24. März 2026 Nachruf auf Prof. Dr. Hans Günter Ulrich Der Fachbereich Theologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg trauert um Prof. … Mehr
Kategorie: Theologie
Hans G. Ulrich, Mensch werden als Gottes Subjekt: „‚Lasst Euch Eure Lebensform verändern durch die Erneuerung Eurer Wahrnehmung, damit Ihr erproben könnt, was Gott für Euch will, das Gute, das Wohlgefällige und das Vollkommene‘“ (Römer 12,2). Die Erneuerung der Wahrnehmung in diesem Sinn ist der Angelpunkt reformatorischer Erfahrung. Hier ist die Grammatik der biblischen Rede vom Mensch-werden enthalten. Nicht die Frage, was der Mensch ‚ist‘ oder ’sein‘ kann, sondern, wie er in Gottes Wirken erscheint, wird hier artikuliert. Der Mensch erscheint als der, der Gottes Wirken ‚unterworfen‘ ist. Das ist sein Subjektsein und Subjekt-Werden. Diesem Subjekt-Werden gilt die Befreiung des Menschen. Die biblische Grammatik, die hier zur Geltung kommt, sieht das Handeln und Werden des Menschen und das Handeln Gottes zusammen, und so auch die ‚vita activa‘ und die ‚vita passiva‘.“
Mensch werden als Gottes Subjekt Von Hans G. Ulrich 1. Eine andere Reformation – auf dem Weg der Reformation Ein … Mehr
Walter Kreck, Gottes Erwählung und unsere Entscheidung (1957): „Weil Gottes Entscheidung für mich gefallen ist, weil das Evangelium mich zum freien Menschen macht, darum ist nun der Aufruf zum Glauben und Gehorsam nicht ein sinnloses Rufen in die Nacht hinaus, sondern er gibt, was er fordert, er schafft, was er verlangt. Weil ich hier nicht nur über Gott und Mensch theoretisch belehrt werde, sondern weil im Evangelium der lebendige Herr selbst mich anredet, mich begnadigt und beschlagnahmt, darum kann ich im Hören auf dies Wort nicht mehr steckenbleiben in der Reflexion über meine Möglichkeiten oder Unmöglichkeiten, sondern im Glauben nur der sein, zu dem mich das Wort Gottes macht.“
Gottes Erwählung und unsere Entscheidung Von Walter Kreck „DAS GESPRÄCH“Herausgegeben von Kurt Hennig in Verbindung mit Heinrich Giesen, Manfred Müller … Mehr
Adolf Schlatter, Erfolg und Misserfolg im theologischen Studium (1931): „Wenn wir der heute stürmisch vertretenen Forderung nachgäben, auf die Wahrheitsfrage verzichteten und unseren Beruf darin sähen, der Seele bei ihrem seltsamen Drang, religiöse Dichtungen zu produzieren, als Berater beizustehen, damit sich ihr Dichten nicht zu weit von der beobachtbaren Wirklichkeit entferne und für unser Zusammenleben unschädlich, vielleicht sogar fruchtbar bleibe, so könnte uns nicht vorgeworfen werden, dass wir unnütze Arbeit tun. Der Mythus bekommt ein verschiedenes Gesicht, wenn die Phantasie ihn ungehemmt produzieren darf oder wenn eine nach Wahrheit verlangende Theologie ihn meistert.“
Erfolg und Misserfolg im theologischen Studium (1931) Von Adolf Schlatter Kommilitonen! Ich darf wohl mit der Andeutung beginnen, dass diese … Mehr
Hans Joachim Iwand, Über das Verhältnis von Theologie und Kirche (1954): „Der Mensch kann gar nicht Gott Gott sein lassen, er muss ihn immer wieder verwandeln in den Gott seiner Wünsche und Vorstellungen, in den Menschengott, den die Radikalen längst schon hinter dem idealistischen Gottesbegriffe vermutet hatten, ‚ein Bild, das mir gleich sei‘. Unerhörtes Erschrecken ging auf einmal durch die Reihen der Theologie, als hinter der Religion die Möglichkeit, ja mehr, die Gewissheit auftauchte, dass hier der Mensch sich Gott schafft nach seinem, des Menschen, Bilde. Die umgekehrte Schöpfung! Nicht mehr Theologie wäre dann das — was wir treiben —, sondern eine höchst raffinierte, unter dem Vorhang der Theo-logie vorgenommene Anthropologie. Gott nur ein Umweg, um den Menschen zum höchsten Selbstbewusstsein, zu einem die Endlichkeit transzendierenden Selbstbewusstsein zu bringen. Als ob wir mit diesem Begriff den Punkt berührt hätten, an dem der Übermensch erzeugt wird! ‚Dii infelices‘ — so sagt Luther, Wesen, die weder im Himmel noch auf Erden daheim sind.“
