Gerhard von Rad, Fragen der Schriftauslegung im Alten Testament (1938): „Vom Alten Testament kön­nen wir nicht reden, wie über andere Bücher. Erst, wenn wir es gleichsam in die Hand Gottes zurückgelegt haben und es uns neu haben geben lassen, hat unser Fragen die Verheißung einer Klärung. Und dies nicht einmal, sondern im­mer wieder, so oft wir es aufschlagen, sollen wir es neu von Gott her nehmen. Glauben Sie mir, das ist mehr als eine erbauliche Rede. Wir würden es dann von Anfang an wissen, dass es im Letzten keine theologische Formel gibt, mit der wir das Alte Testament einfangen können; und das ist deshalb so, weil das Alte Testament Gottes Buch und unantastbar frei ist. Immer entzieht es sich unserm Zugriff. Das muss so sein, denn all unserem theologischen Fragen wohnt auch eine Lüsternheit des sich bemächtigen Wollens inne. Wir möchten eine Formel, wir suchen einen Nenner, aber so läßt sich das Alte Testament nicht beherrschen.“

Der Vortrag des 36jährigen Gerhard von Rad, gehalten am 29. Januar 1938 vor den Theologen der Universität Erlangen, findet sich … Mehr

Gerhard von Rad, Typologische Auslegung des Alten Testaments (1952): „So muss also wirklich von einem Christuszeugnis des Alten Testaments gesprochen werden, denn unser Wissen von Christus ist ohne das Zeugnis des Alten Testaments ein unvollständiges. Christus ist uns erst in dem Doppelzeugnis des Chors der Erwartenden und der Erinnernden gegeben.“

Typologische Auslegung des Alten Testaments Von Gerhard von Rad 1. Es mag nützlich sein, sich zuerst einmal klar zu machen, … Mehr

Erich Zenger, Zwei Testamente – Eine Bibel: „Die Bibel Israels, das christliche Erste Testament, ist Graben und Brücke zugleich zwischen Juden und Christen. Sie wohnen gemeinsam und nebeneinander im Reich Gottes, das im Kommen ist, sie atmen die gleiche Luft (den Geist Gottes) – und doch ist zwischen ihnen ein Graben, der sie bleibend trennt. Aber zugleich gibt es eine Brücke, auf der sie sich von Zeit zu Zeit begegnen, ja sogar besuchen können.“

Zwei Testamente – Eine Bibel Von Erich Zenger I. Wie hat die Kirche jahrhundertelang ihr »Altes Testament« gelesen? 1. Das … Mehr

Hans W. Frei, Die „wörtliche Lesung“ der biblischen Erzählung in der christlichen Tradition: Dehnt sie sich oder bricht sie? (The „Literal Reading“ of Biblical Narrative in the Christian Tradition. Does it Stretch or Will it Break?): „Wie sieht es mit der Zukunft der ‚wörtlichen Lesung‘ aus? Je weniger sie in der Theorie verstrickt ist und je fester sie nicht in einer narrativen (literarischen) Tradition, sondern in ihrem primären und ursprünglichen Kontext verwurzelt ist, d. h. in der ‚Regel‘ einer religiösen Gemeinschaft für eine getreue Lektüre, desto deutlicher wird sie wahrscheinlich in Erscheinung treten und desto stärker, aber auch flexibler und geschmeidiger wird sie wahrscheinlich sein.“

Hans Frei (1922-1988) ist als Theologe in Deutschland weitgehend unbekannt, obwohl er in den USA äußerst einflussreich gewesen ist. Hier … Mehr