat.“

Über die Pflege der deutschen Sprache Von Gustav W. Heinemann In seiner Ansprache bei der Einweihung des Deutschen Literatur-Archivs Marbach…