Über das Verhältnis von Theologie und Kirche (1954) Von Hans Joachim Iwand I. Gedächtnistage sollten in unserer Epoche nicht nur … Mehr
Karl Rahner, Ermutigung zum Gebet (1980): „Wer sich so auf Gott einlässt, wer es wagt, mit ihm zu tun zu haben, der betet in einem ganz ursprünglichen Sinn, der allen Unterscheidungen im Gebet noch vorausliegt. Solches Gebet ist Annahme der Herkünftigkeit, Annahme dieser Herkünftigkeit von Gott als selbst noch einmal herkünftige, als Gnade. Solches Gebet ist aber auch Annahme des eigenen Könnens, des Eingesetztseins in eigene Wirklichkeit, Freiheit und Verantwortung durch eben diese Herkunft, die befreit und nicht entmündigt.“
Ermutigung zum Gebet Von Karl Rahner Jean Améry berief sich einmal zur Beschreibung seiner agnostizistisch-atheistischen Geisteshaltung auf den französischen Strukturalisten … Mehr
Johann Baptist Metz, Experientia spei (1966): „Christliche Hoffnung weiß in besonderem Maße um ihre tödliche Gefährdung; sie weiß, in höchster Kürze und Dichte gesagt, um den Tod, vor dem alle leuchtenden Verheißungen zu verdunkeln drohen. Vorgreifendes Einüben in das Sterben hat man deshalb die asketische Hoffnung der Christen genannt, Einübung in eine Hoffnung, die auch jede jäh entschwundene Zuversicht übersteht, Einübung in eine Hoffnung wider alles Hoffen.“
Experientia spei1 Von Johann Baptist Metz 1. Der Primat der Zukunft im modernen Bewußtsein Was ist der Gotteserfahrung und dem … Mehr
Gerhard Sauter, Gott als Freund: „Als Freund begründet Gott ein Verhältnis sui generis, eigenen Ursprungs und unvergleichlicher Treue. Darum können die Konstitutionsbedingungen von »Freundschaft« auf dieses personale Verhältnis eigener Art nicht übertragen werden, wenn es nicht umgedeutet oder gar wegerklärt werden soll. Vielleicht ist auch deshalb in der Bibel und in der christlichen Theologie kaum von Gott als Freund die Rede. Mehr wurde in der christlichen Mystik Gott als Freund angesprochen, etwa von Hildegard von Bingen und Teresa von Avila, weil sie eine intensive oder sogar intime Nähe verspürten.“
Gott als Freund Von Gerhard Sauter »Der Herr redete mit Mosevon Angesicht zu Angesicht,wie jemand mit seinem Freunde redet«(2. Mose … Mehr
Samuel Wells, Theologie als Erzählung: „Die Geschichte Gottes erzählt, wie er von seinen Jüngern eine Antwort erwartet, die sie aus eigener Kraft nicht geben können: Sie sind nicht nur auf ihn, sondern auch aufeinander angewiesen, um die Ressourcen zu erhalten, die ein gläubiges Leben ermöglichen, und sie entdecken, dass ihre gegenseitige Abhängigkeit kein Handicap ist, sondern im Mittelpunkt ihres Zeugnisses steht. Heilige sind nie allein. Sie setzen Gemeinschaft voraus, fordern sie ein, verlangen sie – eine besondere Art von Gemeinschaft, die Gemeinschaft der Heiligen. Helden haben gelernt, sich auf sich selbst zu verlassen; Heilige lernen, sich auf Gott und auf die Gemeinschaft des Glaubens zu verlassen.“
Theologie als Erzählung Von Samuel Wells Drei Stränge In den zeitgenössischen Schriften zur christlichen Ethik gibt es drei große Strömungen. … Mehr